Pick Round endet mit Heimniederlage

Der EC-KAC unterlag zum Abschluss der Zwischenrunde vor eigenem Publikum Fehérvár AV19 mit 2:3, die Ungarn schoben sich damit noch auf Tabellenrang vier und genießen im Viertelfinale Heimrecht. 

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC fixierte am Freitagabend mit einem 6:0-Auswärtssieg beim Vizemeister EC Salzburg den dritten Tabellenplatz nach der Regular Season und damit auch das (drittgereihte) Gegnerwahlrecht für das Play-Off-Viertelfinale. Das 54. und letzte Grunddurchgangsspiel hatte für die Rotjacken daher keinerlei Auswirkungen mehr für ihre Position im Ranking. Nach zwei Niederlagen (1:2 n.V., 1:3) in zwei Saisonheimspielen gegen Fehérvár AV19 brannten die Klagenfurter aber darauf, die Ungarn endlich auch auf eigenem Eis zu besiegen. Das erste Duell zwischen den beiden Klubs in der Pick Round entschied der EC-KAC auswärts mit 4:1 für sich.

Fehérvár AV19 konnte unter der Woche zwei Heimsiege gegen den HCB Südtirol (4:2) und die Graz 99ers (4:1) feiern und schob sich damit wieder in Schlagdistanz zum Tabellenvierten aus Salzburg. Somit hatten die Ungarn noch die Chance auf das Heimrecht im Viertelfinale, sofern sie in Klagenfurt zumindest zwei Punkte mehr holen als die Bullen im Parallelspiel in Wien. Gegen die Rotjacken gewann Székesfehérvár jedes der ersten vier Saisonduelle knapp, darunter auch die beiden Gastspiele in der Stadthalle, bei denen die Roten Teufel jeweils nur einen Gegentreffer kassierten.

 

Die Personalien:

Neben dem langzeitverletzten Manuel Geier musste der EC-KAC in dieser Begegnung auf vier weitere Stammkräfte verzichten: Lars Haugen und Matthew Neal wurden aufgrund leichter Erkrankungen geschont, die angeschlagenen Robin Gartner und Siim Liivik pausierten ebenfalls, um vor dem Play-Off-Beginn kein Risiko einzugehen. Alle vier werden nach aktuellem Stand aber zum Viertelfinalauftakt völlig gesund bzw. fit zur Verfügung stehen. In das Lineup zurück kam Thomas Hundertpfund, der das Spiel in Salzburg aufgrund einer leichten Blessur verpasst hatte, zudem rückten aus dem Farmteam Daniel Obersteiner und Dennis Sticha ins Aufgebot auf. Im Tor der Rotjacken stand gegen Fehérvár AV19 David Madlener, Jakob Holzer nahm erneut die Rolle als Backup-Goalie ein. Insgesamt stellten die Klagenfurter das jüngste (Durchschnittsalter: 26,6 Jahre) und nach Kaderpunkten schlankste (41,5 Zähler) Lineup der laufenden Saison.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken konnten Fehérvár AV19 im ersten Abschnitt gut nach außen drängen und so auf wenige wirklich zwingende Torchancen limitieren. Während auf Seiten der Klagenfurter Johannes Bischofberger, der in einen Comrie-Querpass gestochen war, vergab (2.), setzten auf Seiten der Ungarn Krisztián Szabó (Deflection knapp am Tor vorbei/4.) und Tamás Láday (Schlagschuss aus der Distanz streifte noch den Pfosten/6.) erste Nadelstiche. Das erste Powerplay der Gäste überstand der EC-KAC recht problemlos, Marcel Witting fand sogar die große Gelegenheit auf den Shorthander vor: Hinter dem Kasten nahm er Torhüter Dániel Kornakker den Puck ab, versuchte dann jedoch, selbst abzuschließen, statt auf den vor dem verwaisten Gehäuse lauernden Stefan Geier zu passen (8.). Der starke Goalie der Gäste stand in Minute zehn im Mittelpunkt: Zunächst parierte er einen Wristshot von Johannes Bischofberger aus dem Slot, dann rettete er auch gegen Marco Richter, Patrick Harand klopfte den Abpraller an die Stange. Die Rotjacken bauten nun immer mehr Druck auf, Thomas Kochs Versuch aus der Drehung wurde geblockt, die Petersen-Deflection eines Duller-Schlagschusses verfing sich in den Beinschonern des Torhüters (jeweils 15.). Im ersten Überzahlspiel benötigten die Klagenfurter dann aber nur elf Sekunden, um in Führung zu gehen: Ein strammer Wristshot von Nick Petersen aus halblinker Position schlug in der kurzen Ecke ein (16.). Möglichkeiten, den Vorsprung zu verdoppeln, vergaben in Minute 19 Adam Comrie (schob den Puck am langen Pfosten vorbei) und Andrew Kozek (Schuss von den Hashmarks aus nach feinem Steal gehalten). 

