KAC-Heimsieg gegen den HC Innsbruck

Dank zweier Powerplaytreffer besiegte der EC-KAC am Sonntagabend die auf Tabellenrang zwei nach Klagenfurt gekommenen Haie verdient mit 3:2.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC haderte in den ersten Wochen der Saison mit seiner Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse: Nach sieben Runden hielten die Klagenfurter erst bei 15 erzielten Treffern - obwohl sie mit 38,9 pro 60 Spielminuten ligaweit die meisten Torschüsse pro Partie abgegeben hatten. Zuletzt musste sich Rot-Weiß am Donnerstag im Heimspiel gegen Linz nach einem späten Gegentreffer in Minute 58 mit 0:1 geschlagen geben, davor notierte man Siege über den HCB Südtirol (2:1) und in Villach (4:3).

Die Haie aus Innsbruck kamen auf dem zweiten Tabellenrang liegend nach Kärnten, erst am Samstagabend holten sie sich beim 7:1 gegen Orli Znojmo auf eigenem Eis ihren bereits fünften Sieg im siebten Ligaspiel. In der Fremde lief es für das Team von Rob Pallin allerdings noch nicht nach Wunsch, einem Overtime-Sieg in Dornbirn folgten Niederlagen in Graz und Salzburg. In Klagenfurt taten sich die Tiroler Zeit ihrer Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse recht schwer, sie gewannen nur bei zehn ihrer insgesamt 48 Auftritte. Von den letzten sieben HCI-Gastspielen in der Stadthalle endeten sechs mit einem rot-weißen Erfolg.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrte der zuletzt verletzte Jon Rheault ins Lineup zurück, dafür musste Patrick Harand mit einer Unterkörperverletzung passen. Er leistete dem langzeitverletzten Kapitän Manuel Geier und Verteidiger Richie Regehr (Oberkörper) auf der Tribüne Gesellschaft. Einige gesundheitlich angeschlagene Cracks im Team der Rotjacken gaben kurz vor Spielbeginn grünes Licht für einen Einsatz. Im Tor kam Tomáš Duba zu seinem vierten Start in dieser EBEL-Saison.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten stark und mit viel Nachdruck in das Match, gleich im ersten Shift schnürte man die Tiroler in deren Zone ein und erspielte sich eine erste dicke Gelegenheit: Thomas Koch scheiterte jedoch aus spitzem Winkel an HCI-Keeper Patrik Nechvátal. Doch auch die Gäste waren sofort in der Partie angekommen, in Minute fünf stand KAC-Keeper Tomáš Duba sprichwörtlich auf dem Kopf, um gegen Andrew Yogan, Andrew Clark und Florian Pedevilla gleich drei Möglichkeiten innerhalb von nur einem Angriff zu entschärfen. Eine Minute danach war der Klagenfurter Schlussmann aber bezwungen: Ein kluges Zuspiel von John Lammers von hinter dem Tor aus übernahm Tyler Spurgeon direkt, der Puck zappelte zum 0:1 in den Maschen (7.). Doch es dauerte nicht lange, ehe die Hausherren eine Antwort parat hatten: Johannes Bischofberger legte nach einem blitzsauberen Konter für Thomas Hundertpfund quer und dieser versenkte die Scheibe keine zwei Minuten nach dem Verlusttreffer zum 1:1-Ausgleich unter dem Torgiebel (8.). Und die Klagenfurter setzten nur 66 Sekunden später einen drauf: In einem ersten Überzahlspiel nahm sich Thomas Koch ein Herz und bezwang Patrik Nechvátal aus halbrechter Position mit einem Handgelenksschuss, der EC-KAC hatte das Score gedreht (9.). Im Finish des Startdrittels hätten die Rotjacken ihren Vorsprung ausbauen müssen, doch Martin Schumnig (14.) und Thomas Koch (16.) vergaben in Überzahl beste Möglichkeiten. Großes Pech hatte Manuel Ganahl, als er in Minute 18 nur die Innenstange traf.

