Mit Heimsieg zurück auf Platz zwei

Mit einem im Wesentlichen ungefährdeten 3:0-Sieg über Orli Znojmo kletterte der EC-KAC am Sonntagabend wieder auf den zweiten Tabellenplatz der Erste Bank Eishockey Liga.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste zuletzt erstmals in dieser Saison drei Niederlagen in Serie hinnehmen: Beim EHC Linz (2:4) sowie im „Doppel“ gegen den EC Salzburg (2:3, 3:4 n.V.) unterlagen die Rotjacken jeweils knapp. In das Heimspiel gegen Orli Znojmo gingen die Klagenfurter demnach vom dritten Tabellenrang aus, wobei der Abstand zum Zweiten (Linz) nur einen, jener zum Vierten (Salzburg) aber sechs Zähler betrug. Gegen die Tschechen war der EC-KAC in der jüngeren Vergangenheit meist vom Erfolg verwöhnt: Rot-Weiß konnte 15 der letzten 17 direkten Begegnungen - darunter jede der jüngsten sieben - für sich entscheiden. Gegen keinen anderen EBEL-Klub können die Rotjacken auf eine bessere historische Bilanz verweisen (74,3 Prozent aller Duelle seit 2011 gingen an den EC-KAC, Anm.).

Orli Znojmo startete mit sieben Erfolgen aus den ersten elf Runden stark ins Spieljahr 2017/18, verlor seither aber kontinuierlich an Boden. Rund um das International Break gelangen dem Team von Head Coach Roman Šimíček an 15 Spieltagen zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember nur drei Siege. Auch in der Fremde ist Znojmos Erfolgsbilanz eher bescheiden: Die bislang vier Auswärtssiege in der laufenden Saison gelangen allesamt gegen in der Tabelle hinter den Adlern liegende Mannschaften. In Südmähren hoffte man aber, dass die beiden jüngsten Erfolge - ein 3:2 in Villach sowie ein 5:4 nach Verlängerung gegen Graz - die Trendumkehr einleiteten. Gegen den EC-KAC verkaufte sich Znojmo in den beiden ersten direkten Begegnungen 2017/18 recht gut, blieb aber letztlich ohne Punkt (1:3 auswärts, 2:3 zu Hause).

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC ergaben sich gegenüber dem Heimspiel gegen den EC Salzburg am Freitagabend keinerlei personelle Veränderungen: Das Trainerteam der Rotjacken vertraute erneut auf die gleichen 22 Spieler im Lineup. Nach wie vor nicht zur Verfügung standen die längerfristig verletzten Richie Regehr (Abwehr) und Matthew Neal (Angriff). Zur gewohnten Rochade kam es auf der Torhüterposition: Gegen die Tschechen startete (zum ersten Mal seit seinem Wechsel zum EC-KAC im Sommer 2016) David Madlener zwischen den Pfosten.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken legten einen furiosen Start in die Partie hin: Bereits nach 54 Sekunden fehlten Manuel Ganahl bei einer Direktabnahme nur Zentimeter zur Führung. In Minute zwei war es dann aber schon so weit - und erneut war es die derzeit offensiv so dominante Reihe des EC-KAC rund um Thomas Hundertpfund, die anschreiben konnte: Der Center legte ideal für Johannes Bischofberger quer und dieser ließ sich nicht zweimal bitten und hämmerte den Puck mittels Onetimer zum 1:0 in die Maschen. Danach gelang beiden Teams in der Vorwärtsbewegung recht wenig, Znojmo wurde überhaupt erst in Minute zehn erstmals richtig gefährlich, als der aufgerückte Josef Zajic abzog. KAC-Schlussmann David Madlener war aber gut postiert und hatte auch keine Probleme, die Scheibe festzuhalten. Diese Aktion weckte auch die Rotjacken wieder ein wenig auf. Manuel Ganahl zog ab, Znojmo-Keeper Marek Schwarz parierte mit Hilfe seines Stockendes (12.). In Minute 15 waren die Klagenfurter ganz nah am zweiten Treffer dran, Johannes Bischofberger setzte den Puck aus kurzer Distanz und spitzem Winkel aber auf die Querlatte. Kurz vor Drittelende kam Rot-Weiß dann erstmals in den Genuss eines Powerplays, dieses nutzten die Hausherren auch gleich aus: Zuerst ließen Jonathan Rheault und Kevin Kapstad (beide 18.) noch große Möglichkeiten liegen, dann konnte sich aber Manuel Ganahl als Torschütze feiern lassen. Ein Schlagschuss von David Fischer traf ihn so am Gesäß, dass der Puck in Parabelkurve über Marek Schwarz hinweg segelte und sich ins Tor senkte (19.)

