KAC gegen Innsbruck 0:4

Am Ende eines ernüchternden Abends sahen sich die Rotjacken auch im Heimspiel gegen den HC Innsbruck als Verlierer vom Eis gehen. 

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken verloren jedes ihrer letzten sieben Spiele, eine vergleichbare Serie an Niederlagen galt es zuletzt vor elf Jahren, im Januar und Februar 2007, zu verdauen. Der 1:4-Verlust bei Tabellenführer Wien am Donnerstag kostete den EC-KAC den vierten Tabellenplatz, damit rutschten die Klagenfurter erstmals seit Ende Oktober wieder aus dem ersten Drittel der Standings. Gegen den HC Innsbruck musste Rot-Weiß das Eis im Januar zwei Mal als Verlierer verlassen, dennoch sind die Tiroler das einzige Team aus der Pick Round, gegen das der EC-KAC mit 7:5 Punkten eine positive Saisonbilanz vorzuweisen hatte.

Wie der Rekordmeister starteten auch die Haie mit drei Niederlagen in die Zwischenrunde, auf ein 1:4 in Salzburg folgten Heimniederlagen gegen Wien (4:6) und Zagreb (3:5). Insgesamt hatte der HCI vor dem Gastspiel in Klagenfurt trotzdem mehr als die Hälfte seiner Saisonspiele gewonnen, eine höhere Erfolgsquote als heuer (53,2 Prozent Siege) verbuchten die Tiroler in der Erstklassigkeit zuletzt in der Spielzeit 2002/03. Wie die Rotjacken sammelten die Haie den Großteil ihrer Punkte jedoch gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte, die Saisonbilanzen des HCI gegen sämtliche fünf Pick Round-Gegner fielen in der ersten Grunddurchgangsphase negativ aus.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot gegen Innsbruck die exakt gleichen 21 Spieler auf wie zuletzt auswärts gegen Wien, unverändert fehlten die beiden verletzten Angreifer Thomas Hundertpfund und Andrew Kozek. Im Tor erhielt erneut Tomáš Duba das Vertrauen, der Tscheche erhielt damit erstmals seit Anfang Januar wieder zwei Starts hintereinander. Weitreichende Adaptionen gab es in den Angriffsformationen, jede der vier Linien wurde in ihrer Zusammensetzung verändert: Matthew Neal und Stefan Geier flankierten Thomas Koch, Marco Brucker gab den Center zwischen den wiedervereinten Johannes Bischofberger und Manuel Ganahl. Zu Julian Talbot und Marco Richter rückte Jamie Lundmark und Patrick Harand ging als Mittelstürmer zwischen Manuel Geier und Jon Rheault in die Partie. 

 

Der Spielverlauf:

In der 100. Begegnung zwischen den Rotjacken und dem HC Innsbruck gehörte die erste gute Möglichkeit den Hausherren: Matthew Neal stürmte über rechts ins Angriffsdrittel und servierte perfekt in den Slot auf David Fischer, doch Gästetorhüter René Swette war zur Stelle (2.). Auch in der nächsten Aktion war der Schlussmann der Haie hellwach, als er einen zu zentral angetragenen Onetimer des frei zum Abschluss gekommenen Manuel Geier parierte (6.). Bei einer angezeigten Strafe gegen die Gäste konnten sich die Klagenfurter schließlich zum ersten Mal nachhaltiger im Offensivdrittel festsetzen, wobei die beste Chance auf das Konto von Jon Rheault ging, der die Scheibe aus kurzer Distanz aufs aber nicht ins Tor brachte (8.). Bei der folgenden numerischen Überlegenheit versuchte es David Fischer aus der Distanz, Stefan Geier, der als Screen vor Swette fungierte, wurde vom Puck getroffen, der anschließend jedoch am Pfosten vorbeikullerte (9.). Die erste zwingende Möglichkeit der Tiroler in dieser Partie fand Ondřej Šedivý vor, der Tscheche versuchte, das Spielgerät im kurzen Eck unterzubringen, doch sein Landsmann Tomáš Duba packte im Nachfassen zu (11.). Gefährlich wurde es für den EC-KAC in Spielminute 15, als die Haie bei angezeigter Strafe gleich mehrere Male auf den Kasten von Duba feuerten, dieser den Puck nach einem finalen Blain-Schuss aber mit etwas Mühe unter sich begraben konnte. Das darauffolgende vierminütige Unterzahlspiel, das aus einer Doppelstrafe gegen Christoph Duller resultierte, überstanden die Rotjacken ohne große Probleme. 

