Sieg über Leader Linz bringt Heimrecht

Der EC-KAC bezwang am Freitagabend auch den bisherigen Tabellenführer aus Linz und sicherte sich mit dem 3:2-Heimerfolg endgültig den vierten Tabellenrang.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC kam gut aus der Länderspielpause und gewann drei seiner seither vier Begegnungen. Zuletzt bezwangen die Rotjacken am Mittwochabend den Titelverteidiger Vienna Capitals mit 3:1 und schoben sich damit wieder auf den vierten Tabellenplatz nach vor, der am Ende der Pick Round das Heimrecht für das Viertelfinale bedeuten würde. Um dieses zu fixieren, benötigen die Klagenfurter aus den beiden verbleibenden Spielen vier Zähler, sofern Zagreb und Innsbruck das Punktemaximum verbuchen können. Mit dem EHC Linz stand Rot-Weiß nun dem auf eigenem Eis historisch betrachtet unangenehmsten Gegner gegenüber, seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 erreichten unter allen Gastmannschaften in der Stadthalle nur die Oberösterreicher eine ausgeglichene Bilanz (von jeweils 30 Siegen).

Nachdem die Vienna Capitals vom 1. bis zum 51. Spieltag durchgehend an der Tabellenspitze der EBEL gestanden waren, übernahm diese Position am Dienstagabend der EHC Linz: Die Black Wings besiegten den EC Salzburg zu Hause mit 3:2 und profitierten am folgenden Tag von der Niederlage der Wiener in Klagenfurt. Wie der EC-KAC haben die Oberösterreicher nach dem International Break drei von vier Partien gewonnen, in der direkten Konfrontation mit den Rotjacken sieht ihre Saisonbilanz noch besser aus: Vier der fünf bisherigen Duelle in diesem Spieljahr gingen an die Black Wings, darunter auch die beiden in Klagenfurt ausgetragenen Begegnungen Ende September (0:1) und Mitte Januar (3:6).

 

Die Personalien:

Unverändert musste der EC-KAC auf Kevin Kapstad verzichten, der nach seiner Sperre aber am Sonntag ins Team zurückkehren wird. Auch der verletzte Marco Richter stand erneut nicht zur Verfügung. Zum bereits am Mittwoch erkrankten David Madlener gesellte sich auch David Fischer, sodass die Rotjacken in dieser Begegnung insgesamt vier Stammkräfte vorgeben mussten. Im Tor kam Tomáš Duba zu seinem vierten Start in Serie, Patrick Harand rückte in die Abwehr, seinen Platz in der Sturmformation mit Marco Brucker und Jon Rheault übernahm der aus dem AHL-Farmteam hochgezogene Daniel Obersteiner.

 

Der Spielverlauf:

Die 3.451 Zuseher in der Stadthalle Klagenfurt bekamen am Freitagabend eine temporeiche Partie geboten, in deren Anfangsphase der EC-KAC ein Plus hinsichtlich der Spielanteile vorweisen konnte. Bereits nach knapp zwei Minuten durften sich die Rotjacken erstmals in Überzahl beweisen, die beste Möglichkeit spielte dabei Johannes Bischofberger heraus, der Thomas Koch im Slot bedienen wollte, sein Pass wurde jedoch in letzter Sekunde von einem Linzer Abwehrspieler abgefangen (3.). Auch die nächsten Chancen gehörten Rot-Weiß: Zuerst ließ Jamie Lundmark auf Julian Talbot abtropfen, der aber gleich von drei Gegenspielern in die Mangel genommen und zu Fall gebracht wurde. Der Puck landete wenig später bei Martin Schumnig, dessen Blueliner von Manuel Geier gefährlich abgefälscht wurde, doch Linz-Goalie Mike Ouzas behielt die Oberhand (jeweils 5.). Die vielversprechendste Aktion des Startdrittels leitete Thomas Hundertpfund mit einer schönen Vorlage in den Lauf von Manuel Ganahl ein, der das Spielgerät zwar nicht richtig annehmen konnte, den Schlussmann der Gäste aber dennoch in Bredouille brachte (7.). Nachdem der EC-KAC ein Unterzahlspiel überstanden hatte, legte der Linzer Neuzugang Zintis Zuševics zurück auf Mario Altmann, der einen Kracher aus der Distanz abfeuerte, Tomáš Duba war jedoch zur Stelle (14.). Noch in der gleichen Minute legte Jamie Lundmark mit der Rückhand auf Julien Talbot, dessen Abschluss nur wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbeiflog. Dann folgte wiederum eine große Möglichkeit für die Black Wings: Joel Broda fing einen Pass in der Offensivzone der Rotjacken ab und legte quer auf Dan DaSilva, dessen an sich aussichtsreicher Versuch der Weiterleitung jedoch von einem KAC-Verteidiger geblockt wurde. Postwendend kamen die Rotjacken in Person von Martin Schumnig zur nächsten Chance, aus kurzer Distanz zog er gleich drei Mal ab, brachte die Scheibe aber nicht am Schoner von Ouzas vorbei (16.). Zwei Minuten vor Drittelende bediente Andrew Kozek mit viel Übersicht Thomas Hundertpfund, der den Puck wieder zurück auf seinen Mitspieler legte, doch der Kanadier scheiterte vom linken Bullykreis aus (18.).

