EC-KAC holt sich das Break

Defensiv herausragende Rotjacken schafften am Montagabend das angestrebte Break in der Finalserie: Der EC-KAC gewann in Wien mit 2:0 und führt in der Finalserie nun mit 3:2.

Foto: Vienna Capitals/Vymlatil

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC verlor die beiden bisherigen Auswärtsspiele in der Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga jeweils mit 2:3, konnte je zwei Tage später aber stets mit Heimsiegen (1:0, 3:2) wieder ausgleichen. In jedem der sieben Fälle seit der Liga-Neugründung, in denen der EC-KAC in einer „Best-of-Seven“-Serie von 1:2 auf 2:2 stellte, konnte er anschließend auch das fünfte Spiel für sich entscheiden. In Wien taten sich die Rotjacken im Verlauf der heurigen Saison allerdings meist recht schwer, bei fünf Auftritten in Kagran setzte es vier Niederlagen, lediglich im Januar gelang ein Auswärtserfolg im Penaltyschießen.

Die Vienna Capitals mussten am Samstag in Klagenfurt in ihrem siebten Auswärtsspiel der laufenden Play-Offs ihre fünfte Niederlage hinnehmen. Mit einem Serienstand von 2:2 sahen sich die Wiener in ihrer Vereinsgeschichte bislang fünf Mal konfrontiert, in vier dieser Fälle setzte sich der Hauptstadtklub am Ende der Serie dennoch durch. Auch die Bilanz aus den Begegnungen zwischen Wien und Klagenfurt in der jüngeren Vergangenheit gab dem Team von Head Coach Dave Cameron Mut: Im Verlauf der letzten 21 direkten Duelle gab es nie zwei KAC-Siege hintereinander.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten weiterhin ohne die langzeitverletzten Manuel Geier und Philipp Kreuzer auskommen, konnten, von diesem Sturmduo abgesehen, aber auf den vollständigen Kader zurückgreifen. Die bereits am Sonntag und mit vergrößertem Kader in die Bundeshauptstadt gereisten Klagenfurter setzten in Finalspiel fünf auf das exakt gleiche Lineup wie beim 3:2-Heimsieg am Samstag. Weder in den drei Abwehrpärchen (plus Robin Gartner als zusätzlichem Verteidiger) noch in den vier Angriffsformationen (plus Daniel Obersteiner als 13. Stürmer) ergaben sich Änderungen hinsichtlich der personellen Zusammensetzung.

 

Der Spielverlauf:

Bei ersten Schüssen in Richtung der Tore von Marc-André Dorion für Wien (1.) und Thomas Koch für Klagenfurt (4.) präsentierten sich beide Torhüter hellwach, die erste Überzahlmöglichkeit erhielten nach einem Romig-Vergehen gegen Harand die Rotjacken: In einer eigentlich untypischen Powerplaysituation gelangte dabei Andrew Kozek in halblinker Position mit freier Schussbahn an den Puck und zog sofort ab, J.-P. Lamoureux rettete mit deinem linken Arm (4.). Mit Ende des numerischen Vorteils spielte Nick Petersen einen Steilpass auf Matthew Neal, dessen in Bedrängnis abgegebener Rückhandschuss beim Wiener Goalie gut aufgehoben war (6.). In der Folge hatten die Capitals die besseren Gelegenheiten: Chris DeSousa nahm über links Tempo auf, zimmerte seinen Schuss aber an der kurzen Ecke vorbei (11.), Powerplay-Torchancen von Rafael Rotter von den rechten Hashmarks aus und Alex Wall aus der Distanz vereitelte Lars Haugen (jeweils 14.). Bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Konter fehlte dem EC-KAC ein wenig die Geradlinigkeit, der abschließende Wristshot von Kozek wurde geblockt (15.). Auf der Gegenseite näherte sich DeSousa weiter einem Torerfolg an, wurde jedoch vom linken Faceoff-Kreis aus ein weiteres Mal von Haugen negiert (15.). Wiens beste Gelegenheit im Startdrittel war in Minute 17 zu notieren: Bei einem „Drei-auf-Zwei“-Angriff kam der Puck von Linksaußen zur Mitte, Haugen machte die Bewegung mit, sodass Peter Schneider im Zentrum das halbleere Tor vor sich hatte, von Marco Richter noch am Rande der Regelkonformität behindert aber keinen koordinierten Abschluss mehr anbringen konnte. Sekunden vor der ersten Pause folgte nach einem Aufbaufehler der Rotjacken noch eine gute Möglichkeit für DeSousa, der zwischen den Hashmarks noch den Haken auf die Vorhand schlug, den Puck dann aber nur an den von Haugen prächtig ausgefahrenen rechten Beinschoner drücken konnte (20.).

