Heimniederlage zum EBEL-Auftakt

Der EC-KAC musste sich am Freitagabend im ersten Heimspiel der neuen EBEL-Saison den Graz 99ers mit 2:4 geschlagen geben.

Foto: KAC/Kuess

 

Die Ausgangssituation:

Zum vierten Mal in Serie eröffnete der EC-KAC eine EBEL-Spielzeit auf eigenem Eis, die Rotjacken gingen als amtierender Vizemeister ins Heimspiel gegen die Graz 99ers. In der Stadthalle traten die Klagenfurter in der laufenden Saison bisher zwei Mal - jeweils in der Champions Hockey League - an, dabei gab es einen 4:2-Sieg gegen Gap Rapaces und eine 2:4-Niederlage gegen Frölunda Göteborg. Gastspiele der Graz 99ers in Kärntens Landeshauptstadt endeten historisch betrachtet meist (in 43 von 57 Fällen, Anm.) mit einem KAC-Erfolg, im Vorjahr setzten sich die Steirer allerdings bei beiden ihrer  zwei Auftritte durch.

Die Graz 99ers, deren Kader sich in diesem Sommer maßgeblich verändert hatte, kamen mit guten Pre-Season-Resultaten am Konto nach Klagenfurt: Sie gewannen fünf ihrer sechs Vorbereitungsspiele und unterlagen in den vergangenen Wochen lediglich dem DEL-Klub Eisbären Berlin mit 6:7 im Penaltyschießen.

 

Die Personalien:

Den Rotjacken standen unverändert die beiden Angreifer Manuel Geier und Jamie Lundmark nicht zur Verfügung, alle übrigen Kaderspieler waren einsatzfähig. Gegenüber dem letzten Spiel, dem 4:2-Sieg über Gap Rapaces in der Champions Hockey League, kam es damit nur zu zwei Veränderungen: David Madlener spielte statt Tomáš Duba im Tor, im Angriff kam anstelle von Philipp Kreuzer Niki Kraus zum Einsatz.

 

Der Spielverlauf:

Spiel eins der neuen EBEL-Saison 2017/18 begann mit eher vorsichtigem Abtasten, sowohl der EC-KAC als auch die Graz 99ers waren in der Startphase ganz besonders darauf bedacht, defensive Fehler zu vermeiden. So dauerte es bis zur siebten Minute, ehe die Rotjacken erstmals zu einem gefährlichen Torabschluss kamen: Marco Richter schoss nur knapp am kurzen Eck vorbei. Ein kurz darauf folgendes Überzahlspiel ließen die Klagenfurter ohne nennenswerte Möglichkeit verstreichen, keine Minute nach Ende der Strafzeit gegen die Steirer durften die Hausherren aber erstmals jubeln: Über die rechte Seite durchbrechend sorgte Neuzugang Jon Rheault mit einem satten Schuss ins lange Eck für die 1:0-Führung (11.). Doch diese sollte nicht allzu lange Bestand haben: Bei numerischer Überlegenheit - Manuel Ganahl saß in der Kühlbox - drückte Zintis Zuševics einen Rebound zum Ausgleich über die Torlinie (13.). Danach erarbeiteten sich die Gäste spielerisch sogar ein leichtes Übergewicht, die besseren Chancen hatte allerdings nach wie vor der EC-KAC: Kevin Kapstad schoss in Überzahl nur knapp neben das Gehäuse (19.) und Marco Richter brachte den Puck auch in zwei Versuchen nicht am finnischen Keeper Hannu Toivonen vorbei (20.).

Im Mittelabschnitt setzten die Steirer die erste Duftmarke: Während eines Powerplays musste David Madlener im KAC-Tor sein ganzes Können aufbieten, um mit starker Seitwärtsbewegung einen Schuss des im Slot freistehenden Zintis Zuševics zu entschärfen (26.). Die Rotjacken machten erst zu Spielmitte wieder offensiv auf sich aufmerksam. Manuel Ganahl tankte sich gekonnt bis vor das Grazer Tor durch, stand dort aber für einen gezielten Abschluss schon zu knapp vor Goalie Toivonen (30.). Auch Julian Talbot hätte wenig später anschreiben können, doch sein Tip-In-Versuch landete auf der Brust des gegnerischen Schlussmanns (34.). Und dann waren es doch die Grazer, die in dieser Phase dem Spielverlauf nach eher überraschend in Führung gehen konnten: Die Abwehr der Rotjacken scheiterte am Ausputzen, Ex-KAC-Crack Oliver Setzinger stand goldrichtig und staubte zum 1:2 ab (35.). Doch diesmal sollten es die Hausherren sein, die während einer Überzahlmöglichkeiten rasch antworten konnten: Martin Schumnig rückte geschickt an den Crease auf und tunnelte Toivonen zum 2:2 (38.).

Zu Beginn des Schlussdrittels hätten die Hausherren das Spiel schnell zu ihren Gunsten entscheiden können, doch sowohl Marco Richter (44.) als auch Thomas Hundertpfund (49.) vergaben gute Einschussgelegenheiten. In einem Überzahlspiel (Richie Regehr auf der Strafbank) kamen dann auch die Steirer noch einmal aus ihrer Deckung - und dies machte sich aus ihrer Sicht auch bezahlt: Daniel Oberkofler bediente Clemens Unterweger ideal und dieser setzte den Puck zur neuerlichen 99ers-Führung genau unter die Querlatte (52.). Praktisch im Gegenzug fand Kevin Kapstad eine gute Gelegenheit auf den erneuten Ausgleich vor, als Daniel Woger allerdings mit einem Hammer zum 2:4 traf, war die Partie endgültig entschieden (54.). Besonders bitter aus Klagenfurter Sicht war der Umstand, dass die Scheibe während des im vierten Grazer Treffer mündenden Angriffs bereits im Netz hinter dem Tor gelandet war, die Schiedsrichter das Spiel jedoch nicht unterbrechen wollten. So brachten die Gäste ihren Zwei-Tore-Vorsprung über die Distanz, für den EC-KAC ein insgesamt missglückter Auftakt in die neue EBEL-Saison. (PE)

 

Der Kommentar:

„Es war ein hart umkämpftes Spiel über 60 Minuten. Die neutrale Zone war dicht, wir haben es nicht geschafft, unser Tempo richtig aufs Eis zu bringen. So lief die Partie eher mit jener Geschwindigkeit, die der Gegner als Auswärtsmannschaft anstrebte. Entscheidend waren damit die beiden Grazer Powerplaytreffer.“ (Steve Walker, Head Coach, EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der Heimniederlage zum EBEL-Start, der saisonübergreifend dritten in Serie gegen die Graz 99ers, tritt der EC-KAC übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 17.45 Uhr, live bei ServusTV) auswärts gegen die Vienna Capitals zur „Revanche“ für das letztjährige Finale an. Die Wiener setzten am ersten Spieltag ein sportliches Ausrufezeichen und demolierten Fehérvár AV19 in der Fremde gleich mit 9:1.