Nur ein Punkt für Rot-Weiß

Am Ende eines enttäuschenden Abends stand der EC-KAC mit nur einem Punkt da, die Rotjacken unterlagen Fehérvár AV19 vor eigenem Publikum mit 1:2 nach Verlängerung.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging nach drei Siegen in Serie mit Selbstvertrauen in diese Begegnung, zudem konnten die Klagenfurter in jeder ihrer jüngsten fünf Partien sowie in jedem Heimspiel in der bisherigen Saison punkten. Historisch betrachtet siegten die Rotjacken in 23 von 28 vor eigenem Publikum ausgetragenen Duellen mit Fehérvár AV19, gegen keinen anderen EBEL-Klub weist der Rekordmeister eine höhere Winning Percentage auf. Allerdings musste sich Rot-Weiß den Ungarn im ersten Saisonduell Mitte September auswärts geschlagen geben: Ein Tor in der Schlussminute brachte den EC-KAC damals zwar in die Verlängerung, im Penaltyschießen hatte dann aber Székesfehérvár das bessere Ende für sich.

Nach einem starken Saisonstart mit vier Siegen in den ersten fünf Runden durchlebte Fehérvár AV19 zuletzt eine schwierige Phase mit sieben Niederlagen innerhalb von acht Spieltagen. Die Ungarn hoffen, dass der sonntägige 4:3-Heimerfolg über Tabellenführer Wien eine Trendumkehr eingeleitet hat, wurden sie dadurch doch zum einzigen EBEL-Team neben dem EC-KAC, das die Vienna Capitals in den ersten 14 Runden bezwingen konnte. Auswärts tat sich das Team von Head Coach Hannu Järvenpää heuer meist recht schwer, von sechs Auftritten konnte nur einer - beim Dornbirner EC nach Verlängerung - erfolgreich gestaltet werden.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken, die unverändert auf Christoph Duller, Andrew Kozek, Marco Richter und Manuel Geier verzichten mussten, gab es gegenüber dem 2:1-Heimerfolg gegen Orli Znojmo am Sonntag nur eine personelle Veränderung: Michael Kernberger stand nicht im Lineup, da er im zeitgleich ausgetragenen AHL-Spiel des KAC-Farmteams beim HC Gherdëina eingesetzt wurde. Gewechselt wurde auf der Torhüterposition: David Madlener kam zu seinem vierten Saisoneinsatz, seinem ersten vor heimischer Kulisse.

 

Der Spielverlauf:

Eine druckvolle Anfangsphase der Rotjacken, in der Adam Comrie und Nick Petersen bereits nach wenigen Sekunden zu ersten guten Tormöglichkeiten kamen und Marcel Witting in Spielminute drei nach einem von der Bande abgeprallten Comrie-Schuss an Mac Carruth im Kasten der Ungarn scheiterte, wurde schließlich mit einem frühen Führungstreffer belohnt: Thomas Koch leitete den Puck nach Linksaußen auf Robin Gartner, dessen Querpass am langen Pfosten Stefan Geier fand, der Carruth mit einem halbhohen Schuss bezwingen konnte (4.). Mit seiner ersten nennenswerten Möglichkeit kam Fehérvár AV19 allerdings auch schon zum Ausgleich: Andrew Sarauer beförderte die Scheibe von hinter dem Tor aus zu Bence Stipsicz, der David Madlener austanzte und an dessen Schoner vorbei zum 1:1 einschob (9.). Wenig später mussten sich die Hausherren erstmals in Unterzahl beweisen, diese dauerte gleich vier Minuten. Nachdem Arttu Luttinen das Spielgerät über die Querlatte gesetzt hatte (12.), gelang es dem EC-KAC, die Gäste außen zu halten, bis diese gegen Ende des Powerplays gleich zwei Hochkaräter vorfanden: Zuerst sah Dániel Kóger das halbleere Tor vor sich, verfehlte aber den Puck, dann vollbrachte der Schlussmann der Rotjacken mit dem Schoner eine Glanztat, ehe sich seine Mannschaft befreien konnte. Gegen Ende des ersten Abschnitts übernahmen die Klagenfurter wieder das Kommando, zwingende Möglichkeiten ergaben sich jedoch nicht. 

