Klubblog #006 - Ein Verein im Wandel (2)

Im Klubblog informieren Mitarbeiter des Vereins in regelmäßigen Abständen über Entwicklungen hinter den Kulissen des EC-KAC.

Klubblog #006 - Ein Verein im Wandel (2)

Im Sommer 2016 kommt es in der Struktur unseres Klubs zur größten Änderung seit mehr als 20 Jahren: Der gesamte Profi-Spielbetrieb wird aus dem Verein aus- und in eine Unternehmensstruktur eingegliedert. In einem zweiteiligen Klubblog beschäftigen wir uns mit dieser Transformation. Teil eins skizzierte den bisherigen Weg des KAC, Teil zwei dreht sich nun um die bevorstehenden Änderungen.

 

Im März 2015 veröffentlichte das Bundesministerium für Finanzen den Wartungserlass 2015 der Vereinsrichtlinien, der auch für den EC-KAC weitreichende Konsequenzen zur Folge hat.  Als gemeinnütziger Verein, der eine Profimannschaft unterhält, muss der Klub seinen Profibetrieb bis spätestens zum 1. Januar 2017 in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern. DI Johannes Schwaiger, Vorstandsmitglied des EC-KAC, kann diesen Schritt gut nachvollziehen: „Die grundlegende Tendenz im publikumswirksamen Sport geht seit einiger Zeit in Richtung hoher Professionalität, noch nie gab es in Österreich so viele Profisportler wie gegenwärtig. Diesem Faktum hat sich der Gesetzgeber lange verweigert, erst ein von der Europäischen Kommission eingeleitetes Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik brachte den Stein schließlich ins Rollen.“

 

Verein begrüßt den Schritt

Der EC-KAC begrüßt den gegenständlichen Erlass: "Für Profisport in jener Form, wie er in der EBEL betrieben wird, ist die Rechtsform des eingetragenen Vereins antiquiert. Das ist letztlich auch eine Frage der Haftung, denn nach bisheriger Gesetzeslage lag das wirtschaftliche Risiko eines Klubs stets persönlich bei den jeweiligen Funktionären", so Schwaiger, der im Vereinsvorstand für die 2014 eingeleitete Umstrukturierung der Organisation zuständig ist. General Manager Oliver Pilloni skizziert die bisherige Entwicklung: "Wir beschäftigen uns schon seit rund eineinhalb Jahren mit der bevorstehenden Ausgliederung des Profibereichs in eine Kapitalgesellschaft. Das lässt sich beispielsweise an unserem im Frühjahr 2015 festgeschriebenen Vereinsleitbild ablesen, das bereits unterschiedliche Zielsetzungen für Profi- und Nachwuchsbereich definiert. Insgesamt wird diese Änderung der Struktur des Klubs für uns daher auch kein sonderlich komplizierter Schritt, da der EC-KAC schon bisher so wirtschaftlich wie möglich geführt wurde und unsere Bilanzen auch von unabhängigen Wirtschaftsprüfern kontrolliert werden."

 

EC-KAC bleibt Alleingesellschafter

Die Ausgliederung des Profibereichs in eine Kapitalgesellschaft wird der EC-KAC zum Ende des Bilanzjahres, also mit 31. Mai 2016, vornehmen. "Alle gewerblichen Elemente unserer Vereinsaktivität wurden schon in den vergangenen Jahren über eine an den Klub gekoppelte Gesellschaft mit beschränkter Haftung abgewickelt, nun geht es in einem finalen Schritt darum, auch den Spielbetrieb der Kampfmannschaft in dieses Unternehmen zu überführen", erklärt Schwaiger.

Der Nachwuchsbereich wird weiterhin beim gemeinnützigen Verein EC-KAC verbleiben, außerdem stellte die Klubführung klar, dass im Sinne der Wahrung der Kontinuität des Klagenfurter Eishockeys auch zukünftig 100 Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft im Vereinsbesitz bleiben sollen.

