Klubblog #005 - Ein Verein im Wandel (1)

Im Klubblog informieren Mitarbeiter des Vereins in regelmäßigen Abständen über Entwicklungen hinter den Kulissen des EC-KAC.

Klubblog #005 - Ein Verein im Wandel (1)

Im Sommer 2016 kommt es in der Struktur unseres Klubs zur größten Änderung seit mehr als 20 Jahren: Der gesamte Profi-Spielbetrieb wird aus dem Verein aus- und in eine Unternehmensstruktur eingegliedert. In einem zweiteiligen Klubblog beschäftigen wir uns mit dieser Transformation. Teil eins skizziert den bisherigen Weg des KAC, Teil zwei wird sich dann um die bevorstehenden Änderungen drehen.

 

Gegründet 1909, in Rot-Weiß seit 1920

Die Geschichte des heutigen EC-KAC reicht bis weit in die Anfänge des vergangenen Jahrhunderts zurück: Am 18. September 1909 schlossen sich Lehrer und Absolventen der Realschule zum 1. Fußballklub Klagenfurt zusammen. Dieser erweiterte schon bald sein sportliches Spektrum und wurde im Jahr 1911 zum 1. Fußball- und Athletiksportklub Klagenfurt. Der Erste Weltkrieg brachte die Entwicklung des Vereins nahezu gänzlich zum Erliegen, doch der Klub existierte weiter. 1920 wurde ihm mit der Umbenennung in Klagenfurter Atheltiksportclub - kurz: KAC - neues Leben eingehaucht. Im Jahr der Kärntner Volksabstimmung änderte sich nicht nur der (bis heute gültige) Name, auch die Vereinsfarben wurden neu festgelegt, fortan trat der Klub in Rot-Weiß auf. Das bis in die Gegenwart herauf verwendete Logo, die legendäre KAC-Ellipse, stammt ebenfalls aus dem Jahr 1920.

 

Anfänge der Eishockeysektion

Eishockey wurde zu diesem Zeitpunkt im KAC jedoch noch nicht gespielt, eine entsprechende Sektion gründete sich erst 1923. Nach zaghaften Versuchen in den ersten Jahren trug das Team zu Weihnachten 1927 sein erstes richtiges Wettspiel aus, den größten Schub erhielt die Entwicklung des Eishockeysports im KAC jedoch schließlich mit der Eröffnung der eigenen Heimstätte in der Glangasse im Jahr 1928. Nur sechs Jahre später krönte sich Rot-Weiß erstmals zum österreichischen Staatsmeister.

 

Hilfe von außen

Die (das Eishockey betreffende) Vereinsstruktur sollte in der Folge über mehr als sieben Jahrzehnte - von 1923 bis 1995 - unverändert bleiben. Allerdings bremste der Zweite Weltkrieg die Entwicklung des Klubs so maßgeblich, dass sich der KAC bis in die Mitte der 1950er-Jahre hinein nicht richtig von diesem Rückschlag erholen konnte. Als die Zukunft des rot-weißen Eishockeys am sprichwörtlichen seidenen Faden hing, erreichte den Klub Hilfe von außen: Die sogenannten Klagenfurter Eissportfreunde griffen dem KAC ab 1957 finanziell unter die Arme. Deren Obmann Dr. Hellmuth Reichel (sein Vater Dr. Bruno Reichel betrieb einst die Gründung der Eishockeysektion, sein Sohn Dr. Hellmuth Reichel ist heute Vizepräsident des EC-KAC) vernetzte Wirtschaftstreibende und Bürger Klagenfurts, ihre Zuwendungen sicherten den Fortbestand der KAC-Eishockeysektion und ermöglichten zudem den längst fälligen Aufbau strukturierter Nachwuchsarbeit. Die damit erlangte Stabilität bildete - gemeinsam mit dem Umzug vom Freiluftplatz in der Glangasse in die 1959 eröffnete Stadthalle - das Fundament für die mittel- und langfristig positive Entwicklung des Klubs.

 

Ausgliederung der Sektionen

Der KAC avancierte zum erfolgreichsten Klub im österreichischen Eishockey, zwischen der Stadthallen-Eröffnung 1959 und dem Jahr 1991 gewannen die Rotjacken 21 nationale Meistertitel, 1969 erreichten sie das Finale des Europacups. Während dieser Dekaden war aus dem einstigen Amateurteam eine Profimannschaft geworden, innerhalb des KAC nahm die Eishockeysektion gegenüber den anderen Abteilungen einen immer höheren Stellenwert ein. Die massiven wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Sektionen führten in den 1990er-Jahren zur Aufgliederung des Klubs, der Fußball, das Fechten und das Eishockey wurden in eigene Zweigvereine ausgelagert. Dr. Gert Seeber, heute nach wie vor Präsident des Dachvereins KAC, begründet diesen Schritt: "Der KAC haftete für alle Sektionen, obwohl diese in ganz unterschiedlichen budgetären Sphären angelangt waren. Also war es ein nötiger Schritt, diese Struktur aufzubrechen, damit die einzelnen Sektionen hinsichtlich ihrer Sponsorensuche und Subventionsanträge unabhängig voneinander agieren konnten."

 

2016: Tiefgreifende Änderung

Die Lösung der Eishockeysektion aus dem Dachverein KAC führte zur Gründung des heutigen EC-KAC. Dieser ist seit dem 12. Dezember 1995 im Zentralen Vereinsregister (ZVR) eingetragen, im Sommer 2016 wird auch er sich maßgeblich verändern: Der gesamte Profi-Spielbetrieb wird aus dem Verein aus- und in eine Unternehmensstruktur eingegliedert. Der Klub wird dabei zum Alleingesellschafter, sich im sportlichen Bereich jedoch ausschließlich auf die Nachwuchsarbeit und Trainerausbildung beschränken. Im 107. Jahr der Vereinsgeschichte stehen wir vor der maßgeblichsten organisatorischen Veränderung nach 1920 und 1995. (Hannes Biedermann, 6. Mai 2016)

Hinweis: Teil zwei des Klubblog-Artikels "Ein Verein im Wandel" wird in der kommenden Woche die bevorstehenden strukturellen Änderungen und ihre Auswirkungen behandeln.