Guter Kampf des EC-KAC bringt einen Punkt

Nach verhaltenem Start holten die Rotjacken im Heimspiel gegen den EC Salzburg zwei Mal einen Rückstand auf, unterlagen schließlich jedoch im Penaltyschießen.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach dem durchwachsenen Januar mit nur zwei Siegen aus zehn Partien musste der EC-KAC am vergangenen Freitag auch zum Start der Pick Round gegen den EHC Linz eine Niederlage hinnehmen. Die Klagenfurter unterlagen bei den Black Wings mit 0:3, behielten aber ihren vierten Tabellenplatz. Mit dem EC Salzburg kam am Sonntag just jenes Team in die Stadthalle, dass die Rotjacken in der laufenden Spielzeit noch nie bezwingen konnten. Allerdings wurden die Ergebnisse im Saisonverlauf immer knapper, im jüngsten Duell Mitte Dezember konnten sich die Mozartstädter erst in der Verlängerung durchsetzen.

Die jüngsten Ergebnisse des EC Salzburg fielen nahezu diametral entgegengesetzt zu jenen des EC-KAC aus: Das Team von Greg Poss kam mit sieben Siegen am Stück im Gepäck nach Klagenfurt, in den letzten 21 Runden verließ man das Eis nur vier Mal als Verlierer, wodurch man sich als erster Verfolger von Spitzenreiter Wien etablierte. Mit den Bullen stand den Rotjacken in dieser Begegnung die offensivstärkste Mannschaft der Liga (162 Tore in 45 Spielen) gegenüber, die noch dazu mit 27,3 Prozent auch über die höchste Powerplay-Erfolgsquote aller zwölf EBEL-Teams verfügt.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten gegen den EC Salzburg ohne die verletzten Thomas Hundertpfund und Andrew Kozek auskommen, auch David Fischer stand kurzfristig nicht zur Verfügung. Der Verteidiger versuchte sich im Morning Skate, musste dabei jedoch feststellen, dass seine Unterkörperblessur noch keinen Einsatz zulässt. An seiner Stelle rückte aus dem Farmteam Michael Kernberger in das ansonsten gegenüber dem Spiel am Freitag in Linz unveränderte Lineup. Zwischen den Pfosten kam erneut David Madlener zum Zug.

 

Der Spielverlauf:

Den ersten Warnschuss der Partie gab der EC-KAC in Person von Manuel Ganahl bereits nach 30 Sekunden ab, die erste wirklich gute Gelegenheit gehörte allerdings den Gästen aus Salzburg: Florian Baltram verzog bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter nur knapp (2.). In Minute sechs sollten es dann auch die Mozartstädter sein, die über den ersten Treffer des Spiels jubeln durften. Die KAC-Defensive vergaß auf Raphael Herburger, dieser tanzte Keeper David Madlener aus und schoss zur Führung für die Gäste ein. Und die Salzburger setzten zwei Minuten später beinahe nach, Alexander Rauchenwald tauchte plötzlich alleine im Slot auf, Madlener konnte seinen Rückhandschuss aber gut parieren. Darauf antwortete die rot-weiße Sturmformation um Marco Brucker mit einem guten Shift, ein Hammer von Christoph Duller flog nur knapp am Salzburger Gehäuse vorbei (10.). Eiskalt agierten in dieser Anfangsphase hingegen die Bullen, praktisch im Gegenzug konnte Ryan Duncan nach Herburger-Vorarbeit unbedrängt zum 0:2 einschieben (11.). Während eines Powerplays lag dann gar der dritte Treffer in der Luft, doch Herburger brachte den Puck nicht am auf dem Eis liegenden Madlener vorbei (14.). Kurz vor der ersten Drittelpause waren es schließlich die Gäste selbst, die den EC-KAC zurück in die Partie holten: Bernhard Starkbaum vertändelte hinter dem Tor den Puck gegen Jon Rheault und Julian Talbot schoss zum Anschlusstreffer ein (18.). Während eines folgenden Überzahlspiels waren die Hausherren dann sogar zweimal knapp am Ausgleich dran, doch sowohl gegen Kevin Kapstad als auch gegen Marco Brucker behielt Goalie Starkbaum die Oberhand (20.).

