Hart erkämpfter Heimsieg gegen den Meister

Nach drei Niederlagen am Stück kehrte der EC-KAC am Freitagabend wieder auf die Siegerstraße zurück, die Rotjacken bezwangen den HCB Südtirol mit 5:2.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach den beiden Auftaktsiegen in der Pick Round musste der EC-KAC das Eis zuletzt drei Mal in Folge als Verlierer verlassen, wodurch sich der Rückstand des Tabellendritten auf das Spitzenduo Wien und Graz auf zehn Punkte vergrößerte. Gegen die Füchse kam es somit zur direkten Konfrontation um Rang drei, lagen diese vor der Begegnung doch nur mehr einen Zähler hinter den Klagenfurtern. Von den bislang fünf Saisonduellen konnten die Rotjacken vier für sich entscheiden, im jüngsten am vergangenen Sonntag setzten sich dank zweier Powerplay-Treffer im ersten Spielabschnitt jedoch die Italiener knapp mit 2:1 durch.

Der HCB Südtirol punktete in jeder seiner letzten drei Partien, konnte seit Ende Januar jedoch nicht mehr zwei Spiele in Folge gewinnen. Nach Klagenfurt kamen die Füchse als jenes EBEL-Team, das im bisherigen Saisonverlauf hinter dem EC-KAC (109) die zweitwenigsten Gegentreffer kassierte (123). In der Stadthalle hatte die Mannschaft von Head Coach Kai Suikkanen zuletzt einen recht schweren Stand: Nur bei einem der jüngsten neun Auftritte - Spiel eins im letztjährigen Viertelfinale - konnte sich der HCB Südtirol drei Punkte sichern. Der amtierende Meister hatte in dieser sechsten Begegnung im Rahmen der Pick Round die Chance auf das Erreichen eines Meilensteins in Form des insgesamt 200. Sieges in seiner Geschichte in der Erste Bank Eishockey Liga.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrten gegenüber dem Auswärtsspiel in Bolzano am vergangenen Sonntag drei Spieler ins Aufgebot zurück: Andrew Kozek, der am letzten Wochenende zum zweiten Mal Vater wurde, stand in dieser Heimpartie ebenso wieder am Eis wie Adam Comrie und Matthew Neal, die zuletzt aufgrund von Verletzungen jeweils sieben Begegnungen hintereinander verpasst hatten. Nicht zur Verfügung stand neben Manuel Geier hingegen auch der unter der Woche erkrankte Patrick Harand. Der EC-KAC, bei dem erneut Lars Haugen das Tor hütete, ging demnach mit acht Verteidigern und zwölf Stürmern in dieses Heimspiel.

 

Der Spielverlauf:

Die erste gute Möglichkeit der Partie erarbeiteten sich die Rotjacken in der zweiten Spielminute über Johannes Bischofberger, der in der neutralen Zone auf Mitch Wahl weiterleitete, welcher über rechts ins Angriffsdrittel stürmte, mit seinem Abschluss aber lediglich das Außennetz traf. Das erste Powerplay gehörte den Gästen aus Südtirol, bis auf einen Schlagschuss von Alexander Petan, den Lars Haugen ohne Probleme entschärfen konnte (5.), gelang den Füchsen aber wenig Zwingendes. Nachdem die Deflection eines Schumnig-Schusses durch Stefan Geier knapp an der kurzen Ecke vorbeigeflogen war (8.), kamen wieder die Italiener zu guten Gelegenheiten: Sowohl gegen den frei vor ihm zum Abschluss gekommenen Luca Frigo als auch bei einem Rückhand-Schuss Angelo Micelis aus kurzer Distanz war KAC-Goalie Lars Haugen auf dem Posten (jeweils 10.). Abermals in Unterzahl agierend, kamen schließlich die Rotjacken zu ihrem ersten Hochkaräter, als Nick Petersen gleich drei Gegenspieler auf sich zog und Adam Comrie bediente, der aber mit einem Handgelenksschuss vom linken Faceoff-Kreis aus an Jacob Smith scheiterte (11.). Auch in der nächsten gefährlichen Szene stand der Abwehrspieler der Klagenfurter im Mittelpunkt, als er nach guter Liivik-Vorarbeit einen satten Schlagschuss aus halbrechter Position an den Pfosten knallte (16.). Kurz darauf war es Miceli, der Lars Haugen am Breakaway mit der Rückhand durch die Beine bezwingen wollte, doch der Torhüter reagierte gut und behielt erneut die Oberhand (17.). 

