Höchster KAC-Erfolg seit 18 Jahren

Der EC-KAC besiegte am Sonntagabend das aufopfernd kämpfende, leider aber nur mehr bedingt konkurrenzfähige Team von Medveščak Zagreb mit 12:0. Stürmer Andrew Kozek gelangen sechs Treffer.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC (34 Spiele, 21 Siege) musste am vergangenen Freitag nach zuvor drei Siegen hintereinander wieder eine Niederlage hinnehmen: Die Rotjacken unterlagen den Graz 99ers zu Hause mit 2:4, wodurch sich ihr Rückstand auf die zweitplatzierten Steirer (bei einem Spiel weniger) auf fünf Punkte ausdehnte. Auf eigenem Eis blieben die Klagenfurter in der laufenden Saison in nur drei von 17 Partien ohne Zähler, ligaweit kassierten sie mit 2,09 pro Begegnung auch die wenigen Gegentreffer vor heimischer Kulisse. Die beiden bisherigen Saisonduelle mit Medveščak Zagreb konnte der EC-KAC für sich entscheiden: Jeweils auswärts siegte man Mitte November mit 4:1 und Ende Dezember mit 7:0.

Medveščak Zagreb (33 Spiele, 6 Siege) reiste mit enorm ausgedünntem Aufgebot und zuletzt 15 Niederlagen am Stück nach Klagenfurt. Die Kroaten bestreiten den Rest der Saison nach der Abwanderung fast aller Leistungsträger nur noch mit einem Rumpfkader und zwei Legionären. Alleine in den neun Begegnungen seit der letzten Länderspielpause standen bei den Bären 0:27 Punkte und 10:57 Tore zu Buche, was die nur noch sehr beschränkte Wettbewerbsfähigkeit des Teams von Head Coach Danijel Kolombo dokumentiert. In der Stadthalle konnte Medveščak seit Januar 2012 oder acht Partien nicht mehr voll punkten, allerdings kassierten die Kroaten auch bei keinem ihrer jüngsten elf Auftritte in Klagenfurt mehr als vier Gegentreffer.

 

Die Personalien:

Neben dem langzeitverletzten Manuel Geier fehlte gegen Zagreb auch dessen Zwillingsbruder Stefan, der nach einem Vergehen im Heimspiel gegen Graz für zwei Spiele gesperrt wurde. Damit bestritt der EC-KAC sein erstes Ligaspiel seit Januar 2015 (oder 235 Partien), in denen nicht mindestens einer der Geier-Brüder im Lineup stand. Alle übrigen Kaderspieler waren fit, Niki Kraus rückte wieder in das Lineup auf und nahm dort neben Thomas Koch und Nick Petersen gleich eine prominente Position ein. Neue Konstellationen gab es auch in zwei weiteren Angriffsformationen: Wahl centerte Hundertpfund/Bischofberger, Neal spielte zwischen Kozek und Harand. Auf der Torhüterposition kam Lars Haugen zu seinem fünften Start in Serie.

 

Der Spielverlauf:

Bereits nach 28 Sekunden gab es den ersten Aufreger der Partie: Björn Svensson luchste David Fischer im Aufbau die Scheibe ab und stürmte in Richtung Klagenfurter Tor, doch der Kapitän der Rotjacken zog die Notbremse, den Gästen wurde ein Penalty Shot zugesprochen. Diesen konnte Lars Haugen gegen Svensson ohne Probleme entschärfen. Danach legten die Klagenfurter den Vorwärtsgang ein: Mitch Wahl traf vom linken Flügel aus nur den Pfosten der langen Ecke (2.), im nächsten Angriff schaufelte Thomas Koch den Puck ans Lattenkreuz (3.). Noch einmal stand Zagrebs Björn Svensson im Mittelpunkt: Nach kraftvollem Antritt tanzte er Lars Haugen aus, stopfte die Scheibe dann aber im Fallen an der kurzen Ecke vorbei (4.). Fortan dominierte der EC-KAC das Spiel, als erster Torschütze konnte sich Andrew Kozek feiern lassen, der kurz nach Überschreiten der blauen Linie aus dem Handgelenk in die Kreuzecke traf (5.). Zwei starke Paraden von Bären-Torhüter Vito Nikolić gegen Comrie (6.) und Petersen (9.) sowie einen weiteren Metalltreffer (Bischofberger/7.) später, verdoppelten die Hausherren ihren Vorsprung: Vom rechten Faceoff-Kreis aus sendete Andrew Kozek erneut per Wristshot ein (10.). Es folgten Stangenschuss Nummer vier (Petersen/12.) und Tor Nummer drei für Rot-Weiß: Nach präzisem Querpass von Patrick Harand ließ Andrew Kozek den Schlussmann der Gäste mit einem langen Haken aussteigen und schob ein (13.). Bei einem Schlenzer von Ivan Janković war Haugen im Nachfassen zur Stelle (13.), sein Gegenüber Nikolić wurde vom Klagenfurter Publikum mit Szenenapplaus bedacht, als er gegen den frei vor ihm aufgetauchten Matthew Neal rettete (16.). Zwei weitere Male spielte sich der Goalie in den Vordergrund: Mit dem Blocker verhinderte er den nächsten Kozek-Treffer (19.), auch eine Solochance von Wahl machte er zunichte (20.).