Nach nur 24 absolvierten Sekunden im Mitteldrittel sollte der erste Treffer der Begegnung fallen - und zwar für die Gäste aus Innsbruck: In einer über Schennach und Šedivý laufenden Aktion landete der Puck zwar nur am Pfosten, Morten Poulsen musste den Rebound jedoch nur mehr ins leere Tor schieben. Mit dem Assistgeber zum Gegentreffer in der Kühlbox, präsentierte sich den Rotjacken schließlich die nächste Überzahlmöglichkeit: Nachdem Swette einen Fischer-Schlenzer vom rechten Flügel aus mit der Fanghand aus der Luft gepflückt hatte, knallte Johannes Bischofberger die Scheibe aus ähnlicher Position an den Pfosten (jeweils 26.). Nur wenige Sekunden später ergab sich für Jamie Lundmark eine Breakaway-Möglichkeit, doch auch er fand seinen Meister nach Sololauf im Schlussmann der Tiroler (26.). Auf der Gegenseite kamen die Haie während einer „Vier-gegen-Vier“-Sequenz zu einer Chance, der von den Hashmarks aus abgegebene Schlagschuss von Lubomír Štach zischte aber an der Stange vorbei. Postwendend ging es in die andere Richtung, doch Bischofberger konnte Swette abermals nicht bezwingen (jeweils 29.). Kurz darauf durften erneut die Haie jubeln: Tyler Spurgeon bediente im Powerplay John Lammers von hinter dem Tor aus, der Schuss des ehemaligen KAC-Stürmers wurde noch abgefälscht und fand den Weg in die Maschen (29.). Die Klagenfurter wirkten vom zweiten Gegentreffer durchaus ein wenig mitgenommen, sie kamen immer seltener in gute Abschlusspositionen. So waren es die Tiroler, die in der verbleibenden Zeit im zweiten Abschnitt die beste Möglichkeit vorfanden: Tomáš Duba parierte in Minute 35 jedoch sowohl den Fernschuss von Philipp Lindner als auch den folgenden Versuch von Andrew Yogan.

Kurz nach Beginn des Schlussdrittels schnappte sich Stefan Geier vom Faceoff weg die Scheibe und legte auf Matthew Neal ab, dessen Schuss bereitete dem HCI-Goalie aber keine Probleme (42.). Während eines weiteren Powerplays klopften erneut die Haie an, Duba entschärfte eine tolle Direktannahme von Lammers nach Spurgeon-Pass aber stark (46.). Wenig später stellten die Gäste dann aber auf 3:0, Andrew Yogans Handgelenksschuss landete aus halblinker Position genau in der Kreuzecke (48.). Die Klagenfurter fanden immer weniger Wege durch die nun dicht gestaffelten Defensivreihen der Gäste, als David Fischer versuchte, diese mit einem weiten Zuspiel auszuhebeln, konnte Marco Richter den Puck in Bedrängnis nicht unter Kontrolle bringen (50.). Die Partie wurde gegen Ende hin noch etwas ruppiger, Julian Talbot und Philipp Lindner lieferten sich einen Faustkampf, der mit jeweils fünf Strafminuten sanktioniert wurde, an der Situation am Eis änderte sich aber nichts Gravierendes: Tyler Spurgeon scheiterte aus spitzem Winkel zwei Mal an Tomáš Duba, ehe Hunter Bishop den Rebound in die Maschen beförderte und somit den Endstand von 0:4 aus KAC-Sicht fixierte. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir kamen gut ins Spiel, waren in den Zweikämpfen sehr präsent und hatten viele gute Möglichkeiten auf den Führungstreffer. Dieser gelang uns nicht, zudem verloren wir mehr und mehr unsere Angriffslust, unseren Punch. Innsbruck nutzte das im zweiten Abschnitt aus, zog seinen Vorteil aus einem unserer Eigenfehler und einem abgefälschten Schuss. Wir hatten unsere Gelegenheiten, trafen zwei oder drei Mal Metall, hatten Breakaways, aber letztlich vermochten wir es nicht, uns noch einmal zurück in die Partie zu bringen. Der Gegner machte mit der Führung im Rücken die neutrale Zone dicht, unsere Jungs rannten sich immer wieder fest, kamen nicht mehr in die Positionen, aus denen wir gefährlicher werden hätten können.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der vierten Niederlage in der Pick Round, insgesamt der bereits achten in Serie, musste der EC-KAC in der Tabelle auch den HC Innsbruck an sich vorbeiziehen lassen. Die Tiroler halten nun (wie Medveščak Zagreb) bei drei Zählern, die sechsplatzierten Rotjacken bei zwei Punkten. Die Erste Bank Eishockey Liga begibt sich nun in die Länderspielpause, der Spielbetrieb ruht bis zum 21. Februar. Im ersten von noch sechs ausständigen Spielen der Zwischenrunde treten die Klagenfurter dann wieder zu Hause an, die Bären aus Kroatien werden in der Stadthalle zu Gast sein.