21. Finalserie mit KAC-Beteiligung

Öfter als jeder andere Klub im Lande stand der EC-KAC in einem Meisterschaftsfinale, die am Sonntag beginnende Endspielserie ist die bereits 21. für die Rotjacken.

Michael Puschacher (KAC) und Reinhard Divis (VEU) am Ende der Finalserie 1997

Es dauerte lange, ehe die aus dem nordamerikanischen Eishockeysport bekannten Play-Offs auch in Österreich eingeführt wurden. Zwar errang der KAC auch seine beiden ersten Meistertitel, jene von 1934 und 1935, in Entscheidungsspielen (als sogenannter „Provinzmeister“ gegen den Titelträger Wiens), ein klassisches Play-Off-System wurde in Österreichs höchster Spielklasse aber erst Jahrzehnte später angewendet: Erstmalig war dies 1973/74 der Fall, als die Klagenfurter die finale „Best-of-Five“-Serie um den Meistertitel gegen den EC Innsbruck mit 3:1 für sich entscheiden konnten. Davor und danach wurde das Championat meist im reinen Meisterschaftssystem vergeben, teilweise noch um eine Meisterrunde der besten Teams ergänzt.

 

Durchgängig mit Play-Offs ab 1990

Durchgehend zur Anwendung kam der Play-Off-Modus in Österreichs höchster Spielklasse erst ab der Saison 1989/90. Diese insgesamt siebte Spielzeit mit einer KO-Phase am Saisonende (nach 1974, 1977, 1978, 1985, 1986 und 1987) erlebte auch erstmals eine Finalserie ohne Klagenfurter Beteiligung, es standen sich Feldkirch und Villach gegenüber. Bereits im folgenden Jahr kam es zum ersten Mal zu einem Kärntner Derby im finalen Titelkampf, die Rotjacken bezwangen den EC VSV mit 3:1 in Siegen und krönten sich zum Abschluss einer denkwürdigen Spielzeit, in deren Grunddurchgang der KAC nur elf seiner 30 Partien hatte gewinnen können, zum Champion. Kurios: Das Duell mit dem Lokalrivalen im Finale war bereits das zweite im Rahmen der Play-Offs 1991, denn schon im Viertelfinale duellierten sich Villach und Klagenfurt, die unterlegenen Adler retteten sich über die damalige Hoffnungsrunde dennoch in das Halbfinale und später in die Endspielserie.

 

Vier Siege zum Titelgewinn

Erst in der Saison 1996/97, als sich die VEU Feldkirch und der EC-KAC (Endstand: 4:2) gegenüberstanden, wurde eine Finalserie erstmals im Format „Best-of-Seven“ ausgespielt, zuvor hatten bei 13 Titelvergaben zehn Mal drei Finalsiege und drei Mal gar nur zwei Endspielerfolge gereicht, um zum Meister zu avancieren.

Mit Ausnahme von drei Spielzeiten (2002/03, 2003/04 und 2013/14) wurde der Titel seither durchgehend im „Best-of-Seven“-Modus vergeben. Tatsächlich zu einem „Spiel sieben“ kam es in der Geschichte Österreichs höchster Spielklasse bzw. der Erste Bank Eishockey Liga in einer Finalserie allerdings nur vier Mal: In den ersten drei Fällen (2005, 2009, 2011) jeweils mit Beteiligung der Rotjacken, im Vorjahr zwischen dem HCB Südtirol und dem EC Salzburg ohne Partizipation der Klagenfurter.

 

Bisher 20 Finalteilnahmen

Ab Sonntag wird der Meistertitel zum insgesamt 36. Mal im Rahmen einer Play-Off-Finalserie vergeben, bislang bestritt kein Klub mehr Endspiele als der KAC bzw. EC-KAC: Die Rotjacken standen insgesamt 20 Mal in einem Finale, elf Mal konnten sie dieses auch für sich entscheiden. In Sachen Endspielteilnamen ist der EC VSV (13) die nationale Nummer zwei, es folgen der EC Salzburg (10) und die VEU Feldkirch (7).

Die Adler aus der Draustadt waren auch Klagenfurts häufigster Finalgegner, fünf Mal wurde der österreichische Meistertitel innerhalb der Grenzen Kärntens vergeben. Vier Mal ging es für Rot-Weiß gegen Feldkirch, drei Mal gegen die Vienna Capitals, je zwei Mal gegen den EC Innsbruck, den ATSE Graz und den EC Salzburg, jeweils ein Mal waren der Wiener EV und der EHC Linz die Endspielkontrahenten des EC-KAC.

 

Finalteilnahmen nach Klubs (Bundesliga/EBEL)

20 – KAC/EC-KAC (11 Meistertitel)
13 – EC VSV (5)
10 – EC Salzburg (6)
7 – VEU Feldkirch (6)
4 – EHC Linz (2), Vienna Capitals (2)
3 – EC Graz (0)
2 – HCB Südtirol (2), ATSE Graz (1), EC Innsbruck (0) 
1 – Wiener EV (0), Olimpija Ljubljana (0), Orli Znojmo (0)

 

Finalserien mit KAC-Beteiligung

1974 – EC Innsbruck 3:1 (5:2/5:2/3:6/9:5)
1977 – ATSE Graz 3:2 (6:3/4:5/2:3/2:1*/4:2)
1978 – ATSE Graz 1:3 (1:3/7:0/3:6/3:6)
1985 – EC Innsbruck 2:0 (6:2/5:2)
1986 – VEU Feldkirch 2:0 (11:5/6:1)
1987 – Wiener EV 3:0 (4:2/5:4*/5:4)
1991 – EC VSV 3:1 (6:5*/7:3/0:3/4:3)
1996 – VEU Feldkirch 1:3 (1:2/7:4/2:3/0:5)
1997 – VEU Feldkirch 2:4 (2:10/9:4/2:3/2:1*/1:6/1:4)
1998 – VEU Feldkirch 1:4 (1:6/3:2*/1:5/2:3/0:2)
1999 – EC VSV 2:4 (1:5/6:5/2:3/1:2/6:5*/3:9)
2000 – EC VSV 4:1 (2:1/4:3*/1:3/5:2/4:2)
2001 – EC VSV 4:2 (4:2/3:4/5:8/4:3*/8:2/5:0)
2004 – EC VSV 3:2 (3:2/2:1*/1:2/3:5/3:2*)
2005 – Vienna Capitals 3:4 (2:1/1:2/5:0/4:5*/3:1/1:5/2:6)
2009 – EC Salzburg 4:3 (5:4*/2:7/3:6/4:1/3:0/2:3*/2:1)
2011 – EC Salzburg 3:4 (6:5/3:6/2:5/2:1*/3:2*/2:5/2:3*)
2012 – EHC Linz 1:4 (3:2/2:3/2:6/1:4/1:3)
2013 – Vienna Capitals 4:0 (1:0/2:1*/4:0/5:3)
2017 – Vienna Capitals 0:4 (1:4/4:5*/5:7/2:3)

*) Entscheidung nach Verlängerung/Penaltyschießen