EC-KAC stellt auf 2:2

Gegen nach einer 3:0-Führung für den EC-KAC stark zurückkämpfende Vienna Capitals brachten die Rotjacken am Samstagabend ihren Vorsprung über die Zeit, die Klagenfurter siegten mit 3:2 und glichen in der Finalserie damit wieder aus.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

In jedem der drei bisherigen Finalspiele trennte die beiden Teams am Ende nur jeweils ein Treffer, der EC-KAC unterlag auswärts in Wien zwei Mal mit 2:3 und gewann zu Hause mit 1:0. Demnach lagen die Klagenfurter vor Endspiel vier in der „Best-of-Seven“-Serie mit 1:2 im Hintertreffen, benötigten also ihren siebten Sieg im siebten Play-Off-Heimspiel, um erneut - nun zum 2:2 - auszugleichen. Mit einem 1:2-Rückstand sahen sich die Rotjacken seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 in den Play-Offs bisher acht Mal konfrontiert, in fünf dieser Fälle vermochten sie die jeweilige Serie dennoch zu gewinnen. Den Vienna Capitals war der EC-KAC in sechs der bislang neun Saisonduelle unterlegen.

Die Vienna Capitals komplettierten am Donnerstag mit ihrem zweiten Heimerfolg im Verlauf der Finalserie die Hälfte ihres Weges zum Titelgewinn, sie reisten mit einer 2:1-Serienführung im Rücken nach Klagenfurt. Über einen solchen Vorsprung verfügten die Wiener in ihrer Klubgeschichte bislang sechs Mal, in jedem dieser Fälle entschieden sie die jeweilige Play-Off-Konfrontation am Ende auch für sich. Auswärts stotterte der Motor des Teams von Head Coach Dave Cameron in der Post Season allerdings noch etwas, vier der sechs in fremden Arenen ausgetragenen Begegnungen gingen verloren. In der Stadthalle siegten die Capitals bei zwei ihrer vier Auftritte im Verlauf der aktuellen Spielzeit (2:1 und 4:1 sowie 2:7 und 0:1).

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot in Finalspiel Nummer vier exakt jenes Lineup auf, mit dem er auch zur dritten Partie am vergangenen Donnerstag in Wien angetreten war. Mit Ausnahme von Manuel Geier und Philipp Kreuzer waren alle Kaderspieler einsatzfähig. Fünf Spieler - David Fischer, Steven Strong, Thomas Koch, Marcel Witting und Mitch Wahl - bestritten jeweils ihr 67. Ligaspiel, wurden bisher also in jeder EBEL-Begegnung der Rotjacken 2018/19 aufgeboten. Weder an der Zusammenstellung der Verteidigungspärchen noch an jener der Sturmformationen gab es gegenüber Finalspiel drei Veränderungen, im Tor stand erneut Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Wie bereits im ersten Heimspiel der Finalserie erwischten die Rotjacken den besseren Start in die Partie und konnten die Vienna Capitals von Beginn an unter Druck setzen. Nachdem Niki Kraus beim Ausbruch aus der eigenen Zone zu Fall gebracht wurde (2.), bescherte dies dem EC-KAC sein erstes Powerplay, in welchem man sogleich zur ersten guten Torchance kam. Zuerst blockte Riley Holzapfel einen Schuss von Andrew Kozek vom linken Faceoff-Kreis aus, dann zog David Fischer von der blauen Linie ab, Thomas Koch setze den Rebound nur knapp am Kasten vorbei (3.). Kurz nach Ablauf der Strafzeit musste auch Alex Wall wegen Behinderung auf die Strafbank und die Special Teams durften zum zweiten Mal an diesem Abend ran: Etwas glücklich erlangte Thomas Koch an der blauen Linie Scheibenbesitz und steckte in den Slot auf Nick Petersen durch, welcher noch einmal an den Pfosten zu Andrew Kozek spielen wollte, im letzten Moment wurde dieser Pass von einem Wiener Abwehrspieler unterbunden (5.). In der achten Spielminute kamen dann die Gäste zu ihrer ersten besseren Offensivaktion, als Dominic Hackl von der blauen Linie aus einen Schlagschuss auf Lars Haugen abfeuerte, den Keeper damit jedoch nicht ärger in Bedrängnis bringen konnte. Als Nick Petersen über den linken Flügel in die Angriffszone eindrang, feuerte er einen gezogenen Wristshot auf die kurze Ecke, in der Mitte wischte der bedrängte Stefan Geier über den Abpraller (12.). Die Klagenfurter kamen im ersten Abschnitt noch zu einem dritten Überzahlspiel: Während dieser zwei Minuten tankte sich Thomas Hundertpfund zwischen zwei Gegenspielern durch, brachte beim Abschluss jedoch nicht mehr genug Druck auf den Schläger, sodass J.-P. Lamoureux parieren konnte (15.). Auch die Gäste durften sich vor der ersten Pause im Powerplay versuchen: Abschlüsse von Patrick Peter (mit der Rückhand ins Außennetz) und Sondre Olden (Backhand-Schuss von rechts von Haugen gehalten) fanden den Weg in die Maschen aber nicht (jeweils 17.).

