"Helden von damals" - Gregor Hager

Wie sieht die Karriere nach der Eishockeylaufbahn aus? Für die aktuelle Ausgabe des KAC-Kurier fragte Paul Eggenberger bei fünf großen KAC-Cracks der jüngeren Vergangenheit nach. Teil zwei: Gregor Hager.

"Helden von damals" - Gregor Hager

Sieben Meistertitel konnte er gewinnen, sechs davon feierte er im KAC-Trikot. Gregor Hager war stets ein Spieler, der weder sich selbst noch den Gegner schonte. In seinen 517 Partien für die Klagenfurter bestach er durch mannschaftsdienliches Auftreten, aber auch durch Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse. 135 Tore für den Rekordmeister liefern den eindrucksvollen Beweis dafür. Als Belohnung blieben viele großartige Erinnerungen, die ihn bis heute begleiten. "Da war viel Schönes dabei. Herausheben möchte ich aber den Meistertitel 2009. Die Truppe agierte stets als Einheit, jeder hat für jeden alles gegeben", betont Hager.

2013 folgte dann das ebenso plötzliche wie unfreiwillige Karriereende, eine im Oktober 2012 erlittene Gehirnerschütterung ließ keine Fortsetzung der Laufbahn zu. "Eigentlich wollte ich immer selbst entscheiden, wann ich die Eisschuhe an den Nagel hänge, dann haben mir das die Ärzte aber abgenommen." Doch der ehemalige Flügelstürmer hat sich rasch damit abgefunden und übersiedelte kurze Zeit später mit Gattin Susanne und den Töchtern Lilo und Romy ins Metnitztal. "Meine Frau hat in Vellach eine Landwirtschaft geerbt, unsere Idee der Hanslsäge wurde geboren", erzählt der heute 34-jährige stolz. Hager hatte sich ein gebrauchtes Sägewerk zugelegt, wurde zum Jungunternehmer und hat sich damit einen Jugendtraum erfüllt. "Ein gewöhnlicher Bürojob wäre nie etwas für mich gewesen. Die Arbeit mit Holz hat mich hingegen immer schon interessiert und ich denke, es liegt mir auch ganz gut."

Doch leicht war der Start im neuen Metier nicht. Hager musste einiges dazulernen, seine handwerkliche Begabung half ihm dabei. Heute wickelt der Einmannbetrieb sein Hauptgeschäft mit Bauholz ab. Angesprochen sollen vor allem Landwirte mit geringen Holzmengen werden. "Große Sägewerke wollen deren kleine Mengen nicht annehmen, dann komme ich ins Spiel", erklärt die ehemalige Nummer 17 der Rotjacken. Zudem steckt Hager viel Liebe in den Entwurf von Spielhäusern und lässt seiner Kreativität beim Konstruieren von Möbeln freien Lauf.

In die Schlittschuhe schlüpft er heute nur noch, um Kommandos zu geben, als Coach beim EHC Althofen in der 1. Division der Kärntner Liga. "In der heurigen Saison habe ich sogar noch einmal ein Spiel absolviert, aber nur weil wirklich Not am Mann war. In Zukunft bleibe ich hinter der Bande, die Gesundheit steht einfach an oberster Stelle."

"Helden von damals" - Gregor Hager