Rot-weißes CHL-Abenteuer endet gegen ZSC

Ein tapfer kämpfender EC-KAC musste sich am Mittwochabend im Entscheidungsspiel um den CHL-Achtelfinaleinzug den in den ersten 40 Minuten der Partie überlegenen ZSC Lions mit 0:3 geschlagen geben.

Foto: ZSC Lions/Stettler

 

Die Ausgangssituation:

Vor dem sechsten und letzten Gruppenspiel in der Champions Hockey League hielten sowohl der EC-KAC als auch die ZSC Lions bei acht Zählern, die Entscheidung über den zweiten Aufsteiger aus Pool H ins Achtelfinale neben den Frölunda Indians musste also im direkten Duell, ausgetragen am Mittwochabend im Zürcher Vorort Dübendorf, fallen. Die Rotjacken gingen mit einer ausbaufähigen Auswärtsbilanz in diese Begegnung, in CHL und EBEL mussten sie sich in vier ihrer sechs bisherigen Saisonpartien in der Fremde geschlagen geben. Das „Hinspiel“ in der Vorwoche konnten die Klagenfurter auf eigenem Eis für sich entscheiden, sie bezwangen den achtfachen Schweizer Meister mit 2:1 nach Verlängerung.

Die ZSC Lions, in der nationalen Meisterschaft aktuell auf Rang sechs platziert, gingen von einem 6:1-Heimerfolg gegen Amrì-Piotta am Montag gestärkt in dieses Entscheidungsspiel gegen den EC-KAC. Der nach Punkten siebterfolgreichste Klub der CHL-Geschichte erreichte auf der internationalen Bühne in den beiden letzten Saisonen jeweils die KO-Phase, sowohl 2015 als auch 2016 blieb man in der Gruppenphase ohne Niederlage.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC vertraute der Trainerstab auf die exakt gleichen 22 Cracks wie im jüngsten Ligaspiel, in dem am Sonntag ein 3:1-Heimsieg über Fehérvár AV19 gelang. Michael Kernberger nahm als überzähliger Verteidiger auf der Tribüne Platz, im Tor startete - anders als im „Hinspiel“ gegen Zürich in der Vorwoche - David Madlener. Verzichten mussten die Rotjacken weiterhin auf Kapitän Manuel Geier (verletzt) sowie Richie Regehr und Patrick Harand (beide angeschlagen).

 

Der Spielverlauf:

Die erste Halbchance auf der Kunsteisbahn Dübendorf gehörte den Rotjacken: Nach einem Querpass von Marco Brucker gelangte Thomas Hundertpfund am Crease und von zwei Gegenspielern behindert nur knapp nicht an die Scheibe (3.). Noch einmal wurde der EC-KAC gefährlich: Nach einem sauber vorgetragenen Gegenstoß sprang der Puck nach einer Flüeler-Abwehr hoch in die Luft, Jon Rheault scheiterte im Versuch, ihn direkt zu übernehmen und in die Maschen zu wuchten (6.). Danach verlagerte sich das Spielgeschehen nahezu ausschließlich in die Zone der Gäste, mehrfach bewahrte Torhüter David Madlener sein Team vor einem Rückstand. So etwa mit den Beinschonern gegen Mattias Sjögren (8.). Seinem Landsmann Fredrik Pettersson blieb es vorbehalten, die ZSC Lions in Führung zu schießen: Nach einem Konter über Robert Nilsson sendete der Topscorer der Zürcher seine Direktabnahme unter den Pads von Madlener hindurch ins Tor (11.). Die agilen Gastgeber erhielten im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts dann noch zwei Powerplay-Gelegenheit: Während der ersten krachte ein Slapshot aus der Distanz von Kevin Klein an den Pfosten (15.), im Zuge der zweiten Überzahl erhöhte aber Pius Suter auf 2:0, im Fallen stocherte er das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie (17.). Noch zwei gute Möglichkeiten für die Schweizer waren im ersten Durchgang zu notieren: Inti Pestoni tankte sich bis vor den Kasten der Klagenfurter durch, traf mit der Rückhand dann den Puck aber nicht richtig (18.). Den Sololauf von Pius Suter nach schlechtem KAC-Wechsel stoppte David Madlener (19.). 

