EC-KAC besiegt Wien mit 3:1

Die Rotjacken holten sich am Mittwochabend ihren dritten Sieg in den letzten vier Spielen. Auf eigenem Eis bezwangen sie den amtierenden Meister, die Vienna Capitals, mit 3:1.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken kamen mit zwei Siegen gegen Medveščak Zagreb (4:3 zu Hause und 4:2 auswärts) gut aus der Länderspielpause, verloren aber am Sonntag beim HC Innsbruck mit 2:4. Nach dem Sieg der Bären über die Haie am Dienstagabend hielten nun sowohl Zagreb als auch Innsbruck und Klagenfurt bei acht Punkten, das Trio lag auf den Rängen vier bis sechs der Pick Round. Der EC-KAC, der noch ein Spiel mehr auszutragen hat als die beiden direkten Konkurrenten, kann sich Tabellenplatz vier und damit das Heimrecht sichern, wenn er in den noch ausständigen Partien jeweils einen Zähler mehr als die Kroaten und die Tiroler holt.

Die Vienna Capitals mussten gestern Dienstag tatenlos zusehen, wie sie in der Tabelle vom EHC Linz überholt wurden, zum ersten Mal in der laufenden Saison stand damit ein anderes Team als Wien an der Tabellenspitze. Um an diese zurückzukehren, musste das Team von Serge Aubin und Craig Streu nun in der Stadthalle zumindest einen Zähler holen. Den EC-KAC besiegte der Hauptstadtklub in vier der bislang fünf Saisonduelle, insbesondere in Klagenfurt agierten die Caps in der jüngeren Vergangenheit sehr erfolgreich: Von ihren letzten 13 Auftritten in der Kärntner Landeshauptstadt konnten die Wiener gleich zehn gewinnen.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste auch am drittletzten Spieltag der Pick Round auf Verteidiger Kevin Kapstad (gesperrt) und Stürmer Marco Richter (angeschlagen) verzichten. Darüber hinaus fiel nach dem Vormittagstraining am Spieltag auch Goalie David Madlener aufgrund einer Erkrankung aus. Somit kam Tomáš Duba erstmals seit Anfang November zu einem dritten Start in Serie, als Backup des Tschechen fungierte Florian Vorauer aus dem Farmteam der Rotjacken. Während des Warmups musste zudem Jamie Lundmark aufgeben, auch er war kurzfristig erkrankt und wurde von Niki Kraus ersetzt.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken kamen hellwach aus der Kabine und gingen bereits nach 28 Sekunden in Führung: Marco Brucker stand im Slot goldrichtig und verwertete aus der Drehung ein Rheault-Zuspiel zum frühen 1:0. Doch die Capitals hatten sogleich die passende Antwort parat und erzielten ihrerseits nur 44 Sekunden später den Ausgleich. Tomáš Duba konnte den Puck im Getümmel vor seinem Kasten nicht richtig festhalten und so stocherte Rafael Rotter das Spielgerät am Schoner vorbei über die Linie (2.). In der sechsten Minute kamen die Klagenfurter zu ihrer nächsten guten Chance: Johannes Bischofberger konnte die Scheibe hinter dem Tor behaupten und legte auf Martin Schumnig ab, der es mit dem Bauerntrick versuchte, aber erfolglos blieb (6.). Nach einigen, sich vornehmlich in der neutralen Zone abspielenden Minuten konnte sich der KAC-Goalie auszeichnen, als Jerry Pollastrone nach einem Querpass völlig unbedrängt das leere Tor vor sich hatte, Tomáš Duba den sicher geglaubten Gegentreffer aber sehenswert mit der Fanghand verhinderte (10.). Die Rotjacken machten es kurz darauf besser, denn Thomas Hundertpfund spielte einen weiten Diagonalpass gegen die Laufrichtung der Wiener Abwehr auf Andrew Kozek, den dieser aus schier unmöglichem Winkel in der langen Kreuzecke versenkte (13.). In den verbleibenden Minuten des ersten Drittels lieferten sich die beiden Teams einen intensiven Kampf, neutralisierten sich dabei aber soweit, dass Großchancen Mangelware blieben.

