Dritter KAC-Sieg in Folge

Die Rotjacken bezwangen am Sonntagabend vor eigenem Publikum Orli Znojmo mit 2:1 und punkteten beim dritten Sieg in Serie zum fünften Mal hintereinander.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach dem 7:2-Kantersieg über den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Wien am Freitagabend ging der EC-KAC mit einigem Selbstvertrauen in das Heimspiel gegen Schlusslicht Znojmo. Die Rotjacken gewannen drei ihrer jüngsten vier Partien und konnten seit der knappen 1:2-Niederlage bei den Vienna Capitals am 12. Oktober in jedem Spiel einen Punktezuwachs verbuchen. Gegen Orli Znojmo siegten die Klagenfurter in jedem ihrer letzten vier Heimspiele (11:1 Punkte, 13:4 Tore), im ersten Saisonduell mit den Tschechen musste sich Rot-Weiß am 9. Oktober auswärts jedoch mit 1:2 geschlagen geben.

Orli Znojmo reiste auf Tabellenplatz zwölf liegend, aber eine zuletzt ansteigende Formkurve aufweisend nach Kärnten: Nach ihren sechs Niederlagen am Stück zu Saisonbeginn gewannen die Adler immerhin vier ihrer sieben Begegnungen seither. Am Freitag bezwang die Truppe von Head Coach Miroslav Fryčer trotz zweimaligem Rückstand Fehérvár AV19 auf eigenem Eis mit 4:3. In der Fremde schlugen sich die Tschechen heuer bislang recht beachtlich, so siegten sie am vergangenen Wochenende in Dornbirn und nahmen aus Innsbruck einen Zähler mit. In Klagenfurt gewann Znojmo in den Jahren seiner Ligazugehörigkeit zwar nur in fünf von 18 Spielen, in fünf weiteren holte man aber ebenfalls einen Punkt (für Niederlagen in der Verlängerung bzw. im Shootout).

 

Die Personalien:

Zu den bereits seit geraumer Zeit zum Zusehen verurteilten Spielern Christoph Duller (seit zwölf Spielen out), Andrew Kozek (neun) und Marco Richter (drei) gesellte sich im jüngsten Spiel gegen Wien auch Kapitän Manuel Geier, der den Rotjacken aufgrund einer Verletzung für lange Zeit fehlen wird. Seine Position im Angriff neben Siim Liivik und Mitch Wahl übernahm (wie bereits über weite Strecken der Partie gegen die Capitals) Philipp Kreuzer. Das „C“ am Trikot trägt während der Abwesenheit Geiers David Fischer. Gegen Znojmo bot der EC-KAC das bislang jüngste Lineup der Saison auf, das Durchschnittsalter lag bei 27,1 Jahren.

 

Der Spielverlauf:

Die Anfangsphase der Partie gehörte den Hausherren, wenngleich sich vorerst keine hochkarätigen Chancen ergaben. In der zweiten Spielminute setzte sich Johannes Bischofberger gegen zwei Tschechen durch, scheiterte anschließend aber an Torhüter Teemu Lassila. Die Gäste kamen wenig später wie aus dem Nichts zum Führungstreffer: Nach einem Zweikampf an der Bande kam die Scheibe über Marek Kalus zu Petr Mrázek, der Lars Haugen freistehend auf der Stockhandseite bezwingen konnte (4.). Die nächste nennenswerte Szene gehörte wieder Johannes Bischofberger, der sich bei numerischer Überlegenheit sehenswert vor das Tor tankte, den Puck aber knapp am Kasten vorbei setzte (7.). Mit Ablauf der Strafzeit gegen Patrik Novák durften die Rotjacken über den Ausgleich jubeln: Adam Comrie, dessen Schuss als Pass in den Slot gedacht war, jedoch noch abgefälscht wurde, überwand Lassila aus spitzem Winkel und stellte damit auf 1:1 (9.). In der 12. Minute stürmte Thomas Hundertpfund mit Speed ins Angriffsdrittel, sein Schuss rutschte dem Schlussmann Znojmos zwar durch, in weiterer Folge allerdings um Zentimeter am Pfosten vorbei. Nachdem beide Teams Überzahlmöglichkeiten ungenutzt hatten lassen, kam der EC-KAC knapp vor Drittelende doch noch zu seinem Powerplaytor: Nick Petersen fand mit einem feinen Steilpass den frei am Torraum positionierten Stefan Geier, der den gegnerischen Goalie aussteigen ließ und via Rückhand zum 2:1 einnetzte (18.). 