In Abschnitt zwei passierte lange Zeit nicht viel. Die Rotjacken präsentierten sich zwar deutlich aktiver als noch in Drittel eins, man tat sich aber schwer, wirklich zwingende Gelegenheiten zu kreieren. Fast exakt zu Spielmitte ergab sich dann in Form eines „Drei-gegen-Eins“-Angriffs doch eine gute Möglichkeit für die Klagenfurter, die diese jedoch ausließen, ohne einen Torschuss anbringen zu können. Von Salzburg war offensiv ebenso recht lange Zeit wenig zu sehen, in Minute 33 setzte Dario Winkler einen Wristshot über das KAC-Gehäuse. Gegen Ende des Drittels wurde Rot-Weiß dann wieder zwingender, man verbiss sich förmlich in den Gegner. Während einer Klagenfurter Drangperiode hämmerte Verteidiger Mitja Robar den Puck aufs Tor, Marco Richter touchierte noch leicht, es stand 2:2 (37.). Und die Rotjacken hätten die Partie gut und gerne noch im Mittelabschnitt gänzlich drehen können: Rheault scheiterte allein vor Starkbaum (38.), während eines Powerplays in der Schlussminute parierte der Salzburg-Schlussmann stark gegen Mitja Robar.

Das dritte Drittel nahmen die Rotjacken sehr bissig in Angriff, das Publikum quittierte den hohen kämpferischen Einsatz immer wieder mit Szenenapplaus. Vom Start in den Abschnitt an setzte man die Salzburger in deren Verteidigungszone unter Druck, Folge davon war eine weitere Strafzeit gegen die Gäste. In diesem schön angelegten Powerplay verzog Manuel Ganahl zunächst noch knapp am langen Eck (43.), wenig später machte es Stefan Geier aus spitzem Winkel besser und besorgte die erstmalige KAC-Führung des Abends (44.). Doch die Mozartstädter ließen dies nicht auf sich sitzen, schalteten einen Gang höher und setzten die Hausherren nun ihrerseits tief in deren Zone fest. Am Ende dieser Druckphase bugsierte Julien Brouillette die Scheibe per gezieltem Wristshot von der blauen Linie aus zum Ausgleich ins Klagenfurter Tor (46.). In Minute 50 sollte der Salzburger Verteidiger erneut im Mittelpunkt stehen: Während eines Powerplays hämmerte Broullitte den Puck - diesmal mit Gewalt - zum 3:4 in den Klagenfurter Kasten, nachdem sein erster Versuch noch von Manuel Geier geblockt werden konnte. Die Rotjacken versuchten danach alles, um ein weiteres Mal in die Partie zurückzukommen, nach einem Scheibenverlust hatte zunächst jedoch Raphael Herburger die dicke Möglichkeit auf das fünfte Gästetor. David Madlener reagierte bei seinem Hakentrick nach Sololauf allerdings stark (54.). Im Gegenzug tauchte plötzlich Marco Richter alleine vor Bernhard Starkbaum auf, aber auch hier entschied der Keeper das „Eins-gegen-Eins“-Duell für sich. Doch der EC-KAC war noch nicht geschlagen und zog in der Schlussphase ein feines Powerplay auf, in dem Kevin Kapstad mit einem schönen Handgelenksschuss aus schon recht spitzem Winkel für den 4:4-Ausgleich sorgte (56.). Und weil Jon Rheault 28 Sekunden vor dem Ende die Möglichkeit auf den Siegtreffer ausließ, erlebte die Partie einen Zuschlag.

In der Verlängerung hatten zwar beide Teams den Sieg auf dem Schlägerblatt, doch stets hatten die Torhüter das bessere Ende für sich. Somit ging es ins Shootout, in dem insgesamt zehn Versuche nötig waren, um einen Gewinner zu ermitteln: Stefan Geier hatte Rot-Weiß zwar in Front geschossen, zwei erfolgreiche Anläufe Raphael Herburgers sicherten Salzburg jedoch den Zusatzpunkt und damit auch den achten Sieg in Folge. (PE)

 

Der Kommentar:

„Wir begannen die Partie verunsichert, das hat sich auch sofort auf das Score ausgewirkt. Allerdings hat unsere Mannschaft dann toll zurückgekämpft, sich in die Partie hineingearbeitet. Ich denke, dass wir ab circa der Hälfte der Spielzeit eine gute und inspirierte Leistung geboten haben. Unser Powerplay hat von der Puckbewegung und den Laufwegen her gut funktioniert, das hat uns zwei Treffer im Schlussdrittel gebracht. In der Verlängerung hätten beide Teams die Entscheidung herbeiführen können, im Shootout hatte dann Salzburg mehr Glück. Auch wenn es hart ist, eine weitere Begegnung zu verlieren, so können wir aus diesem Abend viele positive Dinge mitnehmen, auf denen wir in der kommenden Woche aufbauen werden.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken holten mit der Niederlage im Penaltyschießen ihren ersten Punkt im Rahmen der Pick Round, inklusive dem Bonuspunkt aus der ersten Grunddurchgangsphase halten sie damit bei zwei Zählern und liegen unverändert auf  Tabellenplatz vier. Sein nächstes Spiel bestreitet der EC-KAC am kommenden Donnerstag auswärts gegen den Leader, die Vienna Capitals. Diese Begegnung beginnt um 19.15 Uhr und wird von Sky Sport Austria live übertragen.