Im Mittelabschnitt gehörten die ersten guten Chancen den Gästen: In der 22. Minute brachte Pollastrone die Scheibe vor das Tor, wo Rafael Rotter lauerte, allerdings nicht zum Abschluss kam. Kurz darauf folgte eine schöne Kombination über Taylor Vause und Peter Schneider, der auf Andreas Nödl querlegte, doch der Kapitän der Wiener wischte in aussichtsreicher Position über den Puck (23.). Auf der Gegenseite lieferte abermals Thomas Hundertpfund ein tolles Zuspiel, diesmal auf Martin Schumnig, der im Slot das Spielgerät aber nicht richtig traf (28.). Dann sorgte Verteidiger Mitja Robar für Gefahr, als er gleich doppelt aus der Distanz abzog: Der erste Schuss wurde noch geblockt, beim zweiten hatte J.-P. Lamoureux das Glück auf seiner Seite, als er im allerletzten Moment die Beinschoner schließen konnte (29.). Nur wenige Augenblicke später schickte Stefan Geier Johannes Bischofberger auf die Reise, doch Patrick Peter brachte den quirligen Flügelstürmer zu Fall, was im ersten Überzahlspiel für die Rotjacken resultierte. Dieses sollten die Capitals unbeschadet überstehen, im wenig später folgenden zweiten Powerplay erhöhte der EC-KAC dann aber das Score: Manuel Ganahl bediente den im Slot positionierten Andrew Kozek, der kurz verzögerte und die Scheibe dann halbhoch in die Maschen setzte (36.). Dieser Gegentreffer beendete den Arbeitstag von J.-P. Lamoureux vorzeitig, für ihn stand ab diesem Zeitpunkt der gestern Dienstag noch für den EC VSV aufgelaufene und heute Vormittag von Wien verpflichtete David Kickert zwischen den Pfosten. Der Goalie konnte sich auch umgehend auszeichnen, als er Patrick Harand bei einem Breakaway stoppte (39.).

In der Anfangsphase von Durchgang drei gelangte Tomáš Duba mit der Fanghand gerade noch an einen gefährlichen Schuss von Tyler Cuma, danach ging es schon wieder in die andere Richtung: Steven Strong wählte anstatt der Schuss- die Pass-Option, bediente damit den am langen Pfosten lauernden Johannes Bischofberger, dessen Schlagschuss jedoch lediglich das Außengestänge touchierte (42.). In der 50. Minute stand dann wieder Duba im Mittelpunkt, als er gegen Emilio Romig die kurze Ecke zumachen und schließlich auch den folgenden Nachschuss entschärfen konnte. Postwendend folgte die nächste gute Möglichkeit für Rot-Weiß: Thomas Hundertpfund legte am Torraum fein auf Manuel Ganahl quer, dieser setzte das Zuspiel jedoch um Zentimeter am Pfosten vorbei (50.). Anschließend kam die Partie etwas ins Stocken, zwar ging es hin und her, nennenswerte Torchancen gab es aber kaum, die Rotjacken fingen Angriffe des Meisters gekonnt und häufig schon sehr früh ab. Sicher spielten die Klagenfurter den zweiten Sieg im dritten Saisonheimspiel gegen Wien ins Trockene, sodass sie auf der Ehrenrunde die verdienten Akklamationen des Publikums genießen konnten. (NB)

 

Der Kommentar:

„Unsere Startphase war eine unserer stärksten in dieser Spielzeit, wir wurden auch gleich mit dem Führungstreffer im ersten Shift belohnt. Das hat uns Rückenwind verliehen, der auch durch den raschen und eher unglücklichen Ausgleich nicht abgeebbt ist. Im zweiten Abschnitt bekamen wir immer besseren Zugriff auf das Spiel, waren effektiv im Powerplay und ließen dann im dritten Drittel gegen einen sehr guten Gegner nur noch wenig zu. Gesamt gesehen war das eine von der ersten bis zur letzten Minute geschlossene Mannschaftsleistung, zu der jeder am Eis beigetragen hat, vermutlich eine unserer komplettesten Vorstellungen der letzten Wochen.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem zweiten Heimsieg hintereinander kletterte der EC-KAC in der Tabelle wieder auf den vierten Rang. Bei noch zwei ausständigen Partien in der Pick Round weisen die Klagenfurter nun jeweils drei Zähler Vorsprung auf Medveščak Zagreb und den HC Innsbruck auf. Mit vier Punkten aus den beiden Spielen des kommenden Wochenendes hätte Rot-Weiß das Heimrecht für das Viertelfinale also fix in der Tasche, selbst wenn die Kroaten (gegen Wien und in Linz) und die Tiroler (gegen Salzburg und in Wien) das Maximum von je sechs Zählern für sich verbuchen könnten. Schon übermorgen Freitag wartet das letzte Heimspiel im Grunddurchgang der Saison 2017/18 auf den EC-KAC, dann wird der EHC Linz in der Stadthalle zu Gast sein (Spielbeginn: 19.15 Uhr).