KAC muss in die Qualifikationsrunde

Nach einer 2:4-Niederlage in Graz am Sonntagabend muss der EC-KAC auch im dritten Jahr in Folge in die Qualifikationsrunde. Dort streitet er sich ab Freitag mit fünf Kontrahenten um zwei Play-Off-Plätze.

KAC muss in die Qualifikationsrunde

 

Die Ausgangssituation:

Am 44. und letzten Spieltag der ersten Phase des Grunddurchgangs traten die Rotjacken bei den Graz 99ers an. Um am letzten Abdruck noch den Sprung in die Platzierungsrunde zu schaffen, benötigte der EC-KAC einen Auswärtssieg in regulärer Spielzeit. Gleichzeitig war der Rekordmeister aber auch auf fremde Hilfe angewiesen, Dornbirn durfte im Heimspiel gegen Linz nicht punkten, Villach zu Hause gegen Znojmo maximal einen Zähler holen.
Für die 99ers war der zehnte Tabellenplatz schon vor dem Duell mit dem Rekordmeister besiegelt, das Team von Ivo Jan wird am kommenden Freitag auf Rang vier und mit einem Punkt in die Qualifikationsrunde starten. Graz und Klagenfurt trafen in der EBEL-Geschichte 104 Mal aufeinander, die historische Bilanz sprach mit 74 zu 30 Siegen klar für die Rotjacken. Gegen die 99ers feierte der EC-KAC zuletzt vier Siege in Serie.

 

Die Personalien:

Zu den verletzungsbedingten Ausfällen von Luke Walker und Thomas Koch gesellte sich nach dem Kärntner Derby auch Jason DeSantis, der Verteidiger musste in Graz aufgrund einer Unterkörperblessur passen. Seinen Platz an der Seite von Thomas Pöck nahm Thomas Vallant ein. Im Angriff feierte Neuzugang István Sofron sein Debüt, er wurde als Mittelstürmer in der vierten Linie eingesetzt. Nach seinem Shutout gegen Villach stand bei den Rotjacken erneut René Swette im Tor.

 

Der Spielverlauf:

In der Anfangsphase der Partie war der EC-KAC erfolgreicher darin, Angriffe aufzubauen und vorzutragen, die erste dicke Gelegenheit fanden jedoch die 99ers vor: René Swette rettete im Liegen gegen Daniel Woger (3.). Wenig später kamen die Rotjacken zu ihren ersten beiden Überzahlmöglichkeiten, erarbeiteten sich in den knapp vier Minuten mit numerischem Vorteil aber nur wenig Zählbares. Die größte Chance hatten die Gäste unmittelbar nach dem Ende des Powerplays, als weder Manuel Geier noch J.-F. Jacques einen Querpass Oliver Setzingers an den Torkreis über die Linie drücken konnten (11.). Der Führungstreffer gelang schließlich den 99ers: Nach einem Schuss von Kyle Beach aus spitzem Winkel blieb die Scheibe knapp vor René Swette liegen, der Kanadier verwertete seinen eigenen Rebound und stocherte den Puck ins Tor (13.). Die Rotjacken drängten auf den Ausgleich, dieser wollte jedoch weder Stefan Geier (Tip-In/15.) noch J.-F. Jacques (Deflection/16.) oder Manuel Geier (Deflection/18.) gelingen. So konnten die Steirer ihre Führung noch im ersten Drittel verdoppeln: Am Ende eines starken Offensiv-Shifts der vierten Linie wagte Philipp Pinter den Abschluss aus spitzem Winkel, von KAC-Goalie Swette aus stieg der Puck in die Höhe. Alexander Feichtner realisierte das als Erster, fing die Scheibe herunter und schob sie aus kurzer Distanz in das Klagenfurter Gehäuse (19.).

