Overtime-Niederlage für Rot-Weiß

Im Heimspiel gegen den EC Salzburg am Freitagabend holte der EC-KAC zwei Mal einen Rückstand auf, unterlag aber schließlich in der Verlängerung mit 3:4.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach zuvor sieben Siegen in Serie ging der EC-KAC am vergangenen Wochenende sowohl in Linz (2:4) als auch in Salzburg (2:3) leer aus, zum erst dritten Mal in der laufenden Spielzeit verloren die Rotjacken damit zwei aufeinanderfolgende Partien. Vor heimischer Kulisse lief es für die Klagenfurter zuletzt allerdings sehr rund, drei Siege in Serie mit einem Torverhältnis von 11:1 standen zu Buche. Überhaupt war Rot-Weiß im bisherigen Saisonverlauf jene Mannschaft in der EBEL, die zu Hause mit Abstand die wenigsten Gegentreffer hinnehmen musste (1,54 pro Begegnung). Als verbesserungswürdig präsentierte sich in der Spielzeit 2017/18 allerdings die Bilanz des EC-KAC in Duellen mit dem EC Salzburg: Sämtliche drei Partien (3:6 und 2:3 auswärts, 0:3 zu Hause) gingen verloren.

Der Aufwärtstrend der vergangenen Wochen führte Salzburg bis auf Rang vier und damit wieder ins vorderste Drittel der EBEL-Tabelle. Elf Siege aus den jüngsten 15 Runden ließen das Punktekonto der Bullen auf 43 Zähler anwachsen. Der sechsfache Champion war eher durchwachsen in die Saison gestartet, tätigte aber bisher in jedem Monat der neuen Spielzeit eine Neuerwerbung und leitete so den Aufschwung ein. Insbesondere die nachverpflichteten Rob Schremp und Peter Mueller, im „Hinspiel“ in Salzburg am vergangenen Sonntag auffälligster Mann am Eis, hoben das Qualitätslevel des Teams von Head Coach Greg Poss deutlich. In Klagenfurt machten die Bullen in den letzten Jahren sehr häufig eine gute Figur: Bei ihren jüngsten 18 Gastspielen in der Stadthalle wurden sie nur drei Mal in regulärer Spielzeit geschlagen, zwei Mal davon innerhalb der letztjährigen Halbfinalserie, die der EC-KAC mit 4:2 für sich entscheiden konnte.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken ergaben sich gegenüber dem letzten Spieltag einige Veränderungen im Lineup: Die erkrankten Martin Schumnig und Thomas Koch meldeten sich wieder gesund, Jamie Lundmark war nach seiner Unterkörperverletzung erstmals wieder einsatzfähig. Diese neue Personalsituation führte zur Neuformierung von drei der vier Angriffslinien, lediglich der so gefährliche Block mit Thomas Hundertpfund, Manuel Ganahl und Johannes Bischofberger (34 Scorerpunkte in den neun Partien seit der Länderspielpause, Anm.) blieb bestehen. Im Tor erhielt beim EC-KAC, der in diesem vierten Saisonduell mit Salzburg nur noch auf Richie Regehr und Matthew Neal verzichten musste, Tomáš Duba den Vorzug, der Tscheche gewann heuer vier der fünf Heimspiele, in denen er eingesetzt wurde.

 

Der Spielverlauf:

Die Partie war vom ersten Wechsel an von hohem Tempo geprägt, beide Mannschaften versuchten sofort, Druck auf das gegnerische Tor zu erzeugen, vorerst aber noch ohne große Möglichkeiten. Als Patrick Harand in Minute vier für ein Beinstellen auf die Strafbank musste, schlugen die Mozartstädter jedoch zu: Nach nur 13 Sekunden bei numerischer Überlegenheit spielte Rob Shremp Thomas Raffl wunderbar frei, dieser musste nur noch zur Führung für die Gäste einschieben (4.). Thomas Hundertpfund hatte wenig später nach einem toll herausgespielten Konterangriff die Gelegenheit auf den postwendenden Ausgleich, allerdings lupfte er die Scheibe aus kurzer Distanz über das Gehäuse (6.). Auch in den folgenden Spielminuten diktierten die Hausherren das Geschehen auf dem Eis zumeist, jedoch fehlte es noch an der Präzision im Abschluss. Dies sollte sich in Minute 16 ändern: Johannes Bischofberger zog aus dem Slot ab, Salzburg-Keeper Bernhard Starkbaum ließ den Puck zum 1:1 durchrutschen. Doch von geschockten Bullen konnte überhaupt keine Rede sein. Nur 14 Spielsekunden später kullerte ein Schuss von Alexander Cijan mit ein wenig Glück zur neuerlichen Gästeführung über die Torlinie (17.).

