Auswärtssieg zum Serienausgleich

Mit einer konzentrierten und kompakten Vorstellung setzte sich der EC-KAC am Sonntagabend auswärts beim HCB Südtirol mit 3:2 durch und stellte in der Play-Off-Viertelfinalserie damit auf 1:1.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC, der die Regular Season auf Tabellenplatz vier beendet hatte, startete am Freitag mit einer Heimniederlage in die Play-Offs: Der HCB Südtirol, Achter des Grunddurchgangs, siegte in Klagenfurt mit 3:1. Damit verloren die Rotjacken vorerst das Heimrecht in dieser Viertelfinalserie. Seit der Einführung des „Best-of-Seven“-Formats lag der EC-KAC in einer Play-Off-Serie bislang sieben Mal mit 0:1 im Hintertreffen, in mehr als der Hälfte der Fälle, nämlich vier Mal, konnte er sich letztlich dennoch durchsetzen. In Bolzano siegte Rot-Weiß bei beiden bisherigen Auftritten in diesem Spieljahr (5:4 und 2:0).

Schon zum Play-Off-Auftakt stellte der HCB Südtirol am Freitagabend in der Stadthalle seine spezielle Kompetenz in der KO-Phase der Meisterschaft unter Beweis: Die Füchse kassierten im 32. Saisonspiel unter Head Coach Kai Suikkanen zum 20. Mal zwei oder weniger Gegentore, sie gewannen zum Start der Viertelfinalserie mit 3:1. Damit prolongierten die Italiener ihren jüngsten Erfolgslauf, verhalf ihnen ihr defensiv ausgerichtetes und konsequent umgesetztes System doch zum achten Sieg aus den letzten neun Partien.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste auch im zweiten Viertelfinalspiel auf den verletzten Marco Richter verzichten, alle übrigen Kaderspieler standen zur Verfügung. Der Trainerstab entschied sich im Auswärtsspiel zum Einsatz eines 13. Stürmers (Niki Kraus) an Stelle eines achten Verteidigers (Ramón Schnetzer). Dieser Tausch sowie der Wechsel auf der Torhüterposition, wo diesmal David Madlener zum Einsatz kam, waren die einzigen Veränderungen im rot-weißen Aufgebot gegenüber Spiel eins am Freitag.

 

Der Spielverlauf:

Nach Halbchancen auf beiden Seiten - Chris DeSousas Deflection flog über das Gehäuse, ein Schlagschuss von Mitja Robar neben den Kasten (jeweils 2.) - kamen die Rotjacken in Spielminute drei zur ersten großen Gelegenheit: Ein satter Slapshot aus der Distanz, abgegeben von David Fischer, klatschte aber nur an das Lattenkreuz. Auch an der nächsten Offensivaktion der Klagenfurter war der Verteidiger beteiligt, er drang in die Angriffszone ein und spielte auf Manuel Ganahl quer, dessen Direktabnahme aus dem hohen Slot jedoch in der Fanghand von HCB-Goalie Pekka Tuokkola landete (8.). Im ersten Überzahlspiel der Hausherren verteidigte sich der EC-KAC geschickt, ein von Torhüter David Madlener mit den Pads parierter Onetimer von Austin Smith blieb die einzige brenzlige Situation (12.). Der Führungstreffer gelang schließlich den Rotjacken: Nach flinkem Überbrücken der neutralen Zone chippte Jamie Lundmark die Scheibe in die Ecke zu Manuel Ganahl, sein scharfer Querpass ins Zentrum wurde von Stefano Marchetti ins eigene Tor abgefälscht (17.). Die Südtiroler bemühten sich um eine umgehende Antwort, eine Direktabnahme von DeSousa ging knapp neben das Gehäuse (17.). Zum Ausgleich kam der HCB Südtirol dann aus einem Konter heraus: Thomas Koch drängte sich über die rechte Seite ins Zentrum, schaufelte den Puck aber an der langen Ecke vorbei. Sofort legten die Füchse den Vorwärtsgang ein, letztlich war es Anton Bernard, der nach Torumrundung, aus der Drehung und mit der Rückhand David Madlener im kurzen Kreuzeck überraschen konnte (19.).

