AHL: Acht Minuten besiegelten Schicksal

Eine kämpferisch gute Leistung reichte dem KAC-Farmteam gegen Tabellenführer Pustertal nicht, fünf Gegentore zwischen der 19. und 27 Minute sorgten für eine 2:7-Heimniederlage.

AHL: Acht Minuten besiegelten Schicksal

 

Die Personalien:

Die lange Liste an Ausfällen in Kampfmannschaft und Farmteam sorgte dafür, dass der EC-KAC II gegen den Tabellenführer mit einem stark limitierten Aufgebot antreten musste. Mit Kraus, Kreuzer und Obersteiner (alle aktuell im EBEL-Kader) sowie Steffler, Nickl, Sticha, V.Hammerle, Pirmann und Cirtek (allesamt verletzt) fehlten gleich neun Stammkräfte, also de-facto nahezu zwei komplette Formationen. Aus dem U20-Team des EC VSV halfen gegen den HC Pustertal mit Michael Rainer, Benedikt Wohlfahrt und erstmals Marcel Judth drei B-Lizenz-Spieler aus. Das Durchschnittsalter des rot-weißen Lineups in dieser Begegnung lag bei 19,3 Jahren.

 

Der Spielverlauf:

Die jungen Rotjacken starteten gegen den großen Favoriten sehr bissig in die Partie und wurden dafür mit dem frühen Führungstreffer belohnt: Verteidiger Wolfgang Puff ließ in halblinker Position einen Gegenspieler ins Leere fahren und vollendete mit einem satten und präzisen Schlenzer in die lange Ecke (4.). Nur spärlich kam vorerst der Tabellenführer zu Offensivaktionen, gefährlich wurde es erstmals, als Max Oberrauch am Torraum in einen Steilpass von Gianluca March spritzte, den Puck aber knapp über die Querlatte abfälschte (8.). In einer vierminütigen Überzahlmöglichkeit gelang es dem EC-KAC II nicht, seinen Vorsprung auszubauen, danach übernahm der HC Pustertal das Kommando: Eine Deflection von Tommaso Traversa nach einem Schuss des umtriebigen Armin Hofer flog nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (13.), bei einem Schlenzer von Markus Gander vom rechten Faceoff-Punkt aus (14.) zeichnete sich KAC-Goalie Jakob Holzer ebenso aus wie bei einem Alleingang Raphael Andergassens nach schlechtem Wechsel der Klagenfurter (17.). Dennoch gelang den Südtirolern noch vor der ersten Pause der Ausgleichstreffer: Ein abgefangener Aufbaupass mündete in einer tiefen „Drei-gegen-Zwei“-Möglichkeit, in der der Finne Virtala die Scheibe noch umsichtig zurück auf Oberrauch legte, der aus wenigen Metern hoch in die Maschen abschloss (19.).

Im Mitteldrittel dauerte es nur 24 Sekunden, ehe die Gäste in ihrem ersten Powerplay der Partie in Führung gehen konnten: Aus halbrechter Position schlenzte Max Oberrauch den Puck durch Jakob Holzers Beine. Der Treffer war der Auftakt zu düsteren Minuten für die jungen Rotjacken, mit drei Treffern innerhalb von nur 138 Sekunden zogen die Südtiroler davon. Nach einer Unachtsamkeit des EC-KAC II schaltete der HCP schnell um, den Abpraller nach Schuss von Danny Elliscasis schob Andergassen über die Linie (25.), ein Fernschuss von Armin Hofer bei numerischem Vorteil schlug hoch im Tor ein (27.) und der über rechts durchgebrochene Simon Berger schlenzte bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter in die kurze Ecke (27.). Dazwischen kam es zu einer kuriosen Szene: Im Powerplay schoss Armin Hofer von der blauen Linie aus an die Querlatte, der Puck sprang unmittelbar zu Andergassen, der direkt übernahm und ebenfalls das horizontale Gestänge traf (25.). Vom Reigen an Gegentreffer merklich verunsichert, sahen sich die Klagenfurter in die eigene Zone gedrängt: Oberrauch wischte am Crease in gleich zwei Situationen über einen Pass (30., 34.), einen noch abgefälschten Distanzschuss von Maximilian Leitner hielt Goalie Holzer mit einer akrobatischen Einlage (34.). Im nächsten Angriff machten die Mannen aus Bruneck das halbe Dutzend jedoch voll: Simon Berger hielt im Slot seine Schlägerschaufel gekonnt in einen Wristshot Helfers (35.). Nachdem Jakob Holzer in der Grätsche gegen David Laner gerettet hatte (36.), setzte Marek Tvrdoň den Schlusspunkt in einem für sein Team bitteren Drittel, von den Hashmarks aus verzog der Slowake allerdings knapp (40.).

Die zweite Pause tat den jungen Klagenfurtern sichtlich gut, sie agierten nun wieder geordneter und in der eigenen Zone mit mehr Nachdruck. Von Thomas Patterer und Michael Kernberger geblockte Schüsse ließen sie Pustertals drittes Powerplay des Abends überstehen, dann setzte sich Jakob Holzer wieder in Szene, als er mit den Pads gegen Gregor Grossgasteiger parierte (47.) und einen Sololauf von Marko Virtala ebenso stoppte (49.) wie einen Wristshot vom frei vor ihm aufgetauchten Markus Gander (52.). Der ehemalige EBEL-Profi trug sich schließlich doch noch in die Torschützenliste ein, aus spitzem Winkel lupfte er einen Abpraller über den bereits am Boden liegenden KAC-Goalie und stellte somit auf 1:7 (55.). Der letzte Treffer des Abends gelang allerdings dem brav kämpfenden Farmteam: Niklas Würschl schlenzte von der blauen Linie aus sehenswert in die lange Ecke (57.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir kamen sehr gut in die Partie, die Jungs waren hungrig und wir konnten uns über eine Führung gegen ein Klasseteam freuen, das heuer noch keinen Punkt abgegeben hat. Im zweiten Drittel produzierten wir zu viele individuelle Fehler, die der HC Pustertal fast durch die Bank ausgenutzt hat. Die Reaktion, die unsere Mannschaft nach der zweiten Pause gezeigt hat, war aber sehr positiv, wir fanden in die Spur zurück. Aktuell fehlen uns neun Stammspieler, das ist keine Ausrede, denn wir sehen das positiv: So kommen Nachrücker zu mehr Eiszeit und zu Einsätzen in Situationen, in denen sie Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln können.“ (Kirk Furey, Head Coach EC-KAC II)

 

Die Fakten:

Alps Hockey League, 12. Spieltag
EC-KAC II – HC Pustertal 2:7 (1:1,0:5,1:1)
Tore EC-KAC II: Wolfgang Puff (03:12), Niklas Würschl (56:41)

Aufstellung EC-KAC II: Holzer (Vorauer) / Schnetzer-Patterer, Puff-Würschl, Kernberger-Moser / Tvrdoň-Hochegger-Topatigh, Ploner-S.Hammerle-Rodiga, Wohlfahrt-Rainer-Judth, Kompain-David

 

Das nächste AHL-Spiel:

HC Gherdëina – EC-KAC II (Dienstag, 30. Oktober 2018, 20.30 Uhr)