EC-KAC gewinnt erneut zu Null

Die Rotjacken feierten am Sonntagabend zu Hause gegen Fehérvár AV19 einen nie gefährdeten 4:0-Erfolg und blieben damit zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC wurde in den sechs Runden seit dem International Break Anfang November nicht mehr bezwungen, jüngst gelangen „Back-to-Back“-Shutoutsiege (3:0, 2:0) gegen den HCB Südtirol. Vor heimischer Kulisse konnten die Rotjacken im bisherigen Verlauf der EBEL-Saison acht ihrer zwölf Partien gewinnen, darunter die erste Begegnung mit Fehérvár AV19 (3:1). Auch das Auswärtsspiel gegen die Ungarn gewann Rot-Weiß deutlich: Vor knapp zwei Wochen gelang in Székesfehérvár ein 7:1-Kantersieg. Klagenfurts historische Bilanz in Heimpartien gegen die Blau-Weißen fällt mit 22 Siegen in 27 Duellen sehr positiv aus, allerdings konnte Fehérvár AV19 in jeder der letzten vier Saisonen mindestens einen Auftritt in der Stadthalle erfolgreich gestalten.

Der EBEL-Vertreter Ungarns ging lediglich auf Tabellenplatz elf liegend in die Partie gegen den EC-KAC, allerdings lag der Schnitt an pro Spiel gewonnenen Punkten in nur einer der letzten fünf Saisonen höher als in den ersten 24 Runden der heurigen Spielzeit. Am Freitag fuhr Fehérvár AV19 nach zuvor drei Niederlagen am Stück wieder einen Sieg ein, vor eigenem Publikum bezwang man den EC VSV mit 5:4. In der Fremde schlugen sich die Magyaren heuer bislang recht gut, in zwölf Partien holte man immerhin elf Zähler - und damit mehr als fünf andere Klubs aus der Liga. Jedoch kam Székesfehérvár als EBEL-Schlusslicht in Sachen erzielter (2,13 pro Partie) und kassierter Treffer (3,33) nach Klagenfurt.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken ergaben sich gegenüber dem Auswärtsspiel in Bolzano am Freitag keine personellen Veränderungen: Weiterhin musste der EC-KAC auf Richie Regehr, Jamie Lundmark und Matthew Neal verzichten, im Aufgebot standen also nur sechs Importspieler. Auf der Torhüterposition wurde wieder gewechselt, gegen Fehérvár AV19 startete David Madlener, der bei seinen drei Einsätzen seit der Länderspielpause nur zwei Gegentreffer kassiert hatte.

 

Der Spielverlauf:

Es hatten noch gar nicht alle Fans ihre Plätze in der Stadthalle eingenommen, da zappelte der Puck schon im Tornetz: Die Cracks aus Székesfehérvár jubelten über die vermeintliche Blitzführung nach 23 Sekunden, nach einem folgenden Videostudium verweigerten die Referees dem Luttinen-Treffer jedoch die Anerkennung (Hoher Stock). Somit blieb den Rotjacken ein Fehlstart in die Partie erspart. Der EC-KAC sollte dann seinerseits bald die Möglichkeit vorfinden, das Spiel in die richtige Bahn zu lenken: Als mit János Hári und Jeff Lovecchio zwei Gästespieler auf der Strafbank Platz nehmen mussten, hatten die Hausherren die Gelegenheit, für 67 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis zu agieren. Mehr als ein Pfostenknaller von Thomas Hundertpfund (10.) sprang dabei allerdings nicht heraus. Just als dann die Ungarn erstmals in Überzahl auf dem Eis standen (Marco Brucker in der Kühlbox), schlugen die Rotjacken zu: Julian Talbot eroberte in der Ecke die Scheibe, bediente Marco Richter, dieser ließ Gästekeeper Mac Carruth wunderbar aussteigen und schob zur 1:0-Führung ein (11.). Marco Brucker hätte wenig später von der Strafbank kommend erhöhen können, er schoss allerdings zu zentral auf Fehérvárs Schlussmann (12.). Danach dauerte es bis zum Finish des ersten Durchgangs, ehe der EC-KAC wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchte: Manuel Ganahl setzte sich gut gegen zwei Verteidiger der Ungarn durch, Carruth parierte seinen Torabschluss allerdings sehenswert mit der Schulter (20.).

