Rot-Weiß verliert in Salzburg mit 3:6

Eine Aufholjagd im Schlussabschnitt blieb für den EC-KAC am Sonntagnachmittag in Salzburg unbelohnt, die Rotjacken verließen das Eis zum dritten Mal in dieser Saison als Verlierer.

Foto: GEPA/RedBull

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC reiste beflügelt vom ersten EBEL-Saisonsieg, eingefahren im Heimspiel am Freitag gegen Orli Znojmo (3:1), nach Salzburg. Gegen die Bullen hatten die Klagenfurter die letzten vier direkten Duelle, allesamt im Rahmen der Halbfinalserie der vergangenen Spielzeit, gewonnen. Insgesamt standen die Rotjacken dem EC Salzburg am Sonntagnachmittag zum 121. Mal gegenüber, gegen keine andere Mannschaft trat Rot-Weiß seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 öfter an.

EBEL-Powerhouse Salzburg kam heuer nur sehr schleppend in die neue Spielzeit, die Mannschaft von Head Coach Greg Poss verlor in der CHL und der Liga gleich sechs ihrer insgesamt sieben Partien. Als einzige punkteloses Team gingen die Bullen auf Tabellenrang zwölf liegend in diese vierte Runde, saisonübergreifend mussten sie zuletzt sieben EBEL-Niederlagen am Stück hinnehmen, was dem negativen Höchstwert in der Geschichte des Klubs in der höchsten Spielklasse entsprach.

 

Die Personalien:

Bei den Klagenfurtern (die weiterhin auf Manuel Geier und Jamie Lundmark verzichten mussten) kam es gegenüber dem Heimerfolg gegen Znojmo am Freitag zu einer Veränderung im Aufgebot: Stürmer Philipp Kreuzer, der unter der Woche in zwei AHL-Partien drei Mal anschreiben konnte, ersetzte Verteidiger Ramón Schnetzer. In den Formationen selbst ergaben sich dadurch keine Wechsel. Zwischen den Pfosten erhielt David Madlener das Vertrauen, der seit seinem Transfer zum EC-KAC bei jedem seiner sechs Einsätze gegen Salzburg als Sieger vom Eis gegangen war.

 

Der Spielverlauf:

Der schlecht in die Saison gestartete EC Salzburg kam mit viel Wut im Bauch aus der Kabine und fand in der Anfangsphase die besseren Möglichkeiten vor: Bobby Raymond wischte am Torraum über den Puck (3.), Manuel Latusa setzte seinen Abschluss - frei im Slot stehend - über das Gehäuse (4.), der in dieser Partie agil auftretende Alex Aleardi scheiterte in aussichtsreicher Position an David Madlener (6.). Ihren ersten Treffer verbuchten die Bullen dann bei numerischer Überlegenheit: Alexander Rauchenwalds Abschluss aus halbrechter Position prallte von Madleners Schoner zurück vors Tor, nachdem Aleardi den Puck noch verfehlte, drückte ihn Mario Huber über die Linie (8.). Die Rotjacken versteckten sich nicht, vermochten es jedoch nicht, ihre Chancen zu nutzen: Salzburg-Goalie Bernhard Starkbaum parierte einen Versuch von Mijta Robar nach einem Gegenstoß (10.), eine rot-weiße Druckphase bei „Vier-gegen-Vier“ wirkte sich nicht auf der Anzeigetafel aus (13.). Die finalen Minuten im ersten Durchgang gehörte dann wieder den Hauherren: Einen ungut abgefälschten Trattnig-Schlenzer wehrte Madlener ab (16.), wenig später klärte Martin Schumnig für den bereits geschlagenen KAC-Schlussmann (17.). Noch vor der ersten Sirene konnten die Bullen ihren Vorsprung aber verdoppeln: Der EC-KAC schaffte es nicht, sich aus der eigenen Zone zu befreien, Huber gewann über links Raum und bediente den an den Crease mitgelaufenen Aleardi, der den Puck unter die Querlatte hob (18.). 