Die Anfangsphase des Mittelabschnitts gehörte ganz den nun wild stürmenden Gästen: Ein Schlagschuss von Mark Popovic, eine starke Grätsche von Goalie Sebastian Dahm gegen Patrick Harand und eine Deflection von Stefan Geier - all das Passierte in den ersten 100 Sekunden des zweiten Durchgangs. Mitten in diese rot-weiße Druckphase hinein fuhr Graz einen Konter, den Daniel Natter alleine vor René Swette auftauchend auch erfolgreich abschloss - 3:0 (23.). Der EC-KAC stürmte nun noch fanatischer und wurde bei numerischer Überlegenheit auch endlich mit dem ersten Treffer belohnt: Nach präzisen Querpässen von Jamie Lundmark und Oliver Setzinger hatte J.-F. Jacques am Crease stehend keine Probleme, seinen 15. Saisontreffer zu erzielen (26.). Klagenfurt blieb am Drücker: Sebastian Dahm parierte mit der Fanghand einen Schuss von Nikolaus Kraus (27.), Manuel Geier setzte den Puck im Powerplay über den Kasten (28.), ein von J.-F. Jacques abgefälschter Schuss hüpfte über die Querlatte (29.) und Kevin Kapstad hämmerte die Scheibe nach feinem Solo ans Metall (30.). Schließlich kamen die nun drückend überlegenen Rotjacken doch noch zum Anschlusstreffer: Oliver Setzinger schlenzte das Spielgerät nach einem Kapstad-Querpass von den Hashmarks aus in die Maschen (32.). Das Team von Alexander Mellitzer und Kirk Furey jagte nun den Ausgleich, scheiterte aber immer wieder am dänischen Keeper der Grazer. Auf der Gegenseite verabsäumte es Kyle Beach, seinen Doppelpack zu schnüren, als er im Slot freistehend einen Gewaltschuss einem überlegten Abschluss vorzog (34.).
In der 35. Minute kamen die Gastgeber zu ihrem ersten Überzahlspiel der Partie, der EC-KAC verteidigte sich jedoch geschickt und kam auch mit einem Mann weniger am Eis zur nächsten Gelegenheit: Sebastian Dahm las einen Querpass gut und konnte so nach feiner Seitwärtsbewegung eine Direktabnahme Jamie Lundmarks entschärfen (36.). Auch als die Rotjacken wieder komplett waren, konnte sich der Schlussmann der Steirer auszeichnen, er vereitelte Möglichkeiten von István Sofron und Oliver Setzinger (jeweils 38.).

Während der Rekordmeister die Steirer im zweiten Durchgang mit rollenden Angriffen noch in die Bredouille gebracht hatte, verteidigten sich die 99ers im dritten Drittel deutlich besser. Großchancen blieben nun eher Mangelware, stattdessen fuhr Graz bei numerischer Überlegenheit einen Konter, bei dem mit zwei Diagonalpässen durch die neutrale Zone Morten Poulsen freigespielt wurde. Der auffällige Däne bezwang René Swette vom linken Flügel aus mit einem Handgelenksschuss und stellte auf 4:2 (49.). Das Gegentor schmerzte den Rotjacken, ihre Angriffsbemühungen kamen für einige Minuten ins Stocken. Zwei Mal konnte sich Sebastian Dahm noch auszeichnen: Gegen Manuel Geier klärte er famos mit der Fanghand (54.), einen Schlenzer von J.-F. Jacques fixierte er mit den Beinschonern (55.). Der EC-KAC konnte nicht mehr zulegen, auch bei einem "Sechs-gegen-Vier"-Powerplay in der Schlussphase, als René Swette vom Eis genommen wurde, gelang kein Treffer mehr. Die Rotjacken verloren nicht nur das Spiel und die letzte Chance auf eine Verbesserung ihres Tabellenplatzes, im Laufe der Partie schieden auch Jonas Nordqvist und Thomas Pöck verletzt aus, Neuzugang István Sofron erlitt gleich zwei Cuts im Gesicht, kam aber stets wieder ins Spiel zurück.  

 

Der Kommentar:

"Im ersten Drittel haben wir den Gegner durch druckvolles Spiel dazu gezwungen, Strafen zu nehmen. Die daraus resultierenden Powerplays konnten wir allerdings nicht in Tore ummünzen, das war heute Abend einer der wesentlichen Gründe für die Niederlage. Nach dem 0:3-Rückstand sind wir stark zurückgekommen und haben auf den Ausgleich gedrängt, gelungen ist er uns aber trotz guter Chancen nicht. Die Niederlage wäre noch bitterer für uns, wenn sie uns die Qualifikation für die „Pick-Round“ gekostet hätte. Nun geht’s für uns in die untere Gruppe der Zwischenrunde und den harten Kampf um die letzten beiden Tickets fürs Viertelfinale. Die Play-Offs beginnen für uns also eigentlich schon am Freitag gegen Innsbruck." (Alexander Mellitzer, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit der Niederlage in Graz beschloss der EC-KAC die erste Phase des Grunddurchgangs auf dem achten Tabellenrang. Die Athletiker nehmen nun vier Bonuspunkte mit in die Zwischenrunde, lediglich der EC VSV (sechs Zähler) hat dort ein größeres Startkapital. Zum Auftakt im Kampf um die Play-Off-Qualifikation empfangen die Rotjacken am kommenden Freitag (19.15 Uhr) den HC Innsbruck, am Sonntag gastieren sie dann in Graz.