Rotjacken küren sich zu Hause zum M31STER

Mit einem 3:2-Heimerfolg nach Verlängerung im sechsten Finalspiel gegen die Vienna Capitals holte sich der EC-KAC am Mittwochabend den 31. Meistertitel seiner Klubgeschichte.

Rotjacken küren sich zu Hause zum M31STER

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte zuletzt erstmals seit Januar/Februar 2017 wieder zwei Spiele gegen die Vienna Capitals hintereinander für sich entscheiden und verwandelte damit einen 1:2-Rückstand in der Finalserie in einen 3:2-Vorsprung. Die Rotjacken fanden somit in der sechsten, vor eigenem Publikum ausgetragenen Endspielbegegnung ihre erste von zwei Chancen vor, sich den Meistertitel in der Erste Bank Eishockey Liga zu sichern. In der Stadthalle lief es für die Klagenfurter in der bisherigen Post Season sehr gut: Sämtliche sieben Partien wurden gewonnen, dabei kassierte Rot-Weiß insgesamt nur 14 Gegentore.

Die Vienna Capitals liegen zum zweiten Mal in ihrer Klubgeschichte in einer Finalserie mit 2:3 im Hintertreffen, auch 2005 (ebenfalls gegen den EC-KAC) sahen sich die Hauptstädter mit diesem Zwischenstand konfrontiert, ehe sie die Serie in Klagenfurt ausgleichen und dann auf eigenem Eis für sich entscheiden konnten. In der Fremde stotterte der Motor des Teams von Head Coach Dave Cameron in der bisherigen Post Season jedoch noch: Fünf von sieben Auswärtsspielen in den Play-Offs, darunter die jüngsten vier, gingen verloren. Von den elf Saisonduellen mit den Rotjacken haben die Capitals allerdings die knappe Mehrzahl, nämlich sechs, gewonnen.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken traten im sechsten Finalspiel zum fünften Mal hintereinander mit einem unveränderten Aufgebot an, mit Ausnahme von Manuel Geier und Philipp Kreuzer standen alle Kaderspieler zur Verfügung. Die Coaches Petri Matikainen und Jarno Mensonen setzten wieder auf sieben Verteidiger und 13 Stürmer, die jeweils in den gleichen personellen Zusammensetzungen wie zuletzt aufgeboten wurden. Im Tor des EC-KAC stand erneut Lars Haugen, das Durchschnittsalter des Lineups lag bei 28,2 Jahren.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC startete druckvoll in den ersten Abschnitt und kreierte gleich einige gute Einschussmöglichkeiten: Ein Schlenzer von Mitch Wahl von den linken Hashmarks aus traf jedoch nur Mitspieler Marco Richter (2.), einer Direktabnahme aus dem Slot konnte Andrew Kozek nicht mehr genügend Richtung verleihen (3.) und Adam Comrie scheiterte nach Puckeroberung in der Angriffszone am Blocker von Torhüter J.-P. Lamoureux (5.). In der Folge kamen auch die Capitals zu ersten Chancen: Einen Tessier-Abschluss aus dem Zentrum hielt Lars Haugen (6.), mit einer tollen Grätsche parierte der Norweger auch einen aus der Drehung abgegebenen Schuss von Taylor Vause (8.). Aus einem flink vorgetragenen Angriff resultierte schließlich Wiens Führungstreffer: Im „Drei-gegen-Zwei“ brachte der rechts vertikal gehende Peter Schneider einen späten Diagonalpass an, den Chris DeSousa aus sehr spitzem Winkel zu seinem dritten Tor im Verlauf der Finalserie verwandeln konnte (11.). In einer recht ähnlichen Situation mit den gleichen Protagonisten wischte DeSousa gut drei Minuten später über den Puck (14.). Nach einem Abpraller sperrte Mitch Wahl im letzten Moment Riley Holzapfel (17.), einen Vause-Onetimer von links parierte Haugen sicher (19.).

Im zweiten Abschnitt dauerte es nur 55 Sekunden, ehe der EC-KAC auf 1:1 stellen konnte: Thomas Hundertpfund stocherte die Scheibe von hinter dem Kasten aus in den Slot auf Nick Petersen, der nicht selbst schoss, sondern noch einmal auf Patrick Harand querlegte. Der aufgerückte Verteidiger hatte keine große Mühe, ins halbleere Gehäuse einzusenden (21.). Eine Direktabnahme Andrew Kozeks landete nur an der Schulter von Lamoureux (23.), dann stürmten wieder die Capitals: Ein Wukovits-Wristshot von rechts wurde noch über das Tor abgefälscht (25.), die Olden-Deflection eines Dorion-Schusses flog nur knapp am Pfosten vorbei (26.). Noch in der gleichen Minute traf Wien dann jedoch: Einen verdeckten Fernschuss von Mario Fischer konnte Lars Haugen nicht bändigen, aus spitzem Winkel schob Rafael Rotter den Rebound über die Linie. In ihrem zweiten Powerplay des Abends drängten die Rotjacken vehement auf den neuerlichen Ausgleich, zwei Mal Kozek (jeweils 30.), Stefan Geier und Adam Comrie (jeweils 31.) ließen gute Gelegenheiten allerdings aus. Prompt verlagerte sich das Spiel wieder in die KAC-Zone, gleich drei Mal innerhalb von nicht einmal zwei Minuten bewahrte Haugen die Hausherren vor einem höheren Rückstand: Bei Abschlüssen von DeSousa (35.) und Schneider (36.) aus kürzester Distanz parierte der Klagenfurter Goalie stark, dazwischen entschärfte er zudem einen Abpraller von Sondre Olden. Gegen seinen Landsmann konnte sich der Rotjacken-Torhüter auch knapp vor Drittelende, gar bei numerischer Unterlegenheit für Wien, auszeichnen (39.).

