Mit Sieg in Norwegen zurück auf Rang eins

Mit einer insgesamt soliden Leistung gewann der EC-KAC am Sonntagabend auch das Auswärtsspiel gegen Norwegens Meister Frisk Asker. Durch den 4:0-Sieg schoben sich die Rotjacken wieder auf den ersten Rang in der Gruppe.

Foto: CHL/Eriksen

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging nach zwei Heimerfolgen in der Vorwoche und einer deutlichen 3:8-Niederlage bei Tappara Tampere am Freitagabend auf Tabellenplatz zwei der Champions Hockey League-Gruppe A liegend in das zweite Auswärtsspiel seines Trips durch Nordeuropa. Das „Hinspiel“ gegen Frisk Asker konnten die Rotjacken am vergangenen Samstag in sehr souveräner Manier mit 3:0 für sich entscheiden. Im Vorort Oslos ging es für die Klagenfurter demnach darum, sich ihre Ausgangsposition im Kampf um den Einzug in das CHL-Achtelfinale weiter zu verbessern.

Frisk Asker unterlag in jeder seiner drei bisherigen Begegnungen in der Königsklasse in regulärer Spielzeit, präsentierte sich dabei jedoch als in der Defensive sehr kompakt und gut organisiert stehendes Team. Neben der Niederlage in Klagenfurt (0:3) mussten sich die Norweger dem Tabellenführer Biel-Bienne zwei Mal nur sehr knapp (1:2 auswärts, 2:3 daheim) geschlagen geben. Die Heimpartie gegen den EC-KAC war für den vierfachen nationalen Titelträger allerdings bereits ein „Spiel der letzten Chance“, nur ein voller Erfolg gegen die Rotjacken garantierte das Weiterbestehen der Hoffnung auf die Qualifikation für die KO-Phase.

 

Die Personalien:

Neben Johannes Bischofberger, Lukas Haudum und Niki Kraus, die aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen erst gar nicht mit nach Nordeuropa gereist waren, mussten die Rotjacken im Auswärtsspiel in Asker mit Thomas Hundertpfund einen weiteren Angreifer vorgeben, der Mittelstürmer erkrankte in der Nacht zum Spieltag. Somit rückte Stefan Geier auf die Center-Position, flankiert wurde er von Marco Richter und Philipp Kreuzer. Den vierten Angriffsblock bildeten Siim Liivik, Manuel Geier und Marcel Witting. Gewechselt wurde auf der Torhüterposition: Gegen seine Landsleute stand wieder Lars Haugen, der bei jedem seiner jüngsten acht CHL-Starts siegreich geblieben war, im Kasten des EC-KAC.

 

Der Spielverlauf:

Die erste gute Gelegenheit in dieser Begegnung ging auf das Konto der Gastgeber: Ein vor dem Tor noch abgefälschter Wristshot aus der Distanz von Christian Kåsastul schlitterte knapp am Pfosten vorbei (4.). Und weil wenig später auch Viktor Granholm aus kurzer Distanz vergab (5.), war es der EC-KAC, der den ersten Treffer der Partie erzielen konnte: Nick Petersen eroberte den Puck in der neutralen Zone, ging steil und legte auf Daniel Obersteiner quer, der Askers jungen Goalie Henrik Fayen Vestavik per Onetimer bezwingen konnte (6.). In einem ersten Überzahlspiel für die Norweger verteidigten sich die Klagenfurter stark und ließen keine echte Torchance zu, danach übernahm Rot-Weiß wieder das Kommando: Thomas Koch traf aus halbrechter Position lediglich die Schulter des Torstehers (9.), Nick Petersens Versuch verfing sich in Vestaviks Beinschonern (10.). Im nächsten Angriff verdoppelten die Rotjacken ihren Vorsprung: Thomas Koch ging am rechten Flügel tief, sein Querpass spritzte vom Schlittschuh Matthew Neals ins Tor (12.). Nachdem Andrew Kozek einen Rückhand-Schuss vom Crease aus am Kasten vorbeigesetzt hatte, verlor das schwedisch-norwegische Schiedsrichterduo ein wenig die Übersicht, reihenweise wurden KAC-Cracks in die Kühlbox geschickt. Insgesamt 7:51 Minuten verbrachten die Klagenfurter im Startdrittel bei numerischer Unterlegenheit und auch wenn teilweise nur drei rot-weiße Penaltykiller am Eis standen, so verteidigte sich der österreichische Meister hervorragend und klärte nicht weniger als 18 Mal die eigene Zone. Askers beste Chancen dieser Phase: Der im Slot freigespielte Victor Björkung scheiterte freistehend vor Lars Haugen (17.), Alex Lavoie wischte am langen Pfosten über einen Querpass (19.) und fand noch im gleichen Angriff bei einer Direktabnahme aus bester Position seinen Meister erneut im Norweger im KAC-Kasten (20.).

