KAC siegt auch in Zagreb

Mit einer soliden Auswärtsleistung und einem starken zweiten Spielabschnitt setzte sich der EC-KAC am Freitagabend erneut gegen Medveščak Zagreb durch, die Rotjacken siegten mit 4:2.

Foto: Pixsell/Igor Soban

 

Die Ausgangssituation:

Dem EC-KAC glückte im „Hinspiel“ gegen Medveščak Zagreb am Mittwoch der lange ersehnte Befreiungsschlag - und das auf spektakuläre Art und Weise: Lag man bis zur 56. Spielminute noch im 1:3 im Hintertreffen, so drehte man die Partie mit drei späten Toren, zwei davon in den finalen 19 Sekunden der Begegnung, noch zu seinen Gunsten. Dieser erste rot-weiße Sieg in der Pick Round, gleichzeitig der erste nach zuvor acht Niederlagen am Stück, ließ die Klagenfurter wieder auf Tabellenplatz fünf klettern, punktegleich mit dem Vierten aus Innsbruck befinden sich die Rotjacken damit mitten im Kampf um das Heimrecht für die erste Play-Off-Runde.

Die Bären aus Kroatiens Hauptstadt konnten wie der EC-KAC nur eines von fünf Spielen in der Zwischenrunde gewinnen. Vor eigenem Publikum blieb Medveščak jüngst vier Mal hintereinander ohne Punktgewinn, der letzte volle Erfolg im Dom Sportova war der 9:3-Kantersieg gegen Innsbruck am 14. Januar. Gegen die Rotjacken können die Kroaten allerdings auf eine positive Saisonbilanz verweisen: Sie siegten am Neujahrstag in Klagenfurt nach Verlängerung und setzten sich in beiden bisherigen Heimspielen gegen Rot-Weiß zurück. In regulärer Spielzeit gewann der EC-KAC in Zagreb seit den Play-Offs der Saison 2011/12 nicht mehr.

 

Die Personalien:

Unverändert aber zum voraussichtlich letzten Mal mussten die Rotjacken auf Olympiateilnehmer Mitja Robar verzichten. Ebenfalls nicht zur Verfügung standen der gesperrte Kevin Kapstad und der angeschlagene Marco Richter. Dafür kehrte Mittelstürmer Julian Talbot nach seiner Suspendierung durch das DOPS wieder ins Lineup zurück, auch Verteidiger Michael Kernberger aus dem AHL-Team der Klagenfurter rückte wieder ins Aufgebot. Angreifer Patrick Harand wurde in dieser Begegnung in der Abwehr eingesetzt. Im Tor des EC-KAC stand anders als im „Hinspiel“ gegen die Kroaten am Mittwoch Tomáš Duba.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC erwischte den besseren Start in die Partie und erspielte sich von Beginn an gute Möglichkeiten. Die ersten Versuche - Goalie Kevin Carr parierte gegen Manuel Ganahl nach einem Rebound (3.) und ein Fernschuss von Christoph Duller wurde geblockt (4.) - brachten noch keinen rot-weißen Torerfolg, wenig später klappte es aber. Die Linie um Thomas Koch, die diesem Abend ihren Stempel aufdrücken sollte, stellte die frühe KAC-Führung sicher: Der als Verteidiger aufgebotene Patrick Harand zog aus dem Hintergrund ab, Johannes Bischofberger fälschte im Slot in die Maschen ab - 0:1 (4.). Erst gegen Mitte des Startdrittels wurden auch die Gastgeber offensiv gefährlicher, immer wieder war es insbesondere die erste Sturmformation um Topscorer Tyler Morley, die für höhere Alarmbereitschaft sorgte. Bei einem Schlenzer von Michael Boivin, der in aussichtsreicher Position viel Raum vorfand, warf sich ein KAC-Verteidiger mutig dazwischen (9.). Danach konnten sich die Torhüter auf beiden Seiten auszeichnen: Sowohl im Hechtsprung gegen Johannes Bischofberger als auch bei einem Schlenzer von Thomas Koch blieb Carr Sieger (12.), auf der Gegenseite rettete Tomáš Duba mit den Beinschonern gegen den von Sondre Olden angespielten Tyler Morley (13.). Noch in derselben Minute gelang den Bären jedoch der Ausgleich: Thomas Hundertpfund pflückte den Puck mit der Hand aus der Luft, dieser fiel Tomáš Netík vor die Beine, der von den rechten Hashmarks aus per Wristshot einsendete (13.). In den verbleibenden Minuten des ersten Durchgangs gehörten die gefährlicheren Offensivaktionen dann wieder den Rotjacken, die allerdings einen „Zwei-gegen-Eins“-Konter ungenutzt ließen (16.) und bei denen Manuel Ganahl nach starkem Harand-Vorstoß einen Rebound nur knapp verpasste (19.).