Kurz nach Wiederbeginn setzte Alex Wall zum satten Schlagschuss aus der Halbdistanz an, Lars Haugen hatte bei freier Sicht keine Probleme und packte mit der Fanghand zu (22.). Wenige Augenblicke später legte Sondre Olden mit der Rückhand von hinter dem Tor aus zur Mitte auf Kelsey Tessier, der allerdings von Johannes Bischofberger zu Fall gebracht wurde, was im nächsten Auftritt der Special Teams resultierte (23.). In dieser Überzahl hatte Taylor Vause Wiens beste Gelegenheit, sein Schlenzer aus dem Slot wurde jedoch zur Beute des KAC-Goalies (25.). Just als die Klagenfurter wieder mit fünf Mann agieren konnten, gelang ihnen der Führungstreffer: Siim Liivik legte in der neutralen Zone auf den eben aus der Kühlbox aufs Eis zurückgekehrten Johannes Bischofberger nach außen, der Flügelstürmer war auf und davon und bezwang Lamoureux schließlich mit einem Handgelenksschuss in die kurze Ecke zum 1:0 (25.). Es folgen reihenweise Hinausstellungen, innerhalb von acht Spielminuten kamen der EC-KAC zu drei und die Vienna Capitals zu einer Überzahlmöglichkeit, all diese blieben ohne Auswirkungen auf den Spielstand. In ihrem siebten Powerplay des Abends schlugen die Klagenfurter dann allerdings zu: Matthew Neal legte am Crease noch einmal quer, aus sehr spitzem Winkel zimmerte Nick Petersen den Puck zum 2:0 unter die Querlatte (36.). Und die Rotjacken vermochten dann nur 63 Sekunden später auch ihr achtes Überzahlspiel in einen Torerfolg zu konvertieren: Nick Petersen spielte tief aus der Ecke am linken Flügel einen ebenso überraschenden wie präzisen Querpass, den der an den Torraum aufgerückte Matthew Neal zum 3:0 verwerten konnte (36.). Noch vor der zweiten Pausensirene hatten die Capitals zwei dicke Gelegenheiten auf den Anschlusstreffer: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff kam Benjamin Nissner völlig frei vor Lars Haugen zum Abschluss, der Norweger parierte herausragend (38.), wenig später verzog Vause bei numerischem Vorteil aus zentraler Position zwischen den Hashmarks (39.).

Im dritten Abschnitt verteidigten sich die Rotjacken zunächst sehr gut, Wien kam, sieht man von einzelnen Situationen wie einem Tessier-Schuss über die Querlatte (46.) ab, kaum zu zwingenden Gelegenheiten. Bei numerischer Überlegenheit schafften es die Capitals dann aber doch auf das Scoreboard: Nachdem eine Deflection von Tessier knapp am Pfosten vorbeigeflogen war (49.), verkürzte Rafael Rotter auf 3:1 aus KAC-Sicht, Wiens Kapitän hatte einen Olden-Steilpass knapp vor dem Tor unter die Latte abgefälscht (50.). Nach Halbchancen für die Klagenfurter (Kozek/50., Richter/52.) halbierte der Grunddurchgangssieger seinen Rückstand – das jedoch auf recht glückliche Art und Weise: Aus der Drehung an der blauen Linie brachte Emil Romig den Puck auf das Gehäuse, der am Torraum positionierte Tessier fälschte mit dem Schienbeinschoner in die Maschen ab (53.). Die nun wild stürmenden Capitals scheiterten in Person von Riley Holzapfel an Lars Haugen (54.), danach konnten sich die Rotjacken aber wieder ihrer defensiven Vorzüge besinnen und die Gäste meist weit vom eigenen Tor entfernt halten. Aus einem Entlastungsangriff über Richter und Wahl heraus resultierte ein letztes, ereignisloses Powerplay, Wiens finale Chance ließ Peter Schneider aus, der einen Rebound knapp neben den Kasten klopfte (57.). Der EC-KAC sicherte sich den 3:2-Heimerfolg und damit den Ausgleich in der EBEL-Finalserie. (NB)

 

Der Kommentar:

„Welch ein Drama, wieder eine so knappe Partie, es gab viele Strafen. Ich denke, dass wir bei Even Strength über sehr weite Strecken der Partie gut waren und so spielten, wie wir uns das vorgenommen hatten. Speziell gilt das für die beiden ersten Drittel, aber auch für große Teile des dritten, insbesondere die letzten Minuten. Unterm Strich ein großer und wichtiger Sieg zum Serienausgleich. Jetzt spielen wir „Best-of-Three“, da wird es um die kleinen Nuancen gehen und um unseren Glauben an uns selbst.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nachdem die bisherige Finalserie ausschließlich Heimsiege brachte, steht es nach vier absolvierten Begegnungen 2:2 unentschieden, die Entscheidung über die Titelvergabe 2019 wird also de-facto in einer „Best-of-Three“-Serie fallen. Diese erlebt am Ostermontag (Spielbeginn: 17.00 Uhr) ihren ersten Teil in Wien, die Fortsetzung geht dann wiederum zwei Tage später am Mittwoch (20.20 Uhr) in Klagenfurt über die Bühne. Für dieses sechste Finalspiel läuft die Abo-Verlängerung bereits, der freie Vorverkauf startet am Dienstag um 9.00 Uhr.