Klares 5:0 fixiert Play-Off-Einzug

Im feierlichen Rahmen der Jamie Lundmark Night sicherte sich der EC-KAC am Sonntagabend mit einem 5:0-Erfolg über Orli Znojmo die Teilnahme an der Pick Round und den Play-Offs.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC lieferte am vergangenen Freitag im Auswärtsspiel beim EC Salzburg eine gute Leistung ab, musste sich nach einem Powerplay-Gegentor in Spielminute 52 dem CHL-Halbfinalisten aber knapp mit 0:1 geschlagen geben. Damit fehlte den Rotjacken, die bereits den Klubrekord für die höchste jemals erreichte Punktzahl in der ersten Grunddurchgangsphase gebrochen haben, unverändert ein Zähler, um auch letzte mathematische Zweifel auszuräumen und sich das Ticket für die Pick Round und damit auch die Play-Offs 2019 zu sichern. Gegen Orli Znojmo siegten die Klagenfurter im bisher einzigen Saisonheimspiel knapp mit 2:1, in Tschechien unterlag man den Adlern mit 1:2 und 4:8.

Orli Znojmo vergab am vergangenen Freitag mit einer 1:4-Heimniederlage die letzte Möglichkeit, sich für die obere Gruppe der Zwischenrunde zu qualifizieren. Die Tschechen kamen auf Tabellenplatz zehn liegend in die Stadthalle, die sie bei jedem ihrer jüngsten fünf Auftritte als Verlierer verlassen musste. Znojmo, Ende November und Anfang Dezember noch eine der formstärksten Mannschaften der Liga, wies in den vergangenen Wochen eine recht durchwachsene Bilanz auf: Neun der letzten 14 Partien gingen verloren. Auswärts präsentierten sich die Südmähren jedoch recht erfolgreich, jeden ihrer jüngsten sechs Siege konnten sie in fremden Arenen einfahren.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrte der zuletzt gesperrte Adam Comrie ins Lineup zurück, die Klagenfurter mussten damit nur noch auf den langzeitverletzten Kapitän Manuel Geier verzichten. Gegenüber dem Auswärtsspiel in Salzburg am Freitag rutschte Ramón Schnetzer aus dem Aufgebot, Patrick Harand blieb in der Verteidigung und bildete dort eine Paarung mit Steven Strong. Zwischen den Pfosten stand in dieser Begegnung zum vierten Mal in Folge Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Die erste gute Torchance der Partie hatten die Rotjacken in der zweiten Spielminute, als Patrick Harand den Puck von der blauen Linie aus auf den Kasten der Gäste brachte: Tomáš Halász ließ prallen, doch Marco Richter setzte den Rebound knapp über den Kasten. Nachdem Nicolas Hlava mit einem Handgelenksschuss vom rechten Faceoff-Kreis aus an Lars Haugen gescheitert war (3.), durften die Tschechen erstmals in Überzahl ran, ließen diese allerdings ungenutzt, der EC-KAC verteidigte sich gut. Glück hatten die Klagenfurter als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, nach einem missglückten Ausflug hinter das eigene Gehäuse von Lars Haugen war der an den Puck gekommene Allan McPherson zu überrascht, um daraus Kapital schlagen zu können (8.). Eine knapp am Pfosten vorbeifliegende Deflection von David Bartoš (10.) läutete die erste rot-weiße Druckphase der Partie ein: Zunächst knalle Adam Comrie den Puck aus der Halbdistanz an den Außenpfosten, nur wenige Sekunden später scheiterte Mitch Wahl mit einem Wristshot am Schoner von Halász (jeweils 10.). Im ersten KAC-Powerplay vergab Matthew Neal aus zentraler Position (11.), bei numerischem Gleichstand am Eis scheiterte Andrew Kozek daran, zwei nach einem Schumnig-Fernschuss entstandene Rebounds in die Maschen zu setzen (14.). Patrick Harand blockte bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff der Tschechen den finalen Querpass stark (14.), ehe Lars Haugen gegen den frei an den Hashmarks zum Abschluss gekommenen Radim Matuš dafür sorgte, dass die Rotjacken ohne Gegentreffer blieben (19.). Dazwischen schrammte Thomas Hundertpfund nur knapp an einem Treffer vorbei, als er einen scharfen Diagonalpass von Steven Strong im Slot um Haaresbreite verfehlte (17.).