Im zweiten Abschnitt steigerten sich die Klagenfurter deutlich, der in dieser Partie positiv auffällige Martin Schumnig setzte seinen Versuch aus kurzer Distanz jedoch neben den Kasten (25.). Quasi im direkten Konter zog Salzburg weiter davon: Die Rotjacken verspielten in der Vorwärtsbewegung in der neutralen Zone die Scheibe, Aleardi und Hughes verzögerten geschickt, sodass der am langen Pfosten mitgelaufene Raymond wenig Mühe hatte, den Puck im halbleeren Tor unterzubringen (26.). Einen noch höheren Rückstand verhinderte David Madlener, als er kurz darauf einen von Michael Schiechl abgeschlossenen „Drei-gegen-Eins“-Konter stoppte (27.). In seinem nächsten Überzahlspiel kam der EC-KAC einem Torerfolg sehr nahe, Matthew Neals Schuss aus spitzem Winkel schlitterte jedoch parallel zur Torlinie durch den Crease (32.). Die Kärntner nahmen den Schwung mit, bauten nun über längere Phasen Druck auf, sodass Salzburgs Trainer Greg Poss gar sein Timeout konsumieren musste, um den rot-weißen Spielfluss zu unterbrechen. Zählbares resultierte aus diesen Sequenzen für den EC-KAC allerdings nicht. Starkbaum zauberte gegen den von Marco Richter angespielten Patrick Harand (34.) und fixierte auch den Tip-In-Versuch von Jon Rheault nach einem Schumnig-Schuss (36.). Salzburgs Offensivbemühungen blieben im zweiten Durchgang bescheiden, der vor Madlener freistehende Ryan Duncan verlor eine weitere Episode im sich über die gesamte Partie erstreckenden „Privatduell“ mit dem Rotjacken-Goalie (38.).

Drittel drei sollte die nur 2.380 Fans im Volksgarten schließlich mit insgesamt sechs Treffern verwöhnen. Zunächst waren es die Gastgeber, die das Score in die Höhe schrauben konnten: Bei doppelter Überzahl sendete Brant Harris per Wristshot aus der Halbdistanz ein (42.), dann profitierte Ryan Duncan von einem weiteren Scheibenverlust Klagenfurts in der eigenen Zone. Das Zuspiel des Kanadiers aus der Ecke ins Zentrum verwertete der aufgerückte Verteidiger Alexander Pallestrang zum 5:0 (46.). Im Angesicht des drohenden Debakels rissen sich die Rotjacken nun am Riemen. Im Powerplay - Raymond hatte Bischofberger rüde attackiert und damit einen kleinen Faustkampf heraufbeschworen - stocherte Richie Regehr das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie (47.). Nachdem Jon Rheault aus spitzem Winkel unglücklich nur den Pfosten traf (50.), war es Johannes Bischofberger, der mit dem schönsten Tor der Begegnung weiter verkürzen konnte: Bei einem Sololauf aus der eigenen Zone versetzte er Layne Viveiros sehenswert und bezwang schließlich Starkbaum mit einem tollen Abschluss in die lange Kreuzecke (52.). Die Bullen kamen in dieser Phase lediglich zu Entlastungsangriffen, waren aber auch dabei gefährlich, Raphael Herburger setzte den Puck mit der Rückhand an das Gestänge (54.). Auf der Gegenseite kam der von Bischofberger fein in Szene gesetzte Kevin Kapstad alleine auf Starkbaum zu, scheiterte aber am gut aufgelegten Schlussmann der Salzburger (55.). Das nächste Powerplay resultierte dann jedoch endgültig im dritten KAC-Treffer: Julian Talbot schoss den Puck nach einem abgeprallten Fischer-Schlagschuss aus kurzer Entfernung in die Maschen (57.). Nach drei unbeantworteten Toren der Rotjacken wankte - was zuvor wohl niemand mehr für möglich gehalten hätte - Salzburg plötzlich, letztlich blieb die Aufholjagd der Mannschaft von Steve Walker aber unbelohnt: Wenige Sekunden vor der Schlusssirene fixierte John Hughes, den Thomas Raffl den Weg zum verwaisten KAC-Tor freigeblockt hatte, den Endstand von 6:3 für Salzburg, das sich damit über seinen ersten Saisonsieg freuen durfte. (HB)

 

Der Kommentar:

„In den ersten fünf, sechs Minuten waren wir gut im Spiel, die erste Strafe und der daraus resultierende Treffer Salzburgs hat uns aber den Schwung genommen. Wir hatten immer wieder gute Möglichkeiten, liefen dem Score aber die ganze Partie hindurch hinterher. Im dritten Abschnitt kamen wir zurück, aber wir müssen Wege finden, uns nicht selbst in eine so schwierige Ausgangssituation zu bringen wie das heute der Fall war. Insgesamt hat die Leistung einzelner Spieler gepasst, aber wir müssen als Mannschaft besser agieren, um erfolgreich zu sein. Vor uns liegt das wichtige Derby am Dienstag.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der Niederlage in Salzburg, der insgesamt dritten in der noch jungen EBEL-Saison, wartet bereits übermorgen Dienstag das nächste brisante Auswärtsspiel auf die Rotjacken, denn dann gastieren die Klagenfurter zum ersten Kärntner Derby der Spielzeit beim EC VSV in Villach (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria). Sämtliche Tickets für den Auswärtssektor sind bereits vergriffen, der EC-KAC freut sich auf den gewohnt starken Support der rot-weißen Anhänger.