Der Start in den Mittelabschnitt hatte es in sich. Gleich in Minute 21 vergab Stefan Geier eine dicke Möglichkeit für die Rotjacken, praktisch im Gegenzug rettete Tomáš Duba mit dem Fänger gegen Thomas Raffl. Auch Jon Rheault fand eine gute Gelegenheit vor, als er alleine auf Bernhard Starkbaum zulief, den Puck allerdings mit der Rückhand über die Latte hob (23.). Besser machte es Teamkollege Martin Schumnig nur Augenblicke danach: Der Verteidiger zog nach guter Rotationsbewegung der Brucker-Linie aus der Distanz ab und traf - 2:2 (24.). Und die Rotjacken legten nach, erneut durch einen Abwehrspieler: Jamie Lundmark gewann das Offensivzonen-Faceoff, legte auf Mitja Robar zurück und der Slowene hämmerte den Puck zum 3:2, der ersten KAC-Führung des Abends, in die Maschen (26.). Die Klagenfurter hätten diese danach gut und gerne ausbauen können, doch Bernhard Starkbaum verhinderte das vierte Tor für Rot-Weiß unter anderem mit einer Glanztat mit dem Beinschoner gegen Jamie Lundmark (32.). Und so waren es dann doch die Gäste, die über den nächsten Treffer und den daraus resultierenden 3:3-Ausgleich jubeln durften: Rob Shremp hatte in Überzahl das Auge für Brant Harris und dieser traf von den Hashmarks per Onetimer (37.).

In Drittel drei gaben lange Zeit die Mozartstädter den Ton an, die nun eine Vielzahl an Chancen herausspielten, ihr Visier allerdings nicht ideal eingestellt hatten. So schossen John Hughes (46.), Julien Brouillette (47.) und Thomas Raffl (50.) allesamt aus besten Positionen neben den Kasten der Rotjacken. Erst im Finish wurden auch der EC-KAC offensiv wieder aktiver: Rheault traf nach feinem Zuspiel von Robar das Salzburger Tor nicht (54.), Hundertpfund setzte den Puck nach einem Hakentrick gar an den Pfosten (56.). Und weil Julien Brouillette Sekunden vor der Schlusssirene den „Matchpuck“ für Salzburg vergab, ging es in die Overtime. Dort sollten die Gäste dann das bessere Ende für sich haben. In Minute 62 traf Raphael Herburger noch Metall, eine Minute später, landete der Puck aber in den Maschen: Peter Mueller bezwang Tomáš Duba mit einem sehenswerten Treffer aus spitzem Winkel unter die Latte und sicherte seiner Truppe damit den Extrapunkt. (PE)

 

Der Kommentar:

„Vor dem Spiel in der Kabine war die Ruhe vor dem Sturm spürbar, unsere Mannschaft war absolut bereit und ging siegeshungrig in die Partie. Auf das frühe Gegentor in Unterzahl haben wir gut reagiert, leisteten viel Gegenwehr und nahmen auch das Heft des Handelns in die Hand. Im zweiten Abschnitt legten wir noch einen Gang zu, kamen zu großen Chancen und hätten den herausgeschossenen Vorsprung auch noch durchaus erhöhen können. Kompliment an Salzburg, sie bewegen den Puck gut und gehen effizient mit ihren Gelegenheiten um. Wir sind aber schon jetzt heiß auf das nächste Duell mit diesem Team.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der fünften Niederlage im 14. Heimspiel der laufenden EBEL-Saison liegt der EC-KAC nun einen Zähler hinter dem EHC Linz auf Tabellenplatz drei. Vor Weihnachten warten noch drei Partien auf die Rotjacken: Das nächste „Back-to-Back“-Duell, diesmal mit Orli Znojmo (Heimspiel am Sonntag um 17.30 Uhr, Auswärtsspiel am Dienstag), sowie die Begegnung mit dem Leader aus Wien am kommenden Freitag (19.15 Uhr) in der Stadthalle.