Rotjacken siegen erneut in Villach

In einem tollen, stimmungsvollen und spannungsgeladenen Kärntner Derby setzte sich der EC-KAC in Villach mit 3:2 nach Verlängerung durch.

Rotjacken siegen erneut in Villach

 

Die Ausgangssituation:

Nach fünf Siegen in Serie fehlte dem EC VSV nur noch ein weiterer Erfolg, um sich als erstes Team in der Qualifikationsrunde das Ticket für das Viertelfinale zu sichern. Den zweiten Tabellenplatz nahm vor diesem Duell der EC-KAC ein, der über einen Polster von vier Punkten auf den ersten Verfolger, den HC Innsbruck, verfügen konnte. Die Rotjacken gewannen drei ihrer bisher fünf Partien in der Zwischenrunde.
Von den insgesamt fünf Kärntner Derbys der laufenden Spielzeit gingen drei an Villach und zwei an Klagenfurt, in jeder der letzten drei direkten Begegnungen setzte sich die jeweilige Auswärtsmannschaft durch. In Villach siegte der EC-KAC zuletzt vor drei Wochen klar mit 4:1, es war dies der erste rot-weiße Erfolg in der Draustadt seit mehr als drei Jahren.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kam es gegenüber dem Heimspiel gegen Villach am Dienstag nur zu einer Änderung im Aufgebot: Der wiedergenesene Jonas Nordqvist kehrte ins Lineup zurück und nahm die Position als Mittelstürmer zwischen J.-F. Jacques und Jamie Lundmark ein. István Sofron bildete mit Thomas Hundertpfund und Daniel Ban den vierten Block, der erkrankte Markus Pöck stand nicht zur Verfügung. Im Tor stand beim EC-KAC Bernd Brückler.

 

Der Spielverlauf:

Das 313. Kärntner Derby erlebte seinen ersten Höhepunkt schon knapp vor Spielbeginn, als auf der proppenvollen Stehplatztribüne der Villacher Stadthalle ein großer Banner über die Sektoren beider Fangruppen gespannt wurde, auf dem sich die Anhänger im Angesicht der jüngsten Zwischenfälle deutlich gegen Gewalt im Umfeld von Eishockeyspielen aussprachen.  

Im Spiel selbst präsentierte sich der EC-KAC gegenüber dem Derby vom letzten Dienstag vor allem im kämpferischen Bereich stark verbessert. Von Beginn an war der starke Wille erkennbar, mit einem Erfolgserlebnis aus der Draustadt zurückzukehren. So fanden die Gäste auch die erste gute Möglichkeit vor, Jonas Nordqvist schoss bei seinem Comeback nach Verletzungspause nur knapp am Villacher Gehäuse vorbei (3.). Doch auch das Heimteam wurde offensiv bald vorstellig, in Überzahl scheiterte Mark Santorelli gleich zweimal an Bernd Brückler (7.). Der KAC-Keeper stand auch zwei Minuten später im Mittelpunkt: Gegen Benjamin Petrik und Eric Hunter hatte der Schlussmann alle Hände voll zu tun, hielt sich jedoch schadlos. Der Rest des Auftaktdrittels gehörte dann aber dem EC-KAC. István Sofron versuchte sein Glück aus der Drehung, stand dabei aber zu knapp vor J.-P. Lamoureux (10.), ein "Abtropfer" von Oliver Setzinger nach herrlichem Zuspiel von Jamie Lundmark wurde von der Beinschiene des Villacher Goalies gestoppt (13.). So dauerte es bis kurz vor Drittelende, ehe die mitgereisten Fans der Klagenfurter erstmals jubeln durften: Thomas Koch zog vom rechten Bullykreis ab und Lamoureux, dem von Oliver Setzinger geschickt die Sicht verstellt wurde, musste die Scheibe passieren lassen (19.).

