Knappe KAC-Niederlage in Villach

Der EC-KAC blieb in seinem sechsten Saisonspiel erstmals ohne Punktgewinn, die Rotjacken mussten sich im Kärntner Derby auswärts beim EC VSV knapp mit 2:3 geschlagen geben.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC legte einen guten Start in die neue Saison in der Erste Bank Eishockey Liga hin, mit Ausnahme einer Niederlage im Penaltyschießen bei Fehérvár AV19 gewannen die Rotjacken alle ihre bisherigen (Auswärts-)Partien in regulärer Spielzeit. Ins 322. Kärntner Derby gingen die Klagenfurter, obwohl sie noch die Nachtragsspiele in Znojmo und Zagreb auszutragen haben und damit zwei Mal weniger oft im Einsatz waren als der Großteil ihrer Konkurrenten, vom dritten Tabellenplatz aus. Duelle mit dem EC VSV waren für den Rekordmeister in der jüngeren Vergangenheit meist eine recht erfreuliche Angelegenheit, alle der letzten sechs Begegnungen gingen an Klagenfurt, wenngleich in sämtlichen vier Partien in der abgelaufenen Spielzeit jeweils nur ein Treffer den Ausschlag zwischen Sieg und Niederlage gab.

Eher holprig verlief das Intro zur Saison 2018/19 für den EC VSV, in ihren sieben ausgetragenen Spielen vor dem Kärntner Derby konnten die Adler keinen einzigen Sieg nach 60 Minuten verbuchen. Die Heimerfolge gegen Znojmo, Zagreb (jeweils in der Verlängerung) und Bolzano (im Shootout) ließen aber immerhin sechs Punkte auf das blau-weiße Konto wandern, die in der Tabelle Position zehn ergaben. In seiner letzten Partie vor dem Derby unterlag der EC VSV am Freitag dem Vizemeister EC Salzburg vor eigenem Publikum mit 0:4, aus dem Spiel heraus gelangen den Draustädtern in sieben Runden also erst 14 Treffer.

 

Die Personalien:

KAC-Kapitän Manuel Geier führte in seinem 600. Ligaspiel zum dritten Mal in Folge das gleiche Lineup aufs Eis. Verteidiger Christoph Duller und Stürmer Andrew Kozek fehlten den Rotjacken unverändert aufgrund von Verletzungen, alle übrigen Kaderspieler standen zur Verfügung. Weder in der Zusammenstellung der vier Sturmformationen noch in jener der drei Defensivpärchen ergaben sich gegenüber dem jüngsten Auswärtserfolg in Dornbirn Änderungen. Michael Kernberger war als siebter Abwehrspieler mit an Bord, im Tor startete zum fünften Mal im sechsten Saisonspiel Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Die ersten Halbchancen der Begegnung waren gerecht verteilt: Bei einem Rückhand-Versuch von Jerry Pollastrone war Torhüter Lars Haugen mit den Pads zur Stelle (1.), ein Schlenzer von Steven Strong aus dem hohen Slot zischte am Pfosten vorbei (3.). Der frühe Führungstreffer gelang dann den Hausherren: Patrick Spanring drang über den linken Flügel in die KAC-Zone ein, sein Zuspiel fand den an die Hashmarks aufgerückten Verteidiger Jason DeSantis, der sich den Puck auf die Rückhand legte, ehe er ihn unter die Querlatte hob (4.). Große Gelegenheiten ergaben sich erst wieder zur Mitte des Startdrittels: Auf Villacher Seite flog ein abgefälschter Fernschuss von Stefan Bacher ebenso knapp am Kasten vorbei (11.) wie bei den Rotjacken ein Tip-In von Marco Richter nach Schuss von Thomas Hundertpfund (12.). Das erste Überzahlspiel der Begegnung erhielt der EC-KAC zugesprochen, richtig auf den Ausgleich drängen konnten die Klagenfurter in dieser Phase jedoch nicht. Erst nach Ablauf der Strafzeit gegen Felix Maxa wurde ein Wristshot David Fischers aus der Entfernung am Torraum noch von Jamie Fraser gefährlich abgefälscht, Goalie Dan Bakala war aber aufmerksam. Eine Doppelchance für Rot-Weiß gab es noch knapp vor der ersten Pause zu notieren: Nick Petersen fand am Crease einen recht schlechten Winkel vor, sodass er auf Thomas Koch zurücklegte, der die Scheibe in Bedrängnis jedoch nicht richtig traf (19.).

