Famoser Kampf bringt rot-weißen Auswärtssieg

Mit einer über 60 Spielminuten begeisternden kämpferischen Leistung holte sich der EC-KAC am Sonntagnachmittag einen 3:2-Auswärtssieg in Salzburg und verkürzte damit in der Halbfinalserie auf 1:2.

Foto: GEPA/RedBull/Ertl

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC unterlag dem EC Salzburg sowohl im ersten als auch im zweiten Halbfinalspiel mit 1:4 und reiste daher mit einem 0:2-Rückstand in der Serie in die Mozartstadt. Mit einem solchen Defizit sahen sich die Rotjacken seit der erstmaligen Einführung von Play-Offs in Österreichs höchster Spielklasse (1973/74) bisher sechs Mal konfrontiert, noch nie konnte man sich am Ende über den Aufstieg in die nächste Runde freuen. Im Volksgarten gewannen die Klagenfurter in der EBEL-Historie der Bullen lediglich 18 ihrer 58 Auswärtspartien.
Der EC Salzburg, der sich im Viertelfinale gegen Graz klar mit 4:1 durchgesetzt hatte, trat in den vergangenen Spielzeiten in den Play-Offs stets sehr dominant auf: Seit dem Halbfinale 2013 konnten die Roten Bullen in einer "Best-of-Seven"-Serie von keinem Team mehr besiegt werden. In der KO-Phase der Meisterschaft feierte der Meister von 2015 und 2016 zuletzt fünf Heimsiege am Stück, auch in der laufenden Saison 2016/17 war vor eigenem Publikum keine andere EBEL-Mannschaft erfolgreicher: Salzburg holte zu Hause mehr als drei Viertel aller möglichen Punkte.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten weiterhin auf den seit Mitte Februar verletzten Johannes Bischofberger verzichten, der bisher auch noch nicht ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist. Zudem fehlte den Klagenfurtern mit dem gesperrten Jamie Lundmark auch ihr aktueller Topscorer der Saison 2016/17. Seinen Platz an der Seite von Matthew Neal und Manuel Ganahl nahm Philipp Kreuzer ein, ins Lineup rückte Kevin Schettina auf. Auf der Torhüterposition kam es beim EC-KAC gegenüber dem zweiten Spiel der Serie zu einem Wechsel, David Madlener erhielt den ersten Start in einer Play-Off-Partie in seiner gesamten EBEL-Karriere.

 

Der Spielverlauf:

Im dritten Spiel der Halbfinalserie war es erstmals der EC-KAC, der den idealen Start in die Partie erwischte: Bereits nach 40 Sekunden gab Thomas Hundertpfund einen ersten Warnschuss in Richtung des von Bernhard Starkbaum bewachten Salzburger Tores ab, sein Onetimer zischte allerdings knapp am rechten Pfosten vorbei. In Minute drei durften die mehr als 300 mitgereisten Fans der Rotjacken aber erstmals jubeln: Žiga Pance überlief nach Zuspiel von Mark Popovic seinen Gegenspieler und versenkte den Puck mit einem gezielten Wristshot zur 1:0-Führung im langen Eck. Lange sollte diese allerdings nicht Bestand haben. Marco Brucker musste auf der Strafbank platznehmen und die Hausherren nutzten diese erste Überzahlgelegenheit prompt aus: Über die Stationen John Hughes und Thomas Raffl kam der Puck zu Daniel Sondell, dieser hämmerte das Spielgerät aus der Distanz in die Maschen (5.). Doch der EC-KAC ließ sich von der raschen Antwort der Mozartstädter keineswegs aus der Ruhe bringen, reagierte vielmehr besonnen. Zwar versiebten Thomas Hundertpfund und Manuel Ganahl im Doppelpack Hochkaräter, doch Sekunden später klingelte es erneut bei Bernhard Starkbaum: Mark Popovic zog an der blauen Linie ansatzlos ab und brachte Rot-Weiß somit abermals in Front (12.). Kurz vor Drittelende bekamen die Hausherren das zweite Powerplay der Partie zugesprochen, erneut schlugen sie Kapital daraus: John Hughes passte die Scheibe aus der Ecke vor den KAC-Kasten, vom Schlittschuh von Bill Thomas sprang sie in das Tor (19.).

