Famoser KAC in Schlussminute besiegt

Ein großartig aufspielender EC-KAC egalisierte gegen Meister Salzburg einen frühen Rückstand, musste sich jedoch in der letzten Spielminute geschlagen geben.

Famoser KAC in Schlussminute besiegt

 

Die Ausgangssituation:

Der EC Salzburg reiste nach Spiel eins der Viertelfinalserie mit einer 1:0-Führung im Gepäck nach Klagenfurt. Die Bullen wurden zuletzt in 17(!) aufeinanderfolgenden Play-Off-Spielen nicht mehr in regulärer Spielzeit besiegt. Der EC-KAC musste saisonübergreifend zehn Niederlagen in Folge gegen den Meister einstecken, der letzte Sieg datiert vom 30. November 2014. In der laufenden Spielzeit gastierte der ECS bisher zwei Mal in Klagenfurt, die Bullen gewannen beide Partien und erzielten dabei jeweils sieben Treffer.

 

Die Personalien:

Bernd Brückler kehrte nach überstandener Grippe ins Team zurück, den Start im Tor erhielt beim EC-KAC jedoch René Swette. Die Rotjacken mussten auf drei erkrankte Spieler verzichten, sowohl Thomas Koch als auch Thomas Pöck und Luke Walker standen nicht zur Verfügung. Ebenfalls passen musste aufgrund einer Erkrankung Head Coach Alexander Mellitzer, Co-Trainer Kirk Furey wurde im Bench Coaching daher von Ryan Foster unterstützt.

 

Der Spielverlauf:

Die Partie, für die sich die dezimierten Rotjacken so viel vorgenommen hatten, startete mit zwei veritablen Tiefschlägen. Bereits nach 39 Sekunden durften die Salzburger erstmals jubeln: Matthias Trattnig lupfte den Puck in Richtung KAC-Tor und Konstantin Komarek fälschte entscheidend ab, René Swette war ohne Abwehrchance. Damit nicht genug, legten die Gäste nur 44 Sekunden später schon den zweiten Treffer nach: Erneut Konstantin Komarek sorgte dabei für ein besonderes "Gustostückerl", als er hinter dem Tor stehend den Puck auf seine Schlägerschaufel hob und ihn hoch in den KAC-Kasten legte. Wer glaubte, die Hausherren brechen aufgrund dieses schmerzlichen Fehlstarts auseinander, der irrte. Die Klagenfurter verbissen sich in den folgenden Minuten immer mehr in den Gegner und kämpften sich durch harte Arbeit zurück in die Partie. Den ersten Warnschuss gab Jamie Lundmark in Minute neun ab, Salzburg-Keeper Luka Gračnar war auf dem Posten. Sekunden später versuchte Martin Schumnig sein Glück. Der aufgerückte Verteidiger hob den Puck mit der Rückhand allerdings über das Tor. Danach musste René Swette wieder eingreifen: Nach einem "Zwei-gegen-Eins"-Konter der Gäste suchte Ryan Duncan den Abschluss, der Goalie machte seine Beinschoner jedoch geschickt zu (11.). In der Schlussminute des ersten Drittels schrieben die Rotjacken dann endlich an: Im Powerplay bediente Jamie Lundmark Manuel Geier und der Torjäger vom Dienst sorgte mit einem flachen Schuss ins lange Eck für den verdienten Anschlusstreffer.

Die Heimmannschaft nahm den Schwung auch in den Mittelabschnitt mit. Durch gezieltes Forechecking und starkes Körperspiel erkämpfte man sich immer wieder das Spielgerät, die folgenden Tormöglichkeiten waren der Lohn für harte Arbeit. Manuel Ganahl brachte den Puck nach Harand-Vorarbeit nicht an Luka Gračnar vorbei (23.), ein Schuss von István Sofron kam zu zentral auf das Tor der Gäste (24.) und als Thomas Hundertpfund frei im Slot zum Abschluss kam, war erneut der Goalie zur Stelle (27.). Doch auch die Mozartstädter fanden die ein oder andere tolle Gelegenheit vor: Luciano Aquino - mutterseelenallein in der Gefahrenzone - verfehlte den Puck (31.), gegen Brett Sterling klärte Swette in starker Manier (33.). Knapp eine Minute vor Drittelende mussten die Schiedsrichter das Match unterbrechen: Das Klagenfurter Publikum war nach Pfiffen der Unparteiischen derart erzürnt, dass zahlreiche Gegenstände auf das Eis flogen und eine Eisreinigung vorgenommen werden musste. Die restliche Spielzeit wurde daraufhin dem dritten Abschnitt vorangestellt.

Und von diesen 48 Sekunden hatten die Heimischen deren 15 mit zwei Mann weniger zu überstehen. Doch der EC-KAC agierte in Unterzahl bravourös und ließ die Salzburger nie in deren Powerplayformation kommen. Nach den überstandenen Strafzeiten wurden die Rotjacken auch umgehend wieder offensiv aktiv. So hatte Luka Gračnar gegen den stürmenden Verteidiger Mark Popovic und dessen Abschluss Mühe (45.), bei einem Geschoss von Manuel Geier, das hauchdünn am Pfosten vorbeizischte, war aus KAC-Sicht viel Pech dabei (46.). Salzburg war da schon lange nur noch aus Kontern gefährlich, wie in Minute 53, als sich René Swette erfolgreich in einen schönen Haken von Ryan Duncan warf und klärte. In den Schlussminuten warf Rot-Weiß alles nach vorne und wurde zwischenzeitlich auch dafür belohnt: Als Abschluss einer eindrucksvollen Druckphase war es Jonas Nordqvist, der die Scheibe nach idealer Vorlage von Jean-François Jacques in die Maschen bugsierte (58.). Die Stadthalle kochte nun, auch weil Oliver Setzinger nur Sekunden später aus spitzem Winkel beinahe zum 3:2 traf. Und als dann alle schon mit einer Overtime rechneten, schlugen die Salzburger noch einmal eiskalt zu: Alexander Rauchenwald spielte die Scheibe geschickt in den Slot und Matthias Trattnig traf elf Sekunden vor dem Ende mit der Rückhand mitten ins KAC-Herz. (PE)

 

Der Kommentar:

"Ich denke, dass dies die beste Leistung unserer Mannschaft in dieser Saison war. Wir brachten Salzburg über weite Strecken des Abends in Bedrängnis, haben eine tolle Performance als Team gezeigt und einfach nie aufgegeben. Ja, es steht in dieser Serie nun 0:2, aber wir haben eine Mannschaft, der Play-Off-Hockey liegt und die nicht locker lassen wird. Wir blenden das bittere Ergebnis aus, rufen uns die Einstellung und die Art und Weise, wie wir gespielt haben, ins Gedächtnis und konzentrieren uns auf das Auswärtsspiel am Dienstag." (Kirk Furey, Assistant Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem Auswärtssieg in Klagenfurt stellte der EC Salzburg in der Viertelfinal-Serie auf 2:0. Das nächste Duell wartet bereits am Dienstagabend, dann wieder im Volksgarten (Spielbeginn: 19.40 Uhr). Diese Begegnung überträgt ServusTV ab 19.15 Uhr live.