Auch viertes Saisonduell mit Graz geht verloren

Der EC-KAC blieb am Freitagabend vor über 4.600 Fans zum dritten Mal in der laufenden Saison in einem Heimspiel ohne Punkt, die Rotjacken unterlagen den Graz 99ers mit 2:4.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC startete am Dienstag mit einem 2:1-Auswärtssieg im Kärntner Derby beim EC VSV in das neue Kalenderjahr und feierte damit seinen dritten Erfolg am Stück. Die Rotjacken sammelten in den ersten 33 Runden insgesamt 63 Punkte, wodurch sie auf Tabellenplatz drei liegend in ihr letztes Viertel der ersten Grunddurchgangsphase starteten. Auf heimischem Eis fuhren die Klagenfurter in der laufenden Saison 36 von 48 möglichen Zählern ein und kassierten im Durchschnitt die wenigsten Gegentore aller zwölf EBEL-Klubs. Gegen die Graz 99ers hatte Rot-Weiß heuer bislang allerdings einen schweren Stand, sämtliche drei Duelle in der laufenden Saison gingen verloren, wobei der EC-KAC zwei Mal einen 2:0- und ein Mal sogar einen 3:0-Vorsprung aus der Hand gab.

Die Graz 99ers spielen die nach Punkten aktuell zweibeste ihrer bislang 19 Saisonen in der höchsten Spielklasse, im Schnitt wanderten pro Partie 1,91 Zähler auf ihr Konto. Nach dem 6:2-Heimerfolg über Medveščak Zagreb am Dienstag halten die Steirer bei bereits 65 Punkten (aus 34 Spielen) und damit einem mehr als in der gesamten letzten Saison (54 Begegnungen). Das Team von Head Coach Doug Mason verließ das Eis bei jedem seiner jüngsten fünf Auftritte als Sieger, auch in Klagenfurt fühlten sich die 99ers in der jüngeren Vergangenheit richtig wohl: Saisonübergreifend gewann Graz in der Stadthalle seit Februar 2016 insgesamt fünf Mal hintereinander.

 

Die Personalien:

Vor dem Spiel gegen die Graz 99ers meldeten sich beim EC-KAC die zuletzt erkrankten Stürmer Johannes Bischofberger und Patrick Harand wieder gesund, sie kehrten gegen die Steirer ins Lineup zurück. Dort nahmen sie gegenüber dem Kärntner Derby am Dienstag die Plätze von Niki Kraus und Daniel Obersteiner ein, ansonsten kam es zu keinen Veränderungen im Spielkader. In zwei der vier Angriffsformationen resultierten daraus Adaptierungen: Johannes Bischofberger spielte im Block mit Thomas Hundertpfund und Stefan Geier, Marco Richter bildete eine Linie mit Siim Liivik und Marcel Witting. Im Tor der Rotjacken stand gegen die Steirer Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Chance der Partie gehörte den Gästen: Bei einem Abpraller nach einem Fernschuss von Robin Weihager konnte Steven Strong den Puck gerade noch vor dem einschussbereiten Travis Oleksuk wegstochern (2.). Gute Möglichkeiten fanden die Rotjacken auf der Gegenseite in Spielminute fünf vor: Zunächst setzte Andrew Kozek einen Wristshot aus der Halbdistanz knapp über die kurze Kreuzecke, dann vergaben sowohl er selbst als auch Nick Petersen am Rebound. In einem ersten Überzahlspiel schrammten die Klagenfurter nur knapp am Führungstreffer vorbei: Mitch Wahl vergab von halbrechts (9.), ein Tip-In von Johannes Bischofberger flog hauchdünn am langen Pfosten vorbei (10.) und Andrew Kozek zimmerte den Puck von links über die Querlatte (11.). Die Steirer eröffneten den Rotjacken im ersten Abschnitt zwei weitere Überzahlmöglichkeiten, doch Treffer gelang dem EC-KAC in diesen Phasen keiner: Thomas Hundertpfund zog zu zentral auf Goalie Robin Rahm ab (12.), Adam Comrie traf mit einem satten Schlagschuss nur die Außenstange (15.) und die Kozek-Deflection eines Schumnig-Schusses bekam der Torhüter der 99ers gerade noch zu fassen (16.). Entgegen dem Spielverlauf etablierten die Gäste am Ende des ersten Durchgangs eine kurze, aber äußerst intensive Druckphase, in der sie letztlich auch anschreiben konnten: Zunächst verfehlte Colton Yellow Horn nach feinem Loney-Querpass das halbleere Gehäuse, noch im selben Angriff sorgte Robin Jacobsson mit einem präzisen Blueliner aber für die Grazer Führung (20.).