Der Start ins Mitteldrittel glückte den Klagenfurtern ausgezeichnet, nach nur 14 gespielten Sekunden gingen sie wieder in Führung: Einen Querpass von Johannes Bischofberger vom rechten Flügel aus traf Stefan Geier im Slot nicht richtig, die Scheibe landete dadurch aber genau beim freistehenden Thomas Koch, der Goalie Carr mit einem Haken auf die Rückhand verlud und auf 2:1 für den EC-KAC stellte. Die Mannschaft von Steve Walker und Christoph Brandner spielte nun groß auf, eine Deflection von Matthew Neal ging aber zu zentral aufs Gehäuse (22.), Thomas Koch über links und Thomas Hundertpfund aus der Drehung verfehlten den Kasten (jeweils 24.). Nach einem ersten, von den Rotjacken souverän überstandenen Unterzahlspiel flackerte Zagrebs Offensive kurzzeitig auf, Duba klärte jedoch innerhalb eines Angriffs sowohl gegen Olden und Morley aus kurzer als auch gegen Boivin aus größerer Distanz (27.). Die große Möglichkeit auf den dritten KAC-Treffer ergab sich zur Spielmitte für Thomas Hundertpfund, der am Torraum unbedrängt an einen Abpraller kam, den Puck jedoch über die Querlatte setzte (30.). Kapital schlugen sie Klagenfurter dann aus ihrem zweiten Powerplay des Abends: Eineinhalb Minuten lang setzten sie sich in der Angriffszone fest, ehe sie schließlich jubelnd abdrehen konnten. Einen Fernschuss von Stefan Geier versuchte Zagrebs Torhüter in die Ecke abzulenken, die Scheibe landete aber direkt beim neben dem Gehäuse stehenden Thomas Koch, der mit dem Rücken zum Spielgeschehen toll auf Jon Rheault querlegte, der aus kurzer Distanz und vorm halbleeren Kasten keine Probleme hatte, auf 3:1 aus rot-weißer Sicht zu stellen (35.). In einem starken Mitteldrittel hätte der EC-KAC seinen Vorsprung auch noch weiter ausbauen können: Nach feiner Verzögerung von Hundertpfund und folgendem Querpass wurde ein Schuss von Andrew Kozek gerade noch ins Hintertornetz abgefälscht (36.), der von Koch in Szene gesetzte Bischofberger verzog aus dem Slot knapp (38.).

Im dritten Durchgang verteidigten sich die Rotjacken gut, Zagreb wurde meist auf die Außenpositionen abgedrängt, durchkommende Schüsse wurden stets zur Beute von Tomáš Duba. Vorne ließ der von Manuel Geier freigespielte Jamie Lundmark die erste gute Möglichkeit auf den vierten Treffer noch aus (45.), dann stellte Johannes Bischofberger die Weichen aber endgültig auf Auswärtssieg: Thomas Koch spielte den KAC-Topscorer vom linken Flügel aus an und der an der Innenseite des Faceoff-Kreises postierte Stürmer schaufelte den Puck aus spitzem Winkel in die Maschen (46.). Weil die Klagenfurter eine weitere Unterzahl souverän verteidigten und Netík nach Koskiranta-Antritt über links im Zentrum den Puck nicht richtig traf (50.), hatte der Vorsprung des EC-KAC weiter Bestand. Doch auch seine Angriffsbemühungen hatte Rot-Weiß noch lange nicht eingestellt: Ein feines Zuspiel über 20 Meter von David Fischer fand Jon Rheault, der zwei Gegner aussteigen ließ und vom dritten umgerissen wurde. Im daraus resultierenden Powerplay brauchte es etwas, ehe die Positionen gefunden waren, dann baute der EC-KAC aber viel Druck auf, der in einer weiteren Hinausstellung gegen die Kroaten mündete. In den 24 Sekunden doppelter Überlegenheit gelang jedoch ebenso kein Treffer wie in der einfachen Überzahl danach, bei einem Onetimer von Julian Talbot war Kevin Carr aufmerksam (56.). Medveščak versuchte es, sich in der Schlussphase nochmals aufzubäumen, mehr als der Anschlusstreffer zum 2:4 schaute dabei aber nicht heraus: Neuzugang Drew Schiestel zog von der blauen Linie aus ab, zwei Angreifer nahmen Duba die Sicht und einer davon, Jozef Balej, fälschte auch noch entscheidend ab (58.). Als Martin Schumnig 88 Sekunden vor der Schlusssirene in die Kühlbox musste, rannte Zagreb mit sechs Feldspielern gegen vier Klagenfurter an, diese ließen sich jedoch nicht mehr aus der Reserve locken, verteidigten sich geschickt und sicherten sich den zweiten Sieg hintereinander. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir bauten in den ersten fünf, sechs Minuten viel Druck auf und wurden dafür mit dem Führungstreffer belohnt. Der Ausgleich war ein unnötiges Gegentor, wir ließen uns davon aber nicht vom Weg abbringen und lieferten ein sehr starkes zweites Drittel ab, in dem wir zahlreiche gute Möglichkeiten kreierten, von denen wir auch zwei nutzen konnten. Über die gesamte Partie hinweg waren wir stark im Penalty Killing, auch im dritten Abschnitt, als Zagreb noch einmal versuchte, Druck zu erzeugen, hielten wir sie meist sehr außerhalb der gefährlichen Bereiche des Spielfelds. Insgesamt war das eine durchwegs positive Vorstellung und ein erfreulicher Auswärtssieg.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem zweiten Sieg innerhalb von 48 Stunden schraubte der EC-KAC sein Punktekonto in der Pick Round auf acht Zähler nach oben. Die Rotjacken kletterten damit wieder auf den vierten Tabellenplatz, der im Play-Off-Viertelfinale Heimrecht bedeuten würde. Diesen gilt es am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) im nächsten Auswärtsspiel zu verteidigen, dann gastieren die Klagenfurter beim HC Innsbruck, der am Freitag in Linz mit 2:4 unterlag und derzeit drei Punkte hinter dem EC-KAC auf Position fünf liegt.