Glückloser KAC unterliegt in Znojmo

Im siebten Auswärtsspiel in Serie verhinderten zwei Powerplaytreffer des Gegners einen weiteren Punktgewinn der Rotjacken, sie unterlagen bei Orli Znojmo mit 1:2.

Foto: Orli Znojmo/Pfeffer

 

Die Ausgangssituation:

Nach 13 gewonnenen Zählern aus den ersten fünf (Auswärts-)Spielen blieb der EC-KAC am Sonntagabend erstmals in dieser Saison ohne Punktezuwachs, das Kärntner Derby beim EC VSV ging mit 2:3 verloren. Damit starteten die Rotjacken, die noch zwei Partien mehr zu bestreiten haben als der Großteil ihrer Konkurrenten, vom vierten Tabellenplatz aus in das Nachtragsspiel bei Orli Znojmo. In Südmähren gaben die Klagenfurter in der jüngeren Vergangenheit meist eine recht gute Figur ab, zwar unterlagen sie bei ihrem letzten Gastspiel mit 1:3, davor gelangen ihnen dort jedoch zehn Siege en suite.

Orli Znojmo startete sehr durchwachsen in die neue Spielzeit, vor dem Duell mit dem EC-KAC standen die Tschechen (bei sechs Versuchen) noch ohne Sieg da. Seine einzigen beiden Zähler konnte der Tabellenletzte in seinen ersten beiden Partien der Saison verbuchen, als man in Villach und Graz jeweils nach Verlängerung verlor. Auf das wenig zufriedenstellende Intro und den bislang höchsten Gegentorschnitt aller zwölf EBEL-Teams reagierten die Adler am Spieltag mit der Verpflichtung des Goalies Teemus Lassila, der mit Finnland 2011 Weltmeister geworden war. Er stand im Nachtragsspiel gegen Klagenfurt bereits im Lineup, zwischen den Pfosten startete jedoch der Slowake Tomáš Halász.

 

Die Personalien:

Unverändert standen dem EC-KAC mit Ausnahme der längerfristig verletzten Christoph Duller und Andrew Kozek alle Kaderspieler zur Verfügung. Die einzige personelle Umstellung gegenüber dem Spiel am vergangenen Sonntag ergab sich in der Abwehr, wo Michael Kernberger von Niklas Würschl ersetzt wurde, der sein Debüt in der Erste Bank Eishockey Liga gab. In den Angriffsformationen kam es zu einem Wechsel: Mitch Wahl rückte in den Block zu Thomas Koch und Nick Petersen auf, Marco Richter spielte stattdessen an der Seite von Thomas Hundertpfund und Johannes Bischofberger.

 

Der Spielverlauf:

Gleich im zweiten Wechsel der Begegnung kam der EC-KAC zu seiner ersten guten Gelegenheit: Aus halblinker Position zog Nick Petersen aus dem Handgelenk ab, Goalie Tomáš Halász kam mit der Fanghand noch so an den Puck, dass dieser um wenige Zentimeter am Pfosten vorbei hoppelte (1.). Während einer ersten Überzahlmöglichkeit für die Rotjacken, herausgeholt von Niki Kraus, blieben zwei Fernschüsse von Adam Comrie (jeweils 5.), die beide geblockt wurden, die einzige Ausbeute. Die Hausherren kamen in der Anfangsphase zwar auch zu einer Reihe an Torschüssen, diese wurden jedoch meist aus der Distanz oder schlechten Winkeln abgegeben, sodass KAC-Torhüter Lars Haugen nicht in Bedrängnis gebracht werden konnte. Zur Mitte des Startdrittels scheiterte der in den ersten Block aufgerückte Mitch Wahl zwei Mal aus spitzem Winkel, zunächst verlängerte er einen Flip-Pass von Thomas Koch in Richtung Tor, wo ihn Halász jedoch stoppte (10.), dann setzte er eine Direktabnahme von links neben das Gehäuse (11.). Gemeinsam mit Nick Petersen fand der US-Amerikaner wenig später auch die beste Chance der Rotjacken im ersten Durchgang vor: Zwar fiel der Querpass beim „Zwei-gegen-Eins“-Konter zu ungenau aus, Wahl kam dennoch an den Puck und zog ab, Znojmos Schlussmann machte die anvisierte kurze Ecke aber zu (14.). Zu Gunsten der Gastgeber kippte das Startdrittel dann, als innerhalb von nur 184 Sekunden gleich drei KAC-Spieler auf die Strafbank geschickt wurden, Znojmo schrieb sowohl bei doppelter als auch bei einfacher Überzahl an: Zunächst verzögerte bei „Drei-gegen-Fünf“ C.J. Stretch am linken Flügel gut, als er attackiert wurde, legte er die Scheibe an den Torraum, wo Cameron Braes nur noch mit der Rückhand ins Tor abtropfen lassen musste (18.). Als der EC-KAC wieder zu viert am Eis stand, schlenzte Erik Němec von Rechtsaußen, von den Beinschonern Haugens sprang der Puck direkt auf die Schaufel von Petr Mrázek, der locker einschießen konnte (20.).