Fehérvár AV19 kam sehr gut aus der ersten Pause und nutze diese starke Phase, um das Score zu drehen: Nach einem Lattenpendler blieb der Puck hinter David Madlener im Torraum liegen, Bence Szabó kehrte zum 1:1 ein (23.). Einen Sololauf von Csanád Erdély stoppte der KAC-Goalie stark (25.), noch in der gleichen Minute gelang den Ungarn jedoch ihr zweiter Treffer: Nach einem Faceoff in der Defensivzone verloren die Klagenfurter die Zuordnung, der von Erdély im Zentrum bediente Tamás Sárpátki schoss aus kurzer Distanz ein (25.). Die Rotjacken waren umgehend um eine Antwort bemüht: Ein verdeckter Fischer-Schuss prallte ans Bein Petersens, blieb aber vor der Linie liegen (27.), ein von Hundertpfund noch abgefälschter Duller-Schuss streifte den Pfosten (28.). Als Patrick Harand dann innerhalb von zweieinhalb Minuten gleich zwei Mal ausgeschlossen wurde, verteidigte sich der EC-KAC gut und hatte durch Marcel Witting, der Fehérvárs Abwehr enteilt war, im letzten Moment aber noch am erfolgreichen Abschluss gehindert werden konnte, die beste Chance dieser Phase sogar auf seiner Seite (38.). Noch vor dem zweiten Pausentee erhöhten die Ungarn ihren Vorsprung: Dániel Szabó schaufelte einen Rebound im Fallen und vom Torraum aus in die Maschen (40.). Diesmal replizierten die Klagenfurter jedoch umgehend: Nur 34 Sekunden später sprang ein Schlagschuss von Martin Schumnig aus dem hohen Slot vom Schlittschuh von Bence Stipsicz ins Tor.

Die erste Möglichkeit des Schlussabschnittes hatten die Hausherren: Nick Petersen leitete mit der Rückhand auf Andrew Kozek weiter, der mit Thomas Koch über links zum „Zwei-gegen-Eins“-Angriff kam, gemeinsam mit der Stange konnte Fehérvárs Goalie den Abschluss des Mittelstürmers jedoch parieren (41.). Per Poke-Check verhinderte Kornakker wenig später auch einen aussichtsreichen Kozek-Querpass auf Petersen (44.). Zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Überzahlspiele ließen die Rotjacken ungenutzt, die beste Gelegenheit hatte dabei Johannes Bischofberger, der einen Abpraller nach Wahl-Schlenzer nur um Zentimeter am Gehäuse vorbei setzte (48.). Bei einem energischen Drive von Stefan Geier vom rechten Flügel vor den Kasten machte Dániel Kornakker die kurze Ecke zu (51.), danach vergab der EC-KAC eine weitere Powerplaymöglichkeit. Auf der Gegenseite scheiterte Dániel Szabó, der an den Hashmarks in einen Querpass von Eric Meland gespritzt war, an David Madlener (57.), ehe die Rotjacken in der Schlussphase noch einmal alles riskierten. Doch auch mit sechs Feldspielern wollte ihnen der Ausgleichstreffer nicht mehr gelingen. Fehérvár AV19 siegte auch im dritten Saisonduell auf Klagenfurter Eis, überholte damit am letzten Spieltag der Pick Round in der Tabelle noch den EC Salzburg und stieß auf Rang vier vor, der im Viertelfinale Heimrecht bedeutet. (HB)

 

Der Kommentar:

„Der dritte Platz in der Endabrechnung ist ein zufriedenstellendes Outcome eines langen Grunddurchgangs für uns. Die heutige Partie war eine schwierige, weil unsere Platzierung einzementiert war, es für uns also nicht mehr um sonderlich viel ging. Doch auch diese Situation war eine sehr lehrreiche, denn wir haben heute gesehen, dass man, wenn man nicht an seine Grenzen geht, wenn man ein wenig die Handbremse angezogen hat, keinen Erfolg hat. Bei uns haben Spieler gefehlt, ebenso beim Gegner, die Aussagekraft dieser Begegnung ist also recht gering. Was zählt, ist der Mittwoch, der Start in die entscheidende Phase der Spielzeit - und dafür werden wir bereit sein.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Heimniederlage gegen Fehérvár AV19 blieb für die Tabellensituation des EC-KAC ohne Auswirkung, die Rotjacken beendeten den Grunddurchgang der EBEL-Saison 2018/19 auf dem dritten Rang, nachdem sie in 54 Runden insgesamt 97 Punkte gesammelt hatten. Im Zuge des Play-Off-Picks am Sonntagabend waren die Klagenfurter damit bei der Auswahl des Viertelfinalgegners als Dritter hinter den Vienna Capitals (gegen Orli Znojmo) und den Graz 99ers (gegen den EHC Linz) an der Reihe. Mögliche Kontrahenten zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Finalisten der vergangenen Spielzeit, hier entschied sich General Manager Oliver Pilloni entsprechend der durch Management, Trainerstab und Mannschaft gemeinsam festgelegten Reihung für den Titelverteidiger HCB Südtirol als Gegner. Spiel eins dieser brisanten Viertelfinalserie steigt bereits am kommenden Mittwoch, dem 13. März, um 19.15 Uhr in der Stadthalle Klagenfurt (live bei Sky Sport Austria).