Fünfter KAC-Sieg in Serie!

Der EC-KAC konnte am Donnerstagabend im Auswärtsspiel bei Orli Znojmo drei weitere Punkte einfahren, die Rotjacken siegten mit 3:2 und festigten damit ihre dritte Tabellenposition.

Foto: HC Orli Znojmo

 

Die Ausgangssituation:

Mit dezimiertem Kader aber breiter Brust reiste der EC-KAC nach Znojmo, wo er zwei stolze Serien zu verteidigen hatte: Die Rotjacken siegten in jedem ihrer jüngsten vier Spiele in der Erste Bank Eishockey Liga und verließen die grenznahe Stadt in Südmähren zuletzt außerdem bei saisonübergreifend neun aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen (seit Dezember 2014) als Gewinner. Überhaupt lief es für die Klagenfurter in den vergangenen Wochen in der Fremde deutlich besser als noch zu Saisonbeginn: Gingen zunächst noch vier der ersten fünf Road Games des Spieljahres verloren, so fuhr Rot-Weiß jüngst wichtige Erfolge in Graz und Bolzano ein, die wesentlich dazu beitrugen, dass man die 17. EBEL-Runde vom dritten Tabellenplatz aus in Angriff nehmen konnte.

Ganz gegensätzlich zum EC-KAC gestalteten sich die letzten Partien für Orli Znojmo, den Vizemeister von 2016. Nach starkem Saisonstart waren die Tschechen in den vergangenen Wochen nicht vom Glück verfolgt: In Folge von zwei Shutout-Siegen gegen Graz und in Villach Anfang Oktober unterlagen die Adler in jeder ihrer jüngsten sechs Partien. Seine im Vorjahr verloren geglaubte Heimstärke hat Znojmo im Spieljahr 2017/18 aber wiedergefunden: In sieben von acht Begegnungen vor eigenem Publikum konnte man einen Punktezuwachs verzeichnen, lediglich vom Meister und Tabellenführer Wien wurde man auf heimischem Eis in regulärer Spielzeit bezwungen. Mit den Rotjacken hatten die Tschechen noch einige Rechnungen offen, verloren sie zuletzt doch sechs direkte Begegnungen am Stück.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC verlängerte sich die Liste der Ausfälle in den vergangenen Tagen weiter: Zu den bereits seit geraumer Zeit verletzten Richie Regehr, Mitja Robar, Manuel Geier und Patrick Harand gesellten sich zuletzt auch Johannes Bischofberger, der in Znojmo geschont wurde, sowie Niki Kraus, der sich im AHL-Spiel am Mittwochabend eine leichte Blessur zugezogen hatte. Steven Strong saß gegen die Tschechen das letzte Spiel seiner Sperre ab, im Angriff kam Florian Kurath zu seinem Saisondebüt in der EBEL. Zwischen den Pfosten startete Tomáš Duba, der zuletzt im Kärntner Derby sein erstes Shutout des Spieljahres verbuchen konnte.

 

Der Spielverlauf:

Der erste Abschnitt dieser Partie hatte viel Tempo aber nur wenige zwingende Torchancen zu bieten. In der Offensive gefährlicher waren die Hausherren, so etwa in Spielminute fünf, als sich David Bartoš vom linken Flügel aus ins Zentrum schob, seinen Rückhandabschluss aber über die lange Kreuzecke setzte. Noch näher kamen die Tschechen dem ersten Treffer im nächsten Shift: Bei einem „Drei-gegen-Eins“-Angriff mit Marek Račuk, Patrik Novák und Tomáš Guman war der finale Querpass allerdings so ungenau, dass es erst gar nicht zu einem Torschuss kam (6.). Da Klagenfurts starker Schlussmann Tomáš Duba gegen Adam Raška die kurze Ecke aufmerksam zumachte (10.) und auch bei einer Dreifach-Chance von Znojmos zweiter Angriffsformation (13.) die Oberhand behielt, war es der EC-KAC, der sich über das erste Tor der Begegnung freuen konnte: Nach gutem Forecheck luchste Marco Richter Marek Biro das Spielgerät ab, zog vors Tor und verzögerte dort geschickt, sodass er Torhüter Marek Schwarz verladen und letztlich auch bezwingen konnte (17.). Die Rotjacken blieben am Drücker, doch Marco Brucker wischte über einen Rebound (17.) und ein Abschluss von Jamie Lundmark nach feinen Rotationsbewegungen seiner Formation in der Angriffszone wurde geblockt (19.).

