Niederlage in Wien nach späten Gegentoren

Eine bis in die Schlussphase offene Partie entschieden die Vienna Capitals am Sonntagabend mit 4:1 für sich. Der EC-KAC musste damit die zweite Niederlage im zweiten EBEL-Spiel hinnehmen.

Niederlage in Wien nach späten Gegentoren

 

Die Ausgangssituation:

Nach guten Resultaten in der Pre-Season und starken Vorstellungen in der Champions Hockey League musste der EC-KAC am Freitag im Auftaktspiel zur neuen EBEL-Saison eine 2:4-Heimniederlage gegen die Graz 99ers einstecken. Auswärtspartien gegen die Capitals konnten die Rotjacken historisch betrachtet häufiger (28 Mal) erfolgreich gestalten als dass sie sich geschlagen geben mussten (27 Mal), bei den beiden letzten Auftritten - beide im Rahmen der Finalserie 2017 - verließen sie Wien-Donaustadt jedoch jeweils als Verlierer (1:4, 5:7).

Die Vienna Capitals starteten nach durchwachsenen Vorstellungen in der CHL mit einem Ausrufezeichen in die neue EBEL-Spielzeit, am Freitag siegten sie bei Fehérvár AV19 gleich mit 9:1, wobei fünf der Treffer bei numerischer Überlegenheit gelangen. In der heimischen Albert Schultz-Halle gewann das Team von Head Coach Serge Aubin saisonübergreifend jedes seiner jüngsten zehn Spiele, die letzte Mannschaft, die einen Erfolg aus Kagran entführte, waren die Rotjacken bei ihrem 5:0-Triumph im Rahmen der Platzierungsrunde der vergangenen Spielzeit am 20. Januar 2017.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste im Auswärtsspiel in Wien weiterhin auf die langzeitverletzten Manuel Geier und Jamie Lundmark verzichten. Gegenüber der Auftaktpartie gegen Graz am Freitag ergaben sich zwei Veränderungen im rot-weißen Lineup: Im Tor startete (erstmals wieder nach saisonübergreifend neun Spielen) Tomáš Duba, anstelle des 13. Stürmer Niki Kraus war als achter Verteidiger Michael Kernberger dabei.

 

Der Spielverlauf:

Offenbar beflügelt von der Enthüllung ihres Meisterbanners zur vergangenen Saison starteten die Vienna Capitals als das gefährlichere Team in diese Begegnung. Einen Onetimer aus dem Slot von Andreas Nödl pariert KAC-Goalie Tomáš Duba im Nachfassen (2.), Mario Fischer verpasste einen Rebound knapp (4.) und bei einem von Taylor Vause abgeschlossenen „Drei-gegen-Eins“-Konter war erneut Klagenfurts Schlussmann - diesmal mit der Fanghand - zur Stelle (6.). Nach dem starken Beginn der Gastgeber kamen nach und nach auch die Rotjacken in die Gänge: Kevin Kapstad rutschte ein Abpraller am Torraum über die Schlägerschaufel (6.), eine Direktabnahme von den Hashmarks brachte Johannes Bischofberger nicht druckvoll genug und nur zu zentral auf den Kasten (10.). Dem ersten Treffer der Partie sehr nahe kam in der Folge Caps-Verteidiger Kyle Klubertanz, sein verdeckter Schlenzer aus der Distanz streifte aber nur den Außenpfosten (12.). Auch auf der Gegenseite gehörte die nächste Offensivaktion einem Abwehrspieler: Mitja Robar gelangte nach einem Schlagschuss von links an seinen eigenen Rebound, legte diesen aber am kurzen Eck vorbei (15.). Für den Ausgleich in Sachen Metalltreffer zeichnete wenig später Thomas Hundertpfund verantwortlich: Von Johannes Bischofberger von hinter dem Tor aus im Slot schön freigespielt, setzte der Mittelstürmer seinen Wristshot an den Pfosten (17.). Nachdem sich Tomáš Duba mit starker Seitwärtsbewegung bei einem Schlagschuss Jamie Frasers auszeichnen konnte (17.), kamen die Capitals spät im eröffnenden Durchgang zum ersten Powerplay der Begegnung. Während dieser Phase numerischer Unterlegenheit verteidigten sich die Klagenfurter sehr ansehnlich, dennoch mussten sie den Verlusttreffer hinnehmen: Ein Schuss von Jamie Fraser ins Getümmel landete vor den Beinen von Rafael Rotter, der freistehend Duba mit einem Haken verladen und die Scheibe zum 1:0 ins Tor schieben konnte (20.). 