Der Mittelabschnitt stand ganz klar im Zeichen der Rotjacken. Von der ersten Minute an rissen die Klagenfurter das Spiel an sich und erarbeiteten sich zahlreiche gute Gelegenheiten. In Minute 23 brachte Marco Richter eine Hereingabe von Mark Hurtubise auf das Salzburger Tor, es fehlten nur Zentimeter und die Rotjacken wären ein drittes Mal in Front gelegen. Immer wieder schalteten sich auch die Verteidiger gut in die Offensivaktionen ein, wie etwa in Minute 25, als Kevin Kapstad mit einem Sololauf bis in den Salzburger Slot vordringen konnte. Sein Schuss kam aber zu zentral auf Bernhard Starkbaum, der somit keine Abwehrschwierigkeiten hatte. Zu Spielmitte, als der Druck des EC-KAC weiter zunahm, zog Salzburg-Coach Greg Poss schon früh in dieser Partie seine Auszeit. An der Charakteristik der Begegnung änderte dies jedoch nur wenig, denn auch die nächste Möglichkeit ging auf das Konto der spielfreudigen Kärntner: Der aufgerückte David Fischer kam in aussichtsreicher Position zum Abschluss, der Puck landete aber über dem Tor (31.). Die Hausherren wurden in dieser Phase nur einmal richtig gefährlich, Peter Hochkofler klopfte mit einer Direktabnahme auf Metall (32.). Pech hatten die Klagenfurter im Finish des zweiten Durchgangs: Thomas Hundertpfund bekam den Schlagschuss eines Mitspielers ins Gesicht und konnte aufgrund seiner Verletzung in weiterer Folge auch nicht mehr aufs Eis zurückkehren.

Begünstigt durch ein Überzahlspiel kamen die Gäste auch im Schlussdrittel besser aus den Startlöchern, ein Powerplaytreffer blieb ihnen jedoch verwehrt. Die beste Gelegenheit bei numerischer Überlegenheit vergab Manuel Ganahl (41./Rebound). Brenzlig wurde es aus Klagenfurter Sicht wenig später, als man - einer der seltenen Fälle in dieser Partie - in der eigenen Zone die Zuordnung verlor. Plötzlich lief Manuel Latusa alleine auf David Madlener zu, der starke KAC-Goalie behielt aber die Nerven und entschärfte den Abschlussversuch (46.). Danach veränderte sich die Typologie der Begegnung, beide Teams waren nun darauf bedacht, in der Defensive gut zu stehen und einen vermutlich entscheidenden Fehler zu verhindern. Und als die 3.400 Zuseher im ausverkauften Volksgarten schon mit einer Overtime rechneten, schlugen die Rotjacken zu: Manuel Geier servierte die Scheibe vom rechten Flügel aus auf seinen im Zentrum mitgelaufenen Zwillingsbruder Stefan und dieser konnte auch im achten Spiel (neuer Vereinsrekord im EBEL-Zeitalter!) einschießen. In den verbleibenden 80 Sekunden verteidigte sich der EC-KAC geschickt und ließ keine Salzburger Gelegenheiten mehr zu, mit einem starken 3:2-Auswärtserfolg fand der Rekordmeister endgültig in diese Halbfinalserie. (PE)

 

Der Kommentar:

"Wir haben uns für heute vorgenommen, unser KAC-Eishockey zu spielen und um jeden Quadratzentimeter der Eisfläche zu kämpfen. Genau das haben wir auch gemacht und dadurch kam es auch zu diesem Resultat. Ob man gewinnt oder verliert, in den Play-Offs muss man im Moment der Schlusssirene abschalten und sich auf die nächste Partie konzentrieren. Diese steigt am Dienstag in einer hoffentlich ausverkauften Stadthalle und mit ähnlich toller Unterstützung unserer Fans wie in diesem heutigen Auswärtsspiel." (Mike Pellegrims, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem erst dritten Auswärtssieg in Salzburg in regulärer Spielzeit innerhalb der letzten 33 Gastspiele im Volkgarten halbierte der EC-KAC die bisherige 2:0-Serienführung der Bullen in diesem Halbfinale.  In der vierten Begegnung am kommenden Dienstag (Spielbeginn: 19.45 Uhr, live bei ServusTV) genießen die Rotjacken wieder Heimrecht. Für diese Partie sind nur noch rund 30 Sitzplätze, aber noch knapp 600 Stehplätze verfügbar (online buchbar unter kac.at/tickets).