EC-KAC gewinnt im Penaltyschießen

Mit einem 3:2-Sieg im Shooutout beim HC Innsbruck fixierten die Rotjacken am Freitagabend Tabellenplatz drei, sie nehmen damit zwei Bonuspunkte mit in die Pick Round.

Foto: HC Innsbruck

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC sicherte sich am vergangenen Sonntag mit einem 5:0-Heimerfolg über Orli Znojmo zum dritten Mal in Folge die Teilnahme an der Pick Round und damit auch vorzeitig bereits das Ticket für die Play-Offs 2019. Mit 27 Siegen und 78 Punkten übertrafen die Rotjacken bereits vor dem finalen Wochenende der ersten Grunddurchgangsphase ihre historischen Bestwerte dieses ersten Saisonabschnitts. In der Fremde entschied in jedem der bisher vier ausgetragenen Spiele im Kalenderjahr 2019 am Ende nur ein einziger Treffer über Sieg und Niederlage, drei dieser Partien (in Villach, Bolzano und Wien) konnten die Klagenfurter für sich entscheiden, nur in Salzburg unterlagen sie jüngst mit 0:1.

Der HC Innsbruck empfing den Rekordmeister auf Tabellenplatz neun liegend, trotz bislang 21 Siegen in 42 Runden hatten die Tiroler schon vor dem Duell mit dem EC-KAC keine Chance mehr, sich für die obere Gruppe der Zwischenrunde zu qualifizieren. Den Rotjacken war das Team um EBEL-Topscorer Andrew Clark in jeder der bislang drei Konfrontationen in der laufenden Spielzeit unterlegen, insgesamt gelangen den Haien dabei auch nur vier Treffer. Allerdings konnte der HCI fünf seiner letzten sieben Heimspiele für sich entscheiden, auch im Powerplay ist Innsbruck - Nummer zwei der Liga mit einer Effizienz von 25,0 Prozent - brandgefährlich.

 

Die Personalien:

Den Rotjacken fehlten in Innsbruck mit Manuel Geier, Matthew Neal (beide verletzt), Adam Comrie (angeschlagen) und Johannes Bischofberger (krank) gleich vier Stammkräfte. Aus dem Farmteam rückten der mit Thomas Hundertpfund und Mitch Wahl eine Formation bildende Philipp Kreuzer im Angriff und Ramón Schnetzer in der Abwehr nach. Somit stellte der EC-KAC erstmals seit dem Auswärtsspiel in Zagreb Ende November wieder ein Lineup, in dem ein Platz freiblieb. Starting Goalie der Klagenfurter war in Tirol zum fünften Mal in Folge Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten ambitioniert in die Partie und setzten in den ersten Minuten deutlich mehr offensive Akzente. Nach einem geblockten Schuss kam Topscorer Andrew Clark in der neutralen Zone aber zu einer Solochance, wobei er noch vor dem Überschreiten der blauen Linie von Steven Strong eingeholt und gestellt werden konnte (3.). Der Führungstreffer gelang den Klagenfurtern: Mit viel Tempo zog Thomas Hundertpfund über den linken Flügel ins Angriffsdrittel, seinen Querpass übernahm am rechten Faceoff-Kreis Philipp Kreuzer - 0:1 (5.). Um ein Haar hätte der EC-KAC umgehend erhöht, Thomas Koch setzte einen Schlagschuss aus halblinker Position an den Außenpfosten (6.). In einem ersten Unterzahlspiel stellten sich die Klagenfurter recht geschickt an, vier Sekunden nach Ablauf der Strafzeit gegen David Fischer glückte dem HCI allerdings der Ausgleich: Nach einem satten Schlagschuss von Nick Ross aus der Distanz stand am Torraum Tyler Spurgeon richtig, der den Abpraller im zweiten Versuch über die Linie drücken konnte (10.). Doch genau 90 Sekunden später gingen die Rotjacken wieder in Führung: Robin Gartner spielte einen Befreiungsschlag über die Bande in den Lauf von Marco Richter, der auf der linken Seite sehr tief vorstieß und Torhüter Luka Gračnar mit seinem Handgelenksschuss auf die kurze Ecke überraschte (11.). Bei einem Innsbrucker „Zwei-gegen-Eins“-Konter versperrte Robin Gartner am Boden liegend den Passweg auf Ondrej Šedivý, sodass Haugen das späte Zuspiel abfangen konnte (13.), danach überstanden die Kärntner ein weiteres Unterzahlspiel unbeschadet. Der von Petersen schön freigespielte Gartner vergab aus dem hohen Slot (19.), wurde dabei aber noch so behindert, dass der EC-KAC ein erstes Powerplay zugesprochen bekam: Während dieser numerischen Überlegenheit war ein verdeckter Schuss von Stefan Geier ins Außennetz die beste Möglichkeit (20.).

