KAC verliert in Wien trotz starker Leistung mit 1:2

Eine starke Vorstellung der Rotjacken im Auswärtsspiel beim Tabellenführer blieb unbelohnt, ein Gegentreffer in Minute 59 bedeutete die dritte Ein-Tor-Niederlage für den EC-KAC in Folge.

Foto: Vienna Capitals/Vymlatil

 

Die Ausgangssituation:

Mit dem Auswärtsspiel in Wien, seinem achten in Serie, beendete der EC-KAC seine lange Serie an in der Fremde ausgetragenen Begegnungen zu Saisonbeginn. Die Rotjacken sammelten bislang eifrig Punkte, ihre 13 Zähler ließen sie von Tabellenplatz vier aus in das Gastspiel in der Bundeshauptstadt gehen. Allerdings mussten sich die Klagenfurter in ihren beiden jüngsten Partien in Villach (2:3) und Znojmo (1:2) jeweils knapp geschlagen geben. In der nunmehrigen Erste Bank Arena unterlag Rot-Weiß bei jedem seiner fünf Auftritte seit Januar 2017, bei den drei Auswärtsspielen in Wien in der vergangenen Saison gelang zudem jeweils nur ein Treffer pro Begegnung.

Die Vienna Capitals siegten in jedem ihrer bislang acht Saisonspiele, lediglich in Runde eins, als er sich in Linz erst nach dem Penaltyschießen durchsetzte, gab der Meister von 2017 einen Zähler ab. Die Mannschaft von Neo-Head Coach Dave Cameron ging mit einem beruhigenden Acht-Punkte-Vorsprung auf die ersten Verfolger Graz und Bolzano in das Heimspiel gegen den EC-KAC. Auf die Rotjacken trafen die Caps in ihrer Vereinshistorie bislang 115 Mal, 60 Klagenfurter Siegen standen deren 55 der Wiener gegenüber. In jeder der jüngsten drei Spielzeiten entschieden die Donaustädter das direkte Saisonduell mit dem Rekordmeister allerdings für sich.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot exakt jene 21 Spieler auf, die auch im Nachtragsspiel in Znojmo am Dienstagabend zum Einsatz gekommen waren. Niklas Würschl war als siebter Verteidiger mit dabei, weder in den drei Pairings in der Abwehr noch in den vier Sturmreihen kam es zu Umstellungen. Die einzige Veränderung im Lineup betraf somit die Torhüterposition: In Wien erhielt David Madlener seinen zweiten Saisonstart.

 

Der Spielverlauf:

Die gastgebenden Capitals fanden besser in die Begegnung, bei zwei „Zwei-gegen-Eins“-Angriffen hatten sie erste Möglichkeiten: Kurt Davis zog aus dem Hinterhalt ab, Goalie David Madlener parierte sicher (3.), Benjamin Nissner setzte den Puck nach einem suboptimalen KAC-Wechsel aus halblinker Position über den Kasten (5.). Die Rotjacken wurden während ihres ersten, insgesamt sehr gut gespielten Powerplays gefährlich: Nach einem scharfen Diagonalpass von Mitch Wahl fälschte Nick Petersen am Torraum gut aber zu unplatziert ab (7.). Wiens nächste Chance war ein Schlagschuss von Dominic Hackl aus der Entfernung, der von Madleners Brust wegsprang, Jamie Arniel schoss den Abpraller über das Gehäuse (11.). Auf der Gegenseite flog eine Direktabnahme von Siim Liivik über die Querlatte (13.), ehe die beste Gelegenheit der Wiener im ersten Abschnitt zu notieren war: Riley Holzapfel tankte sich mit einem schönen Haken zwischen zwei KAC-Verteidigern durch, David Madlener parierte und fischte den Rebound zusätzlich noch förmlich von der Schlägerschaufel des einschussbereiten Kelsey Tessier (14.). Danach konnten die Rotjacken offensiv weiter zulegen: Niki Kraus war mit einer Doppelchance knapp nicht erfolgreich (15.), ein Schlenzer aus der Distanz, abgegeben von Adam Comrie und vor dem Tor noch abgefälscht, flog am Pfosten vorbei (17.). Die größte Möglichkeit auf den rot-weißen Führungstreffer fand in der Schlussminute des Startdrittels Johannes Bischofberger vor: Von Thomas Hundertpfund von hinter dem Kasten aus bedient, zog er an den Hashmarks per Onetimer ab, Torhüter Jean-Philippe Lamoureux wehrte den Versuch noch am Tor vorbei.