Drittel zwei begann mit einer guten Gelegenheit für die Rotjacken, nach einer flinken Passkombination tauchte Jamie Lundmark frei vor Lukas Flüeler auf, sein Rückhandschuss ging aber am Tor vorbei. Im Gegenzug stoppte der bärenstarke David Madlener einen Sololauf von Roman Wick, wenig später war er bei einem Schlenzer von Drew Shore mit der Fanghand zur Stelle (jeweils 22.). Danach war wieder der EC-KAC an der Reihe: Matthew Neal ließ gleich drei Gegner stehen, setzte seinen Abschluss aber über die Latte (24.). Glück hatten die Rotjacken während ihrer nächsten Unterzahlsituation: Ein scharfer Querpass wurde gefährlich abgefälscht, Johannes Bischofberger kratzte die Scheibe jedoch förmlich von der Torlinie (27.). Eine feine Kombination zwischen Suter und Nilsson stoppte einmal mehr David Madlener (29.), nur Augenblicke später schlug der ZSC aber ein drittes Mal zu: Robert Nilsson gewann hinter dem KAC-Tor den Puck, legte ihn zurück, Drew Shore übernahm das Zuspiel direkt und setzte es von den Hashmarks aus ins kurze Kreuzeck (29.). Die Vorentscheidung war damit gefallen, die Klagenfurter wurden im weiteren Verlauf des zweiten Drittels nur noch in zwei guten Aktionen von Johannes Bischofberger gefährlich: Sein Rückhandversuch fiel zu wenig druckvoll aus (32.), seinen Wristshot nach feiner Einzelaktion parierte Lukas Flüeler mit der Fanghand (38.).

Der dritte Durchgang war dann zweifellos der beste der Rotjacken: Thomas Koch wischte im Slot über einen Abpraller (42.), auch danach brachten die Klagenfurter einige gute Offensiv-Shifts aufs Eis. Bei Zürichs bester Gelegenheit dieser Phase, für die Inti Pestoni verantwortlich zeichnete, agierte David Madlener mit starker Seitwärtsbewegung herausragend (46). Auch gegen einen Abschluss von Fabrice Herzog aus kurzer Distanz hielt sich Klagenfurts Schlussmann schadlos (53.). Dazwischen war Jamie Lundmark nach schönem Vertikalpass von Matthew Neal an Flüeler gescheitert (48.). Die gleiche Kombination führte auch im dritten und letzten KAC-Powerplay fast zum Torerfolg: Der Onetimer von Lundmark wurde jedoch ebenfalls zur Beute des gut aufgelegten ZSC-Goalies (53.). Zwei Mal wurde Rot-Weiß in der Schlussphase noch gefährlich, ein Torerfolg war dem EC-KAC jedoch nicht beschieden: Nach einem Hundertpfund-Schlagschuss verpassten Kevin Schettina und Marco Brucker den Rebound (56.), bei einem Slapshot von Jon Rheault war Flüeler mit den Pads zur Stelle. Somit endete das CHL-Abenteuer des EC-KAC mit einer 0:3-Auswärtsniederlage beim achtfachen Schweizer Meister, der aus Gruppe H den Frölunda Indians ins Achtelfinale folgt. (HB)

 

Der Kommentar:

„Die ersten fünf, sechs Minuten waren recht ausgeglichen, dann erlaubten wir uns einige Strafen und Zürich übernahm das Kommando. Der ZSC spielte eine gute Transition, brachte in der Folge viel Geschwindigkeit aufs Eis und schränkte uns in unseren Handlungsspielräumen stark ein. Wir haben bis zum Ende gut gekämpft und kamen im dritten Drittel auch zu unseren Chancen. Diese konnten wir nicht nutzen und daher endete das Kapitel Champions Hockey League für uns - gegen einen an diesem Abend stärkeren Gegner.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC beendete die Champions Hockey League 2017/18 auf dem dritten Tabellenplatz der Gruppe H, aus der die Frölunda Indians und die ZSC Lions den Sprung ins Achtelfinale schafften. Mit acht Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis von 15:15 fiel das Fazit der Rotjacken zur diesjährigen CHL-Teilnahme insgesamt jedoch deutlich positiv aus, im Endklassement bedeuteten diese Kennzahlen den 21. Rang im Bewerb. Die Klagenfurter reisten unmittelbar nach dem Ende der Partie in Dübendorf zurück nach Österreich, sie machen für die kommenden beiden Tage in Dornbirn Station, wo am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) das nächste Ligaspiel stattfindet.