Im zweiten Durchgang hatten die Gastgeber die erste dicke Gelegenheit: Ein schöner Flip-Pass von Pollastrone fand den mitgelaufenen Corey Trivono, dessen Abschluss aber um Zentimeter am Gehäuse vorbeiflog (21.). Die Partie wogte nun für einige Minuten hin und her: Manuel Geier zimmerte einen Rebound übers Tor (24.), Lars Haugen blieb bei einem Sololauf von Trivino Sieger (25.) und rettete bei einem Abschluss Benjamin Lanzingers von den rechten Hashmarks aus mit der Spitze seines Beinschoners (26.). Auf Seiten des EC-KAC gelangte Niki Kraus im Zentrum etwas glücklich an das Spielgerät, war dabei jedoch so überrascht, dass er keinen Torschuss anbrachte (27.). Während des zweiten Powerplays für die Rotjacken hatte Villach die beste Möglichkeit: Goalie Haugen verlor die Scheibe hinter dem Kasten an Trivino, machte seinen Fehler aber mit einem Hechtsprung ohne Rücksicht auf Verluste wieder gut (30.). Sein Gegenüber Bakala konnte sich bei einem Handgelenksschuss von Mitch Wahl vom rechten Faceoff-Kreis aus auszeichnen (35.). Während des ersten Überzahlspiels für den EC VSV an diesem Abend stand wieder Lars Haugen im Mittelpunkt, als er einen Slapshot des frei vor ihm aufgetauchten Lanzinger parierte (38.). Direkt von der Strafbank kommend assistierte David Fischer dann zum Klagenfurter Ausgleich: Vom linken Flügel aus spielte er einen scharfen und präzisen Querpass auf die gegenüberliegende Seite, den Nick Petersen direkt übernahm und zum 1:1 in die Maschen setzte (39.).

Die Möglichkeit auf die erstmalige Führung hatten die Rotjacken dann während eines in den dritten Abschnitt mitgenommenen Überzahlspiels, doch Dan Bakala parierte den Onetimer von Thomas Koch nach Diagonalpass von Petersen (41.). Die Schlüsselszene der Partie folgte in Minute 48: Zunächst traf Stefan Bacher bei angezeigter Strafe gegen den EC-KAC aus halbrechter Position nur den Pfosten, dann brachte Patrick Spannring die Hausherren bei doppelter numerischer Überlegenheit mit 2:1 in Führung, als er einen Rückhandpass von MacGregor Sharp aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Weil dann im einfachen Powerplay einmal mehr der umtriebige Corey Trivino verzog (50.), blieben die Klagenfurter im Spiel. Petersen wischte bei numerischer Überlegenheit im Slot knapp über den Puck (52.), ein Wrap-Around von Wahl ging an der langen Ecke vorbei (55.). Auf der Gegenseite zeichnete sich Lars Haugen zwei Mal gegen Trivino aus (54., 56.), ehe der EC-KAC zur Schlussoffensive ansetzte. Nun erwies sich VSV-Torhüter Bakala als unüberwindbar: Gegen Thomas Hundertpfund machte er die kurze Ecke zu (57.), gegen Mitch Wahl blieb er sowohl bei einer Direktabnahme aus spitzem Winkel (57.) als auch bei einem verdeckten Schlenzer von rechts Sieger (58.). In den finalen Sekunden der Partie folgten noch zwei Treffer, jeweils einer pro Team: Mir einem Rückhandschuss aus der eigenen Zone ins verwaiste Klagenfurter Tor fixierte Blaine Down den blau-weißen Derbysieg, ehe Nick Petersen einen selbst herausgeholten Penalty Shot mit der Rückhand zum 2:3-Endstand aus KAC-Sicht unters Tordach setzte. Der EC VSV konnte sich über seinen ersten Derbysieg seit knapp 23 Monaten freuen, der EC-KAC ging nach einer eher durchwachsenen Vorstellung heuer erstmals ohne Punktgewinn vom Eis. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir starteten etwas rostig in die Partie, hatten das Spiel nach dem ersten Gegentreffer aber unter Kontrolle, denke ich. Insgesamt agierten wir aber zu schön und verspielt, nicht unangenehm und angriffslustig genug. Das verbesserte sich zwar mit Fortdauer der Begegnung, die doppelte Unterzahl im dritten Drittel war jedoch die Schlüsselszene, in der wir den entscheidenden Rückschlag hinnehmen mussten. Es ist nicht angenehm, gegen Villach zu verlieren, wir müssen aber mittel- und langfristig denken und da bleibt unterm Strich, dass wir aus dem Spiel heraus wieder nur zwei Gegentreffer kassiert haben und dass wir uns im Powerplay deutlich verbessern müssen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC blieb im sechsten Auswärtsspiel der Saison erstmals ohne Punktezuwachs, die Rotjacken treten nun noch zwei Mal in der Fremde an, ehe sie am kommenden Sonntag gegen den HC Innsbruck ihre lange ersehnte Heimpremiere geben. Schon übermorgen Dienstag (Spielbeginn: 18.30 Uhr) gastieren die Klagenfurter zum Nachtragsspiel beim aktuellen Tabellenletzten Orli Znojmo, am Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) wartet dann das Auswärtsduell mit dem derzeitigen Leader, den Vienna Capitals, auf Rot-Weiß.