Knappe KAC-Niederlage in Salzburg

In einer über weite Strecken offenen Begegnung mussten sich die Rotjacken am Sonntagabend auswärts beim EC Salzburg mit 2:3 geschlagen geben.

Foto: GEPA/RedBull/Roittner

 

Die Ausgangssituation:

Auf Tabellenplatz zwei liegend reisten die Rotjacken zum Gastspiel beim EC Salzburg, einem der beiden EBEL-Klubs, den sie im Verlauf der bisherigen Saison noch nicht bezwingen konnten. Für die Klagenfurter ging am Freitag im Auswärtsspiel in Linz (2:4) eine starke Serie von sieben Siegen am Stück zu Ende, es war dies die erste Niederlage für den EC-KAC seit der Partie gegen die Mozartstädter am 5. November in Klagenfurt (0:3). In der Fremde holte Rot-Weiß heuer in 13 Begegnungen bereits acht Siege, was dem zweithöchsten Wert hinter Tabellenführer Wien entsprach. Auswärts erzielten die Rotjacken in der laufenden Spielzeit auch deutlich mehr Treffer (42) als vor eigenem Publikum (30).

Der EC Salzburg hatte heuer einige Probleme, in die Saison zu finden, seit Mitte Oktober zeigt die Formkurve des sechsfachen EBEL-Champions aber deutlich nach oben: Von ihren jüngsten 14 Spielen gewannen die Bullen gleich zehn, zuletzt gab es „Back-to-Back“-Erfolge gegen Orli Znojmo (4:1 zu Hause, 4:3 n.V auswärts) zu bejubeln. Gegen den EC-KAC, an dem Salzburg im letztjährigen Play-Off-Halbfinale trotz einer 2:0-Serienführung gescheitert war, holte die Mannschaft von Head Coach Greg Poss heuer bislang das Maximum von sechs Zählern, sowohl Ende September im Volksgarten (6:3) als auch Anfang November in der Stadthalle (3:0) siegte man mit drei Treffern Differenz. Damit baute der EC Salzburg seine Führung in der historischen Bilanz der Duelle zwischen diesen beiden Klubs weiter aus: Von den 122 seit 2004 ausgetragenen Begegnungen gingen 66 an die Bullen und 56 an den EC-KAC.

 

Die Personalien:

Neben den bereits seit längerer Zeit verletzten Richie Regehr, Jamie Lundmark und Matthew Neal musste der EC-KAC in diesem Auswärtsspiel kurzfristig auch auf Thomas Koch verzichten, der in der Nacht zum Spieltag erkrankte. Während dem Warmup fiel zudem Martin Schumnig aus. Damit boten die Rotjacken ein Lineup auf, das den geringsten Kaderpunktewert der bisherigen EBEL-Spielzeit 2017/18 aufwies. Wieder mit dabei war allerdings Topscorer Johannes Bischofberger, der die Partie in Linz am Freitag krankheitsbedingt verpasst hatte. Zwischen den Pfosten stand David Madlener, der in Salzburg zu seinem 13. Saisonstart kam. 

 

Der Spielverlauf:

Schon in den ersten 60 Sekunden kamen beide Teams zu jeweils einer guten Gelegenheit: Bei einem Wrap-Around von Thomas Raffl war Goalie David Madlener mit den Beinschonern zur Stelle, auf der Gegenseite entschied sich Johannes Bischofberger im „Zwei-gegen-Eins“-Konter dazu, selbst abzuschießen, verzog aber. Als Jon Rheault gegen den am Torraum einschussbereiten Peter Mueller hakte, kam Salzburg zu seinem ersten Powerplay, das die Bullen auch umgehend - wenngleich etwas glücklich - ausnutzen konnten: Den Schlagschuss von Alexander Pallestrang von der blauen Linie aus fälschte Christoph Duller mit seinem Skate unglücklich ins kurze Eck des eigenen Tores ab (5.). Die Rotjacken hielten sofort dagegen: Bei einer Torumrundung von Marco Brucker war der bereits am Boden liegende Bernhard Starkbaum aber aufmerksam (5.). Danach verlagerte sich das Spiel mehr und mehr in die neutrale Zone, ehe die Hausherren etwa zur Mitte des Startdrittels wieder vermehrt Druck aufbauen und sich gute Möglichkeiten in Serie herausspielen konnten. Eine Deflection von Peter Mueller ging knapp daneben (9.), noch im gleichen Shift parierte Madlener herausragend sowohl gegen Mueller im Solo als auch gegen Brant Harris im Nachschuss (10.). Nach einem starken Vertikalpass von Thomas Raffl vergab der aufgerückte Verteidiger Bobby Raymond am langen Pfosten mit der Rückhand nur knapp (11.). Der EC-KAC konnte sich in der Folge Stück für Stück aus seiner recht misslichen Lage befreien und kam dann auch zum Ausgleichstreffer: Manuel Ganahl schoss aus halblinker Position, den von Starkbaum hergegebenen Rebound wischte ein Salzburger Verteidiger beim Versuch der Befreiung direkt auf den Schlittschuh von Kevin Kapstad, von dem aus der Puck über die Linie rutschte (15.). Und um ein Haar hätte Rot-Weiß die Partie im ersten Abshnitt sogar noch gedreht: Julian Talbot verzögerte beim Eintritt in die Angriffszone geschickt gegen drei Gegenspieler und legte auf den mitgelaufenen Johannes Bischofberger quer, dessen satter Handgelenksschuss allerdings nur auf den Pfosten klatschte (19.).

