KAC-Sieg im Penaltyschießen

Im Shootout sicherten sich die Rotjacken am Sonntagabend ihren bereits fünften Auswärtssieg der laufenden Saison: Beim Dornbirner EC setzte sich der EC-KAC mit 3:2 durch,

Foto: DEC/cdmediateam

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC nahm aus seinen beiden ersten Heimspielen, die erst in den beiden letzten Runden ausgetragen wurden, drei von sechs möglichen Punkten mit: Auf einen 3:2-Erfolg gegen den HC Innsbruck nach Verlängerung folgte am Freitag eine 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Graz 99ers. Damit gingen die Rotjacken auf Tabellenplatz vier liegend in ihr bereits zweites Auswärtsspiel in Dornbirn in dieser Saison, das erste konnten sie am 30. September mit 3:0 für sich entscheiden. Auch historisch betrachtet war das Messestadion meist ein recht guter Boden für die Klagenfurter: Seit dem EBEL-Einstieg des DEC im Jahr 2012 punktete der EC-KAC bei zehn seiner 15 Gastspiele dort, in keiner anderen Halle in der Liga (außer der eigenen) gelangen den Rotjacken bislang mehr Treffer pro Partie.

Die Bulldogs durchlebten nach famosem Saisonstart mit vier Siegen am Stück und der zwischenzeitlichen Tabellenführung zuletzt schwierige Wochen: Der Dornbirner EC verlor jedes seiner jüngsten sieben Spiele, in den vergangenen sechs davon blieb man sogar gänzlich ohne Punkt und gab stets weniger Torschüsse ab als der jeweilige Gegner. Erst am Samstagabend unterlagen die Vorarlberger auf eigenem Eis dem Schlusslicht aus Znojmo mit 0:3.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC trat beim Dornbirner EC mit dem exakt gleichen Aufgebot an wie im Heimspiel gegen Graz am Freitag: Es fehlten die verletzten Christoph Duller und Andrew Kozek sowie der angeschlagene Marco Richter. Auf der Torhüterposition vollzog der Trainerstab wieder einen Wechsel: David Madlener erhielt gegen seinen Ex-Klub seinen dritten Start in dieser Saison, nachdem er im ersten Aufeinandertreffen mit dem DEC bekanntlich ein Shutout hatte verbuchen können.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken sahen sich nach nur 66 gespielten Sekunden mit der ersten numerischen Unterlegenheit konfrontiert, Nick Petersen musste für ein Beinstellen in der Offensivzone in der Kühlbox platznehmen. Seine Teamkollegen verteidigten sich auch mit einem Mann weniger gut, dennoch gelang den Hausherren 13 Sekunden vor Ablauf der Strafzeit der Führungstreffer: Brendan O’Donnell setzte vom rechten Faceoff-Punkt aus eine Direktabnahme nach Querpass in die Maschen, Goalie David Madlener, der die Seitwärtsbewegung mitgemacht hatte, war zwar noch am Puck, konnte diesen jedoch nicht mehr abwehren (3.). Nach guter Rotationsbewegung im Angriffsdrittel holte die Linie um Patrick Harand das erste Powerplay für den EC-KAC heraus, das allerdings erst gegen Ende hin gefährlich wurde: Zwei Schlenzer von Adam Comrie aus der Distanz wurden geblockt, ein Fernschuss von Robin Gartner ging neben das Gehäuse (jeweils 8.). Für die Bulldogs hatte dann der Ex-Klagenfurter Thomas Vallant die gute Gelegenheit auf einen weiteren Treffer, sein Abschluss von den Hashmarks aus kam jedoch zu zentral auf den Kasten, Kevin Macierzynski verpasste den Abpraller (10.). Bei einem Schlagschuss von der blauen Linie, abgegeben von Martin Schumnig, konnte sich Rasmus Rinne auszeichnen (12.), wenig später war der finnische Schlussmann aber erstmals geschlagen: Aus der Rundung am rechten Flügel legte Daniel Obersteiner zurück an die Linie, Steven Strong zog ab und Johannes Bischofberger fälschte im Slot stehend zum Ausgleich ab (16.). Die größte DEC-Chance auf die neuerliche Führung vor der ersten Pause hatte Scott Timmins, der jedoch aus kurzer Distanz an Torhüter Madlener scheiterte (18.).

