EC-KAC siegt in Villach

Mit einer guten kämpferischen Leistung, insbesondere während zahlreicher Unterzahlsituationen im Schlussdrittel, entschied der EC-KAC das Kärntner Derby am Dienstagabend in Villach mit 2:1 für sich.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC kassierte rund um Weihnachten erstmals seit Anfang Oktober wieder zwei Niederlagen hintereinander (gegen Wien und in Graz), rehabilitierte sich dafür aber mit „Back-to-Back“-Siegen gegen den EC VSV (1:0) und bei Medveščak Zagreb (7:0). Damit gingen die Rotjacken als Tabellendritter der Erste Bank Eishockey Liga in das vierte und möglicherweise bereits letzte Kärntner Derby der Saison. Gegen die Adler agierten die Klagenfurter in der jüngeren Vergangenheit sehr erfolgreich, zehn der letzten zwölf Lokalduelle gingen an den Rekordmeister. Außerdem kassierte Rot-Weiß in keinem der letzten sieben auf Villacher Eis ausgetragenen Derbys mehr als drei Gegentreffer.

Der EC VSV startete vom elften Rang des EBEL-Rankings aus in sein letztes Viertel der ersten Grunddurchgangsphase. Vor dem Derby lagen die Adler ganze 36 Punkte hinter den Rotjacken und 29 Zähler hinter Platz sechs, sodass ihr Weg wohl auch im vierten Jahr in Folge in die Qualifikationsrunde führen wird. Villach konnte acht seiner bislang neun Saisonsiege auf eigenem Eis einfahren und Anfang Oktober auch das erste Heimderby der Spielzeit (mit 3:2) für sich entscheiden. Danach zeigte die Formkurve des Teams von Head Coach Gerhard Unterluggauer jedoch deutlich nach unten, von den 25 seither ausgetragenen Partien konnte Blau-Weiß nur fünf gewinnen.

 

Die Personalien:

Zu den Ausfällen von Manuel Geier (verletzt) und Patrick Harand (krank) gesellte sich kurzfristig auch der erkrankte Johannes Bischofberger. An seiner Stelle rückte Daniel Obersteiner in das Aufgebot. Somit ergaben sich erneut Umstellungen in zwei der Angriffsformationen: Matthew Neal und Philipp Kreuzer flankierten Mitch Wahl, Thomas Hundertpfund centerte Stefan Geier und Marco Richter. In der Abwehr blieb die personelle Konstellation gegenüber dem Auswärtsspiel in Zagreb unverändert, auf der Torhüterposition kam nach zwei Shutouts hintereinander erneut Lars Haugen zum Einsatz.

 

Der Spielverlauf:

In den ersten Spielminuten blieben gute Tormöglichkeiten aus, die erste nennenswerte Offensivaktion hatten die Gastgeber: Bei einem Schuss von Nico Brunner, abgegeben halb aus der Drehung, war Lars Haugen mit den Pads zur Stelle (4.). Es folgte eine Doppelchance für die Rotjacken: Gegen Mitch Wahl parierte Torhüter Dan Bakala, der Versuch Nick Petersens wurde geblockt (jeweils 6.). Weil dann Yann Sauvé fernab des Spielgeschehens Steven Strong über den Haufen fuhr, kam der EC-KAC zu einem ersten Powerplay, das er auch umgehend zu nutzen vermochte: Petersen steckte vom linken Flügel aus in den hohen Slot auf Stefan Geier durch, dessen Direktabnahme in den Maschen zappelte (8.). Die Klagenfurter überstanden danach eine vierminütige Hinausstellung gegen Marco Richter ohne gröbere Probleme, ehe sie wieder in der Offensive gefährlich wurden: Thomas Hundertpfund schlenzte von halbrechts, Bakala ließ prallen, Richter stieß den Puck aus der Luft an der kurzen Ecke vorbei (14.). Die Rotjacken kontrollierten in den folgenden Minuten das Geschehen, Villachs Schüsse kamen meist von weit außen und stellten Haugen damit vor keine unlösbaren Aufgaben. 