Die Klagenfurter nahmen mehr als vier Unterzahlminuten mit in Drittel zwei, hatten dort dennoch die erste gute Möglichkeit, bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff rettete Vestavik gegen Petersen in der Grätsche (22.). Die Norweger vermochten ihre Powerplay-Chancen unverändert nicht zu nutzen: Fredrik Lystad Jacobsen wischte im Zentrum über einen Querpass aus der Ecke (22.), einen abgefälschten Björkung-Blueliner konnte Haugen entschärfen (23.). Als die Rotjacken wieder vollzählig waren, vergab Siim Liivik einen Sitzer (27.), im ersten rot-weißen Überzahlspiel scheiterte Petersen einmal mehr am Asker-Goalie (31.). Nach einem Kåsastul-Schlenzer an die Außenstange (31.) zog der EC-KAC bei numerischem Vorteil weiter davon: Marco Richter fälschte am Torraum einen Wristshot von Adam Comrie zum 0:3 in die Maschen ab (34.). Sekunden später schrammte der gebürtige Wiener nur hauchdünn am Doppelpack vorbei, als er am Ende eines Konters über Patrick Harand vom Schlussmann der Hausherren gestoppt wurde (35.). Danach bot KAC-Goalie Lars Haugen dem Publikum einige schöne Paraden: Gegen Mats Frøshaug, Victor Björkung (jeweils 37.) und Petter Kristiansen (38.) spielte sich Norwegens Nationaltorhüter in den Vordergrund, die Heimfans applaudierten anerkennend. Nahe an einem vierten Treffer dran waren die Klagenfurter im nächsten Überzahlspiel: Andrew Kozek scheiterte im Slot freistehend an Vestavik (40.).

Früh im dritten Abschnitt stellten die Rotjacken die Weichen endgültig auf Sieg: Bei doppelteer numerischer Überlegenheit schnürten die Klagenfurter das Fünfeck immer enger, Andrew Kozek fälschte einen aus der Halbdistanz abgegebenen Comrie-Schuss in die lange Ecke ab (41.). Ein Tip-In von Manuel Geier flog knapp an der Stange vorbei (43.), Marcel Witting scheiterte von halbrechts am Fanghandschuh des norwegischen Schlussmanns (46.). In Unterzahl spielte dann wieder Lars Haugen groß auf, als er den Abschluss von CHL-Topscorer Mikkel Seiergren Christiansen aus dem Slot bravourös mit dem Catcher entschärfte (48.). Sekunden zuvor war der Goalie bereits geschlagen, Hampus Gustafsson hatte vom rechten Faceoff-Kreis jedoch nur die Querlatte getroffen. Nachdem Haugen mit der Fanghand gegen Björkung brilliert hatte (51.) und dann mit dem Blocker einen Ødegaard-Schlagschuss hielt (55.), spendete das Publikum einmal mehr Szenenapplaus. Auch eine letzte Möglichkeit der Norweger führte nicht zu deren Ehrentreffer: Gustafsson schoss von links und aus spitzem Winkel an die Außenstange (56.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war heute eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir waren in Tampere nicht schlecht, haben in den Meetings und Einheiten seither aber ein paar Änderungen besprochen und diese hat das Team heute gut umgesetzt. Wir fanden in unsere Spur zurück und hielten unsere Aufstiegschancen am Leben. Man muss heute natürlich auch Lars Haugen hervorheben, der vor seinen Landsleuten eine tolle Vorstellung abgeliefert und unserer Mannschaft viel Selbstvertrauen gegeben hat.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem dritten Sieg im vierten Gruppenspiel kehrte der EC-KAC auf Tabellenplatz eins zurück, wie der EHC Biel-Bienne (0:1 in Tampere) halten die Klagenfurter nun bei neun Punkten. Damit kommt es im Oktober, wenn Hin- und Rückspiel gegen die Schweizer am Programm stehen, zum Showdown um den Aufstieg ins Achtelfinale. Zuvor bestreiten die Rotjacken ihre ersten acht Ligaspiele, beginnend mit dem Home Opener gegen Fehérvár AV19 am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr).