Siegesserie endet gegen Salzburg

An einem Abend, an dem nur wenig nach den Vorstellungen der Rotjacken lief, musste sich der EC-KAC dem EC Salzburg mit 0:3 geschlagen geben. Die Klagenfurter gehen damit auf Tabellenrang drei liegend in die Länderspielpause.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken nahmen in den vergangenen Wochen richtig Fahrt auf: Nachdem sie schon den Monat Oktober als nach Punkten zweitbestes Team der Erste Bank Eishockey Liga beendet hatten, starteten sie auch in den November mit einem Erfolg: Am Donnerstag feierte der EC-KAC einen 3:2-Sieg bei Orli Znojmo und holte damit zum fünften Mal hintereinander drei Zähler. Damit sicherten die Klagenfurter ihren guten dritten Tabellenplatz weiter ab, mehr als die aktuellen 30 Punkte nach 17 absolvierten Saisonpartien hatte Rot-Weiß zuletzt im Jahr 2012 am Konto.

Der EC Salzburg startete durchwachsen in die neue Spielzeit, in den ersten zwölf Runden gelangen lediglich vier Siege. Seither hat sich der finanzielle Liga-Krösus in der Tabelle aber Stück für Stück nach oben gearbeitet. Die starke Serie von vier Siegen hintereinander - inklusive Erfolgen gegen Linz und in Wien - wurde erst am Freitagabend von einer etwas überraschenden Heimniederlage gegen den EC VSV unterbrochen. In der Fremde holten die Bullen vor dem Duell mit dem EC-KAC neun von 24 möglichen Zählern, in Villach (3:1), Innsbruck (8:5) und Wien (2:1) siegte man jeweils in regulärer Spielzeit, die übrigen fünf Auswärtsspiele wurden allesamt verloren. In Klagenfurt fühlte sich Salzburg zuletzt allerdings recht wohl: Zwar beendete im sechsten Halbfinalspiel ein 0:4 in der Stadthalle die Saison 2016/17 der Bullen vorzeitig, insgesamt verließ die Mannschaft von Head Coach Greg Poss die Kärntner Landeshauptstadt aber bei neun ihrer letzten 13 Auftritte als Gewinner.

 

Die Personalien:

Die Liste der gesundheitsbedingten Ausfälle blieb beim EC-KAC gegenüber dem Auswärtsspiel in Znojmo am Donnerstag unverändert, Richie Regehr, Mitja Robar, Manuel Geier, Patrick Harand und Niki Kraus fehlten auch gegen Salzburg. Dafür kehrte Steven Strong nach seiner abgesessenen Sperre wieder ins Lineup zurück, wodurch sich auch eine weitere Rochade ergab: Thomas Hundertpfund rückte wieder in den Angriff und ersetzte dort Kevin Schettina. Im Tor starteten die Rotjacken zum dritten Mal in Serie mit Tomáš Duba.

 

Der Spielverlauf:

Die Partie begann denkbar schlecht aus Sicht des EC-KAC: Bereits nach 170 Sekunden gelang den Gästen nach einem sauber vorgetragenen Konterangriff der Führungstreffer, als der Ex-Klagenfurter Raphael Herburger Tomáš Duba mit der Rückhand tunnelte. Dabei hatten sich die Hausherren zu Beginn der Begegnung ein optisches Übergewicht erarbeitet, die besseren und vor allem klareren Gelegenheiten fanden allerdings die Salzburger vor. In Minute sechs parierte Duba stark gegen den mit aufgerückten Layne Viveiros, den Rebound klärten seine Vorderleute. Druckvoll und zielstrebig präsentierten sich die Bullen auch bei numerischer Überlegenheit, Klagenfurs Schlussmann war gegen die anstürmenden Gäste gleich mehrmals gefragt (11.). Die beste Möglichkeit für den EC-KAC in Abschnitt eins gab es für Thomas Hundertpfund: Der Angreifer setzte sich über die rechte Seite gut durch, der Ausgleichstreffer wurde allerdings mit einem schnellen Reflex von Keeper Bernhard Starkbaum verhindert (14.). Der Rest des Startdrittels gehörte dann den Salzburgern: Thomas Raffl traf die Außenstange (16.), eine Deflection von Brant Harris zischte nur knapp am KAC-Tor vorbei (17.), ehe in Minute 19 Tomáš Duba sein gesamtes Können aufbieten musste: Mit einer Großtat mit dem Fänger bewahrte er sein Team gegen Matthias Trattnig vor dem zweiten Gegentor. Dieses fiel kurz vor der Pause aber trotzdem: Rob Shremp schlenzte 44 Sekunden vor der ersten Pausensirene einen Rebound zum 0:2 in die Maschen.