Auch Abschnitt zwei begann aus KAC-Sicht gut, schon in Minute 22 tauchte Johannes Bischofberger gefährlich vor Schwarz auf, diesmal blieb der tschechische Schlussmann allerdings Sieger des Duells. Danach sollten die Gäste lange Zeit die besseren Chancen vorfinden: Petr Mrázek brachte den Puck im Slot völlig freistehend nicht an David Madlener vorbei (29.) und auch für Sturmkollege Marek Špaček war beim KAC-Goalie Endstation (31.). Doch auch der EC-KAC hatte Gelegenheiten, weiter davonzuziehen: So kam Manuel Ganahl nach einem tollen Scheibengewinn und folgendem Sololauf mit seinem Hakentrick nicht ganz an Marek Schwarz vorbei (33.), Jamie Lundmark schoss aus der Drehung hauchdünn neben den Kasten (34.). Im Finish des Drittels war dann auch das Glück auf Seiten der Rotjacken. Marek Biro setzte einen Hammer an die Innenstange und auch der Rebound von Marek Špaček flog nur sehr knapp neben das KAC-Tor (40.).

Im Schlussdrittel waren die Hausherren vor allem darum bemüht, das Spiel weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Bis auf ein paar Momente gelang dies auch gut. Dennoch sollte Schlussmann David Madlener noch das eine oder andere Mal die Gelegenheit dazu bekommen, sich auszuzeichnen. Wie in Minute 45, als Adam Miller plötzlich alleine vor ihm stand, sein Rückhandschuss aber zu schwach ausfiel. Und weil auch die Rotjacken ihre Möglichkeiten durch Johannes Bischofberger (56.) und Jamie Lundmark (57.) nicht nutzen konnten, waren die Gäste bis in die Schlussminute hinein noch im Spiel. In Minute 58 fand Adam Raška die große Chance auf den Anschlusstreffer vor, brachte das Spielgerät aber selbst in zwei Versuchen nicht an Madlener vorbei. Fast zwei Minuten vor dem Ende zogen die Tschechen dann Torhüter Schwarz ab und ersetzten ihn mit einem sechsten Feldspieler. Nach einer ganzen Reihe von Faceoffs vor dem KAC-Tor chippte Thomas Koch die Scheibe weit ins gegnerische Drittel, der dem Puck nacheilende Jon Rheault musste nur noch zum 3:0-Endstand einschieben. (PE)

 

Der Kommentar:

„Für das Publikum war das heutige vielleicht nicht das spektakulärste Spiel, aber ich denke, dass wir die Partie über weite Strecken bestimmt haben. Positiv war, dass unsere Special Teams gut funktioniert haben, negativ, dass wir in gewissen Phasen zu verspielt und verschörkelt agiert haben. Unterm Strich geht der Sieg sicherlich in Ordnung, wir freuen uns über drei wichtige Punkte.“ (Christoph Brandner, Assistant Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem zehnten Sieg im 15. Heimspiel der Saison schob sich der EC-KAC wieder auf Platz zwei der Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga nach vor. Die Klagenfurter weisen nun zwei Zähler Vorsprung auf den EHC Linz auf und konnten die Distanz zu Rang sieben wieder auf 14 Punkte vergrößern. Schon übermorgen Dienstag (Spielbeginn: 18.30 Uhr) kommt es in Tschechien zum vierten Duell mit Orli Znojmo in der laufenden Spielzeit, zur letzten vorweihnachtlichen Begegnung ist dann am kommenden Freitag (19.15 Uhr) Tabellenführer Wien in der Stadthalle zu Gast.