Rotjacken starten erfolgreich in die neue Saison

Der EC-KAC eröffnete die Testspielphase mit einem ungefährdeten 5:3-Erfolg über den slowakischen Meister HC Banská Bystrica.

Rotjacken starten erfolgreich in die neue Saison

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken bestritten gegen den HC Banská Bystrica, den aktuellen slowakischen Meister und CHL-Teilnehmer, in Maribor, Slowenien, ihr erstes Testspiel der Saison 2017/18. Auf der Trainerbank debütierten dabei Head Coach Steve Walker und Assistant Coach Christoph Brandner in ihren neuen Funktionen.
Die erste Begegnung der Pre-Season ging für den EC-KAC in jeder der letzten drei Saisonen verloren, 2014 und 2016 zog man gegen Augsburg den Kürzeren, 2015 gegen Rosenheim. Der HC Banská Bystrica war bereits in der letztjährigen Pre-Season Gegner der Rotjacken: Am 30. August 2016 siegten die Slowaken in Klagenfurt mit 3:1, wobei Matthew Neal für den KAC-Treffer verantwortlich zeigte. Für den slowakischen Meister war das diesjährige Duell mit den Kärntnern bereits das zweite Testspiel der Saison, in der Vorwoche besiegte man den polnischen Titelträger Cracovia Kraków klar mit 9:4.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC ging ohne den langzeitverletzten Manuel Geier, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgte, in diese erste Begegnung der Pre-Season. Alle übrigen Kaderspieler waren verfügbar und fit. Im Tor der Rotjacken spielte Tomáš Duba, ihr Debüt im Trikot des Rekordmeisters gaben die drei Neuzugänge des Sommers, Richie Regehr, Julian Talbot und Jon Rheault.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten furios in das erste Vorbereitungsspiel der neuen Saison, bereits in der ersten Minute setzte Jon Rheault nach gewonnenem Zweikampf an der Bande den aufgerückten Christoph Duller schön in Szene, der Verteidiger brachte in dieser Situation jedoch nicht genügend Druck auf die Scheibe. Nur Augenblicke später fiel dann jedoch das erste KAC-Tor der Spielzeit 2017/18: Einen Onetimer von Stefan Geier konnte der finnische Schlussmann Banská Bystricas, Teemu Lassila, parieren, die Scheibe sprang jedoch in den Slot zurück, wo im Getümmel Johannes Bischofberger den Überblick behielt und die Scheibe unter die Querlatte hob (2.). Im ersten Unterzahlspiel der Partie - Ramón Schnetzer musste wegen Hakens raus - vermochte Rot-Weiß zu überzeugen, die Slowaken kamen zu keinem Torschuss. Vielmehr war es sogar der EC-KAC, der in dieser Phase die beste Gelegenheit vorfand: Julian Talbot scheiterte mit einer Direktabnahme nach starkem „Zwei-gegen-Eins“-Konter mit Patrick Harand (3.). Erstmals brenzlig wurde es vor Tomáš Duba in Minute fünf, mit den Pads blieb der Goalie jedoch Sieger gegen Peter Valent. Im Gegenzug erhöhten die Rotjacken schließlich auf 2:0: Der sehr agile Jon Rheault gewann hinter dem gegnerischen Tor seinen Zweikampf, sein gutes Zuspiel in den Slot ließ Torhüter Lassila ins Leere fahren, sodass Patrick Harand (im zweiten Versuch) ins verwaiste Gehäuse einschieben konnte (5.). Der EC-KAC blieb am Drücker, noch scheiterten Kevin Kapstad von der blauen Linie und Julian Talbot aus dem Slot (jeweils 7.), dann stellte Manuel Ganahl aber auf 3:0. Nach einem energischen Vorstoß von Jamie Lundmark über die rechte Seite brachte der Stürmer dessen scharfes Zuspiel ins Zentrum problemlos im Tor unter (8.). Die frühe und komfortable Führung gegen einen in dieser Phase - Banská Bystrica kam im ersten Abschnitt zu lediglich vier Torschüssen - deutlich unterlegenen Gegner ließ die Rotjacken zwar nicht zurückschalten, jedoch wurden ihre Abschlüsse nun etwas ungenauer. Marco Richter wurde bei einem Sololauf im letzten Moment entscheidend gestört (10.), ein Tip-In von Manuel Ganahl in Überzahl rutschte knapp am Kasten vorbei (13.) und ein Onetimer von Thomas Hundertpfund nach toller Vorarbeit Rheaults wurde zur Beute des gegnerischen Goalies (14.). Matthew Neal zog seinen Schlenzer nach wunderbarem Hakentrick knapp über die Querlatte (17.) und Johannes Bischofberger brachte aus spitzem Winkel einen Rebound nach einem Regehr-Kracher nicht über die Linie (20.).