In der 26. Minute gingen die Hausherren schließlich mit 1:0 in Führung: Thomas Hundertpfund legte auf Adam Comrie quer, der von den rechten Hashmarks aus ins halbleere Tor einschoss. Umgehend jagte der Titelverteidiger den Ausgleich: Gegen Brett Findlay parierte Lars Haugen noch mit dem Blocker (28.), wenig später musste er aber einen verdeckten Fernschuss von Marco Insam zum 1:1 passieren lassen (29.). Nach einem Check von Niki Kraus war die Partie für HCB-Verteidiger Paul Geiger vorzeitig beendet, seine Mitspieler rächten sich unmittelbar nach dem folgenden Faceoff am KAC-Stürmer, Blunden musste für zwei Minuten in die Kühlbox, Findlay überhaupt unter die Dusche (31.). Die sich ergebende lange Powerplayphase vermochten die Hausherren nicht in einen Treffer umzumünzen: Ein Onetimer von David Fischer vom linken Flügel aus flog ans Gestänge (33.), Thomas Hundertpfund traf mit einem Wristshot nur die Querlatte (34.). Weil nach Erreichen voller Mannstärke Bolzanos Markus Nordlund aus aussichtsreicher Position verzog (37.), ging das nächste Tor wieder auf das Konto der Rotjacken: Marco Richter schoss von der linken Seite aus spitzem Winkel, Goalie Jacob Smith parierte, der Puck stieg aber senkrecht in die Höhe und sprang schließlich vom Rücken des Torhüters über die Linie (37.).

In der Anfangsphase des dritten Durchgangs spielte sich erneut Lars Haugen in den Vordergrund: Bei zwei „Zwei-gegen-Eins“-Angriffen der Gäste, jeweils abgeschlossen von Luca Frigo, brillierte der Norweger (41. bzw. 43.). Mit einem Schlagschuss aus der Halbdistanz erhöhte Clemens Unterweger, als „Vier-gegen-Vier“ gespielt wurde, das Score für die Klagenfurter (46.), bei numerischer Überlegenheit schlugen die Füchse aber umgehend zurück: Miceli hatte am rechten Flügel viel Zeit und Platz und setzte seinen scharfen Handgelenksschuss in die kurze Kreuzecke (49.). Die Chance auf den Ausgleich ließ dann Mike Blunden aus, der nach Sololauf verzog (50.), auf der Gegenseite fanden weder ein Schlagschuss Martin Schumnigs aus dem hohen Slot (50.) noch ein Schlenzer Mitch Wahls von den linken Hashmarks aus den Weg ins Tor (51.). Im Powerplay pfefferte Blunden einen Abpraller über die Querlatte (53.), Riley Brace verzog aus zentraler Position (58.). So sorgten die Rotjacken aus einem Getümmel vor dem HCB-Kasten heraus für die Entscheidung: Johannes Bischofberger brachte den Puck in Richtung Tor, Thomas Hundertpfund fälschte ab - 4:2 (58.). Und noch ein Treffer sollte den Hausherren gelingen, in der Schussminute sendete Andrew Kozek aus halblinker Position ins verwaiste Tor der Gäste ein und ließ die gut 3.200 Zuseher endgültig zum KAC-Walzer schunkeln. (NB)

 

Der Kommentar:

„Nach drei Niederlagen ist es wichtig, aber auch schwer, wieder zu gewinnen. Ich denke, dass wir heute in den beiden ersten Abschnitten recht okay waren. Das Powerplay war langsam und ineffektiv, das hat uns als Mannschaft mentale Energie abgezogen. Im dritten Drittel fehlte uns trotz der Führung im Rücken ein wenig das Selbstvertrauen, hier müssen wir es wiedererlernen, einen Gegner niederzuarbeiten und die drei Punkte nach Hause zu spielen. Am Ende kamen dann auch die Tore, wir nehmen den Sieg mit, wissen aber, dass wir gerade in der Verwaltung eines Vorsprungs noch nicht dort sind, wo wir hinmöchten. Gut gefallen hat mir die vierte Linie, die viel Energie aufs Eis gebracht hat.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem dritten Sieg im sechsten Pick Round-Spiel schraubte der EC-KAC seinen Punktestand auf elf Zähler nach oben, die unverändert drittplatzierten Rotjacken liegen nun vier Punkte vor dem HCB Südtirol und dem EC Salzburg. Der momentane Abstand zum Zweiten aus Graz von sieben Zählern soll im nächsten Spiel weiter reduziert werden: Übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) gastieren die Klagenfurter zum direkten Duell in der Steiermark. Zwei Tage später kommt es dann zum nächsten Heimspiel, wenn der derzeitige Leader aus Wien in der Stadthalle zu Gast sein wird (Dienstag, 19.15 Uhr).