Vor allem zu Beginn des Mitteldrittels waren dann aber die Gäste das aktivere Team, auch weil sich der EC-KAC plötzlich zu passiv verhielt. Der quirlige Hunter Bishop untermauerte diese sich ändernde Spielcharakteristik mit einem Stangenknaller in Minute 27. Die Klagenfurter wurden in dieser Phase in der Offensive lediglich durch einen Weitschuss von Christoph Duller auffällig, Torhüter Nechvátal war mit dem Beinschoner zur Stelle und hatte keine Abwehrschwierigkeiten (28.). Danach war es vor allem Tomáš Duba zu verdanken, dass Rot-Weiß seine Führung behielt: Bei numerischer Unterlegenheit parierte der KAC-Schlussmann stark gegen sowohl Sacha Guimond als auch Mitch Wahl, die jeweils große Einschussmöglichkeiten vorfanden (34.). Ein wenig entgegen dem Spielverlauf in diesem zweiten Abschnitt schlugen dann die Rotjacken ein drittes Mal an diesem Abend zu: Florian Pedevilla saß für ein Foulspiel an Marco Richter in der Kühlbox und Kevin Kapstad schlug daraus Kapital. Der Verteidiger erkannte den sich ihm bietenden Raum, rückte geschickt vor und setzte den Puck zum 3:1 ins lange Eck (37.). Großen Anteil an diesem Tor hatte Stefan Geier, der sich clever in das Sichtfeld des HCI-Goalies gestellt hatte.

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts hätte Philipp Kreuzer seine Mannen endgültig auf die Siegerstraße führen können, als er im Slot frei an den Puck kam, diesen allerdings nicht gänzlich unter Kontrolle und auf das gegnerische Tor bringen konnte (43.). Und dann meldeten sich die Gäste - unter kräftiger Mithilfe des EC-KAC - noch einmal zurück: Nach einem Abspielfehler im Defensivverbund der Rotjacken kam Andrew Clark von Andrew Yogan bedient an den Puck und musste diesen nur noch zum 3:2 ins halbleere Tor schieben (46.). Die Hausherren wurden im Angesicht des Anschlusstreffers der Tiroler jedoch nicht nervös und verteidigten sich im Finish geschickt. Brenzlig wurde es nur noch einmal, als man im Slot auf den aufgerückten Verteidiger Sacha Guimond vergaß (51.) - doch der starke Tomáš Duba war auf seinem Posten. Allerdings wollte auch ein vierter Treffer der Klagenfurter nicht fallen, Steven Strong vergab gleich zwei Mal aus guter Position (57.). Der bisherige Tabellenzweite aus Innsbruck versuchte in den finalen Zügen der Partie noch einmal alles, rannte in den letzten 19 Sekunden sogar bei doppelter Überzahl an, doch die Rotjacken ließen sich die sprichwörtliche Butter nicht mehr vom Brot nehmen und sicherten sich den dritten Heimsieg der EBEL-Saison. (PE)

 

Der Kommentar:

„Unser Startdrittel war gut, wir waren stets in Bewegung und kreierten darauf aufbauend auch viele Möglichkeiten. So konnten wir den zwischenzeitlichen Rückstand rasch ausgleichen und auch drehen. Gegen Ende der Partie hin agierten wir nicht mehr mit so viel Nachdruck, einige lange Shifts haben Kraft gekostet und so blieb die Partie bis zum Schluss knapp. Letztlich haben wir den Vorsprung mit viel Einsatz auch in einen Sieg verwandelt, drei wichtige Punkte für unsere Mannschaft.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem dritten Heimsieg der laufenden EBEL-Saison schoben sich die Rotjacken erstmals in dieser Spielzeit in die obere Tabellenhälfte, sie liegen nun auf Rang sechs. Am kommenden Freitag (Spielbeginn: 18.00 Uhr) gastiert die Mannschaft von Head Coach Steve Walker auswärts beim Liga-Rückkehrer Medveščak Zagreb. Die Kroaten nahmen zuletzt Fahrt auf und siegten drei Mal in Serie, mussten sich am Sonntagabend aber beim EC Salzburg mit 1:3 geschlagen geben.
Vor dem nächsten Ligaspiel - nämlich schon am kommenden Dienstag (Spielbeginn: 19.30 Uhr) - betritt der EC-KAC aber wieder die internationale Bühne: Im dritten und letzten Heimspiel der Gruppenphase in der Champions Hockey League gastiert der direkte Konkurrent um den Aufstiegsplatz, der Schweizer Spitzenklub ZSC Lions, in Klagenfurt.