Im Mittelabschnitt gelang den Rotjacken recht früh der Ausgleichstreffer: Matthew Neal schnappte sich die Scheibe in der eigenen Defensivzone und chippte diese über die Bande auf Nick Petersen, der alleine auf Robin Rahm zustürmte und mit der Vorhand durch die Beine des Goalies hindurch zum 1:1 abschloss (25.). Als nach einem Doppelausschluss auch Adam Comrie auf die Strafbank musste, bot sich den 99ers bei „Vier-gegen-Drei“ viel Platz, den sie zur neuerlichen Führung nutzen konnten: Aus der Halbdistanz setzte der Ex-Klagenfurter Oliver Setzinger einen Schlagschuss in die Maschen (29.). In den folgenden Minuten wogte die Partie hin und her: Thomas Hundertpfund scheiterte bei einem Sololauf mit der Rückhand an Rahm (31.), ein Abfälscher durch die eigenen Beine von Ty Loney prallte von den Beinschonern Lars Haugens ab (32.) und Mitch Wahl stieß am Torraum einen scharfen Querpass von Martin Schumnig nur hauchdünn über die Kreuzecklatte (32.). Der nächste Treffer gelang somit erneut den Gästen aus der Steiermark: Daniel Natter zog zentral ins Angriffsdrittel und schlenzte den Puck aufs Tor, der KAC-Goalie griff mit seiner Fanghand ins Leere (36.). Gegen Dominik Grafenthin, der frei vor ihm aufgetaucht war, blieb der Norweger wieder Sieger, auf der Gegenseite kam kein rot-weißer Angreifer an den Abpraller, den Rahm nach einem scharfen Schlenzer von Koch hergab (jeweils 38.).

Die Rotjacken, die in der zweiten Pause einige Veränderungen in den Linienkonstellationen vornahmen, sahen sich im dritten Abschnitt früh mit einer vierminütigen Unterzahlsituation konfrontiert, in der sie sich allerdings gut verteidigten. Beste Möglichkeit für die Gäste war ein verdeckter Wristshot von Robin Weihager, der an den kurzen Pfosten klatschte (41.). Als Marco Richter bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter aus spitzem Winkel abschloss und der Puck von den Beinschonern des Torhüters an den Crease zurücksprang, war Siim Liivik zu überrascht, um einzukehren (48.), nur Momente später glückte den Klagenfurtern aber der Anschlusstreffer: Einen Schlagschuss aus der Distanz von Adam Comrie fälschte 99ers-Neuzugang Karl Johansson im Slot noch leicht ab (49.). Die rot-weiße Jagd nach dem Ausgleich (Fernschüsse von Fischer und Comrie/50., neben den Kasten abgefälschter Onetimer von Richter/53.) wurde vom vierten Treffer für die Grazer jäh gestoppt: Robin Jacobsson brachte den Puck von weit links außen aufs Gehäuse, die abgefälschte Scheibe landete exakt am Blatt von Matt Garbowsky, der aus kurzer Distanz nur noch einkehren musste (55.). Nach einem weiteren Comrie-Kracher verfehlte Stefan Geier in Baseball-Manier den Rebound (58.) und auch in der absoluten Schlussphase glückte den mit sechs Feldspielern anrennenden Klagenfurter kein weiterer Treffer mehr. Sie mussten sich den Graz 99ers auch im vierten Saisonduell geschlagen geben. (HB)

 

Der Kommentar:

„Es war ein schlechtes Spiel von uns, speziell in den beiden ersten Abschnitten waren wir häufig einen Schritt zu spät, obwohl wir uns auf diesen Gegner sehr gut vorbereitet hatten. Wir waren etwas zu wenig entscheidungsfreudig, wirkten teilweise müde, Graz hatte den besseren Flow. Die Gegentore fielen auch fast allesamt in sehr ungünstigen Momenten. Im dritten Abschnitt haben wir uns dann personell und taktisch verändert, auch besser ins Spiel gefunden, wir hatten die Chance auf den Ausgleich. Aber erneut kassierten wir ein Gegentor, das wir uns sprichwörtlich selbst geschossen haben. Das hat uns heute die Möglichkeit auf Punkte gekostet.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC blieb im 17. Heimspiel der Saison zum dritten Mal ohne Punktgewinn und unterlag den Graz 99ers auch im vierten Duell der laufenden Spielzeit. Damit vergrößerten die auf Rang zwei liegenden Steirer ihren Vorsprung auf die Rotjacken, die unverändert Position drei im Ranking einnehmen, auf fünf Zähler. Auf die Klagenfurter warten in den kommenden Tagen zwei weitere Spiele vor eigenem Publikum: Sowohl am Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) als auch am Dienstag (19.15 Uhr) tritt Rot-Weiß gegen EBEL-Schlusslicht Medveščak Zagreb an.