Durchgang Nummer zwei sah eine schöne Parade von Duba bei einem Schlenzer von Radek Číp aus dem Slot (23.), davor (Rheault/21.) und  danach (Rheault/24., Ganahl/25.) war es aber der EC-KAC, der einem weiteren Treffer näher war. Selbst als die Rotjacken erstmals bei numerischer Unterlegenheit agieren mussten, kamen sie zu Möglichkeiten, bei einem flinken „Zwei-gegen-Eins“-Konter blieb der entscheidende Querpass von Kevin Kapstad aber am Schlittschuh eines Gegenspielers hängen (27.). Im gleichen Powerplay vergab Colton Yellow Horn aus bester Position (28.), acht Sekunden vor dem Ende der Strafzeit gegen Philipp Kreuzer glich Znojmo dann jedoch aus: Erik Němec ging sprichwörtlich von Küste zu Küste und bezwang am Ende seines kraftvollen Antritts Tomáš Duba mit der Rückhand zum 1:1 (28.). Weiterhin waren es aber die Gäste aus Klagenfurt, die in diesem zweiten Abschnitt die besseren Gelegenheiten vorfanden: Matthew Neal wischte im Slot unglücklich über die Scheibe (29.), Jamie Lundmark traf nach sehenswertem Doppelhaken per Backhand lediglich den Pfosten (32.). Nur wenig später sollte sich der Offensivdrang des EC-KAC jedoch bezahlt machen: Nach einem verlorenen Faceoff in der Angriffszone setzten Thomas Koch und Stefan Geier gut nach, eroberten damit den Puck, den Geier schließlich halb aus der Drehung zur neuerlichen Führung in die Maschen schlenzte (34.). Znojmo wurde vor der zweiten Pausensirene nur noch zwei Mal auffällig: Bei einem doppelt abgefälschten Schlenzer aus der Distanz war Duba am Posten (35.) und bei einem unglücklichen, dem Regelwerk nach aber zu bestrafenden Bandencheck gegen Marco Richter musste Jan Lattner vorzeitig unter die Dusche (39.).

Das folgende, fünfminütige Überzahlspiel der Rotjacken verlief zunächst wenig prickelnd, dann nahm sich aber Jamie Lundmark ein Herz: In seinem 300. Ligaspiel für Rot-Weiß setzte er den von Kevin Kapstad quergelegten Puck aus der Distanz in die Maschen und stellte auf 3:1 aus KAC-Sicht (43.). Die Antwort der Tschechen folge jedoch keine Minute später: Der just von der Strafbank zurückgekehrte Marek Špaček ritt den „Zwei-gegen-Eins“-Konter mit Radim Matuš und schloss diesen auch erfolgreich ab (44.). Die Klagenfurter behielten in der Folge die Ruhe und blieben ihrem Spielplan treu, zwei Unterzahlsituationen nach Strafen gegen Manuel Ganahl (46.) und Kevin Kapstad (52.) überstanden sie mit Bravour. Auch wenn die Adler über weite Strecken des Schlussabschnitts im Scheibenbesitz agierten, verteidigte sich der EC-KAC sehr geschickt, wirklich nahe kamen die Gastgeber dem Ausgleichstreffer nie. Knapper dran an einem weiteren Tor waren sogar die Rotjacken, doch Manuel Ganahl wurde bei einem Entlastungsangriff im letzten Moment entscheidend gestört (58.) und ein Versuch Jamie Lundmarks aus der neutralen Zone auf das mittlerweile verwaiste Tor Znojmos flog knapp am Pfosten vorbei (59.). Souverän fixierte die Mannschaft von Steve Walker und Christoph Brandner ihren fünften Erfolg in Serie, gleichzeitig den zehnten hintereinander in Znojmo. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war ein wichtiger Sieg. Znojmo kam stark aus der Kabine, wir konnten aber von Anfang an dagegenhalten. Maßgeblich war heute, dass wir sehr viele der kleinen „Eins-gegen-Eins“-Situationen für uns entscheiden konnten. Der Zwei-Tore-Vorsprung früh im letzten Drittel wurde zwar fast im Gegenzug beantwortet, aber wir haben in der Schlussphase ganz stark verteidigt und den anrennenden Tschechen eigentlich kaum richtig gute Möglichkeiten auf den Ausgleich gelassen. Es gibt immer Verbesserungspotenzial, doch insgesamt war das heute eine erfreuliche und reife Leistung in einem schwierigen Auswärtsspiel.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach dem fünften Erfolg am Stück konnte der EC-KAC sein Punktekonto auf 30 Zähler nach oben schrauben, die Rotjacken liegen nun punktegleich mit dem zweitplatzierten EHC Linz, der allerdings noch eine Partie weniger bestritten hat, auf dem gut abgesicherten dritten Tabellenrang. Vor der Länderspielpause greifen die Klagenfurter nur noch ein Mal ins Geschehen ein: Am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.45 Uhr) empfängt man den in den letzten Wochen gut in Fahrt gekommenen EC Salzburg zum Spitzenspiel der 18. EBEL-Runde in der Stadthalle.