 

Gliederung der Kapitalgesellschaft

Wie sieht die zukünftige Struktur im Bereich der Organisation der Kampfmannschaft der Rotjacken nun aus? Der Vorstand des EC-KAC wird als Eigentümervertreter die Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft bestellen. Angedacht ist auch die Schaffung eines Aufsichtsrats, der die Geschäftsführung kontrolliert und die mittel- und langfristigen Entwicklungsziele festlegt. Entscheidet sich der Klub für die Bildung eines solchen Aufsichtsrats, wäre die Kapitalgesellschaft auch automatisch wirtschaftsprüfungspflichtig.

 

Tickets zukünftig mit Umsatzsteuer belegt

Für den Kunden, also die Abonnenten und Heimspielbesucher des KAC, wird die Ausgliederung des Profibereichs in eine Unternehmensstruktur nur hinsichtlich der Kartenpreise merkbar sein. Sämtliche Tickets werden zukünftig mit einer Umsatzsteuer in der Höhe von 13 Prozent belegt. "Diese Steuer wird auf den Kartenpreis aufgeschlagen und zur Gänze an das Finanzamt abgeführt", bereitet Pilloni das Publikum auf unausweichliche Preiserhöhungen bei den Tickets im Vergleich zur Vergangenheit vor. Ursprüngliche Entwürfe des Wartungserlasses sahen sogar eine 20-prozentige Steuer vor, letztlich konnte eine Gleichstellung des Sports mit dem Kulturbereich und damit eine Besteuerung im Ausmaß von 13 Prozent ausgehandelt werden.

 

Kernthema Infrastruktur

Gleichzeitig merkt Vorstandsmitglied Johannes Schwaiger an: "Wir wünschen uns von der öffentlichen Hand, dass sie die auf diese Weise erzielten steuerlichen Mehreinnahmen für die akut nötige Verbesserung der Infrastruktur im Klagenfurter Eishockey verwendet. Die Fans und Unterstützer des KAC, der seit Jahrzehnten das sportliche Aushängeschild der Stadt und des Bundeslandes ist, verdienen eine zeitgemäße Infrastruktur." Auch für den Klub wird angesichts der neuen rechtlichen Bestimmungen die infrastrukturelle Frage zu einer noch zentraleren:  "Der Gesetzgeber zwingt uns, unseren Profispielbetrieb in eine Unternehmensstruktur auszugliedern und erzielt so zusätzliche Steuereinnahmen. Die zukünftige Geschäftsform der Kapitalgesellschaft impliziert, dass wir gewinnorientiert arbeiten und zumindest ausgeglichen bilanzieren müssen. Um dieser Bedingung nachkommen zu können, benötigen wir jedoch deutlich bessere Rahmenbedingungen, insbesondere infrastrukturelle, die auch das Erwirtschaften von Gewinnen ermöglichen", so Schwaiger.

 

Nachwuchsabteilung weiterhin beim Verein

Trotz der Vielschichtigkeit der Thematiken rund um die Ausgliederung des Profispielbetriebs vergisst der EC-KAC nicht auf die Aus- und Weiterbildung kommender Spielergenerationen. Die Nachwuchsabteilung verbleibt auch nach dem  31. Mai 2016 beim gemeinnützigen Verein. "In den beiden vergangenen Jahren haben wir eine Vielzahl an sehr zukunftsträchtigen Entscheidungen getroffen, neue und vielversprechende Wege beschritten. Das reicht von der Errichtung unseres Nachwuchszentrums und der Etablierung der dort gültigen pädagogischen Standards bis zur maßgeblichen qualitativen Verbesserung bei der Zusammenstellung unseres Trainerstabs. Obwohl Nachwuchsarbeit stets als langfristiges Projekt zu betrachten ist, belegen bereits jetzt die Erfolge unserer Junioren bei jüngsten internationalen Auftritten in der Schweiz oder in Russland, dass wir am richtigen Weg sind", argumentiert Oliver Pilloni.  Diesem eingeschlagenen Pfad wird der EC-KAC auch ungeachtet der bevorstehenden Änderung in der Vereinsstruktur treu bleiben. (Hannes Biedermann, 11. Mai 2016)