Rotjacken bezwingen Villach erneut

Der EC-KAC gewann auch das dritte Kärntner Derby der laufenden Saison mit einem Treffer Differenz, der Endstand in der ausverkauften Stadthalle Klagenfurt lautete diesmal 3:2.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging mit 60 Zählern aus 32 Spielen in das Derby, im Vorjahr hatten 66 Punkte nach 44 Runden zur vorzeitigen Play-Off-Qualifikation gereicht. Zuletzt festigten die Rotjacken ihren zweiten Tabellenrang mit einem begeisternden 7:5-Heimsieg über Titelverteidiger und Tabellenführer Wien sowie einem 4:1-Auswärtserfolg bei den Graz 99ers, der Vorsprung auf den drittplatzierten EHC Linz wuchs somit auf fünf Zähler an. In Duellen mit dem EC VSV waren die Klagenfurter in der jüngeren Vergangenheit recht erfolgreich, saisonübergreifend gewann Rot-Weiß vier Derbys hintereinander. In den beiden Konfrontationen der laufenden Spielzeit (4:3 und 1:0) kassierte der EC-KAC in knapp 90 Even Strength-Minuten kein einziges Gegentor.

Die Adler aus Villach spielten bislang eine durchwachsene Saison, in deren Verlauf sie noch nie mehr als zwei Partien am Stück für sich entscheiden können. Die gute vorweihnachtliche Bilanz mit drei Siegen aus vier Partien wurde am Dienstagabend von einer deutlichen 3:8-Heimniederlage gegen Zagreb konterkariert. Während der EC VSV mittlerweile das nach Punkten schwächste Heimteam der Erste Bank Eishockey Liga ist, lieferte die Mannschaft von Head Coach Markus Peintner auswärts häufig bessere Vorstellungen ab: Nur Wien, Klagenfurt und Salzburg holten in der Fremde bislang mehr Zähler als Blau-Weiß.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrte gegenüber dem Spiel am Dienstag in Graz der verletzte Ramón Schnetzer wieder zurück ins Aufgebot. Zusätzlich verstärkte nach abgeschlossenem Anmeldeprozess erstmals auch Neuzugang Stefan Espeland die rot-weiße Abwehr. Er nahm am Kaderblatt die Position des Langzeitverletzten Richie Regehr ein. Patrick Harand rückte wieder in den Angriff, Michael Kernberger und Kevin Schettina rutschten aus dem Lineup. Der EC-KAC, der auf die Legionäre Kevin Kapstad, Matthew Neal und Jon Rheault verzichten musste, startete im Tor mit David Madlener, der damit das erst zweite Kärntner Derby in seiner Karriere bestritt.

 

Der Spielverlauf:

Obwohl die Rotjacken schon nach wenigen Sekunden die erste Möglichkeit der Partie vorfanden (Jamie Lundmark verpasste den Puck im Slot, Anm.), waren die Gäste aus Villach in den Anfangsminuten leicht spielbestimmend. So prüfte Ex-KAC-Crack István Sofron David Madlener gleich zweimal, doch der Goalie behielt in beiden Fällen die Oberhand. Dennoch sollten die Gäste aus der Draustadt in der Folge über die erste Führung der Partie jubeln dürfen, Jordan Hickmott schlenzte einen Rebound aus kurzer Distanz in die Maschen (7.). Die Klagenfurter suchten nach der sofortigen Antwort, doch Johannes Bischofberger kam aus aussichtsreicher Position nicht an VSV-Torhüter David Kicket vorbei (9.). Eine Minute später war der Bann dann aber gebrochen: Jamie Lundmark eroberte seitlich des Villacher Kastens die Scheibe, bediente Julian Talbot ideal - und dieser hämmerte den Puck per Onetimer zum 1:1-Ausgleich ins Tor (10.). Von da an übernahmen die Hausherren auch das Kommando auf dem Eis, doch vorerst ließ Rot-Weiß noch die letzte Präzision im Torabschluss vermissen. Eine Deflection von Thomas Koch flog zu zentral auf David Kickert (13.), gleiches galt für einen direkt übernommenen Rebound von Marco Richter (16.). Nur Zentimeter fehlten schließlich kurz vor der Sirene zur ersten Drittelpause zur rot-weißen Führung: Jamie Lundmark kam im Slot zum Abschluss, setzte die Scheibe allerdings hauchdünn neben den Torpfosten.