Wie schon im ersten waren die Rotjacken auch in den Anfangsminuten des zweiten Durchgangs das aktivere Team, Kreuzer (21.) und Kozek (23.) ließen Halbchancen aus, ein Petersen-Querpass auf Koch beim von Haugen eingeleiteten „Zwei-gegen-Eins“-Angriff wurde abgefangen (24.). Innsbrucks erste gute Gelegenheit in Drittel zwei fand Alex Lavoie vor, der nach einem Rebound stocherte, den Puck dabei aber über das Tor hob (26.). Weil Marco Richter am Torraum nach feinem Harand-Zuspiel gelegt wurde (27.), folgte ein zweites Überzahlspiel für die Gäste, aus dem sie jedoch kein Kapital schlagen konnten. Als nach Wiederherstellung des numerischen Gleichstands am Eis Innsbruck konterte, verweigerte Andrew Clark das Abspiel auf Andrew Yogan, sodass Lars Haugen Sieger blieb (31.). Etwas im Glück war der Norweger dann wenig später bei einem verdeckten Schlenzer von Sacha Guimond vom linken Faceoff-Kreis aus, die Scheibe stieg von einem Abwehrspieler abgefälscht hoch, plumpste aber neben dem Kasten zurück aufs Eis (36.). Doch noch vor der zweiten Pause kamen die Tiroler zum Ausgleich: In Kooperation fingen Clark und Boivin in der neutralen Zone einen Wahl-Diagonalpass ab, der Verteidiger war über halbrechts auf und davon und bezwang den KAC-Schlussmann mit einem Handgelenksschuss in die kurze Ecke (40.).

Früh im dritten Abschnitt schob sich Patrick Harand von hinter dem Tor aus dem Crease entlang, sein Rückhandschuss streifte noch den langen Pfosten (41.). Als danach zwei Innsbrucker hintereinander in die Kühlbox mussten, ergab sich für den EC-KAC ein mehr als dreieinhalbminütiges Überzahlspiel, das sie jedoch trotz bester Chancen (Koch/43., 45., Hundertpfund/44., Kozek/45.) nicht zu nutzen vermochten. Zur Mitte des Drittels stand dann der HCI mit einem Mann mehr am Eis: Rot-Weiß verteidigte sich lange Zeit gut, in den letzten Zügen des Powerplays vergab Šedivý allerdings zwei dicke Möglichkeiten (von den Hashmarks aus neben das Tor/50., im Fallen auf den Beinschoner von Haugen/51.). Weil die Klagenfurter auch ihr fünftes Überzahlspiel der Partie nicht in einen Treffer konvertieren konnten - Koch schoss an der kurzen Ecke vorbei, Petersen scheiterte an Gračnar (jeweils 56.) -, ging die Begegnung in eine Verlängerung.

In dieser vergaben Thomas Koch (61.) und Andrew Kozek (63.) aussichtsreiche Gelegenheiten, die besseren Chancen hatte aber Innsbruck: John Lammers verzog (62.), Lars Haugen rettete zwei Mal in höchster Not (64.) und Sekunden vor dem Ende verschoss Andrew Yogan aus idealer Position im Zentrum (65.). Somit wurde ein Penaltyschießen nötig, in dem beim EC-KAC Petersen und Kozek sowie beim HCI Spurgeon vergaben. Yogan brachte die Hausherren schließlich in Front, mit dem dritten und letzten rot-weißen Versuch konnte Mitch Wahl, der fast schon aufreizend verzögerte und dann eiskalt abschloss, ausgleichen. Weil Lars Haugen dann sowohl den ersten Versuch von Ondrej Šedivý als auch den zweiten von Andrew Yogan parierte, durfte der Ex-Innsbrucker Wahl ein zweites Mal antreten: Erneut ging er es eher gemächlich an, ehe er an den Hashmarks flink umschaltete und den Puck zum siegbringenden Treffer halbhoch in die rechte Ecke setzte. (HB)

 

Der Kommentar:

„In der ersten Hälfte dieser Partie haben wir eine gute Leistung gezeigt, wir waren mobil und aktiv. Danach sind wir aber förmlich eingeschlafen, wir verloren unseren Fokus und haben nicht das aufs Eis gebracht, was uns als Mannschaft definiert und auszeichnet. Mit einem starken Lars Haugen im Tor hat es dennoch mit dem Sieg geklappt, das ist schön und wir freuen uns, dass wir diese erste Saisonphase im obersten Viertel der Tabelle abschließen, aber wir sind sehr ehrlich zu uns selbst und wissen, dass wir mit unserer heutigen Vorstellung nicht zufrieden sein dürfen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem 28. Saisonsieg (im 43. Spiel) fixierte der EC-KAC Tabellenplatz drei. Unabhängig vom Ausgang der letzten Partie am kommenden Sonntag beim EHC Linz (Spielbeginn: 17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) werden die Rotjacken die erste Phase des Grunddurchgangs im obersten Viertel des Rankings beenden und somit zwei Bonuspunkte mit in die Pick Round nehmen.