Den besseren Start in das Mitteldrittel erwischten dann die Ungarn, auch begünstigt von einem Überzahlspiel. Antonin Manavian versuchte sein Glück mit einem Hammer von der blauen Linie, doch David Madlener war zu Stelle und packte sicher zu (25.). Und weil die Gäste nichts aus dieser guten Phase mitnehmen konnten, war es wenig später erneut der EC-KAC, der jubeln durfte: Manuel Ganahl kam im Slot an den Puck und zog ab, Goalie Carruth, dem der Puck unglücklich durch die Beine rutschte, sah dabei nicht gut aus (27.). Von diesem Treffer an übernahmen die Hausherren klar das Kommando und schnürten die Gäste über lange Sequenzen hinweg druckvoll in deren Verteidigungszone ein. Die Folge der spielerischen Dominanz in dieser Phase waren Chancen am Fließband: Philipp Kreuzer setzte einen Rebound knapp neben das Tor (28.), Thomas Hundertpfund fehlten bei einer Direktabnahme nur Zentimeter (30.) und Thomas Koch schoss zu zentral auf den Gästeschlussmann (33.). Besser zielte Manuel Ganahl während eines weiteren Überzahlspiels: Der Stürmer stand bei einem Rebound goldrichtig und lupfte den Puck zum 3:0 in die Maschen (34.). Stehende Ovationen des am Familientag zahlreich erschienenen Publikums waren die Folge der starken Minuten der Heimischen. Die Ungarn waren in dieser Phase offensiv nahezu abgemeldet, lediglich ein Mal tauchte Angreifer David Gilbert gefährlich vor David Madlener auf, sein Schuss zischte allerdings am langen Eck des KAC-Gehäuses vorbei (35.). 

Auch zu Beginn des Schlussabschnitts hatten die Gäste eine gute Phase als Dániel Koger und Antonin Manavian in Überzahl David Madlener prüften (42.), sich dieser aber an diesem Abend als einmal mehr unüberwindbar präsentierte. Als Manuel Ganahl von der Strafbank zurück auf das Eis eilte und mit Johannes Bischofberger zu einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter ansetzte, bot sich dem Doppeltorschützen die große Möglichkeit auf den Hattrick, doch Mac Carruth hielt mit schöner Seitwärtsbewegung bärenstark (43.). In der Folge hätte der EC-KAC das Score noch deutlich in die Höhe schrauben können, doch Stefan Geier (57.) und Thomas Koch (58.) ließen beste Gelegenheiten liegen. Der vierte Treffer gelang dann aber doch noch: Patrick Harand sendete nach starkem Kapstad-Querpass mit der Rückhand ein und setzte damit den Schlusspunkt (58.) in dieser recht einseitigen Begegnung. (PE)

 

Der Kommentar:

„Die heutige Partie war von unserer Seite über die drei Abschnitte hinweg sehr solide, es gab keine Phasen, in denen wir wirklich in Gefahr waren. Der Kampfgeist hat gepasst, die spielerischen Höhepunkte waren da, unser lange ersehnter Powerplay-Treffer ist uns gelungen, einmal mehr haben wir sehr starkes Goaltending bekommen. Alles in allem ein absolut zufriedenstellender Abend.“ (Christoph Brandner, Assistant Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem dritten Shoutout-Erfolg am Stück und dem insgesamt siebten Sieg in Serie konnte der EC-KAC sein Punktekonto (nach 25 absolvierten Partien) auf 50 Zähler aufstocken. Vor den Rotjacken liegen in der kommenden Woche zwei schwere Aufgaben in der Fremde: Am Freitag gastieren sie in Linz, am Sonntag dann in Salzburg. Die Bullen sind in der Folge (am 15. Dezember) auch der Gegner im nächsten Heimspiel der Klagenfurter.