Die Adler nahmen ein knapp eineinhalbminütiges Überzahlspiel mit in den Mittelabschnitt, die beste Möglichkeit hatte dabei Anthony Luciani mit einem Schlagschuss von halbrechts, doch Haugen war mit dem Blocker zur Stelle (21.). Zur Überraschung aller zeigten die Schiedsrichter in Minute 24 einen weiteren Treffer für die Klagenfurter an, wie der Videobeweis zeigte, hatte Johannes Bischofberger jedoch in die Befestigung des Außennetzes geschlenzt. Auf der Gegenseite ließ C.J. Stretch zwei KAC-Akteure aussteigen, fand seinen Meister letztlich aber in Lars Haugen (28.). In der nächsten Offensivszene der Hausherren landete das Spielgerät über Umwege bei Philipp Kreuzer, der auf Mitch Wahl weiterleitete, der dem Puck im Fallen jedoch zu wenig Richtung mitgab (31.). Ereignisreich gestaltete sich dann die 37. Minute: Zuerst wurde ein Diagonalpass an den Torraum von Erik Němec im Verkehr vor dem Kasten abgefälscht und ging nur knapp am Pfosten vorbei, dann setzte im Gegenstoß Thomas Koch ein Zuspiel von Stefan Geier über die Querlatte. 98 Sekunden vor dem Ende von Durchgang zwei bekam der EC-KAC noch eine Powerplaymöglichkeit, Johannes Bischofberger (Schlagschuss), Stefan Geier (Deflection) und David Fischer (Slapshot aus der Distanz) verzogen jedoch oder scheiterten an Teemu Lassila.

Früh im dritten Drittel verhinderte Novák im letzten Moment einen Koch-Querpass auf den einschussbereiten Petersen (42.). Bei numerischer Unterlegenheit ergab sich dann für Koch und Siim Liivik die Möglichkeit eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters, der Abschluss des Finnen verfing sich jedoch in den Beinschonern seines Landsmanns im Gehäuse der Gäste (45.). Anschließend verlagerte sich das Spiel vornehmlich in die neutrale Zone, Torchancen blieben bis zur 53. Minute fast gänzlich aus: Dann bediente Patrick Harand den im Slot positionierten Stefan Geier, der seinen Snapshot knapp verzog. Noch in der gleichen Sequenz beraubte Teemu Lassila mit einer starken Parade im Liegen Nick Petersen seines fünften Saisontreffers. Auch die folgenden Gelegenheiten auf weitere Tore fanden fast ausschließlich die Klagenfurter vor: Bei einem Gegenstoß legte Philipp Kreuzer quer auf Petersen, der die Scheibe über die Querlatte setzte, ehe auch Siim Liivik aus kurzer Distanz und Mitch Wahl am Rebound scheiterten (jeweils 57.). Ein Schlenzer vom Flügel aus, abgegeben von Thomas Hundertpfund, rutschte Lassila durch, die Scheibe blieb jedoch noch vor der Linie liegen (58.). Ein ihnen 139 Sekunden vor Ende zugesprochenes Powerplay verwandelten die Adler durch das Ersetzen ihres Torhüters in eine „Sechs-gegen-Vier“-Überlegenheit, die Rotjacken verteidigten sich jedoch gekonnt und mit viel Hingabe. Eine Deflection von Radim Matuš nach einem Fernschuss segelte knapp am Pfosten vorbei (60.) und blieb Znojmos einzige Chance auf den späten Ausgleich. Die Rotjacken fuhren 48 Stunden nach dem fulminanten 7:2-Erfolg über Tabellenführer Wien auch gegen das Schlusslicht drei Zähler ein. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde, so kurz nach einem großen Sieg. Uns fehlte in den beiden ersten Abschnitten ein wenig die Bissigkeit, nur Drittel Nummer drei war so, wie wir uns das vorstellen. Unterm Strich ist es gut, dass wir auch dann drei Punkte holen können, wenn wir nicht unser bestes Eishockey spielen, das ist die Lehre aus der heutigen Partie.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken feierten gegen Znojmo ihren dritten Sieg in Folge und punkteten zum fünften Mal hintereinander, sodass sie nun - unverändert auf Tabellenplatz fünf liegend - bei 24 Zählern halten. Bei einem Spiel weniger trennen die Klagenfurter allerdings nur noch vier Punkte von Rang zwei. Schon übermorgen Dienstag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) tritt der EC-KAC erneut zu Hause an, dann ist Fehérvár AV19 in der Stadthalle zu Gast. Im Rahmen der Student Night gibt es bei diesem Spiel an der Abendkassa ermäßigte Tickets für Studierende: Eine Stehplatzkarte und ein großes Getränk kosten zusammen nur zwölf Euro.