Früh im zweiten Durchgang war die Partie für den gut aufgelegten Torhüter dann aber verletzungsbedingt zu Ende, seine Vertretung, der erst 16-jährige Ivan Mikulić, zeichnete sich während des ersten KAC-Powerplays der Partie erstmals aus (Marco Richter aus spitzem Winkel/26.). Wenig später war der Jungspund jedoch geschlagen: Mit der Rückhand legte Kozek auf Hashmark-Höhe auf Neal quer, der direkt übernahm und auf 4:0 erhöhte (28.). Als Medveščak dann plötzlich eine Überzahlsituation in der rot-weißen Zone kreieren konnte, waren die Klagenfurter im Glück: Bei Mitja Robars Abschluss aus dem Slot brach dessen Schläger, sodass Haugen noch retten konnte (28.). Im nächsten Powerplay der Rotjacken legte Petersen auf Koch quer, der ins Zentrum zu Andrew Kozek abtropfen ließ - 5:0 (31.). Mit einem Hechtsprung nach der Scheibe in der neutralen Zone stocherte Niki Kraus den Puck zu Nick Petersen, der noch einige Meter lief und dann via Innenstange trocken zum 6:0 einschoss (32.). Als Robin Gartner aus bester Position verzog, blieb der EC-KAC in der Offensivzone: Ein von Kozek abgefälschter Schumnig-Fernschuss konnte von Mikulić nicht gebändigt werden, Patrick Harand verwertete den Rebound (35.). Nachdem ein Petersen-Wristshot aus dem Zentrum Metall gestreift hatte (38.), erhöhten die Rotjacken das Score weiter: Kozek und Harand gewannen ihre Zweikämpfe an der Bande, der Letztgenannte legte an die rechten Hashmarks zurück, von wo aus Matthew Neal zum 8:0 einschoss (40.).

Gleich am Ende der ersten Minute des Schlussdrittels schrieben die Klagenfurter erneut an: Aus dem hohen Slot fand ein weiterer Handgelenksschuss von Andrew Kozek den Weg in die Maschen, Goalie Mikulić wurde dabei von einem Mitspieler die Sicht genommen (41.). Mitch Wahl sorgte schließlich für den zehnten KAC-Treffer: Aus der Rundung kommend schüttelte er zwei Gegner ab und schloss halbhoch per Wristshot ab (43.). Stangenschuss Nummer sechs ging dann auf das Konto von Marcel Witting (44.), ehe sich nach einem von Siim Liivik gewonnenen Offensivzonen-Faceoff auch Marco Richter in die Torschützenliste eintragen konnte (47.). Niki Kraus fälschte einen Gartner-Schlagschuss an den Pfosten ab (49.), dann komplettierte Andrew Kozek seinen doppelten Hattrick, als er einen Rebound über den bereits am Boden liegenden Schlussmann der Kroaten lupfte (50.). In den finalen Minuten der Partie schonten die Klagenfurter dann ihre Kräfte: Während einer fünfminütigen Überzahlmöglichkeit, die sich aus einem rüden Angriff von Domen Vedlin gegen Johannes Bischofberger ergeben hatte, rotierten alle vier Formationen ins Powerplay. Nach einem Konter über Neal setzte Kozek den Puck an die Querlatte und damit zum insgesamt achten Mal ans Metall (56.), die letzten guten Torszenen der Partie gehörten dann aber den Bären: Bei numerischer Überlegenheit parierte Lars Haugen gegen den halbrechts frei zum Abschluss gekommenen Nikola Senzel (57.). Nach einem weiteren Schuss des Verteidigers, diesmal auf die Beinschoner des Goalies, ergab sich für Ivan Janković eine gute Rebound-Möglichkeit aus dem Zentrum, der KAC-Goalie hielt sein drittes Saisonshutout aber fest (58.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Diese Art von Partien ist häufig nicht einfach zu spielen, ich denke aber, dass wir mit der Situation heute insgesamt gut umgegangen sind. Wir haben einige neue personelle Kombinationen getestet, vieles davon hat gut funktioniert, Andrew Kozek hat mit seinen sechs Treffern Selbstvertrauen getankt. Wir wollten drei Punkte, die haben wir auch eingefahren.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC feierte am Sonntagabend seinen höchsten Sieg in einem Ligaspiel seit dem 5. Dezember 2001, als ein 14:1-Erfolg gegen den EV Zeltweg gelang. Damit haben sich die Rotjacken in der Tabelle wieder bis auf zwei Punkte an die zweitplatzierten Graz 99ers herangeschoben. Bereits im Nachtragsspiel übermorgen Dienstag (Spielbeginn: 19.15 Uhr), wenn die Klagenfurter zu Hause erneut gegen Medveščak Zagreb antreten werden, könnten sie wieder an den Steirern vorbeiziehen. Der weitere Verlauf der kommenden Woche bringt für das Team von Head Coach Petri Matikainen dann Begegnungen mit dem HCB Südtirol (auswärts am Freitag) und dem Dornbirner EC (zu Hause am Sonntag).