Shootout-Niederlage gegen 99ers

Trotz einer 2:0-Führung nach zwei Abschnitten blieb dem EC-KAC am Freitagabend nur ein Punkt: Die Rotjacken unterlagen zu Hause den Graz 99ers im Penaltyschießen.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC beendete seine kurze Serie von drei (knappen Ein-Tor-)Niederlagen am Stück am vergangenen Sonntag mit einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen den HC Innsbruck. Die Begegnung mit den Tirolern war die erste der Rotjacken in der laufenden Saison, die sie vor eigenem Publikum austragen konnten. In das Heimspiel gegen die Graz 99ers, denen die Klagenfurter zu Hause zuletzt saisonübergreifend vier Mal hintereinander unterlegen waren, startete der Rekordmeister vom fünften Tabellenplatz aus. 

Der Gast aus der Steiermark startete gut ins neue Spieljahr, siegte in allen seiner bislang fünf Heimspiele und punktete insgesamt in acht der zehn ausgetragenen Partien. Somit gingen die Graz 99ers mit 20 Zählern am Konto und auf Rang drei liegend in das Duell mit dem EC-KAC. Diese Konfrontation war zuletzt von erfolgreichen Auswärtsauftritten geprägt: In jeder der jüngsten sechs Begegnungen zwischen Graz und Klagenfurt setzte sich die jeweilige Gastmannschaft durch. Die historische Bilanz sprach freilich klar für die Rotjacken, die in den 18 Jahren der Zugehörigkeit der 99ers zur höchsten Spielklasse 79 der 115 gegeneinander ausgetragenen Partien für sich entscheiden konnten.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste in dieser Begegnung neben den bereits seit längerem verletzten Christoph Duller und Andrew Kozek auch auf den angeschlagenen Marco Richter verzichten. Seinen Platz im Angriffsblock mit Thomas Hundertpfund und Johannes Bischofberger nahm Daniel Obersteiner ein, der seine EBEL-Saisonpremiere feierte. Diese blieb die einzige Veränderung im Lineup der Rotjacken gegenüber dem Heimsieg gegen Innsbruck am vergangenen Sonntag, im Tor startete erneut Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Bereits in der Anfangsphase der Partie kamen die Rotjacken zu einigen Chancen, die erste davon, ein Abfälscher von Thomas Koch, wurde vom Grazer Goalie Linus Lundin mit den Pads pariert (1.). Danach gelangte Niki Kraus im Slot zum Abschluss, erreichte jedoch den auf seinen Wristshot folgenden Rebound knapp nicht (3.). Ihr erstes Unterzahlspiel überstanden die Klagenfurter sehr gut, gleich danach legten sie wieder den Vorwärtsgang ein: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter misslang Nick Petersen der Querpass mit der Rückhand (6.), ehe Johannes Bischofberger nach starkem Antritt und feinem Haken an Lundin scheiterte (8.). Die erste Großchance der Gäste fand Ken Ograjenšek vor, der nach einem von Matt Garbowsky durchgesteckten Zuspiel frei vor Lars Haugen auftauchte, im Norweger aber seinen Meister fand (10.). Bei einer Direktabnahme von Patrick Harand war wieder der Schlussmann der Steirer zur Stelle (13.), wenig später konnten ihn die Rotjacken aber zum ersten Mal bezwingen: Ein satter Schlagschuss von David Fischer nach unzureichendem Befreiungsversuch der Grazer schlug halbhoch in der langen Ecke ein (15.). Die bis dahin eher zurückhaltenden 99ers kamen in der Folge zu zwei dicken Gelegenheiten, sowohl gegen Garbowsky (mit der Fanghand in der kurzen Kreuzecke/16.) als auch gegen Ograjenšek (Rebound nach Oberkofler-Schuss/19.) brillierte Haugen. Glück hatten die Klagenfurter dann während einer angezeigten Strafe gegen die Gäste, als Curtis Hamilton den Puck vom Schläger Siim Liiviks klopfte und das Spielgerät ins bereits verwaiste KAC-Tor schlitterte, die Schiedsrichter dem Treffer jedoch die Anerkennung verweigerten (20.) 