Auch im Mitteldrittel war Rot-Weiß zunächst der Herr im Rink: Ein Schlagschuss von Thomas Hundertpfund verfehlte noch sein Ziel, direkt im nächsten Angriff drehte dann aber Marco Brucker jubelnd ab. Julian Talbot blieb im Zweikampf in der Ecke Sieger, sein Zuspiel verwertete der gebürtige Oberösterreicher aus halbrechter Position, sodass innerhalb der ersten knapp 21 Spielminuten alle vier KAC-Angriffslinien anschreiben konnten.
In der Folge fing sich der HC Banská Bystrica merklich, Tomáš Duba blieb jedoch mit einer famosen Grätsche gleich zwei Mal Sieger gegen Marek Bartánus (22.). Auch ein verdeckter Schlenzer des aufgerückten Branislav Kubka wurde wenig später zur Beute für den an diesem Abend starken KAC-Goalie (24.). Erstmals bezwungen wurde der Tscheche im Gehäuse der Rotjacken dann bei numerischer Unterlegenheit seiner Mannschaft: Aus spitzem Winkel setzte Peter Valent den Puck in die Maschen (25.). Nach einigen Minuten ohne zwingenden Torchancen wurde der EC-KAC gegen Ende des zweiten Abschnitts wieder aktiver: Jamie Lundmark verpasste ein tolles Neal-Zuspiel im Slot knapp (32.), ein Tip-In von Johannes Bischofberger bei numerischer Überlegenheit klatschte an die Beinschoner Lassilas (34.). Knapp am Pfosten vorbei zischte schließlich ein von einem Gegenspieler abgefälschter Querpass Marco Richters (36.). Danach stand wieder Tomáš Duba im Mittelpunkt: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Slowaken brachte er seinen Stock großartig in den Passweg.

Zu Beginn des dritten Durchgangs kam der EC-KAC zu zwei Powerplays, in denen Teemu Lassila mit seinen Pads Versuche von Richter und Bischofberger vereitelte, auch eine auf die beiden Überzahlspiele folgende Drangperiode der Rotjacken bei numerischem Gleichstand am Eis blieb ohne Auswirkung auf den Zwischenstand. Nach einer starken Parade von Duba gegen Éric Faille (27.) durften sich die Klagenfurter über ihren nächsten Treffer freuen: Der an diesem Abend sehr umsichtige Matthew Neal bediente aus der Ecke heraus und mit dem Rücken zum Spielgeschehen den im Slot lauernden Jamie Lundmark, der ohne große Mühe zum 5:1 aus KAC-Sicht einschoss (48.). Es folgte ein letztes Aufbäumen des slowakischen Meisters, das schließlich auch in zwei weiteren Powerplaytoren mündete: Zunächst setzte Josh Brittain die Scheibe frei vor dem Tor stehend mit einem satten Handgelenksschuss unter die Querlatte (50.), dann fälschte Martin Belluš das Spielgerät sauber in die Maschen ab (54.). Eine Aufholjagd konnte der HC Banská Bystrica jedoch nicht initiieren, vielmehr gehörten die besten Möglichkeiten in den finalen Minuten dem EC-KAC: Ein von Manuel Ganahl fein getippter Puck landete am Schoner Lassilas (56.), eine Deflection von Matthew Neal aus spitzem Winkel touchierte nur den Außenpfosten (59.).

Die Rotjacken beendeten das Auftaktspiel zu einer Saisonvorbereitung erstmals seit 2013 wieder erfolgreich, auch in der zu Trainingszwecken ausgetragenen Overtime („Drei-gegen-Drei“) hatten sie das bessere Ende für sich: Neuzugang Julian Talbot schlug nach einem Sololauf zwölf Sekunden vor Ablauf der fünfminütigen Overtime zu. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir kamen sehr gut aus den Startlöchern und führten rasch mit 3:0. Manchmal ist das die am schwersten zu handhabende Führung, wir wurden auch ein wenig hochtrabend und schlampig. Die grundlegende Erkenntnis ist aber, dass die Leistungsbereitschaft der gesamten Mannschaft gegeben war und wir unser neues System schon recht gut umgesetzt haben. Unsere Unterzahl war schlecht, ebenso unser Powerplay, aber das ist nicht unbedingt verwunderlich, da wir diese Situationen in dieser Woche noch nicht sehr umfangreich trainiert haben. Insgesamt war das ein sehr zufriedenstellender Auftakt in die Pre-Season.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die mit 26 Spielern nach Slowenien gereisten Rotjacken übernachten in Maribor, wo sie am Samstagvormittag eine leichte Trainingseinheit absolvieren. Am Abend (Spielbeginn: 19.30 Uhr) wartet in der Ledna Dvorana dann das zweite Testspiel der Saison. Gegner wird dabei der Lyon Hockey Club aus Frankreich sein. Voraussichtlich rücken für diese Begegnung Michael Kernberger, Florian Kurath, Kevin Schettina und Philipp Kreuzer ins Aufgebot.