Die erste gefährliche Aktion im Mittelabschnitt ging wieder auf das Konto des ehemaligen Klagenfurters István Sofron, sein Schuss kullerte nur knapp am KAC-Tor vorbei (25.). Die Rotjacken antworteten durch Patrick Harand, der einen Schlagschuss aus guter Position neben das Villacher Gehäuse setzte (26.). Erst als die Klagenfurter mit einem Mann mehr auf dem Eis standen, gab es in der ausverkauften Stadthalle wieder Grund für Jubel: Stefan Geier zog die Scheibe nahe dem Torpfosten stehend zum Körper und setzte sie dann elegant zur 2:1-Führung unter die Querlatte (30.). Und der EC-KAC hätte diese Führung wenig später trotz numerischer Unterlegenheit ausbauen können, als Ramón Schnetzer nach feiner Kombination alleine vor David Kickert auftauchte, diesen allerdings nicht bezwingen konnte (35.). Weil die Klagenfurter während dieser starken Phase nicht weiter nachlegen konnten, waren es plötzlich die Villacher, die eigentlich aus dem Nichts zum 2:2-Ausgleich kamen: Miha Verlič gab einem Schuss von Markus Schlacher die entscheidende Richtungsänderung (38.), David Madlener war chancenlos, als der Puck in der kurzen Ecke einschlug. Noch vor der Pause hätten die Rotjacken wieder in Front gehen können, doch sowohl Manuel Ganahl (39.) als auch Julian Talbot (40.) hatten kein Glück bei ihren Abschlüssen.

Auch in Abschnitt drei kamen die Adler besser aus den Startlöchern: Nach einem Maxa-Schuss verpasste Valentin Leiler den Rebound nur um Haaresbreite (43.). Die beste KAC-Gelegenheit in dieser Phase ließ Manuel Ganahl ungenützt, als er einen Pass von Johannes Bischofberger akrobatisch direkt aus der Luft verwerten wollte (46.). Aber auch Villach versteckte sich gegen Ende der Partie nicht, Nico Brunner setzte einen Schuss von der blauen Linie nur ganz knapp neben die Stange (49.). Der EC-KAC sollte aber noch die große Gelegenheit dazu bekommen, die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden, als Patrick Platzer für ein Vergehen mit dem hohen Stock gegen Thomas Koch für vier Minuten in die Kühlbox wanderte. Das Überzahlspiel der Rotjacken kam lange nicht in die Gänge, dennoch war es schlussendlich von Erfolg gekrönt: David Fischer zog ab und just Thomas Koch hielt sein Arbeitsgerät zur erfolgreichen Deflection dazwischen - 3:2 (56.). Im Finish war auch das Glück auf Seiten der Klagenfurter, als ein Schlenzer von Felix Maxa an den Pfosten klopfte (58.). Und so brachten die Hausherren - am Ende auch gegen sechs Villacher Feldspieler - den Vorsprung über die Ziellinie und entschieden zum fünften Mal in Serie ein Kärntner Derby für sich. (PE)

 

Der Kommentar:

„Insgesamt war das ein komisches Spiel, in dem beide Teams nie so richtig in ihren Rhythmus gefunden haben. Die Treffer fielen auf beiden Seiten teilweise etwas glücklich, die Partie zu unseren Gunsten entschieden hat schließlich das Powerplay. Das Überzahlspiel mag vielleicht nicht so gut ausgesehen haben, war aber effektiv. Keine wirklich herausragende Partie, doch wir freuen uns sehr über die nächsten drei Punkte.“ (Christoph Brandner, Assistant Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem dritten Sieg im dritten Kärntner Derby der Saison sicherte der EC-KAC seinen zweiten Tabellenplatz weiter ab, die Rotjacken halten nun bereits bei 63 Punkten und sind damit weiterhin auf bestem Wege, die Qualifikation für die Pick Round und damit vorzeitig auch für die Play-Offs zu schaffen. Rund um den Jahreswechsel wartet nun das „Back-to-Back“-Duell mit Medveščak Zagreb auf die Klagenfurter. Am Samstag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) gastiert man in Kroatiens Hauptstadt, exakt 48 Stunden später, am Neujahrstag, empfängt man die Bären dann in der Stadthalle.