In den zweiten Abschnitt nahmen die Rotjacken eine doppelte Überzahl im Ausmaß von 95 Sekunden mit und nutzten diese zur Verdopplung ihres Vorsprungs: Vom rechten Faceoff-Punkt aus sendete Thomas Koch einen Wahl-Querpass in die Maschen (22.). Die Steirer steigerten nun ihre offensiven Ambitionen, Matt Caito scheiterte mit einem Schlenzer ebenso an (den Beinschonern von) Lars Haugen wie Garbowsky mit einem Schlagschuss aus dem Slot (jeweils 25.). Groß in Szene setzen konnte sich der KAC-Torhüter wenig später auch in der Grätsche gegen Hamilton (29.). Nach einem ertraglosen Powerplay für die Klagenfurter entfaltete Rot-Weiß bei Even Strength wieder mehr Gefahr: Erik Kirchschläger lenkte einen Schlagschuss von Martin Schumnig nur knapp über die Querlatte des eigenen Gehäuses, Daniel Obersteiner tänzelte am Torraum entlang, scheiterte mit seinem Rückhandversuch jedoch an Lundin (jeweils 33.). Auf der Gegenseite wurde Garbowsky einmal mehr von Lars Haugen gestoppt, aus kurzer Distanz und unbedrängt scheiterte der Kanadier am Schlussmann der Heimischen (35.), der die Zwei-Tore-Führung seiner Mannschaft im zweiten Abschnitt mehrfach festhielt. 

Im dritten Drittel verteidigten die Rotjacken zwei Unterzahlsituationen gegen das starke Powerplay der Grazer gekonnt, wurden dann jedoch ab circa der Hälfte des Abschnitts zu passiv. Bei einem Solo des durchgebrochenen Zintis Zuševics klärte Haugen mit wunderbarem Poke-Check (49.), dann musste er aber zum ersten Mal an diesem Abend hinter sich greifen: Ein satter Distanzschuss von Robin Weihager schlug in der langen Kreuzecke ein und halbierte den rot-weißen Vorsprung (52.). Den Ausgleich hatte dann Oliver Setzinger am Schläger, als er in der neutralen Zone einen Pass abfing, durch die gesamte KAC-Abwehr schnitt, seinen Alleingang aber mit einem Schuss knapp über die Querlatte abschloss (54.). Auf Seiten der Rotjacken setzte sich Nick Petersen mit einem starken Steal in Szene, seinen Querpass am Torraum entlang konvertierte Mitch Wahl in einen Schuss, der jedoch zu zentral auf Goalie Lundin kam (55.). Thomas Hundertpfund verzögerte anschließend am linken Flügel gut, setzte einen Haken nach innen, wischte dann aber in guter Position mit der Rückhand über den Puck (58.). Als die 99ers ihren Torhüter bereits gegen einen zusätzlichen Feldspieler eingetauscht hatten, kamen sie 83 Sekunden vor der Schlusssirene doch noch zum Ausgleich: Ein Setzinger-Schlagschuss flog neben das Gehäuse, von der Bande aus aber genau auf das Blatt des neben dem Kasten postierten Matt Caito, der aus spitzem Winkel einschießen konnte.

In der fällig gewordenen Verlängerung legte Setzinger den sich wuchtvoll in Richtung Tor bewegenden Koch, die Schiedsrichter sprachen dem EC-KAC einen Penalty Shot zu, den Petersen allerdings an die Beinschoner des Torhüters setzte (61.). Bei einem Wristshot von David Fischer packte Lundin nicht sicher genug zu, die Scheibe tropfte allerdings um Zentimeter am Pfosten vorbei (62.). Weil auf der Gegenseite Caito mit einem Schlagschuss an Haugen scheiterte, ging es ins Penaltyschießen, in dem Nick Petersen und Johannes Bischofberger am Goalie und Mitch Wahl an der Querlatte scheiterte. Mit dem einzigen verwerteten Versuch in diesem Shootout sicherte Robin Weihager den 99ers den Zusatzpunkt. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben unser Spiel über weite Strecken der Partie durchgezogen, waren auf dem richtigen Weg und hatten große Gelegenheiten, für eine Entscheidung zu sorgen. Diese haben wir nicht genutzt, dadurch wurde es am Ende eng und kam es letztlich sogar zu einer Niederlage. Das ist in dieser Form zwar bitter, aber ich bin mir sicher, dass wir als Mannschaft daraus lernen werden. Die Schlüsse, die wir aus dieser Begegnung ziehen, bringen uns im Lernprozess weiter.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC musste gegen Graz die saisonübergreifend fünfte Heimniederlage hintereinander einstecken, nahm aus dieser Begegnung aber zumindest einen Zähler mit. Mit diesem Punkt schoben sich die Rotjacken in der Tabelle wieder am EC Salzburg vorbei ins oberste Tabellendrittel, sie belegen nun Rang vier. Übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) treten die Klagenfurter zum bereits zweiten Mal in dieser Saison beim Dornbirner EC an, im ersten Aufeinandertreffen mit den Bulldogs konnten sie sich bekanntlich mit 3:0 durchsetzen.