In den zweiten Abschnitt nahmen die Klagenfurter ihre zweite Überzahlmöglichkeit der Partie mit, Thomas Koch setzte nur Sekunden nach Wiederbeginn einen Snapshot aus halblinker Position an der langen Ecke vorbei (21.). Nachdem Siim Liivik einen leicht hoppelnden Querpass von Niki Kraus nicht unter Kontrolle brachte (23.), gelang dem EC VSV der Ausgleich: Kapitän Nikolas Petrik sendete einen Schlagschuss vom linken Flügel aus halbhoch neben den Pfosten in die Maschen (25.). Die Hausherren hatten fortan für gut zehn Minuten lang die besseren Möglichkeiten: Lars Haugen parierte eine Alderson-Deflection sehenswert (27.), bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter wurde Sauvé noch nach außen abgedrängt (31.), Pollastrone steckte den Puck nach einem abgefangenen Pass nur hauchdünn am Gehäuse vorbei (32.). In einem erneut gut überstandenen Unterzahlspiel sammelten sich die Rotjacken wieder, in den finalen Minuten des zweiten Drittels kamen sie zu mehreren tollen Gelegenheiten (Comrie/37., Fischer/38., Neal/39.). Die letzte davon vermochten die Klagenfurter zu nutzen: Nick Petersen forderte in der neutralen Zone die Scheibe, erhielt sie von David Fischer aufs Blatt serviert und tankte sich zentral über die blaue Linie durch. Aus dem hohen Slot schlenzte der KAC-Topscorer fünf Sekunden vor der zweiten Pause zum 2:1 aus rot-weißer Sicht in die lange Kreuzecke. 

Villach kam zum dritten Durchgang giftig aus der Kabine, eine Deflection von Sharp nach Sauvé-Schuss (42.) war bei Lars Haugen aber ebenso gut aufgehoben wie ein Versuch von Schlacher auf die kurze Ecke nach Torumrundung (44.). In ihrem vierten Überzahlspiel waren die Adler dann mehrfach nahe am Ausgleich dran: Ein verdeckter Wristshot von Schlacher klatschte an die Außenstange, bei einem Abschluss von Pollastrone aus kürzester Distanz konnte Matthew Neal noch blocken (jeweils 46.). Nachdem die Rotjacken eine weitere Unterzahlsituation überstanden hatten, kamen sie innerhalb eines Angriffs zu gleich drei Möglichkeiten auf ihren dritten Treffer: DeSantis blockte gegen Mitch Wahl, David Fischer verfehlte den Kasten mit einem Schlagschuss nur knapp und Nick Petersen vergab den Rebound (jeweils 50.). Es folgte die spielentscheidende Phase, in der sich die Klagenfurter mit großem Kampfgeist den Derbysieg sichern konnten: Als hintereinander Kraus, Fischer und Comrie in die Kühlbox mussten und Villach insgesamt zwei volle Minuten bei doppeltem numerischem Vorteil agieren durfte, verteidigten sich Lars Haugen und seine drei Vorderleute großartig. Der KAC-Goalie konnte sich gegen Down (54.), Fraser (55., 57.) und Alderson (56.) auszeichnen und hielt damit die drei Zähler für seine Mannschaft fest. Weil Nick Petersen in der Schlussphase noch zwei Mal innerhalb eines Shifts aus aussichtsreicher Position vergab (57., 58.), blieb es beim knappen 2:1-Auswärtserfolg für die Rotjacken. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war ein schwieriges Spiel für uns, weil Villach heute insgesamt wirklich stark aufgetreten ist. Wir waren im ersten Drittel gut, weil aktiv, bekamen im zweiten Abschnitt aber immer wieder Probleme mit dem VSV-Forechecking. Erster Schlüsselmoment war sicherlich unser zweiter Treffer so kurz vor der zweiten Pause. Im dritten Durchgang kassierten wir viel zu viele Strafen und manövrierten uns damit selbst in eine sehr missliche Lage. Doch unsere Mannschaft hat sich aus dieser Sackgasse mit starkem Penalty Killing selbst befreit, wir haben diese Partie als geschlossene Einheit zu unseren Gunsten entschieden.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem dritten Sieg in Serie, gleichzeitig dem dritten gewonnenen Kärntner Derby hintereinander, behauptete der EC-KAC seinen dritten Tabellenplatz. Der Abstand zu den vor ihnen liegenden Teams, Wien und Graz, blieb für die Rotjacken mit fünf bzw. zwei Punkten bestehen, allerdings haben beide Klubs schon ein Spiel mehr bestritten als die Klagenfurter. Auf das Team von Petri Matikainen und Jarno Mensonen warten nun drei Heimspiele am Stück: Zunächst empfängt Rot-Weiß am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) die Graz 99ers in Klagenfurt, dann folgen die beiden Begegnungen mit Schlusslicht Medveščak Zagreb am Sonntag (17.30 Uhr) bzw. Dienstag (19.15 Uhr).