Im zweiten Abschnitt gelang beiden Mannschaften in der Vorwärtsbewegung zunächst nur wenig, ein neben den Kasten abgefälschter Versuch von John Hughes aus dem Slot (23.) blieb der einzige echte Aufreger. Danach überstanden die Klagenfurter ein Unterzahlspiel weitestgehend ungefährdet, ehe sie nach einem langen und von großer Energie gekennzeichneten Shift der Linie um Marco Brucker auch wieder vorne gefährlich wurde: Starkbaum hatte einen verdeckten Schlagschuss von David Fischer jedoch im Nachfassen (28.). Ihr drittes Powerplay konnten die Bullen dann zum zweiten Treffer nutzen: Brant Harris stocherte am Torraum mehrfach nach und brachte den Puck auch ins Tor (33.). Eine gute Minute später ergab sich für den EC-KAC die goldene Chance auf den neuerlichen Ausgleich: Aus der neutralen Zone heraus überliefen Manuel Ganahl und Johannes Bischofberger sämtliche Gegenspieler, den vom Klagenfurter Topscorer abgeschlossenen „Zwei-gegen-Null“-Angriff parierte der gute Bernhard Starkbaum aber sehenswert mit seinen Pads (34.). Gefährlich wurde Salzburg danach vor allem während eines weiteren Überzahlspiels: David Madleners Schulter zuckte bei einem Abschluss von Rob Schremp aus kurzer Distanz noch rechtzeitig hoch, einen Fernschuss von Mueller parierte der Goalie mit der Fanghand (jeweils 36.). Just als das Powerplay der Bullen ausgelaufen war, landete ein von der Bande ungewöhnlich zurückspringender Puck direkt auf der Schaufel von Ryan Duncan, dessen Schuss aufs halbleere Tor aus spitzem Winkel aber am Gehäuse vorbeiflog (37.).

Im dritten Durchgang neutralisierten sich die beiden Mannschaften anfangs, die erste große Gelegenheit fanden die Gastgeber vor, aber David Madlener klärte im Verbund mit dem Gestänge den Abschluss eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters durch Thomas Raffl (47.). Es folgten drei rasante Minuten mit Chancen auf beiden Seiten: Raffl fälschte einen Schlagschuss von Raymond ans Außengestänge (47.), Starkbaum war bei einem Kapstad-Schuss auf die kurze Ecke aufmerksam, Madlener parierte eine Mueller-Direktabnahme mit den Pads (jeweils 49.) und ein Bischofberger-Wristshot vom linken Flügel zischte knapp über den Kasten (50.). Mitten in dieser spektakulären Phase konnten die Salzburger allerdings auch anschreiben: Ein von der Bande vors Tor zurückspringender Puck hoppelte mehrfach abgefälscht dem Crease entlang, ehe ihn Rob Schremp im Fallen einsenden konnte (49). Fast wären die Bullen noch weiter enteilt, doch David Madlener rettete gegen den frei vor ihm aufgetauchten Michael Schiechl, der sich zuvor sehenswert an zwei KAC-Verteidigern vorbei manövriert hatte (50.). Noch gab sich der EC-KAC jedoch nicht geschlagen: Bei einem Schlenzer von David Fischer von der blauen Linie aus nahmen zumindest zwei Salzburger ihrem eigenen Goalie die Sicht, der Puck schlug über der linken Schulter von Bernhard Starkbaum ein (55.). Bei der Jagd auf den Ausgleich mussten sich die Rotjacken dann aber ihre schwindenden Kräfte eingestehen, vielmehr war es der Gastgeber, der einem weiteren Treffer noch mehrfach nahekam: Ein Wristshot von Peter Mueller ging an den Pfosten (56.), bei numerischer Überlegenheit traf auch Bobby Raymond nur Metall (57.), gegen Rob Schremp - ebenfalls im Powerplay - klärte der starke David Madlener mit der Fanghand (jeweils 57.). Ein letzter Versuch der Klagenfurter, den Ausgleich mit einem sechsten Feldspieler am Eis zu erzwingen, versandete, die Bullen sicherten sich im dritten Saisonduell mit dem EC-KAC den dritten Sieg. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir verloren heute einen Spieler am Vormittag und einen während des Warmups aufgrund von Krankheiten, das beeinflusst das gesamte Setup natürlich. Daher versuchten wir, das Score so niedrig wie möglich zu halten, was uns auch gelungen ist. Die zweite Zielsetzung, der Strafbank fernzubleiben, haben wir aber nicht erreicht, Salzburg hat das ausgenützt und im Powerplay die Partie zu seinen Gunsten entschieden. Ich bin jedoch sehr stolz auf den Kampfgeist, den wir heute bei widrigen Umständen und gegen einen starken Gegner gezeigt haben. Beim Retourspiel kommende Woche möchten wir mit dem gleichen Spirit zur Tat schreiten, dann haben wir wieder eine gute Chance, erfolgreich zu sein.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit der zweiten Auswärtsniederlage an diesem Wochenende und aufgrund des gleichzeitigen Siegs des EHC Linz in Bolzano verloren die Rotjacken den zweiten Tabellenplatz, der nun aufgrund des besseren Torverhältnisses wieder den Oberösterreichern gehört. Die Möglichkeit, sich beim EC Salzburg zu revanchieren, ergibt sich für den EC-KAC aber schon in der nächsten Runde: Am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) sind die Bullen in Klagenfurt zu Gast. Dabei werden auch Martin Schumnig, Thomas Koch und Jamie Lundmark im rot-weißen Lineup zurückerwartet.