In Abschnitt zwei waren die Rotjacken um eine Antwort auf die ausbaufähige Leistung im ersten Drittel bemüht, nach nur wenigen Sekunden versuchte es Kevin Kapstad mit einem Vorstoß, bei Bernhard Starkbaum war allerdings Endstation (21.). Ganz nahe an ihren ersten Torerfolg heran kamen die Klagenfurter in einem wenig später folgenden Powerplay: Letztlich fehlten nur Zentimeter, der Salzburger Kapitän Matthias Trattnig wischte die Scheibe sprichwörtlich von der Torlinie (24.). Zu Spielmitte bekamen die Hausherren ein weiteres Überzahlspiel zugesprochen, mehr als ein Schuss in Außennetz von Jamie Lundmark (31.) kam dabei aber nicht heraus. Erst im dritten KAC-Powerplay wurde es vor dem Salzburger Kasten wieder richtig gefährlich: Jon Rheault kam im Slot an die Scheibe und schlenzte diese am Goalie vorbei aber an den Pfosten (37.). Kurz vor Drittelende erwischte es den EC-KAC in Form von Strafzeiten dann selbst knüppeldick. Zuerst wurde David Fischer für einen Ellbogencheck für vier Strafminuten in die Kühlbox verbannt, quasi mit der Pausensirene folgte ihm Marco Richter.

Somit mussten die Rotjacken zu Beginn des Schlussdrittels mit zwei Mann weniger auf dem Eis das Auslangen finden. Dies glückte ihnen vorerst auch hervorragend, als dann aber auch noch Julian Talbot für eine Spielverzögerung auf der Strafbank platznehmen musste, schlugen die Gäste ein drittes Mal zu: Bobby Raymond hämmerte den Puck aus der Distanz zum 0:3 und damit zur Entscheidung in die Maschen (43.). Denn dem EC-KAC sollte an diesem Abend einfach kein Treffer gegönnt sein. Auch, weil man im Finish ein doppeltes Powerplay über volle zwei Minuten und ein weiteres Überzahlspiel in den finalen Zügen der Begegnung ungenützt ließ. (PE)

 

Der Kommentar:

„Im ersten Abschnitt waren wir überhaupt nicht präsent, wir waren vielfach zu spät dran, verloren viele Zweikämpfe. Damit gruben wir uns selbst eine Grube in Form eines Zwei-Tore-Rückstands. Nach der ersten Pause reagierten wir aber gut, wir nahmen das Heft in die Hand und kamen zu vielen Chancen, brachten aber keinen Puck über die Linie. Diese Charakteristik trifft auch auf die Zeit nach dem dritten Gegentreffer zu, als wir selbst in langen Powerplayphasen nicht zum Erfolg kamen. Letztlich war das eine verdiente Niederlage, die wir einfach abhaken müssen, solche Abende kommen vor.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC hält nach dieser Heimniederlage am 18. EBEL-Spieltag weiterhin bei 30 Punkten und geht damit auf Tabellenplatz drei liegend in das International Break. Während diesem werden sechs Kaderspieler im Nationalteam im Einsatz sein, Johannes Bischofberger und Mitja Robar mussten ihre Einberufungen aus gesundheitlichen Gründen ablehnen. Die beiden werden aber wie der Großteil der zuletzt längerfristig verletzten Cracks nach dem Break ins Lineup der Rotjacken zurückkehren, das nächste Ligaspiel ist für 15. November angesetzt, wenn Medveščak Zagreb in Klagenfurt zu Gast sein wird (Spielbeginn: 19.15 Uhr).