Die Rotjacken nahmen den Schwung in den Mittelabschnitt mit. Auch durch ein Powerplay begünstigt, konnte man den Vorsprung rasch verdoppeln: Jamie Lundmark - von Oliver Setzinger ideal bedient - ließ sich auch von einem vor ihm am Eis liegenden Villacher Abwehrspieler nicht aus der Ruhe bringen und zog ab. Der Schuss wäre wohl auch ohne die Berührung des offiziellen Torschützen J.-F. Jacques in den Maschen gelandet (26.). Die Rotjacken blieben am Drücker: Jason DeSantis und Manuel Ganahl verpassten in einem erneuten Überzahlspiel den nächsten Treffer nur knapp (32.). Villach kam erst gegen Ende des Drittels wieder auf, bei einem Alleingang von Žiga Pance musste Bernd Brückler sein ganzes Können aufbieten (36.). Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dem EC-KAC in den finalen 20 Minuten bevorstehen sollte.

Denn da drückten die Heimischen gewaltig auf das Gaspedal. Die Villacher kreierten Möglichkeiten im Minutentakt, den Gästen aus Klagenfurt gelang es nur noch ganz selten, für Entlastung zu sorgen. Bei einem brandgefährlichen Vorstoß von Miha Verlič konnte Bernd Brückler noch klären, nur Sekunden später war aber auch er geschlagen: Ein Hammer von Gerhard Unterluggauer bahnte sich seinen Weg in das KAC-Tor und bedeutete den Anschlusstreffer zum 1:2 (44.). Danach hätten Christof Kromp (48.), Markus Schlacher (50.) oder Robin Weihager, der nur den Pfosten traf, bereits für den Ausgleich sorgen können, doch noch hielt der KAC-Abwehrriegel. Das in der Luft liegende 2:2 fiel erst knapp vier Minuten vor dem Ende: Im Powerplay sorgte Rick Schofield mit einer schönen Direktabnahme für großen Jubel in der restlos ausverkaufen Arena.

Erst in der Overtime kamen die Rotjacken wieder richtig auf Touren. Zwar vergab Kevin Kapstad zunächst noch eine tolle Möglichkeit (63.), eine Minute später machte es Teamkollege Manuel Ganahl aber besser: Perfekt von Martin Schumnig in Szene gesetzt, lief der gebürtige Vorarlberger alleine auf J.-P. Lamoureux zu, verwertete eiskalt und sicherte seinem Team somit den so wichtigen zweiten Zähler sowie den dritten Erfolg im sechsten Saisonderby. (PE)

 

Der Kommentar:

"Wir haben in den ersten beiden Dritteln sehr gut gespielt. Eine tolle Torhüterleistung und konsequentes Auftreten aller Feldspieler haben uns einen 2:0-Vorsprung ermöglicht. Wir waren in den Zweikämpfen bissig, haben gute Dumps gespielt und wurden mit zwei Treffern belohnt. Im dritten Abschnitt haben wir ein wenig den Faden verloren, Villach wurde sehr druckvoll und kam zum Ausgleich, aber ein schöner Pass von Martin Schumnig und ein feiner Abschluss von Manuel Ganahl ließen uns in der Overtime als Sieger vom Eis gehen. Die Stimmung auf der Bank war über 64 Minuten großartig, jeder hat seine Mitspieler gepusht. Es zeugt vom Charakter des Teams, dass wir nach einer so herben Niederlage wie am Dienstag wieder auf die Beine kamen und einen Sieg in Villach einfahren konnten." (Alexander Mellitzer, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC VSV steht mit dem gewonnenen Punkt im Derby mit eineinhalb Beinen im Viertelfinale. Die Rotjacken liegen auf Rang zwei der Qualifikationsrunde und weisen bei noch vier ausständigen Partien vier Zähler Vorsprung auf den HC Innsbruck auf. Vor der Länderspielpause ergibt sich für den Rekordmeister noch einmal die Chance auf einen Punktezuwachs: Am Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) empfängt man Schlusslicht Olimpija Ljubljana in Klagenfurt.