KAC nach schlechtem Start deutlich geschlagen

Die Rotjacken fanden am Freitagabend im zweiten Spiel der Halbfinalserie keine Antwort auf den starken Beginn der Gäste aus Salzburg und unterlagen letztlich mit 1:4.

Foto: EC-KAC/Willers

 

Die Ausgangssituation:

Wie schon in den letzten drei Play-Off-Serien gegen Salzburg (2012, 2015, 2016) musste der EC-KAC im Auftaktspiel eine Niederlage hinnehmen, die Bullen setzten sich am Mittwochabend im Volksgarten mit 4:1 durch und beendeten damit die eindrucksvolle Erfolgsserie der Klagenfurter, die sechs Wochen lang nicht bezwungen worden waren und in dieser Phase zehn Siege am Stück einfahren konnten.
Der EC Salzburg gewann in den beiden vergangenen Spielzeiten nicht nur jeweils den Meistertitel, sondern zerstörte am Weg dorthin - 2015 im Halb- und 2016 im Viertelfinale - auch zwei Mal die Titelhoffnungen des EC-KAC. Der amtierende Champion, der seit 2013 in einer „Best-of-Seven“-Serie von keinem EBEL-Team mehr bezwungen werden konnte, reiste mit einer sehr ansehnlichen Erfolgsbilanz nach Klagenfurt: Die Stadthalle verließen die Mozartstädter bei elf ihrer jüngsten 14 Auftritte als Sieger.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kam es gegenüber dem ersten Halbfinalspiel zu keiner Veränderung im Aufgebot, Mike Pellegrims und Patric Wener boten das exakt gleiche Lineup auf wie am Mittwoch in Salzburg. Aus dem Stammkader fehlte demnach nur der verletzte Johannes Bischofberger.

 

Der Spielverlauf:

Wie schon in Spiel eins der Serie erwischten die Klagenfurter einen rabenschwarzen Start. In Minute zwei konnte Tomáš Duba einen Rückhandschuss von Brett Olson, der sich im Slot gegen die KAC-Defensive durchgesetzt hatte, noch entschärfen. Nur kurze Zeit später leuchtete aber schon das 0:1 von der Anzeigetafel: Thomas Raffl feuerte den Puck auf Duba, den Rebound versenkte der aufgerückte Matthias Trattnig zur frühen Gästeführung im Tor (4.). Und der Schock des raschen Rückstands hatte sich bei den Hausherren noch gar nicht gelegt, da zappelte der Puck schon ein zweites Mal in den Maschen. Nur 23 Sekunden nach dem ersten Treffer besorgte Brett Olson mit einem gezielten Wristshot das 0:2. Head Coach Mike Pellegrims reagierte prompt, zog sein Time-Out - und sein Team eine Strafzeit. Doch just als Žiga Pance in der Kühlbox saß, fanden die Klagenfurter ihre bis zu diesem Zeitpunkt beste Möglichkeit vor: Nach einem "Zwei-gegen-Eins"-Konter zog Thomas Koch ab, aber Goalie Bernhard Starkbaum war auf dem Posten (6.). In Minute zehn bekam der EC-KAC sein erstes Powerplay zugesprochen, mit zwei Torabschlüssen von Jamie Lundmark während dieser Überzahl hatte Starkbaum aber keinerlei Probleme. Die aussichtsreichste Möglichkeit im ersten Durchgang hatte auf Seiten der Rotjacken Žiga Pance, sein Schuss rutschte Salzburgs Schlussmann zwar durch die Beine, nicht jedoch über die Torlinie (13.).

Im Mittelabschnitt kamen die Hausherren besser aus den Startlöchern. Bereits nach 25 Sekunden gab Thomas Hundertpfund einen ersten Warnschuss ab, doch wieder gab es kein Vorbeikommen an Bernhard Starkbaum. Der Druck der Klagenfurter nahm in der Folge - begünstigt durch zwei Überzahlspiele hintereinander - weiter zu, doch der EC-KAC ließ die notwendige Präzision im Abschluss vermissen. So deckte man Starkbaum zwar mit Schüssen ein, die gefährliche Zone vor dem Tor stellten die Gäste allerdings geschickt zu. Es sollte bis zur Spielmitte dauern, ehe die Rotjacken wieder eine Topchance vorfanden: Stefan Geier fuhr alleine auf Starkbaum zu, tanzte diesen aus und hob den Puck mit der Rückhand in Richtung Tor,  doch der Keeper der Bullen brachte seinen Beinschoner noch in die Flugbahn und verhinderte so den Anschlusstreffer. Die zweite Hälfte des Mitteldrittels gehörte dann wieder den Mozartstädtern. Tomáš Duba stand nun häufig im Mittelpunkt, der Keeper fuhr gegen Ryan Duncan den Fänger aus (31.), entschärfte einen Schuss von Dominique Heinrich (37.) und behielt auch bei einem Sololauf Raphael Herburgers die Oberhand (39.).

Viel nahmen sich die KAC-Cracks für die abschließenden 20 Minuten vor. Umgehend übte man großen Druck auf die Salzburger Defensive aus, rasch resultierten daraus auch gute Möglichkeiten. Nach einem Odd Man Rush fehlten nur Zentimeter, doch erneut wollte der Puck nach einem Schuss von Manuel Ganahl nicht ins Tor (42.). Sekunden später war es Thomas Koch, der einen Hammer auf Bernhard Starkbaum abfeuerte, dieser präsentierte sich aber einmal mehr sattelfest (43.). Je länger die Partie dauerte, desto mehr Risiko mussten die Hausherren nehmen, die Gäste schlugen aus den sich daraus ergebenden Kontern eiskalt zu: Thomas Raffl sorgte nach Zuspiel von Ryan Duncan für die Vorentscheidung (50.), zwei Minuten später fixierte ein Rebound von Alexander Rauchenwald zum 0:4 den Salzburger Auswärtssieg endgültig (52.). Zu zwei guten Gelegenheiten kam Rot-Weiß noch: Bei numerischer Unterlegenheit hatte Kevin Kapstad mit einem Schuss an die Querlatte Pech (56.), zehn Sekunden vor dem Ende gelang dann aber im Powerplay doch noch der Ehrentreffer: Einmal mehr war es Stefan Geier, der (ein Zuspiel von Matthew Neal) einsendete. (PE)

 

Der Kommentar:

"Unser Start, nicht nur die ersten Minuten, sondern das gesamte Auftaktdrittel, war nicht gut. Wir liefen immer hinterher, waren viel zu passiv. Im zweiten Abschnitt waren wir dann besser im Spiel, in den beiden Powerplays in der Anfangsphase hatten wir gute Chancen, da hätte das Momentum wechseln können. Doch das ist nicht passiert, letztlich haben wir gegen eine sehr gute Mannschaft verloren, die vier unserer Turnover in vier Treffer verwandelt hat. Salzburg hat nun zwei Siege, aber das ist eine „Best-of-Seven“-Serie, am Sonntag geht’s weiter." (Mike Pellegrims, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC geht mit einem 0:2-Rückstand in der Serie ins dritte Halbfinalspiel in Salzburg am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 17.00 Uhr). Bereits im letztjährigen Viertelfinale gegen die Bullen sahen sich die Rotjacken nach zwei Partien mit einem Defizit im gleichen Ausmaß konfrontiert, ließen dann jedoch drei Siege am Stück folgen.