Famoses Startdrittel ebnet Weg zum Auswärtssieg in Graz

Ein in den ersten 20 Minuten groß aufspielender EC-KAC setzte sich am Sonntagabend in Graz mit 4:1 durch und kletterte damit auf den fünften Tabellenplatz.

Foto: KAC-Vikings

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging von einem weitestgehend ungefährdeten 3:1-Heimsieg gegen den Dornbirner EC am Freitagabend gestärkt in dieses Auswärtsspiel in Graz. Die 99ers versetzten den Rotjacken in der laufenden Saison bereits einen Dämpfer, am ersten Spieltag siegten sie in Klagenfurt mit 4:2. Während der Rekordmeister heuer vor eigenem Publikum bislang kontinuierlich punktete, lief es in Auswärtspartien noch nicht nach Wunsch: Niederlagen in Wien, Salzburg, Zagreb und Dornbirn stand bisher nur ein „Dreipunkter“ im Derby in Villach gegenüber.

Die Graz 99ers mussten sich zuletzt beim HC Innsbruck mit 3:4 geschlagen eben, waren vor heimischer Kulisse in den vergangenen Wochen aber eine wahre Macht: Fünf Siege am Stück mit durchschnittlich 5,60 erzielten Treffern pro Partie dokumentierten die Heimstärke der Steirer. Gegen die Klagenfurter tat sich das Team von Head Coach Doug Mason in der jüngeren Vergangenheit aber häufig recht schwer, bei fünf seiner letzten sieben Auftritte verließ der EC-KAC Graz-Liebenau als Sieger.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste in Graz unverändert auf Steven Strong (gesperrt) sowie Richie Regehr, Mitja Robar, Manuel Geier (verletzt) und Patrick Harand (angeschlagen) verzichten. Daher entsprach das 21 Cracks umfassende Lineup exakt jenem vom jüngsten Heimsieg über Dornbirn. Die einzige Änderung betraf die Torhüterposition, auf der diesmal Tomáš Duba an Stelle von David Madlener eingesetzt wurde.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC startete gut in dieses Auswärtsspiel, von Chance zu Chance kam man einem Torerfolg näher: Stefan Geier war mit der Rückhand noch mäßig gefährlich (1.), Matthew Neal mit einer Deflection schon mehr (2.), bei einer Direktabnahme von Jon Rheault von den Hashmarks aus stand dann nur noch die Fanghand von Graz-Goalie Hannu Toivonen im Weg (5.). Gleich im nächsten Angriff gelang dann der erste Treffer: Thomas Hundertpfund stocherte einem Gegenspieler an der eigenen blauen Linie den Puck von der Schaufel, Jamie Lundmark nahm ihn auf, zog alleine auf den Kasten zu und sendete aus der Halbdistanz mit einem Wristshot ein (6.). Die 99ers, die zuletzt fünf Heimspiele am Stück gewinnen konnten, waren um eine rasche Antwort bemüht, der bestens aufgelegte Tomáš Duba verneinte aber den Rebound von Daniel Woger (7.). Nur fünf Sekunden nach dem Überstehen der ersten numerischen Unterlegenheit erhöhte der EC-KAC auf 2:0: Mit einem Hechtsprung tippte Kevin Kapstad die Scheibe in den Lauf von Matthew Neal und der Kanadier schloss seinen Sololauf durch die Beine von Toivonen erfolgreich ab (11.). Nachdem ein Wrap-Around-Versuch von Clemens Unterweger nur durch den Torraum, nicht jedoch über die Linie schlitterte, gehörte auch der nächste Treffer den Klagenfurtern: Bei „Vier-gegen-Vier“ am Eis brachte Kapstad den Puck aufs Tor, Marco Brucker arbeitete gut nach und Stefan Geier drückte das Spielgerät am Pfosten vorbei in die kurze Ecke (13.). Als die gut 600 KAC-Fans schon Wechselgesänge zwischen Auswärtssektor und Haupttribüne zelebrierten, gab ihnen ihre Mannschaft erneut Grund zum Jubel: Nach nur zwölf Sekunden des ersten rot-weißen Powerplays fälschte Jon Rheault einen Handgelenksschuss von Lundmark unhaltbar in die Maschen ab und beendete damit den Arbeitstag von Torhüter Toivonen (16.). Um ein Haar wäre dem EC-KAC noch vor der ersten Sirene auch ein fünfter Treffer geglückt, ein Überzahl-Schlenzer von Kevin Kapstad ging jedoch um Zentimeter am Pfosten vorbei (20.).