In Durchhang Nummer zwei hatten zunächst die Hausherren mehr vom Spiel: Emil Romig blockte einen Wukovits-Chip aufs Tor und beförderte den so entstehenden Rebound aus der Drehung ins Außennetz (22.), der von links bis an den Torraum durchbrechende Taylor Vause fand im KAC-Schlussmann seinen Meister (23.). Weil Johannes Bischofberger einen Capitals-Konter in der neutralen Zone regelwidrig stoppte, kamen die Wiener zu ihrem zweiten Powerplay der Begegnung, Lars Haugen parierte dabei sowohl gegen Sondre Olden (25.) als auch gegen Marc-André Dorion (26.). Fabulös aber auch mit jeder Menge Glück rettete der Norweger wenig später gegen den aufgerückten Verteidiger Alex Wall, dessen Versuch, ins halbleere Tor einzukehren, von Haugen noch mit dem Schläger von der Linie gekratzt wurde (28.). Der mit einem tiefen Querpass in Szene gesetzte Peter Schneider schoss ins Außennetz (29.), auf der Gegenseite stoppte Lamoureux einen Sololauf von Marcel Witting (30.). Knapp nach Halbzeit in der Partie gelang den Klagenfurtern dann der erste Treffer: Im Duell mit zwei Gegenspielern stocherte Thomas Hundertpfund den Puck an der eigenen blauen Linie noch so weiter, dass Stefan Geier zum Alleingang kam, mit einem Haken auf die Vorhand verlud er Wiens Schlussmann und sendete souverän zum 1:0 ein (31.). Und nur 123 Sekunden später verdoppelte der EC-KAC seinen Vorsprung: Marco Richter störte tief in der Caps-Zone, den so erarbeiteten Puck schickte Thomas Hundertpfund durch die Rundung, wo ihn Nick Petersen aufnahm. Einmal mehr verzögerte der Rotjacken-Topscorer gut, um dann einen Querpass auf den mittlerweile an den rechten Hashmarks aufgetauchten Hundertpfund anzubringen, der direkt übernahm und die Scheibe in der kurzen Ecke unterbringen konnte (33.). Die Klagenfurter blieben am Drücker, Halbchancen für Marcel Witting (37.) und Stefan Geier (38.) führten allerdings zu keinen weiteren Treffern. Auf der Gegenseite brachte Rafael Rotter das Spielgerät nach einer Umrundung des Gehäuses quer in den Crease, Haugen konnte die Scheibe aber im zweiten Versuch einfrieren (38.). Der aus der Ecke energisch ins Zentrum drückende Marco Richter traf mit der Rückhand nur das Außennetz (39.). 

Im dritten Abschnitt fing David Fischer einen Chip Wiens in die Angriffszone ab, hielt den Puck dabei aber zu lange in der Hand, sodass daraus das dritte Überzahlspiel für die Hausherren resultierte. Während dieses Powerplays stand Lars Haugen einmal mehr seinen Mann: Einen „Coast-to-Coast“-Vorstoß Oldens stoppte er ebenso mit der Fanghand wie einen Schlagschuss von Wall aus der Distanz (jeweils 43.). Johannes Bischofberger eroberte in einem flink vorgetragenen Angriff gleich zwei Mal einen verloren geglaubten Puck zurück, brachte auch noch einen Schuss an, den J.-P. Lamoureux aber sicher mit dem Catcher parieren konnte (47.). Begleitet von nicht enden wollenden Gesängen der zahlreichen KAC-Anhänger in der Erste Bank Arena zogen die Rotjacken in der Folge ein kompromissloses und letztlich auch erfolgreiches Defensivspiel auf, die Capitals fanden kaum Mittel und Wege, in aussichtsreiche Abschlusspositionen zu gelangen. Als Marcel Witting den in die Offensivzone eintretenden Rafael Rotter legte (57.), kam Wien noch zu einem Powerplay, das recht bald durch das Ersetzen des Torhüters zu einem „Sechs-gegen-Vier“-Spiel erweitert wurde. In dieser Phase brillierte Rotjacken-Kapitän David Fischer: Er hinderte Holzapfel im Slot am vielversprechenden Schuss, blockte einen Nissner-Schlagschuss schulbuchmäßig (jeweils 58.) und beförderte einen durch den Torraum schlitternden Puck aus der Gefahrenzone (59.). Die Rotjacken blieben in Wien ohne Gegentreffer, sicherten sich den ersten Auswärtssieg in der Finalserie 2019 und liegen damit im Titelkampf erstmals in Führung. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war ein exzellentes Eishockeyspiel von beiden Teams, das am Ende wir gewonnen haben. Darüber freuen wir uns, aber das bringt uns nicht von unserem Weg ab, den wir eingeschlagen, den wir uns vorgenommen haben. Heute war ein guter Tag und morgen werden wir wieder von vorne beginnen und hart dafür arbeiten, dass es ebenfalls ein guter Tag wird. Übermorgen das gleiche Prozedere. Heute waren wir diszipliniert, haben die Intensität mit vier Linien hochgehalten und defensiv, gestützt auf unseren Goalie, stark gespielt.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem ersten Auswärtssieg im fünften Spiel der Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga 2019 verfügt der EC-KAC zum ersten Mal in diesem Duell mit den Vienna Capitals über einen Vorsprung (3:2). Die Rotjacken haben nun am kommenden Mittwoch (Spielbeginn: 20.20 Uhr) auf eigenem Eis die erste von zwei Chancen, sich den 31. Meistertitel der Klubgeschichte zu sichern. Tickets für diese Partie gehen am Dienstag um 9.00 Uhr in den Vorverkauf, die Verlängerung von Abo-Plätzen läuft in der Folge noch bis 12.00 Uhr, sodass am Dienstagnachmittag noch vereinzelte, nicht verlängerte Dauerkartenplätze in den freien Verkauf gelangen werden (Detaillierte Ticketing-Infos hier). Übertragen wird dieses sechste Endspiel wieder sowohl von ServusTV als auch von Sky Sport Austria, jeweils im linearen TV und als Online-Videostream.