In den dritten Abschnitt starteten die Klagenfurter wild entschlossen: Matthew Neals Versuch wurde geblockt, Adam Comries Distanzschuss touchierte die Querlatte und Thomas Hundertpfund verzog aus zentraler Position (jeweils 41.). Der von David Fischer in Szene gesetzte Marco Richter verzog (45.), auf der Gegenseite parierte Haugen gegen DeSousa (48.). Wiens erstes Überzahlspiel des Abends vermochte der EC-KAC gut einzudämmen, als Patrick Harand von der Strafbank zurückkehrte, scheiterte er mit einem Schlagschuss am Beinschoner von Lamoureux (50.). Als die Uhr bereits immer gnadenloser gegen die Hausherren tickte, erlöste der rot-weiße Topscorer das Klagenfurter Publikum: Mitch Wahl setzte sich an der Bande gegen zwei Gegenspieler durch, spitzelte den Puck nach innen zu Nick Petersen, der nach zwei Körpertäuschungen aus dem Handgelenk abzog und auf 2:2 stellen konnte (53.). Im Hexenkessel Stadthalle suchte der EC-KAC nun die Entscheidung in der regulären Spielzeit: Thomas Koch verzog aus der Drehung (54.), Marco Richter scheiterte bei zwei Möglichkeiten an Wiens Goalie (56. bzw. 58.) und in den finalen Sekunden der Partie setzte Matthew Neal einen Onetimer aus spitzem Winkel ins Außennetz.

In der fällig gewordenen Overtime kamen die Klagenfurter nach einem Foul von Vause an Kozek zu einem Powerplay, das sie jedoch nicht zu nutzen vermochten. Als Thomas Hundertpfund bei einem Sololauf noch im letzten Moment von Patrick Peter behindert wurde, blieb eine Sanktionierung durch die Schiedsrichter aus (63.). Weil Niki Kraus einen Rückhandpass über das Glas setzte, erhielten nun die Capitals ein Überzahlspiel: Comrie blockte gegen Olden, Haugen rettete einmal mehr gegen DeSousa (jeweils 64.). Als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, flog eine Großlercher-Deflection knapp neben dem Pfosten (66.), auf der Gegenseite vergab Richter die Chance auf die Entscheidung (67.). Noch einmal killten die Klagenfurter ein Powerplay der Gäste, die wenig später aber die große Gelegenheit auf den Siegestreffer vorfanden: Riley Holzapfel gelangte nach einem Rotter-Schuss an den Rebound, mit einer akrobatischen Meisterleistung mit seinem linken Beinschoner hinderte Lars Haugen den Puck gleich zwei Mal daran, über die Linie zu rutschen (72.). In Spielminute 75 führte schließlich Adam Comrie die EBEL-Saison 2018/19 ihrem Ende zu: Am linken Faceoff-Kreis schlug er noch einen Haken und schlenzte den Puck dann flach zwischen die Beine von Lamoureux ins Tor. Der Meistertitel für den EC-KAC war Gewissheit, die Stadthalle versank förmlich in einem Meer des Jubels. (HB)

 

Der Kommentar:

„Ich bin gleichzeitig müde und überglücklich. Ich freue mich außergewöhnlich für unsere Spieler, wie sie im Verlauf der Saison gewachsen sind. Wir starteten mit sieben Testspielniederlagen, verfolgten unseren Weg aber vom ersten Trainingstag an. Unserer Mannschaft wurde von uns Trainern viel abverlangt, aber wir haben stetig Fortschritte gemacht, wodurch der Glaube an uns selbst und unsere Art, Herausforderungen zu begegnen, immer weiter gewachsen ist. Ich wurde in meiner Arbeit sehr gut von meinem Trainerstab unterstützt, ebenso vom Management, wir zogen alle am gleichen Strang und am Ende stehen wir mit einem Pokal da, den die Mannschaft gewonnen hat, weil ihr ein Umfeld geschaffen wurde, in dem sie sich zu einem verschworenen Siegerteam entwickeln konnte. Dieser Prozess hat sich in den Play-Offs noch einmal intensiviert, mit jeder übersprungenen Hürde glaubten wir noch stärker an uns, und so war es am Ende auch möglich, einen Favoriten wie Wien zu besiegen. Ich freue mich sehr für unser Team, unseren Klub, ein toller Tag.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken gewannen zum fünften Mal in ihrer Klubgeschichte (nach 1991, 2001, 2009 und 2013) drei Play-Off-Runden in einem Spieljahr, insgesamt kürten sich die Klagenfurter mit nur drei Niederlagen in 15 Spielen der Post Season zum Champion der Erste Bank Eishockey Liga. Diesen Titel, den insgesamt 31. der Vereinshistorie, feiert der EC-KAC am kommenden Montag, dem 29. April, im Rahmen der von der Stadt Klagenfurt veranstalteten Meisterfeier am Neuen Platz. Details zum Ablauf dieses letzten Zusammentreffens der Rotjacken mit ihren Anhängern in dieser Saison werden in den kommenden Tagen bekanntgegeben.