Auch die erste gefährliche Gelegenheit im Mitteldrittel kreierte Wiens Assistant Captain: Sein abgefälschter Schlenzer landete jedoch am Dach des KAC-Tores (21.). Begünstigt durch ein weiteres Überzahlspiel blieben die Hauptstädter am Drücker: Riley Holzapfel verpasste einen Abpraller nach Klubertanz-Schuss knapp und fälsche wenig später einen Versuch Frasers auf den Pfosten ab (24.). An seine insgesamt gute Vorstellung schloss Tomáš Duba an: Einen Sololauf von Nödl stoppte er mit der Stockhand (28.). Die große Chance auf den Ausgleich ließ dann Kevin Schettina aus, der ungedeckt im Slot und von Patrick Harand angespielt an J.-P. Lamoureux scheiterte (29.). Das erste Powerplay für den EC-KAC blieb eher ungefährlich, danach hatte Richie Regehr Pech: Sein Kracher aus dem Handgelenk landete an der Querlatte (35.). Noch im gleichen Angriff präsentierte sich dann wieder Wiens Goalie hellwach, mit den Beinschienen rettete er gegen Marco Richter. Der gebürtige Wiener stand auch in der Schlussphase des zweiten Abschnitts im Mittelpunkt, als er einen verzögerten Wristshot von David Fischer tippen wollte, die Scheibe dadurch aber über das Gehäuse lenkte (39.). Davor hatten die Rotjacken ein Caps-Powerplay, das eher fragwürdig zu Stande gekommen war, souverän verteidigt.

Früh im dritten Abschnitt konnten die Gastgeber ihren Vorsprung verdoppeln: Die Klagenfurter agierten in der Rückwärtsbewegung nicht konsequent genug, Holzapfel nutzte den sich öffnenden Raum für einen Alleingang, den er mit einem Rückhandschuss ins kurze Eck auch erfolgreich abschloss (44.). Um eine Antwort bemüht, gelang es den Rotjacken, offensive Akzente zu setzen. Einen Schlenzer von Stefan Geier parierte Lamoureux mit einer Beinabwehr (48.), dann durfte Rot-Weiß jedoch erstmals jubeln: Zwei gute Offensivzonen-Shifts gipfelten in einem Schlezer von Kevin Kapstad, den Manuel Ganahl sauber in die Maschen abfälschte (50.). Zwar hatte der EC-KAC noch in derselben Spielminute Glück (ein abgefälschter Klubertanz-Wristshot klopfte auf Metall), danach drängte der Rekordmeister jedoch derart auf den Ausgleich, dass Wiens Trainer Aubin seine Auszeit konsumieren musste (53.). Richtig zwingend waren die Möglichkeiten Klagenfurts, sieht man von einer Deflection Stefan Geiers ans Außengestänge des Tores ab (55.), allerdings nicht. Vielmehr entschieden die Capitals die Partie in der Schlussphase endgültig für sich: Jerry Pollastrone stach im Fallen noch knapp am Pfosten vorbei (55.), dann profitierte MacGregor Sharp jedoch von einem schwerwiegenden Scheibenverlust der Rotjacken hinter dem eigenen Tor und stellte aus kurzer Distanz auf 3:1 (56.). Als der EC-KAC am Ende alles auf eine Karte setzte und Tomáš Duba durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, sorgte der agile Rafael Rotter für den Endstand, als er den Puck von der neutralen Zone aus ins Tor wuchtete. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir wussten, dass wir heute einem der Topteams in dieser Liga gegenüberstehen, den Ausschlag haben im Endeffekt zwei individuelle Fehler von uns gegeben. Wenn wir solche einfachen Gegentore zulassen, ist es natürlich schwer, ein Spiel gegen einen Gegner mit dieser Qualität zu gewinnen. Erschwerend hinzu kommt, dass unsererseits die Verwertung der vielen guten Gelegenheiten zu wünschen übrigließ. Das war schon im Heimspiel am Freitag der Fall und darum sind wir auch mit zwei Niederlagen in die Liga gestartet.“ (Steve Walker, Head Coach, EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken zieren nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt gemeinsam mit dem ebenfalls punktelosen EC Salzburg und dem HCB Südtirol das Ende der in dieser frühen Phase des Spieljahrs freilich nur sehr beschränkt aussagekräftigen Tabelle. Seine nächste Partie bestreitet der EC-KAC am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) wieder zu Hause, dann wird Orli Znojmo in der Stadthalle zu Gast sein. Die Tschechen eröffneten die Saison mit Heimsiegen gegen Linz und Salzburg.