CHL-Gegner im Portrait: Frisk Asker

Zweiter Gegner des EC-KAC in der Vorrundengruppe A der Champions Hockey League ist Norwegens amtierender Meister Frisk Asker.

CHL-Gegner im Portrait: Frisk Asker

Nur zwei Tage nach dem Auftaktspiel gegen Tappara Tampere (Portrait auf kac.at) empfangen die Rotjacken am Samstag, dem 31. August (Spielbeginn: 19.30 Uhr, Tickets hier erhältlich), den aktuellen norwegischen Titelträger Frisk Asker zum zweiten Gruppenspiel in der Champions Hockey League. In diesem Artikel stellt kac.at den KAC-Gegner genauer vor. 

 

Klubidentität

Frisk (frei ins Deutsche übersetzt: „Frische“) wurde als allgemeiner Sportverein im Jahr 1922 gegründet, der Eishockeysport im Jahr 1935 - also gut acht Jahre nach dem EC-KAC - ins Programm aufgenommen. Einschneidend verändert hat sich der Klub 1969: Einerseits wurde in Asker die erste vollüberdachte Eishalle im Großraum Oslo eröffnet, andererseits fusionierte Frisk mit dem Hauptstadtklub IK Tigrene und wurde damit auf einen Schlag zum Erstligisten. Die englische Version von Tigrene, Tigers, blieb bis heute als Zusatz zum Vereinsnamen und im Klublogo erhalten.

Seit dem Zusammenschluss spielte der Verein in 49 von 50 Saisonen - ausgenommen vom Zweitligajahr 1994/95 - in Norwegens höchster Liga. In der abgelaufenen Spielzeit gewann der Klub zum vierten Mal (nach 1975, 1979 und 2002) den nationalen Meistertitel, vier weitere Male scheiterte man seit der Einführung der Play-Offs erst im Finale.

Ansässig ist Frisk in Asker, einem südwestlichen Vorort der Hauptstadt Oslo, im Gemeindegebiet leben knapp über 60.000 Menschen. Heimspielstätte des Vereins ist die Askerhallen, die nach einem Brand 1973 wiederaufgebaut und neu eröffnet wurde. Unter ihrem charakteristisch halbrund gewölbten Dach finden heute bei Ligaspielen bis zu 2.400 Zuseher Platz. Frisks Vereinsfarben sind Schwarz und Orange.

 

Letzte Saison

Nachdem Frisk Asker den Grunddurchgang der norwegischen Get-ligaen vier Mal in Folge in der oberen Hälfte des Klassements beendet hatte, landete man im Vorjahr exakt in der Mitte - auf Tabellenplatz fünf unter neun Teams. In den Play-Offs setzten die Tigers unter dem im Dezember im Alter von erst 29 Jahren bestellten Head Coach Jan André Aasland zum Höhenflug an: Im Viertelfinale ging es gegen den Lillehammer IK über die volle Distanz von sieben Spielen, sämtliche Partien endeten mit Siegen für die Auswärtsmannschaft. Die am Papier höchste Hürde übersprang Frisk im Halbfinale: Gegen den Lokalrivalen Vålerenga Oslo, auf den man am Ende der Regular Season noch 30 Punkte Rückstand aufgewiesen hatte, setzte sich Asker in sechs Spielen durch. Gleich lange dauerte dann auch die Finalserie gegen die Stohamar Dragons: Vor eigenem Publikum wurde in der Overtime von Spiel sechs der vierte Meistertitel der Klubgeschichte fixiert, Routinier Petter Kristiansen erzielte den entscheidenden Treffer.

Topscorer des norwegischen Champions war im vergangenen Spieljahr Kyle Bonis, der den Klub im Sommer jedoch in Richtung Slowakei verlassen hat. Sein Punkteschnitt pro Partie wurde teamintern allerding vom Schweden Hampus Gustafsson überboten, der erst im Dezember zur Mannschaft gestoßen war und schließlich zum Play-Off-Topscorer avancierte. Zum ligaweiten Most Valuable Player der KO-Phase der Meisterschaft wurde dessen Landsmann, der Torhüter Nicklas Dahlberg, gewählt, der bereits seit 2012 bei Frisk Asker unter Vertrag steht. Den Großteil der Meistermannschaft konnte der Klub zusammenhalten, von den 28 Spielern, die am Saisonende den Kader bildeten, stehen 23 auch heuer im Aufgebot, lediglich Backup-Goalie Furseth, der in den Ruhestand gewechselte Cocozza und drei Imports (Bonis, Thompson und McMonagle) verließen den Verein.  

 

CHL-Geschichte

Frisk Asker feiert in der heurigen Spielzeit sein Debüt in der Champions Hockey League. Auch insgesamt ist die internationale Erfahrung der Tigers recht überschaubar, in Summe lediglich zehn Spiele im ehemaligen Europacup und im Continental Cup stehen zu Buche. Bei der erstmaligen Europacup-Teilnahme 1975/76 übersprangen die Norweger in Runde eins die Hürde des dänischen Titelträgers (Gladsaxe SF), scheiterten dann aber klar am DDR-Champion Weißwasser. In der Folgesaison verzichtete Frisk Asker auf ein Antreten gegen Polens Meister Nowy Targ. Letztmals auf europäischer Ebene engagiert war der Klub vor 21 Jahren: Im Continental Cup 1998/99 erreichte man die zweite Gruppenphase.

Insgesamt ist Frisk Asker der fünfte norwegische Verein, der in der Champions Hockey League vertreten ist: Während die Auftritte von Vålerenga Oslo (2014/15) und  dem Lørenskog IK (2016/17) Einzelfälle blieben, qualifizierten sich die Stavanger Oilers gleich vier Mal für die CHL. Erfolgreichstes Team aus Norwegen war bisher jedoch Storhamar Hamar, das bei seinen beiden Teilnahmen 2015/16 und 2018/19 jeweils die Gruppenphase überstand und das Achtelfinale erreichte. Bei ihrem CHL-Debüt besiegten die Dragons dabei in der ersten KO-Runde den EC Salzburg.

 

KAC-Bezüge

Der EC-KAC und Frisk Asker standen sich bisher noch nie in einem Bewerbsspiel gegenüber, überhaupt traten die Rotjacken in ihren bislang 113 Partien auf europäischer Ebene (Europacup, Continental Cup, Champions Hockey League) zwar bereits gegen Kontrahenten aus 17 verschiedenen Nationen an, jedoch noch nie gegen einen Klub aus Norwegen. Auch gibt es keinen einzigen Spieler, der im Verlauf seiner Karriere sowohl Klagenfurt als auch Asker repräsentiert hat.

Die Verbindungen zwischen den beiden Klubs sind demnach äußerst vage, jedoch stehen im aktuellen Kader von Frisk zwei Spieler mit EBEL-Vergangenheit. Routinier Anders Bastiansen, mit 38 Jahren der deutlich älteste Akteur im Aufgebot, spielte in der Saison 2014/15 im Trikot der Graz 99ers gegen den EC-KAC. Der Kanadier Alex Lavoie stand in der vergangenen Spielzeit in Diensten des HC Innsbruck und erzielte eines seiner elf Saisontore (den Ehrentreffer der Haie bei der 1:5-Niederlage in der Stadthalle Anfang Dezember) gegen die Rotjacken.