Zu Beginn des Mittelabschnitts machte David Madlener die kurze Ecke gegen Alex Petan nach dessen Wrap-Around zu (21.), dann übernahm, begünstigt durch zwei fast unmittelbar aufeinanderfolgende Powerplays, Rot-Weiß das Kommando. Während dieser Überzahlmöglichkeiten wurde ein Fernschuss von Kevin Kapstad geblockt (22.), einen Wristshot von Thomas Koch aus halblinker Position parierte Pekka Tuokkola (23.), einen Kapstad-Querpass auf den freistehenden Stefan Geier fing Bolzano im letzten Moment ab (25.), Jamie Lundmark setzte einen Rebound knapp neben den Kasten (26.). Der erneute Führungstreffer gelang den Klagenfurtern, als längst wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde: Andrew Kozek brachte den Puck aus spitzem Winkel mit der Rückhand aufs Tor, sodass dieser via Goalie Tuokkola in den Slot sprang, wo der ungedeckte Thomas Hundertpfund kaltblütig verwerten konnte (30.). Wiederum versuchte der HCB Südtirol direkt zu antworten: Domenic Monardo hatte nach einem Stellungsfehler des EC-KAC in zentraler Position jede Menge Zeit, seinen Abschluss konnte Martin Schumnig jedoch sehenswert blocken (31.). Die Rotjacken überstanden in der Folge auch ihr zweites Unterzahlspiel dieser Begegnung gekonnt, wenig später verdoppelten sie ihren Vorsprung: David Fischer feuerte aus spitzem Winkel und von weit außen an der Bande aufs Tor, Pekka Tuokkola ließ die Scheibe in der kurzen Ecke passieren (36). Nun setzten die Klagenfurter sofort nach, am Ende einer feinen Passstafette zog Mitja Robar von halbrechts ab, die Fanghand des HCB-Schlussmanns zuckte jedoch rechtzeitig hoch (36.). In der Schlussphase des zweiten Drittels musste der EC-KAC ein drittes Mal an diesem Abend mit einem Mann weniger auskommen, David Madlener wehrte einen Petan-Schuss auf die kurze Ecke aber ab (39.).

Neben der in den Abschnitt mitgenommenen Strafzeit setzte es für die Rotjacken in der Anfangsphase des dritten Durchgangs zwei weitere Hinausstellungen, allesamt überstand man mit herausragendem Unterzahlspiel jedoch unbeschadet. David Madlener fing einen Abschluss von Alex Petan vom linken Flügel aus mit dem Catcher (42.) und klärte bei einem Schuss von Angelo Micelli aus halbrechter Position mit den Beinschonern (43.). Nach den langen Minuten numerischer Unterlegenheit stabilisierte der EC-KAC sein Spiel wieder, die Klagenfurter wurden nun auch offensiv aktiver. Eine Deflection von Julian Talbot flog haarscharf neben das Gestänge (48.), Johannes Bischofberger setzte seinen eigenen Rebound daneben und Jon Rheault schloss von den Hashmarks aus zu zentral auf Tuokkola ab (jeweils 51.). Die beste Möglichkeit aus Sicht der Gäste fand dann Manuel Ganahl vor, der nach einem Steilpass von Kozek über rechts in die Mitte zog. Der Stürmer umkurvte den HCB-Schlussmann, auf den letzten Drücker wischte ihm jedoch ein Abwehrspieler die Scheibe vom Blatt (54.). Erst als die Füchse zu ihrem sechsten Powerplay kamen, drängten sie vehementer auf den Anschlusstreffer - auch weil sie in der Endphase der Überzahl ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzten.  Die Rotjacken verteidigten sich allerdings einmal mehr gekonnt: Nach einem Schlenzer von Alexander Egger verpasste DeSousa den Rebound (56.), ein Rückhandschuss von Mike Angelidis aus dem Slot wurde von Madlener noch an die Querlatte abgefälscht (58.). Der KAC-Torhüter parierte noch in der gleichen Minute auch gegen Petan, der in halblinker Position frei zum Abschluss gekommen war. Nach der überstandenen sechsten Strafzeit der Partie ließen sich die Klagenfurter zu sehr in ihre eigene Zone drängen, die Hausherren schlugen daraus mit dem späten Treffer zum 2:3 (Angelidis nach Abpraller aus kurzer Distanz/59.) Kapital. In den verbleibenden 81 Sekunden der Partie geriet die knappe Führung dann aber nicht mehr in Gefahr, der EC-KAC gewann auch sein drittes Auswärtsspiel in Bolzano in dieser Saison und stellte in der Viertelfinalserie gegen die Füchse auf 1:1. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben gegenüber der Partie am Freitag einige Adjustierungen an der Art und Weise, wie wir spielen möchten, vorgenommen, diese haben sich sofort bezahlt gemacht. Auch wenn wir ein spätes Gegentor kassierten, denke ich, dass wir im ersten Abschnitt alles unter Kontrolle hatten. Im zweiten Drittel brachten wir dann noch mehr Scheiben aufs Tor, daraus resultierte auch unsere Zwei-Tore-Führung. Unzufrieden sein müssen wir mit der Anzahl der Strafen, wir verbrachten zu viel Zeit in der Kühlbox. Unsere Mannschaft hat sich am Ende aber toll dagegengestemmt, die Jungs haben am Eis viele Opfer gebracht und David Madlener war ein starker Rückhalt für uns. Letztlich haben wir heute gezeigt, dass es, wenn wir so auftreten, schwer sein wird, uns in einer Play-Off-Serie zu bezwingen.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC stellte mit dem Auswärtssieg in Bolzano in der Viertelfinalserie auf 1:1 und verfügt damit wieder über das am Freitagabend verlorene Heimrecht. Schon übermorgen Dienstag (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) treten die Rotjacken erneut zu Hause an, am Freitag wandert die Serie dann erneut nach Südtirol. Aufgrund des aktuellen Zwischenstands in der Serie steht bereits fest, dass es am kommenden Sonntag, dem 18. März, ein drittes Viertelfinalheimspiel für den EC-KAC geben wird. Die Abo-Verlängerung und der Kartenvorverkauf für diese Partie starten bereits am Montag, dem 12. März, um 9.00 Uhr.