Schwacher KAC unterliegt klar

Ohne Chance waren die Rotjacken im Heimspiel gegen die Vienna Capitals am Dienstagabend: Der Tabellenführer traf drei Mal im Powerplay und siegte in der Stadthalle mit 4:1.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC gewann vier seiner sieben bisherigen Partien in der Pick Round, am vergangenen Wochenende gelangen zu Hause gegen den HCB Südtirol (5:2) sowie auswärts bei den Graz 99ers (1:0 n.V.) jeweils Siege. Damit gingen die Rotjacken auf Tabellenplatz drei liegend in die finale Woche der Regular Season, die noch drei Begegnungen bringt. Holen die Klagenfurter in diesen Partien sieben bis neun Punkte, haben sie noch eine (kleine) Chance, auf den zweiten Tabellenplatz vorzustoßen. Sechs Zähler würden das Pick-Recht für das Viertelfinale, drei Punkte das Heimrecht in der ersten Play-Off-Runde sichern. Möglich ist für den Rekordmeister in der Abschlusswertung also noch jede Platzierung zwischen zwei und fünf.

Die Vienna Capitals gastierten am Dienstag zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit in Klagenfurt, jedes Mal traten sie dabei als Tabellenführer auf. Die Mannschaft von Head Coach Dave Cameron hat sämtliche sieben Begegnungen in der Pick Round gewonnen, insgesamt blieb man nur in vier der letzten 32 Spiele ohne Punktgewinn. Auch gegen die Rotjacken lagen die Capitals im Saisonduell mit drei zu zwei Siegen voran, das „Hinspiel“ in der Zwischenrunde entschieden sie Mitte Februar auf eigenem Eis mit 4:1 für sich. In der historischen Bilanz aus Konfrontationen mit dem EC-KAC hatte der Hauptstadt-Klub hingegen knapp nach Nachsehen: In den bislang 120 Partien setzte sich Wien 58 Mal, Klagenfurt hingegen 62 Mal durch.

 

Die Personalien:

Zum erst zweiten Mal in der Pick Round konnte der EC-KAC ein gegenüber dem vorangegangenen Spiel unverändertes Lineup aufbieten: Die Rotjacken bestritten das Heimspiel gegen die Vienna Capitals mit den exakt gleichen 22 Spielern, die beim Auswärtssieg in Graz am Sonntag zum Einsatz gekommen waren, auch an den Zusammenstellungen in den Abwehrpärchen und Angriffslinien änderte sich nichts. Es fehlten weiterhin Manuel Geier (verletzt) und Patrick Harand (krank, aber bereits am Weg der Besserung), im Tor stand erneut Lars Haugen. 

 

Der Spielverlauf:

In einer verhaltenen Anfangsphase konnte sich keine der beiden Mannschaften in der Offensive nachhaltig gefährlich in Szene setzen. Die besseren Möglichkeiten hatten noch die Rotjacken: Von Johannes Bischofberger auf die Reise geschickt, zog Mitch Wahl von Rechtsaußen ins Zentrum, seinen Schuss auf die kurze Ecke konnte Torhüter Bernhard Starkbaum mit der Fanghand ab Pfosten vorbeilenken (7.). Nach einem Schlagschuss von David Fischer aus dem Hinterhalt gelangte Niki Kraus an den Abpraller, schaufelte den Puck aber mit der Rückhand ins Außennetz (9.). Der erste Treffer sollte somit den Gästen gelingen: Peter Schneider verzog von den Hashmarks aus, die Capitals blieben jedoch in der Angriffszone. Von hinter der verlängerten Torlinie aus bediente Benjamin Nissner Andreas Nödl und der Kapitän der Wiener sendete aus halblinker Position per Direktabnahme ein (12.). Gut zwei Minuten später, der Tabellenführer agierte erstmals bei numerischer Überlegenheit, verdoppelte Wien seinen Vorsprung: Aus ähnlicher Position wie beim ersten Treffer war nun EBEL-Topscorer Peter Schneider - auch er per Onetimer - erfolgreich (14.). Die Rotjacken waren im Glück, dass sie sich in dieser Phase nicht weitere Gegentreffer einfingen: Bei einem Alleingang hatte Riley Holzapfel Goalie Lars Haugen bereits ausgetanzt, brachte die Scheibe dann jedoch nicht über die Linie (15.), noch in der gleichen Minute rettete der Norweger zwei Mal gegen Emil Romig und Chris DeSousa. Erst gegen Ende des Auftaktdrittels fanden die Klagenfurter wieder in die Spur: Andrew Kozek bekam einen Rebound nach energischem Petersen-Vorstoß nicht unter Kontrolle (16.), Adam Comrie traf nach langer Verzögerung am linken Flügel aus spitzem Winkel nur die Stange (17.) und Marcel Witting bekam seinen Schläger am Torraum freistehend nicht an einen Abpraller (18.). Die letzte Möglichkeit im ersten Durchgang gehörte erneut den Capitals: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff stach Haugen mit einem starken Poke Check den Puck förmlich vom Blatt seines Landsmanns Sondre Olden (18.).