Erst 15 Sekunden waren im zweiten Durchgang absolviert, als sich Stefan Geier an seinem Gegenspieler vorbei und vor das Wiener Tor schob, wo er allerdings mit seinem Rückhandversuch am starken Schlussmann der Capitals scheiterte. Beim Tabellenführer drängte sich Chris DeSousa aus der Ecke vor den Kasten, David Madlener verdeckte ihm jedoch zwei Mal jede Einschussfläche (25.). Während der zweiten Unterzahlsituation der Partie hatten die Rotjacken nach einem misslungenen Lamoureux-Ausflug die große Chance auf einen Shorthanded-Treffer, der Goalie kam jedoch noch rechtzeitig zurück in seine Position, um Liiviks Schuss zu halten (27.). Der Finne scheiterte auch während des zweiten KAC-Powerplays von halbrechts kommend an Lamoureux (30.), der zudem bei einem Wristshot aus der Halbdistanz von Clemens Unterweger nach starkem Offensivzonen-Shift der Hundertpfund-Linie sicher zupackte (32.). Nach einem scharfen Diagonalpass von Mitch Wahl fälschte Thomas Koch ideal ab, Wiens Schlussmann bekam jedoch die Beine noch rechtzeitig zusammen (33.). Trotz Klagenfurter Chancenplus waren es die Vienna Capitals, denen schließlich der erste Treffer der Partie gelang: Nach einem zu wenig nachdrücklichen Befreiungsversuch der Rotjacken legte Alex Wall vom linken Flügel aus quer, im Zentrum traf DeSousa den Puck zwar nicht richtig, dieser schlüpfte dennoch unter Madleners Beinschonern hindurch über die Linie (35.). Fast wäre dem Leader auch das zweite Tor des Abends gelungen: Nach einem „Coast-to-Coast“-Antritt von Peter Schneider rettete Madlener (36.). Auch in der Schlussphase des zweiten Drittels fand der EC-KAC zwei Großchancen vor: Bei einem „Drei-gegen-Eins“-Konter scheiterte der finale und vielversprechende Querpass auf Thomas Hundertpfund an einem guten Poke-Check von J.-P. Lamoureux, noch im gleichen Angriff setzte Johannes Bischofberger einen Schlenzer aus spitzem Winkel an die Querlatte (jeweils 39.).

Früh im Schlussabschnitt erhielten die Klagenfurter ihre dritte Powerplay-Gelegenheit des Abends, die sie nach druckvollem Aufbau auch in den Ausgleich verwandeln konnten: Mitch Wahl traf, nachdem er Sekunden zuvor aus nahezu identer Position gescheitert war, aus dem Handgelenk in die kurze Ecke - 1:1 (43.). Quasi im Gegenzug fuhren die Capitals einen „Drei-gegen-Eins“-Angriff, bei dem der Querpass jedoch nicht ankam (44.), wenig später scheiterte Peter Schneider zwei Mal von den Hashmarks aus (47.). In Wiens drittem Powerplay brannte es vor dem Kasten der Rotjacken nur ein Mal, da aber richtig: Adam Comrie kratzte den Puck vor DeSousa sprichwörtlich von der Linie (51.). Als die Klagenfurter wieder zu fünft am Eis standen, kamen sie umgehend zu einer Doppelchance, doch weder der Abschluss von Thomas Hundertpfund noch jener von Johannes Bischofberger, beide aus idealer Lage abgegeben, fand den Weg ins Tor (52.). Weil die Rotjacken in der Folge auch ihre vierte Unterzahlsituation der Partie bravourös überstehen konnten, wurde die Entscheidung in dieser hochklassigen Begegnung in die absolute Schlussphase verschoben - und da hatte der noch unbesiegte Tabellenführer das bessere Ende für sich: Einen Pass/Schuss-Hybriden von Benjamin Nissner fälsche DeSousa am Torraum ab, Madlener parierte mit den Pads, doch Wiens bester Saisontorschütze drückte seinen eigenen Rebound über die Linie und sorgte damit für die dritte Ein-Tore-Niederlage des EC-KAC hintereinander (59.). Die insgesamt groß aufspielenden Klagenfurter gingen in der finalen Spielminute noch einmal volles Risiko und stürmten bei „Sechs-gegen-Vier“, die beste rot-weiße Möglichkeit setzte Adam Comrie aus halbrechter Position aber weit über die Querlatte. (HB)

 

Der Kommentar:

„Auch wenn das heute eine schwer hinzunehmende Niederlage war, so haben wir bewiesen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Wir haben aus einer geordneten Struktur heraus toll gekämpft, wir erspielten uns viele Möglichkeiten, wir haben uns im Powerplay deutlich gesteigert. Es fehlt noch am Abschluss, an diesem unbedingten Nachdruck vor dem gegnerischen Kasten. Insgesamt haben wir es zu diesem Zeitpunkt in der Saison noch nicht geschafft, das momentan beste Team der Liga in dessen eigener Halle zu besiegen, aber wir waren knapp dran und das stimmt mich positiv für die Zukunft.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit der dritten Ein-Tor-Niederlage hintereinander endete die lange Serie an Auswärtsspielen für die Rotjacken, sie halten unverändert bei 13 Zählern und liegen damit weiterhin im ersten Tabellendrittel der Erste Bank Eishockey Liga. Nun folgt für den EC-KAC am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr, Sitz- und Stehplätze auf kac.at/tickets) die lange ersehnte Heimpremiere, Gegner ist dann der HC Innsbruck. Von den kommenden 17 Partien werden die Klagenfurter 13 in der heimischen Stadthalle bestreiten.