Die erste Großchance im zweiten Durchgang hatten die Gäste, Torjäger Marek Kalus fälschte ein Matuš-Zuspiel von außen über den Kasten ab (22.), fast im direkten Gegenzug gingen die Klagenfurter in Führung: Marco Richter steckte nach einem erfolgreich gestörten Spielaufbau des Gegners auf Matthew Neal durch, der Torhüter Halász mit einem Doppelhaken verladen und zum 1:0 einschießen konnte (24.). Nach einem ertraglosen Powerplay verdoppelte der EC-KAC seinen Vorsprung im Zuge seiner dritten Überzahlmöglichkeit des Abends: Mitten in einen Wechsel Znojmos hinein spielte Lars Haugen den Puck über 40 Meter an die offensive blauen Linie zu Thomas Hundertpfund. Dieser ließ mit der Rückhand ins Zentrum abtropfen, wo Johannes Bischofberger Meter machte und schließlich mit einem harten Schlenzer einsenden konnte (29.). Die Hausherren blieben am Drücker, Mitch Wahl setzte einen schön gezogenen Wristshot an das Lattenkreuz (31.), der aufgerückte Robin Gartner scheiterte bei einem Alleingang - allerdings noch strafwürdig behindert - am Schlussmann der Tschechen (33.). In der Schlussphase des zweiten Durchgangs machten die Adler wieder mehr für die Offensive: Ein Schlenzer von Jakub Stehlík aus der Distanz flog knapp neben den Pfosten, gegen Petr Mrázek brillierte Lars Haugen innert fünf Sekunden gleich zwei Mal (jeweils 38.).

Vor den Augen ihres von Publikum immer wieder lautstark besungenen Rekordtorjägers brachten die Rotjacken im dritten Abschnitt dann ansehnliches Angriffshockey auf das Eis. Thomas Koch scheiterte nach einem „Drei-gegen-Zwei“-Angriff von den rechten Hashmarks aus noch an der Schulter des Torhüters (46.), auch Nick Petersen vergab aus aussichtsreicher Position (47.). Erneut bei numerischem Vorteil kam der EC-KAC dann aber ein drittes Mal auf die Anzeigetafel: Petersen schlenzte, Geier verpasste dem Puck eine leichte Richtungsänderung und Neal stocherte den so ermöglichten Abpraller über die Linie (51.). Der Torhunger der Klagenfurter war damit jedoch noch nicht gestillt: Nach einem starken Block von Marcel Witting in der eigenen Zone war Niki Kraus über rechts auf und davon, sein spätes Zuspiel ins Zentrum wurde von Abwehrspieler Mikko Vainonen unter dem Torhüter hindurch ins eigene Tor abgefälscht (54.). Und gleich in ihrem nächsten Shift traf die vierte Sturmformation erneut: Der aus der Rundung druckvoll vor das Tor ziehende Siim Liivik stopfte die Scheibe am Beinschoner von Halász vorbei in die kurze Ecke und fixierte somit den Endstand (56.). Die finalen Minuten der Begegnung gehörten dann wieder ganz Jamie Lundmark, der mit sichtlicher Rührung die Akklamationen der über 4.000 Zuseher entgegennahm. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war für unser Team und unseren Verein ein sehr emotionaler Abend. Die Mannschaft musste erst einen Weg finden, damit umzugehen, ich denke, das hat man im ersten Abschnitt gesehen. Je länger die Partie gedauert hat, desto besser kamen wir in die Gänge, im dritten Drittel spielten wir jenes Eishockey, das wir vom EC-KAC sehen wollen. Bei all dem feierlichen Charakter dieses Tages hat das Team trotzdem auch gezeigt, dass es dieses Spiel unbedingt gewinnen und die Play-Off-Teilnahme endgültig fixieren will. Ein guter Abend für das Klagenfurter Eishockey.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem 27. Sieg in der laufenden Saison holte sich der EC-KAC endgültig sein Ticket für die obere Gruppe der Zwischenrunde und damit auch die Play-Offs 2019. Die Rotjacken liegen in der EBEL-Tabelle unverändert auf Rang drei, vier Punkte hinter dem Zweiten (Graz) und zwei Zähler vor dem Vierten (Bolzano). Die erste Phase des Grunddurchgangs beschließen die Klagenfurter in der kommenden Woche mit zwei Auswärtsspielen beim HC Innsbruck am Freitag und beim EHC Linz am Sonntag. In diesen Begegnungen geht es für den EC-KAC darum, sich eine möglichst gute Ausgangsposition in Form von Bonuspunkten für die Pick Round zu sichern. Fest steht seit Sonntagabend, dass der erste der drei Startplätze der Erste Bank Eishockey Liga für die Champions Hockey League 2019/20 nicht an die Klagenfurter gehen wird.