Im zweiten Drittel flog die Neal-Deflection eines Unterweger-Schusses deutlich am Kasten vorbei (22.), Kozek vergab aus dem Slot gleich doppelt (23.). Auf der Gegenseite reagierte Lars Haugen nach einer Torumrundung Holzapfels unorthodox, aber erfolgreich, den Rebound stocherte Ali Wukovits nur um Zentimeter am Kasten vorbei (26.). Die Capitals vermochten dann auch ihr zweites Powerplay des Abends in einen Treffer umzumünzen: Ein Schlagschuss von Riley Holzapfel, abgegeben aus halblinker Position, fand unter dem rechten Arm Haugens hindurch den Weg in die Maschen (28.). Weniger effektiv gingen mit ihren Möglichkeiten hingegen die Rotjacken um: Nick Petersen scheiterte über links kommend an Starkbaums Schulter (29.), auch gegen einen Hundertpfund-Abschluss aus kürzester Distanz war der Goalie am Posten (30.), mit dem langen Stock verhinderte er wenig später einen Querpass auf dein einschussbereiten Marcel Witting (31.). Als Petersen zum zweiten Mal in die Kühlbox geschickt wurde, Wien also zu seiner dritten Überzahlgelegenheit kam, schrieben die Capitals wieder an: Chris DeSousa fälschte zwischen den Hashmarks einen Blueliner zwischen den Beinen Haugens hindurch ins Tor ab - 0:4 (33.). Auf den vierten Gegentreffer hatte der EC-KAC dann doch eine Antwort parat: Stefan Geier setzte sich während einer „Vier-gegen-Vier“-Phase im Zweikampf in der eigenen Zone durch, schickte dann David Fischer über die rechte Seite. Dessen Querpass aus der Ecke fand den in den hohen Slot aufgerückten Steven Strong, der den Puck aus dem Handgelenk in die Kreuzecke setzte (34.). Weil Lars Haugen einen Sololauf Holzapfels bravourös mit der Stockhand abwehrte (36.), hatten die Hausherren in der Schlussphase des zweiten Drittels die Möglichkeit, das Score weiter zu verkürzen. Im ersten KAC-Powerplay der Partie prallte ein Wahl-Schuss von rechts von den Beinschonern Starkbaums direkt zu Robin Gartner, der vom linken Faceoff-Kreis aus und mit dem halbleeren Gehäuse vor sich aber nur den Pfosten traf (40.). 

Zu Beginn des dritten Abschnitts setzte Head Coach Petri Matikainen ein Zeichen, als er die ersten sechs Even Strength-Shifts allesamt auf die Sturmlinien drei und vier aufteilte, David Fischer verzog aus zentraler Position knapp, Stefan Geier setzte einen Abpraller mit der Rückhand nur knapp am Pfosten vorbei (jeweils 41.). Als die Rotjacken auch ihr zweites Überzahlspiel des Abends ungenutzt ließen (Adam Comrie wischte im Slot über den Puck und scheiterte dann aus halblinker Position/jeweils 45.), wurde immer klarer, dass den Klagenfurtern in dieser Begegnung keine Aufholjagd mehr gelingen würde. Mit der Rückhand vergab Matthew Neal von den Hashmarks aus (50.), ein Wristshot von Kraus nach „Zwei-gegen-Eins“-Konter mit Witting klatschte an Starkbaums Schulter (56.) und schließlich war der Goalie auch bei einem Strong-Schlenzer aus kurzer Distanz zur Stelle (58.). Der EC-KAC musste sich den Vienna Capitals auch im zweiten Pick Round-Duell mit 1:4 geschlagen geben. (HB)

 

Der Kommentar:

„Unsere heutige Leistung war von der ersten bis zur letzten Minute schlecht, dafür haben wir uns bei den Fans zu entschuldigen. Mental, eisläuferisch, das war in jeder Hinsicht ein schwarzer Abend von und für uns alle. Ein solcher Leistungsabfall wie heute ist nicht zu akzeptieren, das wissen wir alle. Und ich sage bewusst wir, denn wir gehen gemeinsam durch die Hochs wie auch die Tiefs. Der Wille hat gefehlt und das ist etwas, das nicht mehr vorkommen darf.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Trotz der deutlichen und enttäuschenden 1:4-Niederlage gegen die Vienna Capitals hatte der Abend für den EC-KAC auch einen positiven Aspekt: Aufgrund der Niederlage des HCB Südtirol bei Fehérvár AV19 steht fest, dass die Rotjacken das Play-Off-Viertelfinale am kommenden Mittwoch zu Hause eröffnen werden. In den beiden verbleibenden Partien reichen den Klagenfurtern zudem drei Punkte, um sich auch Tabellenplatz drei und damit das Wahlrecht des Erstrundengegners in der Post Season zu sichern. Die erste Möglichkeit, die nötigen Zähler einzufahren, bietet sich bereits am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr), wenn der EC-KAC beim Tabellennachbarn in Salzburg zu Gast ist. Zwei Tage später, am Sonntagabend (17.30 Uhr), empfangen die Rotjacken dann Székesfehérvár zum Grunddurchgangs-Kehraus in der Stadthalle.