Durchgang Nummer zwei brachte zunächst vornehmlich auf Seiten der Vorarlberger Möglichkeiten: Nach einem Schlenzer aus der Halbdistanz verpasste Brodie Reid den Abpraller nur knapp (21.), bei einem Dupont-Querpass an den Torraum wischte Radek Číp mit der Rückhand nur um Haaresbreite über die Scheibe (23.). Als Stefan Geier für vier Minuten auf die Strafbank musste, verteidigte sich der EC-KAC gut, David Madlener behielt im Fall der Fälle den Überblick. Weil dann auch Dornbirns Michael Parks hinausgeschickt wurde, ergab sich eine „Vier-gegen-Vier“-Situation, die die Klagenfurter umgehend zur erstmaligen Führung nutzen: Von linken Flügel kommend durchquerte Thomas Koch in Bedrängnis den hohen Slot, er legte auf Adam Comrie zurück, der einen Handgelenksschuss halbhoch in die linke Ecke setzte (27.). Auf der Gegenseite war Madlener bei zwei von Reid McNeill gut angetragenen Schlagschüssen aus der Entfernung mit den Pads (30.) bzw. der Fanghand (31.) zur Stelle. Bei den Rotjacken lenkte Marcel Witting einen scharfen Querpass aus der Ecke von Patrick Harand nur knapp über den Kasten ab (32.). Weil Thomas Koch bei einem Steilpass in die Gefahrenzone seinen Gegenspieler fällen musste, kam der DEC zu seinem vierten Überzahlspiel der Begegnung, zum zweiten Mal mündete das Powerplay in einem Treffer: Brock Trotter legte vom rechten Flügel auf Joel Broda quer, der Madlener vom linken Faceoff-Punkt aus mit einem Wristshot in die kurze Ecke bezwingen konnte - 2:2 (37.).  

Im dritten Drittel dominierte auf beiden Seiten das Sicherheitsdenken, die Zahl wirklich großer Gelegenheiten blieb gering. David Madlener blockte einen Rückhandversuch von Číp aus kurzer Distanz mit den Beinschonern (43.), ein Schlagschuss von Robin Gartner verfehlte den Kasten (45.). Für den DEC vergaben in der Folge erneut Číp und auch Timmins (jeweils 48.), dann erhielten die Vorarlberger ein weiteres Powerplay, das sie diesmal gegen ein gut gestaffeltes Penalty Killing der Rotjacken allerdings nicht in einen Torerfolg verwandeln konnten. Nach knappen Fehlschüssen von Patrick Harand und Marcel Witting (jeweils 52.) folgte in der Crunch Time ein weiteres Überzahlspiel der Bulldogs, in denen David Madlener sein Team gleich zwei Mal in extremis rettete (57.). Der EC-KAC überstand diese brenzlige Periode und hatte in den Schlusssekunden sogar noch zwei große Möglichkeiten auf die Entscheidung zu seinen Gunsten: Bei einem „Coast-to-Coast“-Vorstoß von Nick Petersen machte sich Rasmus Rinne im letzten Moment breit, ein Schlagschuss von Robin Gartner ins Getümmel strich unmittelbar vor der Sirene äußerst knapp am Gestänge vorbei. 

Somit ging die Begegnung in die Verlängerung, in der die Klagenfurter zahlreiche „Zwei-gegen-Eins“-Chancen herausspielten, davon aber keine nutzen konnten. Hundertpfund (61.), Koch (63.) und Bischofberger (64.) hatten jeweils die Entscheidung am Schläger, scheiterten jedoch jeweils äußerst knapp. Im daher nötigen Penaltyschießen hatten die Rotjacken dann den längeren Atem: David Madlener parierte gegen Joel Broda, Nick Petersen brachte die Klagenfurter mit einem schönen Haken auf die Rückhand in Führung. Dieser Treffer reichte bereits für den Zusatzpunkt, denn der Versuch von Michael Parks streifte lediglich die Querlatte und gegen Brendan O’Donnell behielt wieder Madlener die Oberhand. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war ein hartes Spiel gegen einen stark fightenden Gegner. Zu Beginn des Mitteldrittels hatten wir eine schwächere Phase, aus der wir uns aber selbst herausgearbeitet haben. Die Art und Weise, wie wir die Unterzahlsituationen in der Schlussphase überstanden haben, zeigt den guten Charakter unseres Teams, letztlich hatten wir ganz am Ende sogar noch die Chancen auf drei Punkte. Dass es zwei Zähler wurden, geht völlig in Ordnung, das stellt uns zufrieden. In vielen Details haben wir uns verbessert, unser Lernprozess geht weiter.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach elf absolvierten Saisonspielen, neun davon in der Fremde, halten die Rotjacken bei 18 Zählern, die (punktegleich mit dem viertplatzierten EC Salzburg) Tabellenrang fünf bedeuten. Seine nächste Partie bestreitet der EC-KAC erst am kommenden Freitag (Stadthalle, 17.30 Uhr) gegen den noch ungeschlagenen Leader, die Vienna Capitals. Das für Mittwoch vorgesehene Nachtragsspiel bei Medveščak Zagreb musste aufgrund von Verzögerungen beim Umbau des Dom Sportova erneut (auf einen noch festzulegenden Termin) verschoben werden.