Nachdem die Klagenfurter ein Powerplay mit in den Mittelabschnitt mitgenommen hatten, bot sich durch eine weitere Strafe gegen die Gäste sogar für 80 Sekunden eine „Fünf-gegen-Drei“-Überzahlgelegenheit, welche die Rotjacken auch ausnützen konnten: Kozek scheiterte zunächst zwar noch mit einem Schussversuch aus dem Slot, doch die Klagenfurter konnten die Scheibe in der Zone halten, Schumnig brachte sie erneut auf das Blatt des Kanadiers, der Ouzas am rechten Pfosten positioniert mit dem  Nachschuss bezwingen und somit auf 1:0 stellen konnte (22.). Um ein Haar hätten die Rotjacken den (nun nur noch einfachen) numerischen Vorteil ein weiteres Mal ausgenutzt, eine Deflection von Julian Talbot nach Koch-Vorarbeit touchierte jedoch nur die Querlatte (23.). Als die Oberösterreicher wieder in voller Mannstärke agieren konnten, folgte eine schön herausgespielte Kombination über Brian Lebler, Corey Locke und schließlich Mario Altmann, dessen Schuss Tomáš Duba aber keine allzu großen Probleme bereitete (27.). Anschließend war es Patrick Spannring, der genau in den Lauf von Jonathan D’Avera passte, der aufgerückte Verteidiger verfehlte mit seinem Rückhand-Versuch allerdings den Kasten. Die Klagenfurter machten es dann besser und bauten ihre Führung in der 38. Spielminute auf 2:0 aus: Manuel Ganahl zog zur Mitte und bediente Thomas Hundertpfund, der Ouzas umkurvte und den Puck aus äußerst spitzem Winkel in den Torraum brachte, wo dieser - vom Schläger eines Linzers abgefälscht - über die Linie rutschte. Fünf Sekunden vor der zweiten Pausensirene gelang den (nach einer von Ganahl, der beim Faceoff zu früh in den Kreis gestürmt war, ausgelösten Strafe gegen Rot-Weiß) im Powerplay agierenden Gästen der Anschlusstreffer: D’Aversa deutete den Schuss an, spielte aber steil auf Dan DaSilva, der aus kurzer Distanz und mit der Rückhand in die Maschen abtropfen ließ (40.).

Im Schlussdrittel mussten die Rotjacken trotz numerischer Überlegenheit den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Zweikampf in der Defensivzone des EC-KAC eroberte Philipp Lukas die Scheibe und bediente aus der Rundung heraus Dan DaSilva, der eiskalt einnetzte (44.). Die Klagenfurter steckten die beiden aufeinanderfolgenden Gegentore jedoch gut weg Thomas Hundertpfund leistete tief im Offensivdrittel starke Arbeit und bediente schließlich Manuel Ganahl, der aber an Ouzas scheiterte (49.). In der nächsten Angriffsaktion feuerte Marco Brucker den Puck von der rechten Seite aus gefährlich in Richtung Linzer Tor, wo der Schlussmann der Oberösterreicher mit dem Blocker zur Stelle war, ehe er sich auch dem Rebound von Daniel Obersteiner entgegenstellte (51.). Kurz darauf durfte sich Tomáš Duba gleich doppelt mit der Fanghand auszeichnen: Zuerst pflückte er einen Hammer von Piché aus der Luft, dann packte er auch bei einem Spannring-Schuss sicher zu (52. bzw. 54.). Wenige Augenblicke später durfte Rot-Weiß erneut jubeln: Johannes Bischofberger sah Thomas Koch, der sich am langen Pfosten ideal freigelaufen hatte, und servierte die Scheibe perfekt, sodass der Mittelstürmer nur mehr die Kelle hinhalten musste - 3:2 (54.). Mit einem verwaisten Gehäuse und somit sechs Feldspielern warf der Tabellenführer am Ende noch einmal alles nach vorne, mehr als ein Schuss an die Außenstange von Corey Locke war für die Gäste aber nicht mehr drinnen. Somit feierten die Rotjacken nach einem weiteren kompakten Auftritt einen insgesamt verdienten 3:2 Heimsieg. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir konnten von Beginn an an die kompakte Leistung vom Mittwoch anschließen, im ersten Drittel hatten wir, wie ich denke, deutlich mehr vom Spiel, haben unsere Aufgaben gut erfüllt. Im zweiten Durchgang kamen dann auch die Tore dazu. Der späte Gegentreffer fünf Sekunden vor der Sirene hat das Momentum wieder auf die Seite der Black Wings gebracht, unsere Mannschaft hat aber weder dadurch noch durch den Ausgleichstreffer den Faden verloren. Erwähnen möchte ich auch unser Shot Blocking, das heute exzellent war. Über 60 Minuten hinweg eine gute Leistung, auf die unsere Jungs stolz sein können.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem vierten Sieg im fünften Antreten seit dem International Break sicherte sich der EC-KAC vorzeitig den vierten Tabellenplatz, weil weder Zagreb noch Innsbruck in den Parallelspielen voll punkten konnten. Die Rotjacken werden daher mit einem Heimspiel in das am 9. März beginnende Play-Off-Viertelfinale starten. Zuvor steht für die Mannschaft von Steve Walker und Christoph Brandner aber noch die letzte Partie des Grunddurchgangs am Programm: Am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 17.45 Uhr) gastieren die Klagenfurter auswärts beim neuen Leader, dem EC Salzburg.