Im zweiten Abschnitt kam Graz stärker aus der Kabine, die erste Gelegenheit ließ Brock Higgs aber aus, sein Abschluss ging über die Querlatte (22.). Jegliche Ambitionen der Hausherren beendete dann ein großartiges Unterzahlspiel der Klagenfurter, bei denen trotz 71 Sekunden doppelter numerischer Unterlegenheit hinten weiter die Null stand. Die Partie war nun allerdings ausgeglichener, im Gegensatz zum Startdrittel kamen die 99ers zu einigen Möglichkeiten. Eine Deflection von Ken Ograjenšek ging knapp drüber (34.), bei einem Rückhandschuss von Nixon konnte sich Duba einmal mehr auszeichnen (35.). In der Schlussphase des Mitteldrittels musste der EC-KAC wieder mit einem Mann weniger auskommen und machte das an sich mit Bravour. Eine Sekunde vor Ablauf der Strafzeit gegen den erneut als Verteidiger aufgebotenen, sehr spielstarken Thomas Hundertpfund schlugen die Steirer aber doch noch zu: Daniel Oberkofler lupfte aus kurzer Distanz einen Rebound (nach durch Ograjenšek abgefälschtem Weihager-Schuss) in die Maschen (39.). Die Rotjacken antworteten mit einem sehr starken Offensiv-Shift der Linie um Neal, ein Torerfolg blieb jedoch sowohl Manuel Ganahl (Pfosten) als auch Jamie Lundmark (Höneckl mit der Maske) verwehrt (40.). 

In Durchgang Nummer drei hatten die Gastgeber vorerst mehr vom Spiel, Duba parierte einen ansatzlosen Handgelenksschuss von Oliver Setzinger (42.), ein Onetimer von Zintis Zuševics flog knapp am Gehäuse vorbei (43.). Dann kamen wieder die Klagenfurter zu glänzenden Gelegenheiten: Beim Abschluss eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters mit Jamie Lundmark klopfte Manuel Ganahl zum zweiten Mal in dieser Partie nur auf Metall (45.), beim Schuss des freistehenden Johannes Bischofberger konnte sich der starke Goalie Höneckl auszeichnen (46.). Rot-Weiß überstand in der Folge ein weiteres Unterzahlspiel, wenig später verbarrikadierte man in einem Getümmel mit sieben, acht Beteiligten am Torraum den eigenen Kasten förmlich (52.). In der Endphase scheiterte der in seiner 450. EBEL-Begegnung glücklose Manuel Ganahl einmal mehr am starken Thomas Höneckl (56.), insgesamt verhielt sich der EC-KAC klug und raubte den Grazern mit langen Sequenzen des Puckbesitzes jegliche Hoffnung auf ein Comeback. Von den vielen Anhängern frenetisch bejubelt konnte sich der Rekordmeister am Ende über einen 4:1-Auswärtssieg - den ersten EBEL-Punktgewinn außerhalb der Kärntner Landesgrenzen in dieser Saison - freuen, der die Rotjacken in der Tabelle an den 99ers vorbeiziehen ließ. (HB)

 

Der Kommentar:

„Unser Start in diese Partie war sehr gut. Wir nutzten einen gegnerischen Turnover zur Führung und erlangten damit jene Stabilität und Fokussierung, die uns das erste Drittel letztlich dominieren ließ. Einige der Spieler, die heute getroffen haben, hatten zuletzt eine kleine Durststrecke hinter sich, umso mehr freut es uns alle, dass ihnen der sprichwörtliche Knopf aufgegangen ist. Graz ist offensiv eine sehr gute Mannschaft, das hat man dann auch im zweiten Abschnitt gesehen, nach dem Gegentor übernahmen wir aber wieder die Kontrolle. Als die 99ers im finalen Durchgang noch einmal alles nach vor warfen, waren wir gut darin, die zweiten und dritten Chancen zu eliminieren, sodass wir am Ende auch als - wie ich denke - verdienter Sieger vom Eis gingen.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem Auswärtssieg in Graz schraubte der EC-KAC seinen Punktestand nach 14 Runden auf 21 Zähler nach oben, diese bedeuten aktuell den fünften Tabellenplatz. Vor den Rotjacken liegen in der kommenden Woche zwei schwere Aufgaben: Am Freitag (Spielbeginn: 19.45 Uhr) gastieren sie auswärts beim HCB Südtirol, am Sonntag (Spielbeginn: 17.45 Uhr) kommt es dann zum ersten Kärntner Derby der Saison auf Klagenfurter Eis. Der heute gestartete Vorverkauf für die Begegnung mit dem EC VSV begann sehr gut, aktuell sind zwar noch zahlreiche Stehplatz-, aber nur noch rund 30 Sitzplatztickets erhältlich.