Auch im Mitteldrittel kamen die Rotjacken zu besseren Torchancen als ihre Gegner, zu nutzen vermochten sie diese allerdings nicht - so zum Beispiel als Siim Liivik den Puck aus kurzer Distanz knapp am Pfosten vorbeistocherte (24.). Defensiv standen die Hausherren aber unverändert sicher, eine weitere vierminütige Unterlegenheit verteidigten sie stark, Fehérvárs einzige Möglichkeit blieb ein Wristshot aus dem Slot, den István Sofron neben den Pfosten setzte (30.). Kaum wieder vollzählig, drängte der EC-KAC wieder nach vorne: Nach einem vierfachen Doppelpass mit Nick Petersen war der Winkel für Johannes Bischofberger jedoch schon zu spitz (31.). Ein Hechtsprung von Patrick Harand eröffnete wenig später die Möglichkeit des Sololaufs für Marcel Witting, der Flügelstürmer wurde aber am Ende noch so bedrängt, dass er keinen gefährlichen Abschluss anbringen konnte (36.). Danach sahen sich die Rotjacken einmal mehr mit einer numerischen Unterlegenheit konfrontiert, dennoch kamen sie während dieser Phase zu einer weiteren guten Möglichkeit: Nach einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter zischte ein gezogener Schuss von Thomas Hundertpfund nur deshalb über die Querlatte, weil er noch von Tero Koskiranta abgefälscht wurde (39.).

In Durchgang drei hatte der EC-KAC bei zwei Überzahlsituationen mehrfach die Möglichkeit, abermals in Führung zu gehen, Mitch Wahl (nach Gartner-Zuspiel/41.), Nick Petersen, der zuvor einen tollen Haken anbringen konnte (42.), und Thomas Koch (Direktabnahme nach Fischer-Pass/43.) scheiterten aber allesamt an Mac Carruth. Eine der wenigen Chancen der Gäste ermöglichte ein Zusammenstoß zweier Klagenfurter am offensiven Ende der neutralen Zone, mit letztem Einsatz vermochte Patrick Harand den „Drei-gegen-Eins“-Konter der Ungarn jedoch noch zu sabotieren. Nachdem Bischofberger nach flinkem Antritt über links an der langen Kreuzecke vorbeigeschlenzt hatte (51.), ergab sich eine Situation, die viele KAC-Fans auf der Nordtribüne schon zum Torjubel ansetzen ließ: Doch das Videostudium der Schiedsrichter löste das Szenario auf, der Schlenzer von Clemens Unterweger aus der Halbdistanz klatschte von der Querlatte zurück ins Spielfeld (54.). Mit einem erst 16. Torschuss der Partie hätte Fehérvár AV19 knapp vor der Sirene um ein Haar noch den Gewinn von drei Punkten fixiert, David Madlener parierte einen Abschluss des in halblinker Position frei vor ihm aufgetauchten János Hári jedoch mit der Schulter (59.). 

In der fällig gewordenen Verlängerung hatten die Gäste Vorteile, zwei weitere Male (61., 64.) blieb Madlener gegen Hári Sieger. Die Ungarn sicherten sich letztlich aber doch den Sieg: Andrew Sarauer legte mit der Rückhand auf Bence Stipsicz quer, der vom rechten Faceoff-Kreis aus direkt übernahm und seinen Doppelpack schnürte (64.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Hinter uns liegen zwei Heimspiele mit knappem Ausgang, heute hat mich vor allem gestört, dass wir in Teilen zu undiszipliniert agiert haben. Das brachte unseren Wechselrhythmus durcheinander und wir verloren so den Spielfaden. Wir hatten genügend Möglichkeiten, die Partie für uns zu entscheiden, haben das aber nicht geschafft. Unser Powerplay war heute schlecht, daran müssen wir in den kommenden Tagen definitiv arbeiten. Positiv ist, dass wir wieder wenige Chancen des Gegners zugelassen und zumindest einen Zähler eingefahren haben, aber insgesamt war das heute nicht gut genug.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken punkteten in jedem ihrer letzten sechs Spiele (vier Siege, zwei Niederlagen in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen) und bleiben nach der Overtime-Niederlage gegen Fehérvár AV19 auf dem fünften Tabellenplatz der Erste Bank Eishockey Liga. In den beiden letzten Runden vor der ersten Länderspielpause treten die Klagenfurter nun gegen zwei im Ranking vor ihnen platzierte Teams an: Am Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) kommt der EC Salzburg nach Klagenfurt, am Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr, live bei ServusTV) gastiert Rot-Weiß bei den Graz 99ers.