Im zweiten Durchgang war Znojmo einem dritten Treffer zunächst näher: Ein Tip-In-Versuch von Radim Matuš schlüpfte nur knapp am Pfosten vorbei (21.), ehe Marek Špaček bei einem flink vorgetragenen Angriff zu eigensinnig agierte und seinen Abschluss deutlich über das Gehäuse setzte, anstatt auf den besser postierten Mitspieler querzulegen (23.). Gegen den ins Zentrum aufgerückten Jakub Stehlík war Lars Haugen am Posten (26.), dann durften endlich auch die Rotjacken jubeln: Die Angriffsformation rund um Thomas Koch schnürte die Tschechen powerplayartig in deren Zone ein, letztlich fand an der blauen Linie Clemens Unterweger die Lücke und schlenzte den Puck zum Anschlusstreffer in die Maschen (29.). Fortan kamen bis zur zweiten Sirene nahezu ausschließlich die Klagenfurter zu gefährlichen Möglichkeiten: Bei einem Rebound war der Winkel für Stefan Geier schon etwas zu spitz (29.), einen satten Handgelenksschuss auf die kurze Ecke von Mitch Wahl parierte Tomáš Halász (32.). Spät im zweiten Durchgang kam der EC-KAC zu seinem zweiten (und letzten) Überzahlspiel der Begegnung, das die Mannen von Head Coach Matikainen sehr gut aufziehen konnten: Allerdings scheiterte zunächst zwei Mal Thomas Koch, dann rettete Znojmos Schlussmann bei einer tollen Direktabnahme von Johannes Bischofberger von den linken Hashmarks aus (jeweils 39.).

Die Charakteristik der Partie änderte sich auch im dritten Abschnitt nicht, die Adler igelten sich nun förmlich vor ihrem Gehäuse ein und hegten kaum mehr offensive Ambitionen. Halász hielt einen Schlagschuss von Unterweger (45.), Bischofberger brachte aus der Drehung zu wenig Druck und Richtung auf seinen Rückhandversuch aus vielversprechender Position (46.). Bei Znojmos einziger echten Torchance im Schlussdrittel war Haugen mit den Beinschonern gegen den durchbrechenden Marek Kalus zur Stelle (47.). Die Rotjacken drängten auf den Ausgleich, doch Johannes Bischofberger schlenzte, nachdem er den Schlussmann der Tschechen ausgetanzt hatte, aus schlechtem Winkel auf dessen Schulter (51.), Siim Liivik verpasste am Torraum einen Abpraller nach scharfem Fischer-Querpass aus der Ecke und eine Direktabnahme von Mitch Wahl nach feinem, einhändigem Zuspiel von Petersen wurde zur Beute von Tomáš Halász (jeweils 54.). Weil sich der Slowake im Kasten Znojmos auch bei einem Onetimer von Thomas Hundertpfund als unüberwindbar erwies (56.), blieb die letzte und auch größte Möglichkeit auf das 2:2 ein Schuss von Nick Petersen 15 Sekunden vor dem Ende, der allerdings nur an der Querlatte statt im Tor einschlug. Die Rotjacken blieben nach einem insgesamt glücklosen Auftritt in ihrem siebten Saisonspiel zum zweiten Mal ohne Punktezuwachs. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir waren heute als Mannschaft insgesamt sehr gut, wir haben hart gearbeitet, sind stark eisgelaufen und haben das Spiel bei „Fünf-gegen-Fünf“ bestimmt. Punkte gekostet haben uns individuelle Fehler bei numerischer Unterlegenheit, die der Gegner ausgenutzt hat. Znojmo verteidigte sich nach dieser Führung gut und aufopfernd, ihr Goalie war stark und wir haben es nicht mehr geschafft, diese Partie zu drehen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der Niederlage in Znojmo bleibt der EC-KAC, der noch ein Spiel weniger ausgetragen hat als die vor ihm liegenden Teams, auf Tabellenplatz vier. Für die Rotjacken geht es am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) mit dem Auftritt beim Leader, den Vienna Capitals, weiter. In Wien werden die Klagenfurter zum achten Mal in Serie auswärts antreten, ehe sie zwei Tage später die lange ersehnte Heimpremiere in der diesjährigen Meisterschaft gegen den HC Innsbruck absolvieren.